Verloren zwischen Traum und Wirklichkeit
Der unsterbliche Zando„Der unsterbliche Zando“ beginnt mit einem vielversprechenden Setting: Fritz Fello, ein junger Mann mit klaren Zukunftsaussichten in der traditionsreichen Familienbrauerei, wird unerwartet vom eigenen ...
„Der unsterbliche Zando“ beginnt mit einem vielversprechenden Setting: Fritz Fello, ein junger Mann mit klaren Zukunftsaussichten in der traditionsreichen Familienbrauerei, wird unerwartet vom eigenen Vater vor die Tür gesetzt. Dieser Bruch mit der Vergangenheit stößt eine Reihe von Ereignissen an, in denen Fritz zunehmend die Kontrolle über sein Leben verliert.
Die Grundidee des Romans ist reizvoll - besonders das Thema Aufbruch und Selbstfindung in einer Welt voller Unsicherheiten. Ein Gefühl von Orientierungslosigkeit und latenter Sehnsucht wird vermittelt.
Allerdings gab es für mich zu viele Ungereimtheiten, die mein Lesevergnügen getrübt haben: Die verschiedenen Zeitebenen waren für mich nicht klar voneinander zu unterscheiden, was bei mir oft für Verwirrung sorgte. Hinzu kommt, dass der Roman inhaltlich an vielen Stellen vage bleibt. Wichtige Entwicklungen werden angedeutet, aber nie ganz ausgeführt. Das betrifft insbesondere das Ende, das mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet.
Auch die Figurenzeichnung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Fritz und Maik wirken in entscheidenden Momenten emotional distanziert, fast flüchtig – was ihre Entscheidungen schwer nachvollziehbar macht. Die Grenze zwischen Realität und Einbildung verschwimmt zunehmend, was zwar atmosphärisch interessant sein kann, bei mir aber eher für Ratlosigkeit sorgte als für Spannung.