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Veröffentlicht am 03.02.2023

Familienzusammenführung

Frankie
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Der Großvater von Frank wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen, achtzehn Jahre saß er ein, länger als der vierzehnjährige Frank auf der Welt ist. Eine eigentümliche Beziehung gehen Frank und sein Opa ...

Der Großvater von Frank wurde gerade aus dem Gefängnis entlassen, achtzehn Jahre saß er ein, länger als der vierzehnjährige Frank auf der Welt ist. Eine eigentümliche Beziehung gehen Frank und sein Opa ein, der Junge fühlt sich seltsam angezogen von dem alten Mann. Als sein Opa verschwinden will, geht Frank mit, weil er glaubt, dieser hat ein Ziel. Von der geladenen Pistole ahnt er da noch nichts.

„Wenn einer denkt, dass jetzt etwas Liebes folgt, dann täuscht er sich. Und zwar gewaltig.“ (Seite 33)

Der vierzehnjährige Frank, von seinem Opa Frankie - mit einem ä in der Mitte und y oder ie am Ende, wie dieser nicht müde wird zu betonen - genannt, was ihm sehr missfällt, fungiert als Ich-Erzähler in dieser Geschichte, die mich bedauerlicherweise bis zuletzt nicht erreicht hat. Ob es an dem Erzählstil, oder an der gewollt jugendlichen Ausdrucksweise liegt, kann ich nicht sagen, wahrscheinlich ist es ein Mix aus beidem. Für mich war Frank nicht authentisch genug, er war mal kindlich und mal altklug, aber realistisch leider nie. Gleiches gilt für den Großvater, als Gangster inszeniert, aber von mir als Karikatur eines solchen empfunden; großmäulig, großspurig, aber dahinter nur heiße Luft. Auch der Sinn der Erzählung erschloss sich mir letztendlich nicht, keine Moral, kein Grund und ein Fazit sowieso nicht. So waren es für mich experimentelle Lesestunden, die Vorfreude größer als der Genuss. Aber letzteres ist doch immerhin auch etwas Schönes.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Zusammen ist es viel schöner

Das Kätzchen und das Mäuselein – können beide Freunde sein | Lustiges Kinderbuch über Freundschaft | Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahre | Lustige Kindergeschichte Maus und Katze
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Die kleine Maus lebt im Haus der vierköpfigen Familie Haselbeck, als eine Katze ins Haus zieht, was natürlich viel Unruhe reinbringt ins Leben der kleinen Maus. Kurz bevor das Mäuschen verzweifelt, dreht ...

Die kleine Maus lebt im Haus der vierköpfigen Familie Haselbeck, als eine Katze ins Haus zieht, was natürlich viel Unruhe reinbringt ins Leben der kleinen Maus. Kurz bevor das Mäuschen verzweifelt, dreht sich das Kräfteverhältnis.

Dieses mit tollen Illustrationen versehene Büchlein ist nach Aussage des Verlages für Kinder zwischen drei und zehn Jahren geeignet, das angenehm abgerundete Hardcover liegt gut in der Hand und ist groß genug, damit ein Kind beim vorlesen mit ins Buch gucken kann. Das Lesebändchen ist bei dieser Länge zwar sinnlos, aber trotzdem etwas besonderes. Die Geschichte ist in Reimen gehalten, die einfach und dadurch sehr verständlich sind. Es wird zwar nicht erklärt, warum Katz und Maus verfeindet sind, aber deutlich gemacht, dass eine Freundschaft auch dann möglich ist, wenn man sich nicht von Anfang an mag. Hilfsbereitschaft ist das Zauberwort, und dass es schöner ist, nicht nachtragend zu sein. Gerne empfehle ich das Kinderbuch weiter.

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Veröffentlicht am 01.02.2023

Einsamkeit verbindet

Nicht aus der Welt
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Hempel und Friederike kennen sich nicht, stehen aber beide an einem Punkt im Leben, an dem sie nicht mehr weiterwissen, da bekommen sie unabhängig voneinander die Chance, in ein geheimnisvolles Hotel einzuchecken, ...

