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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2025

Ein Paar oder doch nur Mitbewohner

This isn't happiness
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Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Es greift Themen auf, die in Medien sonst oft weniger Raum bekommen – nämlich die Frage, wie sich eine Beziehung anfühlt, wenn man schon sehr lange zusammen ...

Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Es greift Themen auf, die in Medien sonst oft weniger Raum bekommen – nämlich die Frage, wie sich eine Beziehung anfühlt, wenn man schon sehr lange zusammen ist. Wie beeinflusst das Umfeld eine Partnerschaft? Wie verändern sich gemeinsame Ziele über die Jahre? Und wie schnell kann es passieren, dass man eher wie Mitbewohner zusammenlebt, anstatt als Paar?

Wie in vielen zwischenmenschlichen Beziehungen scheitert auch hier vieles an mangelnder Kommunikation. So viele Probleme hätten entschärft oder sogar verhindert werden können, wenn Amy und Josh offener miteinander gesprochen hätten. Gleichzeitig zeigt die Geschichte sehr authentisch, wie schwer es ist, heikle Themen anzusprechen – besonders dann, wenn man Angst hat, das Gleichgewicht der Beziehung zu stören.

Empfehlen würde ich das Buch auf jeden Fall. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, und besonders die zweite Hälfte habe ich regelrecht verschlungen. Es ist ein ruhiges, aber eindringliches Buch, das zum Nachdenken anregt und eine Beziehung zeigt, wie sie wirklich sein kann: komplex, manchmal schmerzhaft, aber immer menschlich.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

Zwischen Sehnsucht und Stillstand – Beste Tage von Jenny Mustard

Beste Zeiten
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Jenny Mustards Roman Beste Tage erzählt die Coming-of-Age-Geschichte von Siv, die frisch nach Stockholm zieht und dort in eine neue Welt voller „erster Male“ eintaucht. Es geht um das Leben als Studentin, ...

Jenny Mustards Roman Beste Tage erzählt die Coming-of-Age-Geschichte von Siv, die frisch nach Stockholm zieht und dort in eine neue Welt voller „erster Male“ eintaucht. Es geht um das Leben als Studentin, den Beginn von Freundschaften, die erste Liebe und all die Unsicherheiten, die man Anfang zwanzig so intensiv spürt.

Siv ist dabei eine durchaus widersprüchliche Protagonistin: mal nahbar, mal distanziert, mal bewegend, mal schwer zu greifen. Nicht immer fiel es mir leicht, mich in ihre Gedanken- und Gefühlswelt hineinzuversetzen. Hinzu kommt, dass die Erzählweise von plötzlichen Zeitsprüngen geprägt ist. Oft merkt man erst nach einigen Sätzen, dass die Handlung in die Vergangenheit gewechselt ist – was mir beim Lesen mehrfach ein Gefühl von „Whiplash“ gegeben hat. Gerade weil diese Rückblicke oft dramatische Erlebnisse schildern, hätte ich mir hier eine klarere Struktur oder zumindest eine tiefere Auseinandersetzung der Figur mit den Ereignissen gewünscht.

Denn vieles wird zwar erzählt, aber kaum verarbeitet. Dadurch entsteht eine gewisse Spannungslosigkeit: In Sivs Leben passiert gleichzeitig unglaublich viel – und doch bleibt es seltsam oberflächlich.

Trotz dieser Kritikpunkte hat Beste Tage seinen Reiz. Mustard gelingt es, die Atmosphäre eines jungen, suchenden Lebens einzufangen und die Orientierungslosigkeit der Zwanziger authentisch widerzuspiegeln. Für mich persönlich ist es jedoch nicht ihr stärkstes Buch.

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