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Veröffentlicht am 25.12.2024

Politik will gelernt sein

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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Bei einer Terrorübung stirbt ein Polizist und Interims-Polizeipräsident Kluftinger, der den Einsatz leitet, muss sich die Frage stellen, ob bei seiner Planung etwas schiefgegangen ist. Eigentlich hat er ...

Bei einer Terrorübung stirbt ein Polizist und Interims-Polizeipräsident Kluftinger, der den Einsatz leitet, muss sich die Frage stellen, ob bei seiner Planung etwas schiefgegangen ist. Eigentlich hat er dafür gerade keinen Kopf, da er für den Gemeinderat kandidiert, was er umso verbissener tut, seit er erfahren hat, dass sein Intimfeind Doktor Langhammer einer seiner politischen Gegner ist. Der Todesfall entpuppt sich jedoch als Mord und Kluftinger stürzt sich mit seinem Team in die Ermittlungen.

»Hätte er sich nur nicht zu dieser saublöden Kandidatur breitschlagen lassen. Schon ging der Stress damit los. Als ob er nicht schon genug um die Ohren hätte als Interims-Polizeipräsident, Kommissariatsleiter, Ehemann, Vater, Opa und Sohn.« (Seite 22)

Beim vorliegenden Buch handelt es sich bereits um den dreizehnten Teil der Buchreihe mit Adalbert Kluftinger, für mich allerdings war es das erste Treffen mit dieser anscheinend sehr beliebten Buchfigur. Ich bin ohne Vorwissen in die Reihe gestartet und hatte überhaupt keine Probleme damit, den Geschehnissen zu folgen, obwohl das Privatleben des Kommissars eine große Rolle spielt und permanent thematisiert wird. Auch meine Befürchtungen hinsichtlich des Bayerischen Dialekts haben sich nicht bewahrheitet, die wenigen Worte und Sätze in der Mundart konnte ich problemlos verstehen. Bedenkenlos darf also zum Buch gegriffen werden, auch ohne die ersten zwölf Bände gelesen zu haben.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, der Mix aus Krimi und humorvollem Roman war perfekt ausbalanciert, sodass ich, die selten lustige Geschichten liest, mich köstlich amüsieren konnte. Der Fall selbst kam dabei etwas zu kurz, was ich aber nicht tragisch fand, denn die Geschehnisse rund um Kluftinger entschädigten für den manchmal fehlenden Thrill. Witzig und spannend war es und so rauschte ich nur durchs Buch, sogar die politische Komponente störte mich diesmal nicht. Einzig der Umstand, dass ich nicht bereits früher dem Kluftinger-Universum begegnet bin, macht mich etwas traurig, aber besser spät als nie. Klufti isch bäck und ich sehr erfreut darüber, dass ich ihm endlich begegnet bin. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 23.12.2024

Sehr schwache Fortsetzung

Der Profi
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Kabuto ist ein professioneller Auftragskiller, der sich dazu entschlossen hat, endlich auszusteigen. Sein Auftraggeber ist mit Kabutos Vorhaben nicht einverstanden und lässt ihn durch die Blume wissen, ...

Kabuto ist ein professioneller Auftragskiller, der sich dazu entschlossen hat, endlich auszusteigen. Sein Auftraggeber ist mit Kabutos Vorhaben nicht einverstanden und lässt ihn durch die Blume wissen, dass es schlecht ausgehen würde für seine Frau und den gemeinsamen Sohn, falls er seine Entscheidung nicht überdenkt. Kabuto aber lässt sich nicht beirren, was blutige Konsequenzen nach sich zieht.

»Mist! Es blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als nachts in die Schule einzubrechen, um den Leichnam einzusammeln und zur Klinik zu transportieren. Wie lästig! Zumal er eine Ausrede erfinden musste, um seiner Frau zu erklären, warum er so spät noch das Haus verließ. Allein der Gedanke daran deprimierte ihn, aber das war eben kein Wunschprogramm.« (Seite 51)

Nach Bullet Train und Suzukis Rache ist dies der dritte Band über die Killer in Tokios Unterwelt. In diesem gibt es ein Wiedersehen mit bekannten Namen aus den vorherigen Teilen, wenn auch überwiegend nur am Rande, denn eine wichtige Rolle spielen diese hier nicht. Man muss die zwei vorherigen Bücher nicht gelesen haben, um dem Geschehen folgen zu können, denn alle drei Bände sind in sich abgeschlossen.

