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Veröffentlicht am 14.11.2016

Wer Furcht sät

Wer Furcht sät
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Der Grat zwischen Gut und Böse sowie Schuld und Unschuld ist sehr schmal.

Max Wolfe hat einen schwierigen Fall vor sich. Eine Bürgerwehr, die sich den Club der Henker nennt, macht Jagd auf böse Menschen, ...

Der Grat zwischen Gut und Böse sowie Schuld und Unschuld ist sehr schmal.

Max Wolfe hat einen schwierigen Fall vor sich. Eine Bürgerwehr, die sich den Club der Henker nennt, macht Jagd auf böse Menschen, die ihrer gerechten Strafe bisher scheinbar entgangen sind. Zu diesen Menschen zählen Pädophile, Mörder und Hassprediger. Die Opfer werden entführt, um sie vor laufender Kamera zu hängen. Die Videos werden anschließend veröffentlicht. Und es gibt viele Anhänger dieses Clubs, die diese Lynchjustiz befürworten. Die Ermittlungen führen Max tief in Londons Untergrund, wo sich etliche Tunnel und alte Bahnstationen befinden. Und dabei gerät er selbst in Gefahr.

Dies ist bereits der dritte Fall für Max Wolfe. Obwohl in die beiden vorherigen Bücher nicht kenne, hatte ich keine Probleme, in das Buch rein zu kommen. Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm empfunden und das Buch ließ sich zügig lesen. Die Spannung wurde gut aufgebaut und gehalten. Max Wolfe gefiel mir. Er ist alleinerziehender Vater einer Tochter, um die er sich liebevoll kümmert. Als Ermittler fand ich ihn souverän und in seinen Handlungen nachvollziehbar. Als er zufällig seinem Freund aus Kindertagen begegnet, nimmt er ihn bei sich auf und gibt ihm ein Zuhause. Das fand ich einfach toll von ihm und es machte ihn sehr sympathisch. Überhaupt gefiel es mir, dass man viel Privates liest, was sich neben den Ermittlungen so abspielt. Das gibt ein insgesamt rundes Bild. Der Plot war gut durchdacht und spannend umgesetzt. Wer mochte hinter dem Club der Henker stecken? Und kann Max sie stoppen, bevor sie sich ihr nächstes Opfer schnappen? Das fand ich interessant und spannend. Und die Auflösung hat mich überrascht, denn damit habe ich einfach nicht gerechnet. Ich wurde sehr gut unterhalten und vergebe daher fünf Sterne.

Veröffentlicht am 16.01.2018

Lilith - Eiskalter Engel

Lilith
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Ein atemberaubender Thriller über Wut und Rache, Wahn und Machtlosigkeit. 

Anna und Max Gavaldo sind glücklich miteinander und bewohnen ein schönes Haus am Starnberger See. Doch die Idylle trügt, denn ...

Ein atemberaubender Thriller über Wut und Rache, Wahn und Machtlosigkeit. 

Anna und Max Gavaldo sind glücklich miteinander und bewohnen ein schönes Haus am Starnberger See. Doch die Idylle trügt, denn Anna wird bedroht. Zusätzlich hat sie es nicht leicht mit ihrer Tochter Katharina, die das zweite Gesicht hat. Katharina hat immer wieder Visionen, die sie in die Vergangenheit führen und denen sie sich nicht entziehen kann. Dann tritt der mysteriöse Baan in Katharinas Leben und sie verliebt sich in ihn. Doch mit ihm kommt auch das Böse in ihr Leben und in das ihrer Eltern.

Dieser Psychothriller hat mir sehr gut gefallen, da er mich in die menschlichen Abgründe blicken ließ. 
Der Schreibstil war angenehm und fesselnd, so dass ich schnell in der Geschichte gefangen war. Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten, die Zusammenhänge zu erfassen und die verschiedenen Geschehnisse miteinander zu verbinden. Das legte sich aber im weiteren Verlauf und mir wurden die Zusammenhänge dann klar. Da es sich bei diesem Buch um die Fortsetzung von “Eiskalte Umarmung” handelt, das ich nicht gelesen habe, wird es sicherlich daran gelegen haben.
Der Plot war wirklich prima durchdacht und verzwickt und hatte auch eine sehr gute Portion Mystik und Grusel in sich. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch die Spannung wurde sehr gut aufgebaut und gehalten, um sich am Ende noch zu steigern.
Die Charaktere wurden interessant und anschaulich beschrieben. Anna war ein eher ruhiger Charakter, die unvorstellbare Grausamkeiten in der Vergangenheit erlebt hat. Dass diese Erlebnisse sie bis heute verfolgen und beschäftigen, ist absolut nachvollziehbar. Ich mochte Anna und fand sie sympathisch.
Ihre Tochter Katharina hatte etwas sehr Böses in sich und war voller Wut und Hass, was mich im Hinblick auf ihr Alter von sechzehn Jahren sehr erschreckte. Doch dadurch fand ich sie auch total faszinierend und ich war gespannt, wo das bei ihr noch hinführt.

