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Veröffentlicht am 07.12.2020

Auch die Queen war mal ein Kind...

Teatime mit Lilibet
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Viel wurde schon über das Leben der Queen geschrieben, aber dieses Buch gibt nochmals einen völlig anderen, interessanten Blickwinkel das britische Königshaus.

England, 1932: Die junge Marion Crawford ...

Viel wurde schon über das Leben der Queen geschrieben, aber dieses Buch gibt nochmals einen völlig anderen, interessanten Blickwinkel das britische Königshaus.

England, 1932: Die junge Marion Crawford landet als Gouvernante von Prinzessin Elisabeth und ihrer Schwester Margaret beim britischen Königshaus. Zu dieser Zeit ahnte noch niemand, dass ihr Schützling einmal Königin von England wird. Das Könighaus lebt seinen Alltag damals fernab von jeglicher Realität, dementsprechend weltfremd ist Elisabeth, als „Crawfie“ ihre Stelle antritt. Dank ihres fortschrittlichen und umsichtigen Charakters ist es ihr gelungen, Elisabeth und ihre Schwester lebenstüchtig zu erziehen. Sie fahren mit Metro und Bus, gehen einkaufen und ins öffentliche Schwimmbad und lässt die Zöglinge sogar putzen und spülen. Marion Crawford blieb 16 Jahre bei Hofe und hat ihr eigenes Leben für die Erziehung der beiden völlig zurückgestellt.

Das Buch lässt sich fast durchweg flüssig lesen, auch wenn einen der Umfang zu Beginn etwas abschrecken mag. Der Einstieg könnte den Lesern etwas schwerer fallen, die sich vorher nie mit den Personen im britischen Könighaus befasst haben.

Der Erzählstil ist authentisch, emotionsgeladen und sehr bildhaft. Man fühlt sich wirklich in den damaligen Arbeitsalltag von Marion Crawford zurückversetzt und erlebt so ziemlich jede Emotion hautnah mit. So manches Familienmitglied sieht man aus einem völlig neuen Blickwinkel.

Der Leser bekommt viel historisches Wissen und Einblicke in die Adelswelt. Es ist interessant zu sehen, wie sich Elisabeth unter dem Einfluss von Marion Crawford entwickelt.

Ein einziges Manko an diesem Buch habe ich allerdings: Die Grenze zwischen Realität und Fiktion ist für mich zu fließend. Grundsätzlich ist das ja eigentlich was positives, aber in diesem Fall würde ich es gerne wissen. Es fiel mir beim Lesen schwer dies zu unterscheiden. Der Leser sollte sich von Anfang an bewusst sein, dass es nicht mit einer Biografie gleichzusetzten ist.

Insgesamt finde ich „Teatime mit Lilibet“ von Wendy Holden aber durchaus gelungen und absolut empfehlenswert. Ein Must-Read für alle die, die mehr über das damalige britische Königshaus erfahren möchten.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.11.2020

Traumhafte Kleine Auszeit

Liebe, Lügen, Schneegestöber
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Als wäre der Tag nicht schon schlimm genug, da Layla abends auf die Hochzeit von Ihrer Cousine und ihrem Ex-Verlobten muss, lässt sie nun auch noch ihre Begleitung im Stich. Alternativlos muss sie das ...

Als wäre der Tag nicht schon schlimm genug, da Layla abends auf die Hochzeit von Ihrer Cousine und ihrem Ex-Verlobten muss, lässt sie nun auch noch ihre Begleitung im Stich. Alternativlos muss sie das Angebot von Seth Murphy als Begleiter annehmen; von dem Mann, der das Brautpaar bekannt gemacht hat und aus Laylas Sicht an allem Schuld ist. Um dem ganzen Fiasko auch noch die Krone aufzusetzen verkündet Seth dann am Abend mal eben die Verlobung von Layla und ihm. Nun ist Layla plötzlich von Interesse bei dem größten potentiellen Auftraggeber für ihr zweites Standbein als Innenausstatterin. Schafft sie es, Seths Haus in ein weihnachtliches Traumhaus zu verwandeln, dann hat sie den Job. Wie wird Layla sich wohl entscheiden...?

