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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2025

Fast perfekter Jugend-Thriller

Seven Ways to Tell a Lie
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Zum Inhalt:
Jonah sieht ein Video, das ihm den Atem raubt: Gemeinsam mit sechs Mitgliedern seiner alten Clique stürzt er mit einem Bus in den Abgrund und stirbt. Ein Deepfake - absolut lebens- bzw. todesecht ...

Zum Inhalt:
Jonah sieht ein Video, das ihm den Atem raubt: Gemeinsam mit sechs Mitgliedern seiner alten Clique stürzt er mit einem Bus in den Abgrund und stirbt. Ein Deepfake - absolut lebens- bzw. todesecht gemacht. Dieses Video bleibt nicht das einzige und die ehemaligen Freunde raufen sich wieder zusammen, um nicht nur die Videos, sondern auch ein einschneidendes Vorkommnis von vor einem Jahr zu klären. Denn dieses scheint der Grund für die Vorgänge zu sein.

Mein Eindruck:
Dieser Thriller verbindet gekonnt die Probleme, die junge Menschen schon immer hatten (Schule, Liebe, Eltern, Identität) mit einer neuen Herausforderung: Wem kann ich noch trauen, wenn mir meine Wahrnehmung falsche Informationen liefert? Colin Hadler mischt dazu einen Cocktail aus sehr unterschiedlichen jungen Menschen, ohne dass man das Gefühl hat, es wird hinter jedem Baum "Achtung, Quote erfüllt" gebrüllt. Jede Figur hat ihr Päckchen zu tragen und alle Charaktere sind gut herausgearbeitet. So steigt die Spannung immer weiter an, jedes Video eine neue Herausforderung, mit der die Gruppe umgehen muss. Dass die sieben ihre Freundschaft wiederentdecken und zusammenstehen, ist eine gute Botschaft und dass man auf die Lösung des Mysteriums kommen kann, wenn man das Buch aufmerksam liest, ist das Beste, was ein Krimi leisten kann. Einzig der - vor allen Dingen für die Zielgruppe sehr blutige - Showdown schmälert das Vergnügen ein bisschen.

Mein Fazit:
Ein Hoch auf die Freundschaft in Cyber-Zeiten

Veröffentlicht am 12.03.2025

Unerträglich

Die Kammer
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Zum Inhalt:
Sechs Sättigungstaucher - fünf Männer und eine Frau - werden auf einem Schiff in einer Kammer mittels Druck und einem Gasgemisch auf ihre Arbeit vorbereitet. Das Leben auf engstem Raum ist ...

Zum Inhalt:
Sechs Sättigungstaucher - fünf Männer und eine Frau - werden auf einem Schiff in einer Kammer mittels Druck und einem Gasgemisch auf ihre Arbeit vorbereitet. Das Leben auf engstem Raum ist sowieso schon schwierig, als nach dem ersten Arbeitsgang ein Mitglied leblos in der Koje liegt. Und bei der ersten Leiche bleibt es nicht.

Mein Eindruck:
Wie die Taucher fragt sich der Leser ebenfalls die ganze Zeit: Wer ist verantwortlich - eine Person in der Kammer oder eine vom Team, das außerhalb der Schleuse für das Wohlergehen der Taucher zuständig sein sollte? Und - je weiter der Bodycount fortschreitet - wie lange dauert es noch, bis die Kammer geöffnet werden kann, wer lebt dann noch und was ist der Grund für die Vorgänge? Während die Mitglieder des Teams immer panischer werden, erhalten die Menschen vor dem Buchdeckel weitergehende Informationen zu den Tauchern und Unglücke, die sich in deren Umfeld zugetragen haben. Das Ende der Story ist dann allerdings ein bisschen bizarr und man fragt sich, ob es Absicht ist, dass man nicht alles versteht oder ob man einfach nur zu dumm ist, den letzten Twist nachzuvollziehen. Auch was die ausführliche Personenliste der "Blue Topaz" soll, erschließt sich wohl nicht jedem Gemüt. Aber bis dahin fiebert man total durch die Seiten, ohne das Buch weglegen zu können.

Mein Fazit:
Das Ende ein Wermutstropfen

Veröffentlicht am 15.02.2025

Liebenswert

Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch - Das Hörspiel
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Zum Inhalt:
Der Zauberer Beelzebub und seine Tante Tyrannja schlottern dieses Mal selbst vor Angst: Sie stehen bei der Hölle in der Kreide und der Gerichtsvollzug droht. Um dem Ungemach zu entgehen, wollen ...

