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Veröffentlicht am 17.04.2026

Ganz große Unterhaltung, aber für mich passen die Männer dieser Reihe nicht

The Night We Met
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Ich weiß nicht, was genau es bei dieser Reihe ist, aber ich sehe hier schon eine leichte Veränderung im Stil der Autorin. Gleich bleibt natürlich, dass die Geschichten überhaupt nicht auf Spice bauen, ...

Ich weiß nicht, was genau es bei dieser Reihe ist, aber ich sehe hier schon eine leichte Veränderung im Stil der Autorin. Gleich bleibt natürlich, dass die Geschichten überhaupt nicht auf Spice bauen, sondern vielmehr auf aus dem Leben gegriffene Probleme, bei deren Bewältigung Therapie und psychische Stabilisierung eine Rolle spielen. Auch werden wie gewohnt ernste Themen angesprochen, die sehr passend in die romantische und gut lesbare Geschichte eingebettet werden.

Allerdings habe ich hier ein ähnliches Problem wie schon beim Vorgänger „Say You’ll Remember Me“: Die männliche Hauptfigur kippt mir zu sehr in ein Aufopfern. Es wird wortwörtlich gesagt: „So sollte es mit den Menschen sein, die man liebte. Dass man permanent das Bedürfnis verspürte, sich um sie zu kümmern.“ Das sehe ich nicht so und ich finde diesen Ansatz ehrlicherweise auch sehr problematisch. Ich verstehe, dass er in Romance funktioniert. Allerdings mag ich die Autorin ja gerade dafür, dass sie derartig platte Rollenbilder nicht nötig hat und ihre Figuren authentisch und aus dem Leben gegriffen sind.

Chris opfert einfach alles auf, macht jeden kleinen Handgriff für Larissa und auch wenn ich das gerade in Bezug auf ihre finanzielle Notlage teilweise verstehen kann, finde ich es deutlich übertrieben. Denn es wird zum Beispiel überhaupt nicht klar, was Larissa zur Beziehung der beiden beiträgt. Irgendwie erinnert mich das an typisches Männlichkeitsgehabe, bei dem die Männer „heldenhaft“ alles für ihre Partnerin übernehmen, während diese Partnerin gleichzeitig eher als eine Art Schatz fungiert, deren eigene Rolle in der Beziehung weitestgehend unklar bleibt. Aber eine gute Beziehung baut ja darauf, dass beide voneinander profitieren und sich nicht eine Seite aufopfern muss.

Das Problem hatte ich beim Vorgänger auch schon und ich bedaure sehr, dass die Autorin hier diese etwas platte, unkreative Richtung einschlägt. Ich hoffe wirklich, dass sie bald wieder auf vielschichtigere Charaktere setzt, die wirklich auf Augenhöhe sind. Denn Larissa ist eine echt gut geschriebene Figur und ihre Lebenssituation hat mich berührt. Nur innerhalb der Beziehung verblasst sie leider spürbar.

Auch wenn ich diesen Teil der Reihe etwas besser fand als den Vorgänger, ist mir auch hier wieder die kognitive Dissonanz in Bezug auf Tiere bitter aufgestoßen. Es wird sich liebevoll um einen (übrigens übertrieben brutalen!) Straßenhund gekümmert, während zu jeder Mahlzeit tote Tiere zu gehören scheinen. Mir hat das Lesen trotz dieser Kritikpunkte aber großen Spaß gemacht und ich bleibe Abby Jimenez aufgrund ihrer ernsten und gleichzeitig unterhaltsamen Schreibweise auf jeden Fall treu.

Ein lobendes Wort möchte ich noch verlieren für die Thematisierung von Alkoholismus, Depression und mentaler Gesundheit sowie ehrlichen Freundschaften zwischen cis Männern. Zwischendrin war ich etwas genervt davon, wie sich die Freundschaft zwischen Chris und Mike zu entwickeln schien. Das Ende hat mich aber wieder versöhnt und ich finde, solche erwachsenen Beziehungen zwischen Männern sollte es in Büchern öfter geben.