Auch wenn im vorliegenden Buch der großartige Humor des zweiten Teils hier und da durchblitzt, so bleibt es insgesamt weit hinter meinen Erwartungen zurück. Die Geschichte plätschert eher so vor sich hin, richtige Spannung kommt bis zuletzt nicht auf. Es gibt einige Stellen, die wirklich lustig und auch Situationen, die brenzlig sind, zusammenfassend ist es aber mehr ein Roman, in dem ein Mann sich Gedanken darüber macht, wie er mit seiner Frau umgeht, damit diese nicht unzufrieden ist. Seine kriminellen Machenschaften und die daraus resultierenden Probleme sind da eher nur Beiwerk, erst zum Ende hin ergibt sich daraus ein wenig Sinn. Mir reicht das nicht, um mich gut unterhalten zu fühlen, sodass es hier nur für ein befriedigend reicht. Schade.

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Veröffentlicht am 20.12.2024

Explosiv und temporeich

Todesspur
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Eine neue terroristische Bedrohung tritt auf den Plan, beim Versuch, einen der Drahtzieher zu erwischen, geht alles schief, der Verdächtige kann fliehen, aber kurz darauf dingfest gemacht werden. Wegen ...

Eine neue terroristische Bedrohung tritt auf den Plan, beim Versuch, einen der Drahtzieher zu erwischen, geht alles schief, der Verdächtige kann fliehen, aber kurz darauf dingfest gemacht werden. Wegen unvorhergesehener Umstände entzieht sich der Verhaftete erneut einer Befragung und das BKA steht erneut mit leeren Händen da. Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez ermitteln undercover, was durch eine unbeteiligte Person erschwert wird, die permanent die Ermittlungen torpediert. Die mysteriöse Lea Fuchs hat eigene Gründe, unerkannt zu bleiben, kommt allerdings wiederholt der Arbeit der BKA-Ermittler in die Quere.

»Letztlich hatte es für ihn aber keine Bedeutung, welcher Theorie der Terror folgte. Denn egal, ob Links- oder Rechtsextreme, unterm Strich blieb das Ergebnis das gleiche. Die Gesellschaft wurde gespalten, Angst, Hass und Panik verbreiteten sich.« (Seite 392)

Bereits zum achten Mal lässt Andreas Gruber das ungewöhnliche Duo Marten S. Sneijder und Sabine Nemez ermitteln und auch dieses Mal konnten diese mich restlos begeistern und das, obwohl ich normalerweise einen großen Bogen um Bücher mit politischen Themen mache, es hier aber um die Rote Armee Fraktion, kurz RAF genannt, geht. Dies lag zum Teil am großartigen Schreibstil, dem fantastischen Humor, aber auch an den fast schon skurrilen Charakteren, zu denen in diesem Teil einer hinzugekommen ist. Dazu war die Handlung diesmal wirklich ungewöhnlich und durch den Mix aus Krimi, Thriller sowie einer kleinen Prise Comedy einfach grandios! Das Ende verspricht eine Fortsetzung, bei der ich sicherlich erneut auf meine Kosten kommen werde. Da ist es fast verschmerzbar, dass es mit dem nächsten Band zu Ende geht. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 18.12.2024

Kate persönlichster Fall

Dunkles Wasser
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Vor vielen Jahren erschütterte ein grausames Ereignis vor der Westküste Schottlands die Menschen; eine Familie wurde fast vollständig ausgelöscht, lediglich die siebzehnjährige Tochter Iris hat das Massaker ...

Vor vielen Jahren erschütterte ein grausames Ereignis vor der Westküste Schottlands die Menschen; eine Familie wurde fast vollständig ausgelöscht, lediglich die siebzehnjährige Tochter Iris hat das Massaker überlebt, ein weiteres Ehepaar kaltblütig ermordet. Das Verbrechen wurde nie aufgeklärt. Fünfzehn Jahre später heftet sich ein Stalker an die Fersen von Iris, allerdings sieht diese keinen Zusammenhang mit den vergangenen Geschehnissen. Kurze Zeit später verschwindet eine Freundin von ihr während der gemeinsamen Urlaubsreise, Iris bleibt alleine zurück. Ex-Inspector Caleb Hale ist auf der Rückreise aus seinem Urlaub und kümmert sich um die junge Frau. Gemeinsam mit Kate Linville fängt er an, in dem alten Fall zu graben, ohne zu ahnen, welch schreckliche Ergebnisse sie zutage fördern.

»Jede Geschichte hat irgendwo ihren Anfang. Meist ist er klein und unbedeutend und verrät nichts darüber, wie sich die Geschichte entwickeln wird. Ob sie bedeutend oder unbedeutend sein wird, harmlos oder aufwühlend, ob sie irgendwann im Sande verläuft oder zur nächsten und nächsten Geschichte wird, zu einer Serie, die auf einen dramatischen Showdown zuläuft.« (Seite 260)

Beim vorliegenden Buch handelt es sich bereits um den fünften Band der Reihe mit Kate Linville. Die Fälle sind hierbei insgesamt abgeschlossen, allerdings nimmt das Privatleben von Kate und anderen Beteiligten mittlerweile einen so großen Raum ein, dass ich besonders bei diesem Buch raten würde, von vorne anzufangen, um die Beziehungen der Personen zueinander besser zu verstehen. Hinzukommt dass jedes der Bücher großartige Unterhaltung verspricht und dieses Versprechen auch hält. Wer dies nicht möchte, bleibt aber nicht außen vor, denn natürlich gibt es wiederholt Erklärungen, wer mit wem und warum dies so ist.