Zum Inhalt:
Der Zauberer Beelzebub und seine Tante Tyrannja schlottern dieses Mal selbst vor Angst: Sie stehen bei der Hölle in der Kreide und der Gerichtsvollzug droht. Um dem Ungemach zu entgehen, wollen sie ihre bösen Talente in einen Topf schmeißen. Buchstäblich, denn sie besitzen jeweils die Hälfte des Rezepts eines höllischen Wunschpunschs. Wird das böse Spiel gelingen oder werden ihre treuen Haustiere - ein Kater und ein Rabe - den Plan durchkreuzen?

Mein Eindruck:
Das Hörspiel ist nicht umsonst für den deutschen Hörbuchpreis nominiert! Mit viel Verve und Einfühlungsvermögen glänzen die Sprecher in ihren Rollen - insbesondere Zauberer und Hexe geben dem Affen gar prächtig Zucker. Doch die besten Sprecher wären nutzlos, wenn nicht auch die Geschichte glänzen würde. Und das tut sie! Spannend, witzig, gruselig, aber trotzdem noch kindgerecht wird gezeigt, dass das Böse auch deshalb oft nicht siegt, weil die Guten besser zusammenhalten. Wie sich alles auflöst, macht warm ums Herz, - und zwar in jedem Alter!

Mein Fazit:
Perfekt

Veröffentlicht am 15.02.2025

Klasse

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Zum Inhalt:
Früher waren sie gute Freunde und zu sechst. Jetzt haben sie sich auseinanderdividiert, seit Maria bei einem Open Air Event verschwunden ist. Freiwillig? Oder lebt sie nicht mehr. Als Jonathan ...

Zum Inhalt:
Früher waren sie gute Freunde und zu sechst. Jetzt haben sie sich auseinanderdividiert, seit Maria bei einem Open Air Event verschwunden ist. Freiwillig? Oder lebt sie nicht mehr. Als Jonathan und seine Freundin Lotta zu einem Escape-Spiel in ihr Restaurant einladen, kommt die Clique wieder zusammen. Aus dem Spiel wird jedoch Ernst und alte Wunden brechen auf und werden gefährlich. Lebensgefährlich.

Mein Eindruck:
Gewinnt man zuerst den Eindruck, dass "Das Dinner" nur ein Abklatsch von "Die Auszeit" sein könnte - Setting und Personenkonstellation sind sehr ähnlich konstruiert - wird man doch eines Besseren belehrt. Wie sich die Dämonen jedes einzelnen Spielers zeigen, wie sich Vergangenheit und Gegenwart mischen und vor allen Dingen wie die Autorin die Enden damals und jetzt spinnt, ist aller Ehren wert. Immer wenn man denkt, die Geschichte in Gänze erfasst zu haben, kommt Rudolf mit einer Überraschung um die Ecke. Absolut meisterhaft ist dann der Schluss des Romans, der einen fantastischen Bogen zum Anfang schlägt.

Mein Fazit:
Der zweite Streich ist besser als der erste

Veröffentlicht am 15.02.2025

Blackout

Die Villa
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Zum Inhalt:
Zum Jahrestag des Todes ihrer Freundin begeben sich die Brautjungfern an den Ort des Geschehens zurück. Aoife wurde kurz vor ihrer Hochzeit ermordet und da Dani darunter leidet, dass sie sich ...

Zum Inhalt:
Zum Jahrestag des Todes ihrer Freundin begeben sich die Brautjungfern an den Ort des Geschehens zurück. Aoife wurde kurz vor ihrer Hochzeit ermordet und da Dani darunter leidet, dass sie sich nicht an die näheren Umstände erinnern kann, hat sie diese makabre Andacht in genau der Villa organisiert, in der die Tat passierte. Gemeinsam mit den anderen begibt sie sich auf die Spuren der Feier... und gerät bald in Gefahr.

Mein Eindruck:
Jess Ryder konstruiert seine Geschichte aus Erinnerungen und den Vorgängen in der Gegenwart wirklich gut. Dabei bedient er sich der Sicht aus der ersten Person, wenn eine der anderen Frauen ihre Gedanken offenlegt, - bei Dani ist es (ihrer Amnesie geschuldet) jedoch die Perspektive aus der dritten Person. Trotzdem verschleiern einige Figuren ihre Geheimnisse eine ganze Weile, so dass die Leser ähnlich wie Dani durch einen Nebel schweben, der sich erst nach einiger Zeit lichtet. Leider hält dann das Ende nicht, was es verspricht. Zwar klärt sich alles für die Leserschaft, doch handelt niemals ein Polizist, der auf sich hält, so, wie es die spanische Polizei tut. Never ever!

Mein Fazit:
Bis kurz vor Schluss ein absolut gekonntes Verwirrspiel, doch dann mit Mängeln