Das war nichts - unpassende Tropes, schlechtes Worldbuilding, unreifer Protagonist
The Nightmare Before KissmasIch habe mich wirklich sehr gefreut auf diese Geschichte, weil ich den leichten Fantasy-Aspekt rund um die Feiertage kombiniert mit einer queeren Romance wirklich sehr vielversprechend fand. RomComs lese ...
Ich habe mich wirklich sehr gefreut auf diese Geschichte, weil ich den leichten Fantasy-Aspekt rund um die Feiertage kombiniert mit einer queeren Romance wirklich sehr vielversprechend fand. RomComs lese ich vor allem mit dem Ziel, eine gute und lustige oder herzerwärmende Zeit zu haben, wenn ich eben genau das brauche. Und an diesen Erwartungen ist der Roman wirklich sang- und klanglos gescheitert.
Es fing für mich schon recht früh an, dass ich nicht so gut in einen Lesefluss gefunden habe. Anfangs dachte ich noch, dass das an einer hölzernen Übersetzung liegt und vielleicht trägt das auch wirklich seinen Teil dazu bei. Doch es geht auch weit darüber hinaus, denn ich habe den Wortwitz und allgemeinen Humor einfach gar nicht gefühlt. Er wirkte plump und unreif - was auch ganz generell auf den Protagonisten Coal zutrifft.
Coal ist Anfang 20, verhält sich aber so sprunghaft, selbstbezogen und lüstern wie ein Teenager (und selbst damit tue ich sicher vielen Teenager*innen unrecht!). Und nicht nur das: Er entwickelt sich auch einfach gar nicht weiter. Das wird im weiteren Verlauf der Handlung zwar über ihn behauptet, weil er teilweise Dinge in die Hand nimmt, aber das geschieht für mich auf eine völlig unglaubwürdige Weise.
Hex ist dagegen eine wirklich sympathische Figur, vulnerabel und sanft, ganz konträr zu seinem Erscheinungsbild. Doch die Chemie zwischen ihm und Coal habe ich bis zum Schluss nicht gespürt. Die spicy Szenen sind okay, sehr konsensgeprägt (was ich gut finde), aber ich hatte da einfach keinen Spark. Auch emotional wird viel gesprochen, aber gefühlt habe ich diese Verbindung nicht. Die weiteren Nebenfiguren bleiben überwiegend blass und eindimensional. Das hätte ich bei starken Protas noch akzeptieren können, aber an der Stelle mangelte es eben auch.
Und dann kommen wir zum Worldbuilding bzw. dessen Fehlen. Wieso wird zu Beginn dieses ganze Feiertagsfamiliensystem eingeführt und dieser komische Freudenzähler, nur um das dann komplett zu vernachlässigen? Ich bin scheinbar auch nicht die einzige, die die Welt bis zum Schluss nicht verstanden hat. Da wäre soooo viel möglich gewesen, so viel Magie und interessante Verflechtungen, aber die Autorin ließ dieses Potenzial ungenutzt.
Auch das Drama rund um Santa ist für mich einfach nur unglaubwürdig und schlecht geschrieben. Es wird ziemlich langweilig und zäh aufgebauscht, um es schlussendlich in gefühlten 3 Sätzen durch den Helden der Geschichte auflösen zu lassen. Und der Grund für Santas Verhalten? Möchte ich natürlich nicht spoilern, aber meine Güte: So einen unreflektiert misogynen Trope habe ich 2025 wirklich nicht mehr erwartet!
Ich verbleibe so heftig enttäuscht wie schon lange nicht mehr. Die Bewerbung mit „Slow Burn“, „Enemies to Lovers“ und „Grumpy x Sunshine“ ist in meinen Augen unfassbar fehlgeleitet - keiner dieser Tropes trifft zu. Und bei so inkonsistentem und teils unlogischem Worldbuilding, veralteten Stereotypen sowie flachen oder unreifen Charakteren bleibt mir die Lust auf die weiteren Teile schon dreimal weg.