Gmütliche Geschichte mit Tiefgang
Drei Tage im SchneeDie Protagonistin Hannah benötigt eine Auszeit vom Alltag und ihrer Arbeit. Deshalb mietet sie sich irgendwo im nirgendwo in eine Holzhütte mitten im Schnee ein.
"Aber deswegen war ich ja hier: um abzuschalten, ...
Die Protagonistin Hannah benötigt eine Auszeit vom Alltag und ihrer Arbeit. Deshalb mietet sie sich irgendwo im nirgendwo in eine Holzhütte mitten im Schnee ein.
"Aber deswegen war ich ja hier: um abzuschalten, zur Ruhe zu kommen, neue Kraft zu tanken. Keine Termine, keine E-Mails, keine Verpflichtungen." (S. 9)
Drei Tage verbringt Hannah in der Hütte, drei Tage, die ihr Leben bzw. ihre Sichtweise darauf verändern werden.
Bei einem Ausflug trifft Hannah auf das Mädchen Sophie, die durch ihre Unbeschwertheit, Leichtigkeit und Fantasie bleibenden Eindruck bei Hannah hinterlässt. Bei Keksen und einer Tasse heißem Kakao reden sie über dies und das, dabei öffnet Sophie mit ihrer kindlichen Sicht Hannas Augen für das Wesentliche.
Ina Bhatter regt mit dieser Geschichte zum Innehalten sowie zum Nach- und Überdenken des eigenen Lebens an und gibt Anstöße für mögliche Veränderungen. Führen wir wirklich das Leben, das wir wollen? Das Leben, das wir uns für uns vorgestellt und gewünscht haben? Wie viel davon ist Zwang oder Pflicht und wie viel tatsächlich freie Wahl?
"Ich fragte mich, wie für mich ein Leben aussehen könnte, von dem ich keine Auszeit bräuchte. Ein Leben, in dem ich ohne Schlummer-Funktion am Wecker über die Runden käme und nicht von Wochenende zu Wochenende und von Urlaub zu Urlaub planen müsste, damit mir nicht die Luft ausging [...]." (S. 80)
Für mich habe ich mitgenommen, die Welt auch mal wieder mit den Augen eines Kindes zu sehen, sich an den kleinen D,ingen zu erfreuen, öfter mal nein zu sagen, zu Menschen, Terminen, Verpflichtungen, zu denen ich eigentlich keine Lust habe.
"Drei Tage im Schnee" ist eine atmosphärische und gemütliche Geschichte mit Tiefgang, die ich sehr gern gelesen habe.