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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2022

Wie tief muss man graben…

So schweige denn still
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Die freiberufliche Journalistin Gina Kane wird anonym kontaktiert von einer Person, die sich C. Ryan nennt; ob Frau oder Mann ist anfangs unklar. Die unbekannte Person behauptet, dass sie in einem der ...

Die freiberufliche Journalistin Gina Kane wird anonym kontaktiert von einer Person, die sich C. Ryan nennt; ob Frau oder Mann ist anfangs unklar. Die unbekannte Person behauptet, dass sie in einem der größten und bekanntesten Nachrichtensender des Landes schreckliche Erfahrungen gemacht hätte und es weitere Personen gäbe, denen es ebenfalls so geht. Gina versucht alles, um mit C. Ryan Kontakt aufzunehmen, aber die Person schweigt plötzlich. Es stellt sich heraus, dass die Informantin verstorben ist und es große Zweifel daran gibt, dass es ein Unfall war. Gina fängt an zu recherchieren und kommt einer ungeheuerlichen Sache auf die Spur, die auch ihr gefährlich werden kann.

Das Buch fängt sehr gemächlich an, die ersten hundert Seiten sind eher ein Roman, richtige Spannung kommt nicht bei mir an. Das mag daran liegen, dass anfangs überhaupt nicht klar ist, worauf das Ganze hinausläuft, genauso wie Gina tappe ich im Dunkeln und bin etwas enttäuscht. Dann aber gibt es eine Rückblende, ich erfahre endlich, was vor zwei Jahren passiert ist, und dieser Teil hat es so in sich, dass ich fast damit anfange, meine Nägel zu kauen, weil es so aufregend wird! Es ist ungeheuerlich, was da enthüllt wird, welche Machenschaften enttarnt. Ich schwanke zwischen Wut, Entsetzen und Abscheu, kann kaum glauben, was passiert. Es wird gelogen und betrogen, vertuscht und getäuscht. Die kriminelle Energie der Beteiligten ist unglaublich! Als die Erzählstränge dann aufeinander treffen, wird es etwas ruhiger, aber nicht minder spannend. Die Auflösung ist schlüssig und sehr befriedigend.

Ich bin froh, durchgehalten zu haben und wurde mit einem weiteren tollen Thriller der leider bereits verstorbenen Autorin belohnt, die zu den erfolgreichsten Thrillerautorinnen weltweit zählt. Ich werde ihre Bücher sehr vermissen! Von mir gibt es fünf Sterne und natürlich eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.01.2022

Verschwunden im Schnee

Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht
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Eine junge Frau ist auf dem Weg nach Hause, als sie spurlos verschwindet. Erst vermutet man, sie könnte sich wegen einem Schneesturm verirrt haben, als kurze Zeit später weitere Personen verschwinden. ...

Eine junge Frau ist auf dem Weg nach Hause, als sie spurlos verschwindet. Erst vermutet man, sie könnte sich wegen einem Schneesturm verirrt haben, als kurze Zeit später weitere Personen verschwinden. Alexa Jahn und ihr Partner Florian Huber haben in Oberbayern alle Hände voll zu tun. Gleichzeitig verschwinden auf der österreichischen Seite zwei Studentinnen aus ihrem Wohnheim, niemand hat etwas bemerkt, keiner was gehört. Bernhard Krammer und seine Kollegin Roza Szabo nehmen die Ermittlungen auf und ahnen noch nicht, dass die Fälle wieder einmal grenzübergreifend miteinander verbunden sind.

Dies ist der zweite Fall um Alexa Jahn und Bernhard Krammer, der aber lückenlos an den ersten Teil anschließt. Wieder konnte ich den Ermittlungen in Deutschland und Österreich folgen, die hier, anders als im Vorgängerband, lange Zeit parallel, aber unabhängig voneinander erfolgten, sodass wichtige Zusammenhänge von den Beamten nicht erfasst wurden, mir aber früh klar wurden. Das Buch war für mich überwiegend mehr ein Roman als ein Krimi, ich empfand die Handlung etwas gedrosselt und hätte mir oft etwas mehr Tempo gewünscht. Erst im letzten Drittel zog die Geschichte etwas an, die Ereignisse überschlugen sich und es stand ein furioses Finale an. Ich ahnte bereits früh, wer die Taten begangen hat, aber dennoch hat es Spaß gemacht, den Protagonisten bei der Suche über die Schulter zu schauen. Für mich eine etwas schwächere Fortsetzung, die aber nicht weniger lesenswert ist. Ich vergebe vier Sterne und empfehle, die Reihenfolge einzuhalten, da das Privatleben der Hauptpersonen zwar nicht übermäßig im Vordergrund steht, aber dennoch einen gewissen Platz beansprucht.

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Wenn Leben passiert…

Milch Blut Hitze
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Es handelt sich hierbei um einen Band mit Kurzgeschichten. Die Hauptpersonen sind bis auf eine Ausnahme immer Frauen; alte, junge, Kinder. Sie sind Mütter, Töchter, Ehefrauen und Freundinnen. Die Hautfarbe ...

Es handelt sich hierbei um einen Band mit Kurzgeschichten. Die Hauptpersonen sind bis auf eine Ausnahme immer Frauen; alte, junge, Kinder. Sie sind Mütter, Töchter, Ehefrauen und Freundinnen. Die Hautfarbe wird mal erwähnt, mal verschwiegen, meistens spielt diese aber überhaupt keine Rolle. Die Storys behandeln die unterschiedlichsten Themen, ob Selbstmord, Untreue, Fehlgeburt, Krankheit oder Missbrauch, es ist ein Mix unseres Daseins. Da sind zwei Mädchen, beste Freundinnen, beide in der Pubertät, die sich gegenseitig Fragen stellen, das Leben betreffend, und mit den Antworten unzufrieden sind. Bis eine von ihnen eine fatale Entscheidung trifft, um die Antwort auf eine Frage am eigenen Körper zu fühlen. Da ist der Mann, der mit der Erkrankung seiner Ehefrau nicht klarkommt und überfordert ist. Lebensereignisse, Erwartungen, verlorene Träume und vieles mehr.

