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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.12.2025

Verflucht

Rostiges Grab
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Zum Inhalt:
Leo Asker sieht ein Licht am Ende des beruflichen Tunnels: Ihr winkt die Beförderung, - sie sollte sich nur noch ein paar Tage bedeckt halten. Doch dann lässt ihr alter Erzfeind eine Akte auf ...

Zum Inhalt:
Leo Asker sieht ein Licht am Ende des beruflichen Tunnels: Ihr winkt die Beförderung, - sie sollte sich nur noch ein paar Tage bedeckt halten. Doch dann lässt ihr alter Erzfeind eine Akte auf ihren Tisch flattern, die Dynamit birgt. Und das nicht nur für Leo, sondern auch für ihren alten Freund Martin und sämtliche Mitarbeiter des Dezernats der verlorenen Seelen.

Mein Eindruck:
Anders de la Motte knüpft mit seinem neuen Krimi zwar an den letzten Teil nahtlos an; bringt aber in "Rostiges Grab" genügend Infos unter, um das Buch auch ohne Kenntnis der Vorgänger zu verstehen. Doch - das sei anderen Lesern mitgeteilt - mit einer Ahnung zu den Verhältnissen untereinander und der Vergangenheit macht es mehr Spaß. Denn wieder einmal nehmen Personen aus ihrem Umfeld Einfluss auf Leonore, Martin und deren neuen Fall rund um das "Graumädchen", einer Moorleiche, die nach ihrem Fund Blut zu fordern scheint.
Dabei flicht de la Motte Teile des jetzigen und vergangenen Privatlebens der Hauptcharaktere so gekonnt ein, dass diese nicht nur die Krimihandlung nicht stören, sondern voranbringen. Den wiederkehrenden Nebenfiguren billigt der Autor ebenfalls eine Weiterentwicklung zu und der Fall als solcher ist spannend, gut entwickelt und ein echter Pageturner. So schafft de la Motte bravourös einen Widerstreit der Gefühle: Einerseits wünscht man sich nichts sehnlicher, als die Beförderung Leos - schon, um es den selbstherrlichen Gestalten einmal zu zeigen. Andererseits hofft man auf ein Verbleiben in der Abteilung voller Käuze, die man liebgewonnen hat.

Mein Fazit:
Spannung mit Mystery-Touch - so, wie es die Schweden lieben

Veröffentlicht am 20.12.2025

Sie sind wieder im Rennen

Bad Actors
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Achtung:
Dieses Buch ist zwar großartig, aber Teil einer Reihe. Und im Gegensatz zu anderen Reihen ist es hier wirklich nicht angeraten, es ohne Kenntnis seiner Vorgänger zu lesen!

Zum Inhalt:
Eine wichtige ...

Achtung:
Dieses Buch ist zwar großartig, aber Teil einer Reihe. Und im Gegensatz zu anderen Reihen ist es hier wirklich nicht angeraten, es ohne Kenntnis seiner Vorgänger zu lesen!

Zum Inhalt:
Eine wichtige Kollegin im Beraterstab des Premierministers verschwindet und dessen graue Eminenz versucht, der Frau habhaft zu werden. Denn sie ist die Dame in einem Spiel, bei dem es um die ultimative Macht im Königreich geht.

Mein Eindruck:
Einige Personen außerhalb des Slough House werden reaktiviert und fast alle Pferde sind wieder am Start, wenn es um die ultimative Wurst geht. Auch in diesem Buch stolpern die Slow Horses mehr oder weniger zufällig in und über die Rennbahn, wenn die Vollblüter von Regierung und Geheimdienst darum kämpfen, den Pokal zu erringen, und bringen gerne einmal die Champions zum Stolpern. Mick Herron hält dabei so viele Zügel in der Hand, dass seine Leser fast den Überblick verlieren. Denn auch wenn sich schon im ersten Kapitel der ultimative Unsympath des Buches entpuppt, sind die restlichen Figuren wie gewohnt ambivalent aufgebaut. So agiert Spion gegen Spion, Spion für Spion und wie immer hofft und bangt man um das liebgewonnene Team von Losern. Denn wie immer beherrscht Mick Herron meisterhaft schwarzen Humor, Situationskomik und geschliffene Dialoge (ein Extralob an die Übersetzerin Stefanie Schäfer) und verpackt das Ganze in einer absolut skurrilen, hochspannenden und atemberaubenden Geschichte mit liebenswerten, völlig durchgeknallten und Charakteren mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit:
Wie gut, dass das Ende nicht das Ende ist

Veröffentlicht am 20.12.2025

Okay, aber nichts Besonderes

Das neunte Gemälde
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Ich fand zwar die Bezüge zur Vergangenheit und die ungewollten Verwicklungen mit der Beutekunst der Nationalsozialisten zur Zeit des 2. Weltkriegs und später, wenn die Fäkalien bewiesen haben, dass sie ...