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Veröffentlicht am 17.04.2026

Ein toller Unterhaltungsroman, der an manchen Stellen etwas überzeichnet ist

This isn't happiness
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Ich habe ein mehrheitlich positives Bild vom pola-Verlagsprogramm und dieser Titel versprach wieder eine tolle Lektüre. Dem war auch so, das Buch eignet sich ganz toll zum Durchrauschen. Ich habe allerdings ...

Ich habe ein mehrheitlich positives Bild vom pola-Verlagsprogramm und dieser Titel versprach wieder eine tolle Lektüre. Dem war auch so, das Buch eignet sich ganz toll zum Durchrauschen. Ich habe allerdings auch ein paar kleine Kritikpunkte.

Mary Newnham überzeugt mit tollem Witz und einem ganz flüssigen Schreibstil, sodass ich super unterhalten wurde. Amy ist als Figur sympathisch und ich habe sie gerne begleitet. Ich muss aber schon sagen, dass der Klappentext für mich nicht ganz den Inhalt wiedergibt. Ja, das Sexleben von Amy und Josh ist inexistent und ja, sie versucht einiges, um das zu ändern. Aber der Fokus der Handlung lag für mich viel deutlicher auf dem allgemeinen Leben Amys als auf den Problemen in ihrer Partnerschaft. So ist sie z. B. eine ganz tolle Lehrerin und den Umgang mit ihren Schülerinnen empfand ich als sehr warmherzig und auf Augenhöhe.

Sie setzt sich außerdem mit ihrer grauenhaft misogynen Chefin, der Helikopter-Schwiegerfamilie sowie den eigenen zerrütteten Eltern auseinander und trifft nebenbei auf Lace, die eine anfangs wirklich eigenartige Figur zu sein scheint und deren Bedeutung ich auch nicht vollends entschlüsseln konnte.

An der Stelle setzt auch meine Kritik an - die Figuren waren mir teilweise zu karikiert und nicht immer konsistent dargestellt. Josh wirkt eigentlich wie ein sehr sensibler Partner, Amy betont das in ihren Schilderungen auch. Dann ist er aber auch sowas von unreflektiert und unfähig, im Haushalt eine erwachsene Rolle einzunehmen, dass ich Amy regelrecht schütteln wollte. Auch ihre Freundinnen haben da für meinen Geschmack zu wenig interveniert - das schien mir für die Altersklasse irgendwie nicht ganz glaubwürdig zu sein. Am schlimmsten ist es bei Joshs Familie und Amys Chefin - diese Figuren sind so dermaßen überzeichnet, da wäre weniger deutlich mehr gewesen.

Dennoch empfehle ich diesen Unterhaltungsroman, der mir phasenweise zwar zu karikativ war, insgesamt aber auch Spaß gemacht hat. Wer keine Maximalanforderungen an vielschichtige und konsistente Nebenfiguren hat, wird hier sicher fündig.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Ein sprachlicher und inhaltlicher Donnerschlag, der mich noch immer festhält

Der Fährmann
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Ich schreibe diese Rezension drei Wochen nach Ende der Lektüre und mein Körper reagiert beim Hineindenken direkt wieder intensiv auf die Geschichte. Mit historischen Romanen hab ich sprachlich oft meine ...

Ich schreibe diese Rezension drei Wochen nach Ende der Lektüre und mein Körper reagiert beim Hineindenken direkt wieder intensiv auf die Geschichte. Mit historischen Romanen hab ich sprachlich oft meine Schwierigkeiten, aber Regina Denk ist nun schon wiederholt so positiv besprochen worden, dass ich ihrem neuen Werk gern eine Chance geben wollte. Und diese hätte gar nicht besser genutzt werden können!

Denk beherrscht ihr Handwerk auf schlicht bemerkenswerte Weise. Sie schafft sprachlich eine dichte Atmosphäre, der sich ihre Leser*innen unmöglich entziehen können. Dabei trifft sie nicht nur den Ton dieser Zeit mit bewundernswerter Präzision, sondern transportiert auch zwischen den Zeilen eine Fülle an Details und Emotionen.

Die Geschichte ist dabei alles andere als leicht und in ihrer Danksagung bzw. auf Social Media erklärt Denk auch, warum sie sich für diese in jedem Sinne gewaltige Erzählung entschieden hat. Ich habe übrigens erst nach dem Lesen erfahren, dass sie mit dem Titel in Kontrast zum Inhalt (der sich weniger um Männer als um die Frauen dreht) auch schon eine politische Botschaft vermitteln will. Denn wem wird am ehesten eine Heldenrolle zugeschrieben, unabhängig von der tatsächlichen Leistung?