Hempel und Friederike kennen sich nicht, stehen aber beide an einem Punkt im Leben, an dem sie nicht mehr weiterwissen, da bekommen sie unabhängig voneinander die Chance, in ein geheimnisvolles Hotel einzuchecken, von dessen Existenz niemand etwas weiß und auch nicht wissen darf. Von Anfang an läuft aber irgendwie alles schief, Hempel ist nicht so willkommen, wie er gedacht hat, Friederike kommt nicht zur Ruhe und wer ist eigentlich die Person, die seit Stunden auf dem einzigen Balkon des Hotels auf dem Boden liegt?

Anfangs habe ich nicht sofort ins Buch gefunden, aber je mehr Charaktere aufgetaucht sind, desto interessanter wurde die Story. Es war, als würde die Autorin sich frei schreiben, als würde die Erzählung übernehmen und als wollte die Geschichte schnellstmöglich raus. Die beteiligten Personen skurril zu nennen, würde ihnen Unrecht tun, denn diese Skurrilität begründet sich darin, dass alle so unglaublich normal sind. Eigentlich. Da ist Hempel, der mit seinem Nachnamen hadert und seinen Vornamen dabei tunlichst verschweigt. Hempel ist einer, der sich treiben lässt; sei es durch sein Studium, das ihn nicht interessiert, sei es durch das Leben. Da seine Freundin darauf besteht, dass jeder einen Traum braucht, erfindet er einen und steht gerade mit ihrer Hilfe kurz davor, dass sich dieser Traum erfüllt, was Hempel wiederum mit Grauen erfüllen dürfte, da alles eine Lüge war. Und da ist Friederike, die ungewollt schwanger geworden ist, deren Baby stundenlang brüllt und sie nicht zur Ruhe kommen lässt. Das Baby, für das sie nichts empfindet, das sie nicht gewollt hat und das ihre Phantasie mit Bildern überflutet, die sie sich nicht traut, jemandem anzuvertrauen, schließlich sagt ihr Mann immer wieder zu ihr, sie solle sich nicht so anstellen. Diese und viele weitere Charaktere machen den Charme der Erzählung aus.

Ich musste beim lesen oft schmunzeln, der Humor war grandios und alle bekamen ihr Fett ab. Nicht alle Personen waren gleichermaßen liebenswert, aber den Hoteldirektor habe ich ins Herz geschlossen, obwohl er wahrscheinlich derjenige mit den meisten Macken war. Diese ungewöhnliche Geschichte hat mein Herz erobert und ungerne habe ich das Ende auf mich zukommen lassen, ich wollte es nicht beenden, dieses tolle Buch. Für mich persönlich ein Highlight, das ich gerne weiterempfehlen möchte. Wer „Zusammen ist man weniger allein“ und „Die zauberhafte Welt der Amélie“ mochte, wird dieses Buch lieben.

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Dienstleistungen anderer Art

Frau mit Messer
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Die alte Frau mit dem Decknamen Hornclaw - Hornklaue - ist erschöpft, sie ist müde ihres Lebens, Mitte sechzig ist sie nun, ihres Körpers, der sie langsam im Stich lässt, und ihres Berufs, den sie seit ...

Die alte Frau mit dem Decknamen Hornclaw - Hornklaue - ist erschöpft, sie ist müde ihres Lebens, Mitte sechzig ist sie nun, ihres Körpers, der sie langsam im Stich lässt, und ihres Berufs, den sie seit fünfundvierzig Jahren ausübt. Sie ist in der Schädlingsbekämpfung tätig, man beseitig dort Insekten und Ungeziefer, was eine schöne Umschreibung dafür ist, dass es sich um Auftragsmorde handelt. Auf ihre alten Tage scheint sie milder zu werden; anders ist es nicht zu erklären, dass sie es sich erlaubt, kurz von einem anderen Leben zu träumen. Sympathien für andere Menschen aber sind in ihrem Job gefährlich, denn sie rufen einen Gegner auf den Plan, mit dem die alte Auftragsmörderin nicht gerechnet hat.