Ich fand zwar die Bezüge zur Vergangenheit und die ungewollten Verwicklungen mit der Beutekunst der Nationalsozialisten zur Zeit des 2. Weltkriegs und später, wenn die Fäkalien bewiesen haben, dass sie immer noch nach oben schwimmen können, durchaus interessant, aber die Hauptperson Lennard Lomberg erinnerte mich einfach zu sehr an die Figuren, die zum Beispiel auch Frank Schätzing gerne erfindet. Ein Wahnsinnstyp, der auf jedwede Art total großartig ist: Die Frauen lieben ihn, er kennt sich mit Wein, Kunst, Musik und gutem Essen aus und alle seine Freunde sind ebenfalls reich, schön, belesen, wissen sich zu kleiden und steuern die Weltgeschäfte. Das ist sooo langweilig und - außerhalb von James Bond - nicht wirklich glaubhaft.
Man muss dem Autor jedoch einen wirklich guten Schreibstil attestieren und auch seine Schauplätze sind perfekt gewählt. Wie sich Lomberg nicht nur mit seiner Familiengeschichte auseinandersetzt, gefällt ebenfalls, - auch wenn hier wieder siehe oben zum Tragen kommt: Natürlich betroffen!

Veröffentlicht am 19.12.2025

Fragile Beziehungen

Lügennebel
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Zum Inhalt:
Eine Clique junger Studenten - 4 Männer, 2 Frauen - feiert fast bis zur Besinnungslosigkeit und zum Ärger der Nachbarn in einer Villa im Skigebiet. Am nächsten Morgen ist eine Frau tot und ...

Zum Inhalt:
Eine Clique junger Studenten - 4 Männer, 2 Frauen - feiert fast bis zur Besinnungslosigkeit und zum Ärger der Nachbarn in einer Villa im Skigebiet. Am nächsten Morgen ist eine Frau tot und die anderen beäugen sich misstrauisch. Ist einer von ihnen verantwortlich? Falls ja, wer? Oder war es doch einer der Nachbarn? Falls ja, wie?
Die Polizei sucht noch nach Spuren und Zusammenhängen, als es einen weiteren gefährlichen Vorfall gibt.

Mein Eindruck:
Viveca Sten schafft es wunderbar, die Gemütszustände ihrer Figuren an die Leser zu vermitteln. Man fühlt sich verlassen und Angst im Schnee, wenn kein Mensch zu sehen ist und das Licht verschwindet oder spürt die Eiseskälte im See.
Auch die zahlreichen zwischenmenschlichen Verwicklungen insbesondere ihrer ermittelnden Personen weiß sie detailreich und ausführlich zu schildern. Für manchen Geschmack ein bisschen zu ausführlich, denn wenn ein Krimi gefühlt zu 40 Prozent mit Privatgedöns gefüllt wird, ist das bei denjenigen, die gerne in der Geschichte zu Potte kommen wollen, ein bisschen viel des Guten. Vor allen Dingen deshalb, weil Sten einen guten Teil - nur mit umgekehrten Vorzeichen - aus dem dritten Buch recycelt.
Der Krimi ist jedoch routiniert, lädt zum Mitdenken ein und überrascht mit einigen Wendungen.

Mein Fazit:
Eine gut erzählte Geschichte mit (zu) viel Privat-Tralala

Veröffentlicht am 14.12.2025

Erschütterungen

Wem du traust
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Zum Inhalt:
Die fünfzehnjährige Sofia passt öfter auf den kleinen Sohn von Eva, der besten Freundin ihrer Mutter, auf. Nach einem dieser Babysitter-Jobs bringt sie Daniel, Evas Mann, mit dem Wagen nach ...

Zum Inhalt:
Die fünfzehnjährige Sofia passt öfter auf den kleinen Sohn von Eva, der besten Freundin ihrer Mutter, auf. Nach einem dieser Babysitter-Jobs bringt sie Daniel, Evas Mann, mit dem Wagen nach Hause. Am nächsten Morgen ist Sofias Bett jedoch unberührt und sie selbst verschwunden. Bald tauchen Beweise für ein Verbrechen auf, die alle in eine Richtung weisen, - auf Daniel.

Mein Eindruck:
Die Autorin Petra Johann hält sich bei ihrem Kriminalroman immer an den beiden weiblichen Protagonistinnen fest - Eva und der ermittelnden Polizistin Heidi - wobei Evas Kapitel mit deren Namen überschrieben sind. Bei den Damen erhält man auch Einblick in die Gedanken, während die anderen Figuren nur von außen gesehen werden. Johann gibt sich viel Mühe mit ihrer Handlung, insbesondere die Polizeiarbeit zeigt sie sehr lebensecht mit Widerständen und Fortschritten. Ihre Figuren in Gänze muten jedoch dem Zeitgeist geschuldet an - ein lesbisches Paar, ein schwules Paar, ein geschiedenes Paar und überall Männer, die sich mies verhalten und Frauen, die vom Leben oder den Männern drangsaliert werden, obwohl sie viel mehr als diese zu leisten vermögen. Da spürt man die Absicht und ärgert sich.

Mein Fazit:
Gute Story, Charaktere zu einseitig