Und das führt sie makellos auf 380 Seiten fort. Sie bleibt als Autorin zwar im Hintergrund, aber ich habe immer wieder ein gutes Gefühl dafür bekommen, was ihre Meinung zu Dingen wie Krieg, Militärdienst, Nationalismus und patriarchale Prägung ist. Diesen Bogen so elegant zu schlagen zwischen einer historischen Geschichte und allem, was heute in ähnlicher Weise wieder oder immer noch Relevanz hat, zeugt von purem Talent.

Die Handlung ist spannend gestrickt und wechselt in gutem Tempo zwischen den vier Figuren mit einem starken Fokus auf die Frauen der Geschichte. Ihre Resilienz, Solidarität und Beständigkeit haben mir viel abverlangt - vor allem aber die Gewalt, die sie erfahren.

Und das ist für mich wirklich der einzige Grund, aus dem ich nicht mit vollen 5 Sternen bewerte. Ich kann total verstehen, warum Regina Denk hier auch explizit geworden ist. Mich hat es aber besonders am Ende schlicht ein wenig überfordert. Die Intensität ist enorm, was allerdings auch dazu führt, dass ich die Geschichte nicht mehr vergessen werde. Deshalb verbleibe ich mit einer unbedingten Empfehlung und dem Hinweis, sich zu wappnen. Diese Autorin hat einen Platz auf allen Bühnen dieser Welt verdient - schaut sie euch an, auch wenn ihr mit historischen Settings wie ich vielleicht gar nicht so viel anfangen könnt.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Kann aufgrund vieler Nebenhandlungen dem thematischen Anspruch nicht gerecht werden

Gin Boom
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Ich kritisiere gern und lautstark die Allgegenwärtigkeit von Alkohol - im Leben wie auch in Büchern. Was nicht nur als normal angesehen, sondern von Nichttrinker*innen sogar regelrecht eingefordert wird, ...

Ich kritisiere gern und lautstark die Allgegenwärtigkeit von Alkohol - im Leben wie auch in Büchern. Was nicht nur als normal angesehen, sondern von Nichttrinker*innen sogar regelrecht eingefordert wird, macht mich sehr wütend. Umso interessierter war ich an dieser Geschichte, die mit persönlicher Erfahrung Abhängigkeit und ihre Folgen in den Blick nimmt.

Und dass Verena Titze weiß, wovon sie schreibt, ist deutlich spürbar. Es gibt entlang dieser Haupthandlung wirklich starke Momente rund um Rückfall, Entzug und die Anstrengungen in einem Alltag voller Alkoholnormalität.

Schade ist nur, dass gleichzeitig unglaublich viele Nebenschauplätze eröffnet wurden: Konsens, sexualisierte Gewalt, vielleicht häusliche Gewalt, Suizid, Hustle Culture und weitere. Zusätzlich gibt es so viele Figuren, die aufgrund der Kürze des Buches aber auch nur wenig Tiefe bekommen und die wir als Lesende irgendwie zusammenbringen müssen.

Denn zwischen einigen gibt es Verbindungen, die teilweise fast krimiartig angedeutet werden. Und an der Stelle hat mich die Geschichte leider ziemlich verloren. Auf so wenigen Seiten geht das Hauptthema Alkoholmissbrauch schlicht unter, wenn so viele weitere Themen und Figuren hinzukommen. Keine der Figuren, inklusive der Protagonistin, konnte ich so richtig in der Tiefe begreifen, weil dafür einfach der Raum und auch die Emotionalität fehlte. Manche Textpassagen wie die Tagebucheinträge empfand ich zudem als sprachlich unpassend zum Alter der Hauptfigur.