Was für ein außergewöhnliches Buch! Ich bin immer wieder geschwankt zwischen Mitleid und Abscheu, konnte mich lange auf keine Seite festlegen. Durch Erinnerungen von Hornclaw, deren echten Namen ich bis zuletzt nicht erfahren habe, konnte ich mir ein gutes Bild davon machen, wie und warum sie zu dem Menschen geworden ist, der sie nun ist. Diese Rückblenden und Geschehnisse wurden immer wieder in die Geschichte eingebaut und nicht kenntlich gemacht, dennoch hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, nicht folgen zu können. Die Thematik vom Älterwerden gerade mit diesem, sagen wir mal, nicht alltäglichen Berufsstand zu verbinden, ist nicht neu, aber dennoch hat mich das Buch gut unterhalten, Emotionen geweckt und die ein oder andere Träne vergießen lassen. Letztendlich fand ich den Charakter von Hornclaw sehr gut ausgearbeitet und authentisch. Die Wendung, die die Geschichte genommen hat, habe ich so nicht erwartet, aber diese war passend und gut gewählt. Das Finale glich einem Actionfilm in Buchform, das Ende gefiel mir sehr.

Skurrile Charaktere, ein interessanter Hintergrund und eine Protagonistin, die polarisiert. Ich würde sagen, alles richtig gemacht! Lediglich die manchmal holprige Übersetzung möchte ich am Rande erwähnen, die gelegentlich dazu führte, das der ein oder andere Satz etwas seltsam klang. Erstaunlicherweise passte dies aber zur Story, die ebenfalls seltsam und eines Tarantino würdig war. Gerne empfehle ich dieses außergewöhnliche Buch weiter.

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Veröffentlicht am 27.01.2023

Geheimnisse einer Familie

Die Schatten über uns
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Finn und Mia ersteigern ein Haus, das mehr als renovierungsbedürftig ist; Finn will es zusammen mit seinem Vater Dave in Eigenregie wieder instandsetzen. Bei den Renovierungsarbeiten findet die Familie, ...

Finn und Mia ersteigern ein Haus, das mehr als renovierungsbedürftig ist; Finn will es zusammen mit seinem Vater Dave in Eigenregie wieder instandsetzen. Bei den Renovierungsarbeiten findet die Familie, zu der noch Finns Mutter Debbie gehört, einen versteckten Raum auf dem Dachboden, in dem sich sieben Koffer befinden, deren Inhalt das Leben der vier für immer verändern wird. Mia setzt alles daran, herauszufinden, was in dem Haus passiert sein könnte und bringt dadurch nicht nur sich selbst in große Gefahr.

Aus wechselnder Perspektive konnte ich den Geschehnissen folgen, wobei die jeweils erzählende Person mal mehr und mal weniger zuverlässig war. Dies lag nicht etwa daran, dass ich angelogen wurde; mir wurde einfach nicht die ganze Wahrheit gesagt. Diese Erzählweise und die dazwischen eingestreuten Ausführungen einer unbekannten Person, die ich lange nicht zuordnen konnte, führten dazu, dass ich es vor Spannung kaum noch ausgehalten habe. Ab und zu gab es zusätzlich einen Zeitungsartikel oder ein Interview mit diversen Beteiligten, diese trugen aber nicht etwa zur Aufklärung bei, sondern sorgten im Gegenteil dafür, dass viele meiner Theorien ad absurdum geführt wurden. Je mehr Einzelheiten ich erfuhr, desto sicherer war ich mir, wer die unbekannte Stimme sein könnte, als es plötzlich eine Enthüllung gab, die alle meine Vermutungen als Unsinn entlarvt hat. Herrlich!

Immer, wenn ich dachte, ich hätte den Durchblick, hat der Autor es geschafft, mich erneut zu überraschen und eine Komponente einzubauen, die ich nicht erwartet hätte. Solche Geschichten begeistern mich sehr, ich mag es, an der Nase herumgeführt zu werden, statt früh die Lösung zu erahnen. Ein grandioser Thriller, der mir unterhaltsame und spannende Lesestunden beschert hat. Auch das neunte Buch von John Marrs überzeugt auf ganzer Linie! Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung gibt es dafür von mir.

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