Die Romane von Denise Hunter sind stets ein Garant für schöne Lesestunden. Die Autorin hat einen sehr angenehmen, bildhaften Schreibstil. Man kann in diese schönen sanften Liebesgeschichte einfach entspannt eintauchen und es genießen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Layla sich als Dekorationsmotto richtig klassische Weihnachten ausgesucht hat. Kamin, großer Baum und Schlitten, alles was dazu gehört. Das bringt den Leser in perfekte vorweihnachtliche Stimmung ohne mit sonst oft üblichen Kitsch aufzuwarten.

Die Seiten fliegen nur so dahin und man kann sich in dieser Geschichte definitiv verlieren.

Diese weihnachtliche Lovestory hat mir eine wunderbare Kleine Auszeit beschert. Absolut empfehlenswert, z. B. als kleine Nikolaus-Auszeit.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2020

Cosy Crime auf Belle Island

Das Geheimnis von Belle Island
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Benjamin Booker ist aufstrebender Nachwuchsanwalt in London um 1820 und erlebt gleich zu Beginn eine Pleite vor Gericht. Nachdem ein Seniorchef der Kanzlei ermordet wird, schickt ihn sein anderer Chef ...

Benjamin Booker ist aufstrebender Nachwuchsanwalt in London um 1820 und erlebt gleich zu Beginn eine Pleite vor Gericht. Nachdem ein Seniorchef der Kanzlei ermordet wird, schickt ihn sein anderer Chef Mr. Hardy zu Miss Wilder auf Belle Island. Als Verwalter und Treuhänder des Vermögens von Isabelle Wilder, scheint diese allen Grund gehabt zu haben, ihn zu ermorden. Belle Island ist eine idyllische Insel in der Themse, nur durch eine einzige Brücke mit dem Festland verbunden. Doch liegt wohl ein Fluch auf der Insel. Deshalb hat Isabelle angeblich seit 10 Jahren diese nicht verlassen. Also wer war wirklich der Mörder? Lügt Isabelle oder war es jemand der anderen zahlreichen Verdächtigen?

Julie Klassen hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil. Ihre Bücher lassen sich immer schnell lesen und man mag sie kaum aus der Hand legen. Die Handlung ist in sich durchweg schlüssig, zum Ende hin wird es mir allerdings etwas zu schnell. Das mindert das Lesevergnügen allerdings kaum. Landschaften und Personen sind wie immer bildhaft und lebendig beschrieben. Man kann sich alles sehr gut vorstellen, wird aber nicht mir Details überladen. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Bis zum Schluss werden stets nur Teile des Rätsels aufgelöst und man wird überrascht bei so mancher Auflösung.

Auch die Charaktere sind absolut authentisch, jeder hat seine Eigenheiten und Schwächen. Das macht es sehr abwechslungsreich. Im Laufe der Story bemerkt man besonders bei Isabelle und Benjamin eine positive Entwicklung. Aber auch die zahlreichen anderen Charaktere haben ihre eigenen Geschichten und finden ihren Platz.

„Das Geheimnis von Belle Island“ hat mir wirklich sehr gefallen. Es war nicht mein erstes Buch der Autorin und bisher waren alle gut. Aber die „Cosy Crime“-Komponente hat dem ganzen mal eine andere Richtung gegeben und das hat mir daran besonders gut gefallen. Uneingeschränkt empfehlenswert!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.08.2020

Imposant und Berührend

Und auf einmal diese Stille
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Noch nie ist es mir so schwer gefallen eine Rezension zu schreiben wie nach diesem Buch.

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Plötzlich schalteten so ziemlich alle Sender um auf die Breaking News, ...

Noch nie ist es mir so schwer gefallen eine Rezension zu schreiben wie nach diesem Buch.

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Plötzlich schalteten so ziemlich alle Sender um auf die Breaking News, man stierte wie gebannt auf den Fernseher und ahnte schon, dass da gerade der Beginn von einer bisher nie dagewesenen Tragödie gezeigt wird.

Dies ist bei weitem nicht mein erstes Buch zu diesem Ereignis und ich dachte nicht, dass man dazu noch so viel Neues schreiben kann - aber da habe ich mich gehörig getäuscht.

In diesem Buch wurden viele neue, bisher unbekannte Dokumente, Interviews und Berichte von Überlebenden, Einsatzkräften oder Zeugen gesammelt. Viele Blickwinkel, viele Perspektiven und Sichtweisen. Phasenweise zerreißt es einem fast das Herz, geht unter die Haut und wirkt noch lange nach.