Alle Storys haben gemeinsam, dass es kleine Momentaufnahmen sind; nicht überall gibt es ein Fazit oder einen Abschluss, wenn auch immer ein Ende. Es sind traurige Geschichten, tragisch und düster, über allem liegt eine leichte Melancholie. Das muss man mögen und auch aushalten können. Vorrangig hat mir hier die Sprache gefallen, das Spiel mit den Worten, die Magie vieler Sätze, der Schreibstil so leicht. Da war der Inhalt manchmal zweitrangig, unwichtig, weit weg. Worte wie Perlen, die aneinander gereiht wunderschöne Sätze ergeben, einer Perlenkette gleich. Literarisch wertvoll. Von mir gibt es fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 24.01.2022

Ende klingt so endgültig…

Ende in Sicht
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Juli, fast sechzehn, ist ihr Leben leid und steht an einer Autobahnbrücke, um ebendieses zu beenden. Die neunundsechzigjährige Hella fährt dort gerade drunter, auf dem Weg in die Schweiz, um auf einem ...

Juli, fast sechzehn, ist ihr Leben leid und steht an einer Autobahnbrücke, um ebendieses zu beenden. Die neunundsechzigjährige Hella fährt dort gerade drunter, auf dem Weg in die Schweiz, um auf einem humanen Wege zu sterben. Juli fällt ihr im wahrsten Sinne des Wortes vor das Auto, sodass Hella keine andere Wahl bleibt, als das Mädchen mitzunehmen. Diese ungleichen Frauen gehen zusammen auf die Reise, aber das heißt noch lange nicht, dass sich daraus eine Freundschaft ergibt. Jede ist nämlich gleichzeitig mit ihren eigenen Dämonen beschäftigt.

Ich sitze hier und weine. So ein wunderbares, wunderbares Buch, das viel zu früh zu Ende ist. Darf ein Buch, das von suizidalen Gedanken und Depressionen handelt, komisch sein? Ja, unbedingt! Ronja von Rönne erzählt hier eine gleichermaßen traurige wie lustige Geschichte und das gelingt ihr unglaublich gut, obwohl der Grat hier sehr schmal ist. Zu schnell könnte man ins lächerliche oder geschmacklose abrutschen, aber das ist hier nicht einmal passiert. Die beiden Figuren sind so schön ausgearbeitet und beide habe ich ins Herz geschlossen; sei es die verantwortungslose Hella, die plötzlich lernt, was es heißt, eine schutzbedürftige Person an der Seite zu haben; sei es die pubertäre Juli, die ihren Platz in der Welt noch sucht und einfach nicht findet. Was die zwei auf ihrem Abenteuer erleben, ist eines meiner persönlichen Highlights dieses Jahr. Natürlich gibt es dafür fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung. Natürlich!

Triggerwarnung: Einsamkeit, Mobbing, Depression, Suizidgedanken

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Veröffentlicht am 21.01.2022

Ein Abenteuer in der Vergangenheit

Nagashino I: Durch den Nebel der Zeiten
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Kenshin ist ein ganz normaler fünfzehnjähriger Junge in der Pubertät, Schule interessiert ihn nicht wirklich, am liebsten spielt er Computerspiele, statt sich mit Schulbüchern abzugeben. Als er mit seinen ...

Kenshin ist ein ganz normaler fünfzehnjähriger Junge in der Pubertät, Schule interessiert ihn nicht wirklich, am liebsten spielt er Computerspiele, statt sich mit Schulbüchern abzugeben. Als er mit seinen Eltern ein historisches Schlachtfeld besucht, geschieht etwas seltsames und Ken findet sich plötzlich im Jahr 1575 wieder, also genau zu der Zeit, als die Schlacht von Nagashino kurz bevorstand. Zu seinem Glück findet er die Familie seines Vorfahrens, der in dieser Schlacht sein Leben verlor. Nun ist es an Ken, seinen Vorfahren zu warnen, aber bevor er dies tun kann, überschlagen sich die Ereignisse und Ken findet sich mitten in den Vorbereitungen zum Kampf.

Die Schlacht von Nagashino hat tatsächlich stattgefunden, das Buch bezieht sich auf historische Fakten. Ich muss zugeben, dass ich bisher noch nie davon gehört habe. Der Spruch, dass Lesen bildet, trifft hier also genau zu. Die Abenteuer von Ken haben mich unerwartet in ihren Bann gezogen und mir spannende Lesestunden beschert. Die damalige Zeit finde ich unglaublich interessant und ganz ehrlich, wen würden Samurai, Ninjas und japanische Schwerttechniken nicht faszinieren? Ich jedenfalls war und bin begeistert!

Der erste Teil ist bereits erhältlich, der zweite erscheint im Februar. Weitere Teile werden folgen, anscheinend sind der Fantasie der Autorin keine Grenzen gesetzt. Für Nachschub ist also gesorgt. Die Autorin empfiehlt das Buch ab 16 Jahren und da würde auch ich es ansiedeln. Bereits jetzt kann ich die Fortsetzung kaum erwarten und bin sehr gespannt, wie es weitergeht. Von mir gibt es fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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