So bleibe ich doch etwas unzufrieden zurück und werde das Buch nicht lange im Gedächtnis behalten. Das bedaure ich bei einem so wenig beachteten Thema wirklich sehr. Die guten Ansätze der Autorin können mit der inhaltlichen Dichte und dem rasanten Tempo der Geschichte nicht mithalten, sodass ich mich am Ende gefragt habe, wo denn nun eigentlich der Fokus liegen sollte. Es ist auf jeden Fall eine extrem schnelle Lektüre und wer die in Kombination mit Denkanstößen rund um den Stand von Alkohol in unserer Gesellschaft sucht, kann sich den Roman sicherlich einmal ansehen.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Gut geplottet, fesselnd geschrieben und hält absolut, was es verspricht

Dire Bound
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Sich vor dem Lesen vor Augen zu halten, was das Buch für einen Anspruch hat, halte ich für sehr wichtig. Es ist Romantasy und eben nicht High Fantasy - entsprechend kann ich die Kritik daran, dass es spicy ...

Sich vor dem Lesen vor Augen zu halten, was das Buch für einen Anspruch hat, halte ich für sehr wichtig. Es ist Romantasy und eben nicht High Fantasy - entsprechend kann ich die Kritik daran, dass es spicy Szenen und einen gewissen Fokus auf die Liebesbeziehung gibt, nicht so recht nachvollziehen. Abgesehen davon wird damit geworben, dass es für Fans von „The Hunger Games“ und „Fourth Wing“ geeignet ist - eine äußerst präzise Einordnung, die ich nur unterschreiben kann und die ihren Leser:innen von Anfang an nichts vormacht. Die TW hinten sollten wirklich auch ernst genommen werden - ich empfand einige Szenen als arg brutal.

Zwischendrin hatte ich auch immer mal Bedenken, ob mir die Parallelen zu groß sind. Und ja, Innovationen gibt es meiner Meinung nach nicht zuhauf. Allerdings sind alle Elemente gut auf diese Geschichte adaptiert und einfach äußerst packend eingebunden. Ich fand sie damit insgesamt betrachtet fast fehlerfrei rund und habe sie inhaliert.

Ein großes Lob gibt es von mir für queere Nebencharaktere und eine schwerhörige Figur, die auch abseits davon ein interessanter Mensch ist. Außerdem werden Klassenunterschiede scharf thematisiert - hier werden die Parallelen zu „The Hunger Games“ sehr deutlich. Die Charakterentwicklung von Meryn hat mir richtig gut gefallen. An einigen Stellen erinnert sie in ihrer Naivität an Violet aus „Fourth Wing“ und das ist durchaus etwas fragwürdig, nimmt für mein Empfinden hier aber deutlich weniger Raum ein.

Stattdessen muss die Protagonistin lernen, ihre Einzelkämpferinnenrolle abzulegen und sowohl Freund:innenschaften zu knüpfen als auch in Kooperation mit anderen zu arbeiten. Das ist eine tolle Plotgrundlage und ich fand die Beziehungen mehrheitlich glaubwürdig geschrieben.

Da es Romantasy ist, spoilert das natürlich von Anfang an zumindest grob, in welche romantische Richtung das Ganze sich entwickelt. Der erste Teil ist diesbezüglich aber noch sehr sehr Slow Burn, obwohl es dennoch ordentlich Spice gibt. Das passende Maß ist da für jede Person verschieden. Für mich hat es total gepasst (von den üblichen Klischees mal abgesehen) und die Häufigkeit lässt sich meiner Meinung nach damit rechtfertigen, dass hier im Subtext die Veränderung der Beziehung abgebildet wird.

Ansonsten lässt sich nicht viel sagen ohne die Handlung zu spoilern. Ich habe selten so viel am Stück gelesen wie hier. Die Welt ist nicht zu komplex und die Handlung hat genau das richtige Tempo für mich. Die Figurentiefe empfand ich als völlig hinreichend, auch wenn mich einige Tropes einfach etwas nerven und ich so manche Männerfigur in ihrer Entwicklung bedaure.

Nichtsdestotrotz ist das Buch besonders in Bezug auf seine weiblichen Figuren voller Power, niedrigschwellig geschrieben und gut geplottet. Ein bisschen ziehe ich von der Wertung ab aufgrund der teils übermäßigen Brutalität und den wenigen unlogischen Stellen. Abgesehen davon empfehle ich es aber auf jeden Fall als eine packende Romantasy, die im Vergleich zu manch anderer für mich deutlich positiver abschneidet. Ich werde mir den zweiten Teil definitiv auch ansehen.

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