Der Stil von Garrett M. Graff ist durchweg präzise und flüssig. Teilweise ist es erschreckend genau, man hat wieder die imposanten Bilder vor Augen und muss als Leser stellenweise erst einmal durchatmen.

Es ist wirklich beeindruckend, dass der Autor es schafft, einem den 11. September wieder so nahe zu bringen, als wäre es gestern gewesen und nicht fast 20 Jahre her ist. Es wird einem verdeutlicht, wie sehr Opfer und Hinterbliebenen noch immer damit zu kämpfen haben.

Definitiv kein Buch für leichte Sommerabende oder als unbeschwerte Strandlektüre, aber uneingeschränkt empfehlens- und lesenswert.

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Veröffentlicht am 25.07.2020

Must-Read mit Tiefgang

Die Lavendelfarm
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Hope Harbor bekommt Zuwachs. Gleich zwei Familien treffen kurz nacheinander dort ein und versuchen, ein neues Leben aufzubauen. Auch wenn beide große Verluste ertragen mussten.

Logan West ist plötzlich ...

Hope Harbor bekommt Zuwachs. Gleich zwei Familien treffen kurz nacheinander dort ein und versuchen, ein neues Leben aufzubauen. Auch wenn beide große Verluste ertragen mussten.

Logan West ist plötzlich noch der Einzige, der seiner kleinen Nichte ein zu Hause geben kann. Die fünfjährige Molly tut sich schwer, sich in der neuen Situation wohlzufühlen, obwohl ihr Onkel alles für sie tut.
Die Familie Shabo musste aus ihrer Heimat flüchten und hat viele geliebte Familienmitglieder verloren. Besonders Familienvater Thomas leidet darunter und entfremdet sich immer mehr von seiner kleinen Elisa.
Mollys Nachbarin Jeannette, Inhaberin der Lavendelfarm, bringt beide Familien zufällig zusammen. Endlich findet Molly die langersehnte Freundin...Elisa. Aber auch Jeannette selbst baut eine Bindung zu den Familien auf. Besonders zu Logan - obwohl sie sich geschworen hatte, die Einsamkeit ihrer Lavendelfarm nicht mehr zu verlassen.

Durch so manche tragische und wunderschöne Ereignisse fügt sich alles zusammen und alle finden ihren Platz in Hope Harbor und in ihren Familien.

Dies war nun nicht mein erstes Buch rund um Hope Harbor, aber ich bin nach wie vor ganz bezaubert von der Autorin und der idyllischen Hafenstadt sowie deren Bewohner. Definitiv lohnt es sich für Neulinge, die anderen vier Bücher der Reihe zu lesen, auch wenn alle unabhängig voneinander gelesen werden können.

Der Schreibstil von Irene Hannon ist leicht und flüssig. Das Buch liest sich unheimlich schnell…schade eigentlich. Wie in den anderen Bänden verliert sie sich nicht zu sehr in Orts- und Personenbeschreibungen. Das ist aber absolut positiv gemeint. Alles ist ausreichend bildhaft geschrieben, man bekommt von Hope Harbor und seinen Einwohnern einen sehr sympathischen Eindruck. Dafür widmet sie sich auch sehr der emotionalen Ebene der Charaktere, beschreibt ihre Gefühle und Gedankengänge. Das macht ihre Bücher so rund und ausgeglichen. Es bleibt bis zum Ende spannend und nicht wirklich vorhersehbar.

Die Kapitel sind abwechselnd auf Logan, die Familie Shabo und Jeannette ausgerichtet. Aber irgendwie sind trotzdem alle miteinander verbunden. Somit bekommen alle wichtigen Akteure ihren Raum um die Probleme zu bewältigen und sich zu finden. Dabei nehmen sie den Leser bei ihren emotionalen und tiefgründigen Gedanken mit. Diese sollte man stets gut nachwirken lassen. Es macht die Charaktere sehr liebenswert und man kann ihre Handlungen und Reaktionen viel besser nachvollziehen und mit ihnen mitfühlen. Man spürt auf jeder Seite, wie durchdacht die Autorin ihre Protagonisten gestaltet hat.

Auch dieser Teil der Hope Harbor Bücher hat mich rundum überzeugt. Was für ein Lesevergnügen. Die Reihe ist definitiv ein Must-Read!

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  • Erzählstil
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