Ein spannender historischer Roman
RabenthronRabenthron von Rebecca Gablé ist ein historischer Roman und der dritte Band ihrer Helmsby Reihe. Allerdings spielt dieser zeitlich vor Band 1 und 2. Wenn ihr die Bücher in der zeitlich richtigen Reihenfolge ...
Rabenthron von Rebecca Gablé ist ein historischer Roman und der dritte Band ihrer Helmsby Reihe. Allerdings spielt dieser zeitlich vor Band 1 und 2. Wenn ihr die Bücher in der zeitlich richtigen Reihenfolge lesen möchtet, solltet ihr mit „Rabenthron“ starten, dann „Das zweite Königreich“ lesen und zum Schluss „Hiobs Brüder“. Alle Teile der Reihe sind in sich abgeschlossen und können gut separat gelesen werden.
Rebecca Gablé ist eine Meisterin ihres Metiers. Sie weiß wie man Fakten mit Fiktion gekonnt verwebt, die Leser abholt und in eine Intrige, spannende, abwechslungsreiche, gefährliche und sich schnell ändernde Zeit entführt. So ist es auch bei „Rabenthron“.
Die Autorin nimmt ihre Leser mit auf eine Reise nach England zwischen den Jahren 1013 bis 1041. In diesen Jahren passiert viel in England und die Krone wechselt immerzu ihren Besitzer. Konstant bleibt in der Zeit eigentlich nur Königin Emma. Es geht um Krieg, Macht, Wikingerüberfällen, Intrigen, Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt.
Rebecca Gablé hat einen ansprechenden, leichten und sehr bildhaften Schreibstil. Zudem sind ihre Schilderungen sehr atmosphärische und greifbar. Man hat beim Lesen oft das Gefühl mittendrin zu sein und erlebt die verschiedenen Situationen mit den Protagonisten mit. Der Leser kann die Ängste, Quallen, Sorgen aber auch die Freude regelrecht spüren und mitfühlen. Es gibt einige sehr blutige und brutale Szenen, aber auch einige sehr humorvolle und unterhaltsame. Ich mochte den abenteuerlustigen Mönch Eilmer der unbedingt Fliegen will. Aber auch Gunnor, Königin Emmas Mutter war auf ihre Art Unterhaltsam.
Die Autorin schafft es den Lesern das damalige Leben, lebendig und plastisch darzustellen. Sie erklärt einem sowohl das Leben der Adligen, das Herrscherrecht, den Einfluss der Kirche und wie das Leben in den Dörfern war. Es kommt sehr gut zum Ausdruck wie schwer das Leben damals war und das ein Leben nicht viel wert war. Wie schnell man als Sklave verkauft wurde, sein Leben oder Körperteile verlor und das nicht nur als einfacher Mensch sondern auch als Adliger oder Kirchenmann.
Was mich etwas störte war das eher plötzliche Ende. Hier hätte ich mir noch ein paar Informationen gewünscht. Das wirkte auf mich nicht ganz rund und eher als ob man nur schnell zum Schluss kommen musste. Das Nachwort war wieder sehr informativ. Man lernt bei den Büchern von Rebecca Gablé immer etwas dazu. Vor allem dass was man für erfunden hält, oft wirklich passiert ist.
Ich habe das Buch wieder sehr gerne gelesen und freue mich auf weitere Bücher der Autorin.