Mir hat dieser düstere Psychothriller sehr gut gefallen. Einen kleinen Abzug mache ich nur, weil ich anfangs leichte Schwierigkeiten hatte. Insgesamt kann ich aber eine Leseempfehlung geben. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 26.10.2017

Die Stille zwischen Himmel und Meer

Die Stille zwischen Himmel und Meer
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Nirgends hörst du dein Herz deutlicher als in der Stille zwischen Himmel und Meer

Edda ist an die Nordsee gereist, um sich ihren Ängsten zu stellen. Sie fürchtet sich vor der Weite des Himmels und der ...

Nirgends hörst du dein Herz deutlicher als in der Stille zwischen Himmel und Meer

Edda ist an die Nordsee gereist, um sich ihren Ängsten zu stellen. Sie fürchtet sich vor der Weite des Himmels und der Unbeherrschbarkeit des Meeres. Sie trifft auf Sebastian, der genau wie sie mit seiner Vergangenheit und einem schrecklichen Erlebnis kämpft. Sie nähern sich erst langsam an, bauen dann jedoch eine Beziehung auf, die sie beide für immer verändern wird.

Dieser Roman geht unglaublich tief ins Herz hinein und hallt noch lange nach. Ich konnte lachen und weinen und einfach jedes Gefühl nachempfinden. Großartig!
Edda ist eine sympathische junge Frau, die sich mutig ihren Ängsten stellen will. Was genau mit ihr geschehen ist, kann man anfangs nur erahnen. Ich war sehr neugierig und gespannt, was ihr widerfahren ist. Erst im Laufe des Buches erfährt der Leser Stück für Stück die ganze Geschichte von ihr. Und diese ist wahrlich erschütternd. Umso bewundernswerter empfand ich Edda und ihren Mut, alleine an die Nordsee zu reisen und für sich zu kämpfen.
Sebastian, der Mann, den sie dort kennenlernt, wirkt anfangs sehr hart und unnahbar. Ausgerechnet mit ihm muss sie sich das Ferienhaus teilen. Doch er taut mit der Zeit auf und wandelt sich zu einem freundlichen und sympathischen Mann, der ebenfalls ein schweres Schicksal zu meistern hat. Auch ihn mochte ich sehr gerne.
Auch die Vermieterin Hilde und ihre Enkelin Mia sind herzliche und einfühlsame Charaktere, die die Geschichte sehr bereichert haben.
Der Aufbau des Buches hat mir sehr gut gefallen. Man begleitet Edda an die Nordsee und erlebt ihre Entwicklung dort mit. Zwischendurch gibt es dann immer kleine Einschübe aus ihrer Vergangenheit, die stückchenweise ihre Vergangenheit erzählen. Das hat mich sehr gefesselt, so dass ich das Buch einfach nicht beiseite legen wollte.
Die Beziehung, die sich zwischen Edda und Sebastian entwickelte, empfand ich als sehr authentisch und berührend. Sie bauten langsam ein zartes Band zwischen einander auf und ich war sehr gespannt, wo das hinführt.
Das Ende ließ mich ein wenig zwiegespalten zurück, war aber stimmig und ließ mich das Buch deshalb mit einem zufriedenen Seufzer zuklappen.

Ein wahnsinnig berührender Roman, der meine vollste Leseempfehlung erhält. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 02.09.2017

Kreuzschnitt - mitreißend und spannend

Kreuzschnitt
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Der Osloer Kommissar Bogart Bull verliert durch einen absichtlich herbeigeführten Unfall seine Frau und seine Tochter und fällt in ein tiefes Loch. Doch seine Vorgesetzte ist von seinen Fähigkeiten überzeugt ...

Der Osloer Kommissar Bogart Bull verliert durch einen absichtlich herbeigeführten Unfall seine Frau und seine Tochter und fällt in ein tiefes Loch. Doch seine Vorgesetzte ist von seinen Fähigkeiten überzeugt und versetzt ihn zu Europol. Sein erster Fall ist der Mord an dem reichen norwegischen Unternehmer und Kunstsammler Axel Krogh. Er wurde in seiner Villa in Frankreich grausam ermordet und geschändet. Außer einem Gemälde von Edvard Munch, das einen Dämon zeigt, wurde nichts weiter gestohlen. Die Ermittlungen führen Bull in die Vierziger Jahre und zu einem damaligen Verbrechen.