Der Prolog führte am Anfang in verschiedene Richtungen, die zuerst gar nicht zusammenpassen wollten. Die folgenden Ereignisse konnte ich ebenfalls nicht richtig zuordnen, war also mehr als gespannt darauf, endlich zu erfahren, wie dies alles zusammenhing. Eine so komplexe und vielschichtige Geschichte hätte ich allerdings nicht erwartet, es war wirklich unglaublich, mitzuerleben, wie die Autorin es geschafft hat, die vielen wichtigen und unwichtigen Einzelheiten zu einem stimmigen Ganzen zu fügen, in dem jedes kleine Teil seinen Platz gefunden hat. Hierbei verstand sie es meisterhaft, falsche Fährten zu legen und Verdachtsmomente zu erzeugen, die mal mehr und mal weniger hilfreich waren auf der Suche nach der Wahrheit. Sobald ich sicher war, die Richtung zu erkennen, kam eine überraschende Abzweigung, die plötzlich logischer klang, es aber nicht immer war. Die Wendungen kamen unerwartet, der Einfallsreichtum von Charlotte Link war in dieser Hinsicht bewundernswert!

Ein Thriller nach meinem Geschmack, bei dem ich der Auflösung entgegenfieberte, das Ende aber überhaupt nicht kommen sah. Was für ein Finale, was für eine Tragödie, die unfassbar dramatisch war! Ein Feuerwerk der Gefühle, das sich bei mir entlud, ich kann kaum beschreiben, wie aufgewühlt ich gewesen bin. Dieses Buch ist für mich persönlich der Höhepunkt der Reihe, die im deutschsprachigen Raum zu den besten Büchern im Thriller-Genre gehört. Ein Highlight ist es geworden, das ist damit wohl klar!

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Veröffentlicht am 17.12.2024

Diese Reihe ist und bleibt großartig!

Der Totenarzt (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 13)
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Die Gerichtsmedizinerin Dr. Carolyn Hove wendet sich an Hunter und Garcia von der UV-Einheit des LAPD, weil ihr im Rahmen einer Obduktion etwas Seltsames aufgefallen ist. Nach einem Unfall mit Fahrerflucht ...

Die Gerichtsmedizinerin Dr. Carolyn Hove wendet sich an Hunter und Garcia von der UV-Einheit des LAPD, weil ihr im Rahmen einer Obduktion etwas Seltsames aufgefallen ist. Nach einem Unfall mit Fahrerflucht ist ein Toter eingeliefert worden, allerdings starb dieser an Unterkühlung und seine sonstigen Verletzungen passen nicht zum Unfallgeschehen. Hinzukommt, dass der Mann bereits tot war, als er überfahren wurde. Nach fachlicher Einschätzung von Dr. Hove ist der Mann vor seinem Tod gefoltert worden, danach hat der Täter einen Unfall inszeniert, um dies zu vertuschen. Der Verdacht liegt nahe, dass dies nicht das erste Opfer eines Killers war, der Spaß an Folter und Tod gefunden hat.

„So verrückt es sich auch anhört, der Mann ist erfroren… in Los Angeles… mitten im Juni“ (Seite 36)

Der dreizehnte Teil der großartigen Thriller-Reihe aus der Feder von Chris Carter hat mir wie immer unverwechselbare und nervenaufreibende Lesestunden geschenkt. Bereits das erste Kapitel zeigte die Richtung, in die es geht, und genauso interessant und spannend ging es durchgehend weiter. Etwas untypisch für die Reihe gab es keine expliziten Beschreibungen der Morde, aber die Aufzählungen der Auswirkungen der Folter sowie der dadurch entstandenen Wunden waren bereits abscheulich und entsetzlich genug.

Der Fall war knifflig, der Weg zur Lösung steinig und schwer. Viele faszinierende und informative Einblicke in die menschliche Psyche gab es sowie solche in die Ermittlungen der Polizei. Im letzten Drittel zog das Tempo erheblich an, die Ereignisse überschlugen sich und was dann geschah, ließ mich die Luft anhalten. Bange Minuten folgten, ich habe mitgefiebert und Daumen gehalten, fast vorgeblättert und nachgeschaut, wie es ausgeht, denn dramatisch und schmerzhaft wurde es und auch ziemlich gemein. Ob meine Befürchtungen sich bewahrheitet haben, müsst ihr schon selbst nachlesen, aber dies tut ihr auf eigene Gefahr. Großartig!

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