Dieser Krimi hat mir richtig gut gefallen und ist ein richtiges Highlight.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und bildhaft, so dass ich sofort in die Geschichte eintauchen konnte. Ich musste das Buch dann auch in einem Rutsch fertig lesen.
Der Spannungsbogen wurde sehr gut aufgebaut und durch das ganze Buch gehalten. Die Verbindungen in die Vergangenheit wurden sehr gelungen eingebaut und machten mich neugierig. In welcher Verbindung steht die Vergangenheit mit dem heutigen Mord an Krogh und dem Diebstahl des Gemäldes? Dazu hatte ich anfangs keinerlei Idee.
Diese verschiedenen Erzählstränge von Vergangenheit und Gegenwart sind beide sehr gelungen und werden dann am Ende auch prima miteinander verbunden, so dass keine Fragen offen bleiben.
Bogart Bull ist ein sehr sympathischer Ermittler. Durch sein schweres privates Schicksal kam er mir sehr nahe und ich konnte mit ihm mitfühlen. Er ist ein Ermittler, von dem ich sehr gerne noch mehr lesen möchte.
Auch der französische Kommissar Moulin gefiel mir sehr gut. Er und Bull haben ein tolles Team abgegeben und sich hervorragend ergänzt. Die Ermittlungsarbeit fand ich spannend und authentisch beschrieben und ich habe sie sehr gerne verfolgt.

Ein sehr dichter und atmosphärischer Krimi, der mich in seinen Bann gezogen hat und nicht mehr los ließ. Ich vergebe verdiente 5 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 29.05.2017

Das Leben fällt, wohin es will

Das Leben fällt, wohin es will
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Maries sorgenfreies Leben besteht aus Party, Spaß und Freiheit. Als ihre Schwester Christine an Krebs erkrankt, ändern sich ihre Prioritäten zwangsläufig. Sie muss sich von heute auf morgen um ihre Schwester ...

Maries sorgenfreies Leben besteht aus Party, Spaß und Freiheit. Als ihre Schwester Christine an Krebs erkrankt, ändern sich ihre Prioritäten zwangsläufig. Sie muss sich von heute auf morgen um ihre Schwester und deren beiden Kinder kümmern und den Haushalt schmeißen. Doch mit dieser Herausforderung noch nicht genug, soll sie auch noch Christines Platz in der familieneigenen Werft für Segelboote einnehmen. Und ausgerechnet der spießige Daniel soll ihr neuer Chef sein. Und so stolpert Marie von einem Chaos ins nächste - und lernt, was im Leben wirklich wichtig ist und wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Ich liebe dieses Buch! Ich hatte unglaublich tolle und intensive Lesestunden und fand es total schade, als das Buch zu Ende war.
Petra Hülsmann hat eine Geschichte geschaffen, die mich tief berührte und mich zum Weinen brachte - durch Humor sowie durch traurig-emotionale Szenen.
Die Geschichte wird in der Ich-Form von Marie erzählt, wodurch ihre Gedanken und Gefühle ganz toll und intensiv rübergebracht werden. Ich mochte Marie von Anfang an. Sie ist herrlich chaotisch, kommt häufig zu spät, weil da manchmal einfach ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum ist, aber dabei ist sie auch sehr liebenswert und lustig. Sie ist einfach unbeschwert und lebensfroh. Es wird ganz toll beschrieben, wie sie sich in die neuen Aufgaben einfindet. Sie hat mich dabei unzählige Male zum Lachen gebracht. Besonders ihr Umgang mit Christines Kindern war herzerfrischend, wenn auch nicht immer pädagogisch wertvoll.
Es gab viele Szenen, bei denen ich weinen musste. Die Diagnose Krebs krempelte Christines Leben komplett um, doch auf die Liebe und Unterstützung von Marie konnte sie sich verlassen. Dieser Zusammenhalt ging mir sehr zu Herzen und war einfach schön.
Die Geschichte war gut durchdacht und recherchiert und gefiel mir sehr gut. Maries Entwicklung sowie die Höhen und Tiefen mitzuerleben hat mich gefreut. Man merkt, wie sie an dem Schicksal ihrer Schwester und den Auswirkungen auf ihr eigenes Leben wächst und dass noch viel mehr hinter ihr steckt, als nur das Partygirl.

Ein wundervoller, emotionaler Roman, der mich mitten ins Herz traf und fünf Sterne mehr als verdient hat.