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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2020

Traumhafte Kleine Auszeit

Liebe, Lügen, Schneegestöber
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Als wäre der Tag nicht schon schlimm genug, da Layla abends auf die Hochzeit von Ihrer Cousine und ihrem Ex-Verlobten muss, lässt sie nun auch noch ihre Begleitung im Stich. Alternativlos muss sie das ...

Als wäre der Tag nicht schon schlimm genug, da Layla abends auf die Hochzeit von Ihrer Cousine und ihrem Ex-Verlobten muss, lässt sie nun auch noch ihre Begleitung im Stich. Alternativlos muss sie das Angebot von Seth Murphy als Begleiter annehmen; von dem Mann, der das Brautpaar bekannt gemacht hat und aus Laylas Sicht an allem Schuld ist. Um dem ganzen Fiasko auch noch die Krone aufzusetzen verkündet Seth dann am Abend mal eben die Verlobung von Layla und ihm. Nun ist Layla plötzlich von Interesse bei dem größten potentiellen Auftraggeber für ihr zweites Standbein als Innenausstatterin. Schafft sie es, Seths Haus in ein weihnachtliches Traumhaus zu verwandeln, dann hat sie den Job. Wie wird Layla sich wohl entscheiden...?

Die Romane von Denise Hunter sind stets ein Garant für schöne Lesestunden. Die Autorin hat einen sehr angenehmen, bildhaften Schreibstil. Man kann in diese schönen sanften Liebesgeschichte einfach entspannt eintauchen und es genießen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Layla sich als Dekorationsmotto richtig klassische Weihnachten ausgesucht hat. Kamin, großer Baum und Schlitten, alles was dazu gehört. Das bringt den Leser in perfekte vorweihnachtliche Stimmung ohne mit sonst oft üblichen Kitsch aufzuwarten.

Die Seiten fliegen nur so dahin und man kann sich in dieser Geschichte definitiv verlieren.

Diese weihnachtliche Lovestory hat mir eine wunderbare Kleine Auszeit beschert. Absolut empfehlenswert, z. B. als kleine Nikolaus-Auszeit.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.10.2020

Cosy Crime auf Belle Island

Das Geheimnis von Belle Island
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Benjamin Booker ist aufstrebender Nachwuchsanwalt in London um 1820 und erlebt gleich zu Beginn eine Pleite vor Gericht. Nachdem ein Seniorchef der Kanzlei ermordet wird, schickt ihn sein anderer Chef ...

Benjamin Booker ist aufstrebender Nachwuchsanwalt in London um 1820 und erlebt gleich zu Beginn eine Pleite vor Gericht. Nachdem ein Seniorchef der Kanzlei ermordet wird, schickt ihn sein anderer Chef Mr. Hardy zu Miss Wilder auf Belle Island. Als Verwalter und Treuhänder des Vermögens von Isabelle Wilder, scheint diese allen Grund gehabt zu haben, ihn zu ermorden. Belle Island ist eine idyllische Insel in der Themse, nur durch eine einzige Brücke mit dem Festland verbunden. Doch liegt wohl ein Fluch auf der Insel. Deshalb hat Isabelle angeblich seit 10 Jahren diese nicht verlassen. Also wer war wirklich der Mörder? Lügt Isabelle oder war es jemand der anderen zahlreichen Verdächtigen?

Julie Klassen hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil. Ihre Bücher lassen sich immer schnell lesen und man mag sie kaum aus der Hand legen. Die Handlung ist in sich durchweg schlüssig, zum Ende hin wird es mir allerdings etwas zu schnell. Das mindert das Lesevergnügen allerdings kaum. Landschaften und Personen sind wie immer bildhaft und lebendig beschrieben. Man kann sich alles sehr gut vorstellen, wird aber nicht mir Details überladen. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Bis zum Schluss werden stets nur Teile des Rätsels aufgelöst und man wird überrascht bei so mancher Auflösung.

Auch die Charaktere sind absolut authentisch, jeder hat seine Eigenheiten und Schwächen. Das macht es sehr abwechslungsreich. Im Laufe der Story bemerkt man besonders bei Isabelle und Benjamin eine positive Entwicklung. Aber auch die zahlreichen anderen Charaktere haben ihre eigenen Geschichten und finden ihren Platz.

„Das Geheimnis von Belle Island“ hat mir wirklich sehr gefallen. Es war nicht mein erstes Buch der Autorin und bisher waren alle gut. Aber die „Cosy Crime“-Komponente hat dem ganzen mal eine andere Richtung gegeben und das hat mir daran besonders gut gefallen. Uneingeschränkt empfehlenswert!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.08.2020

Imposant und Berührend

Und auf einmal diese Stille
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Noch nie ist es mir so schwer gefallen eine Rezension zu schreiben wie nach diesem Buch.

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Plötzlich schalteten so ziemlich alle Sender um auf die Breaking News, ...

Noch nie ist es mir so schwer gefallen eine Rezension zu schreiben wie nach diesem Buch.

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Plötzlich schalteten so ziemlich alle Sender um auf die Breaking News, man stierte wie gebannt auf den Fernseher und ahnte schon, dass da gerade der Beginn von einer bisher nie dagewesenen Tragödie gezeigt wird.

Dies ist bei weitem nicht mein erstes Buch zu diesem Ereignis und ich dachte nicht, dass man dazu noch so viel Neues schreiben kann - aber da habe ich mich gehörig getäuscht.

In diesem Buch wurden viele neue, bisher unbekannte Dokumente, Interviews und Berichte von Überlebenden, Einsatzkräften oder Zeugen gesammelt. Viele Blickwinkel, viele Perspektiven und Sichtweisen. Phasenweise zerreißt es einem fast das Herz, geht unter die Haut und wirkt noch lange nach.

Der Stil von Garrett M. Graff ist durchweg präzise und flüssig. Teilweise ist es erschreckend genau, man hat wieder die imposanten Bilder vor Augen und muss als Leser stellenweise erst einmal durchatmen.

Es ist wirklich beeindruckend, dass der Autor es schafft, einem den 11. September wieder so nahe zu bringen, als wäre es gestern gewesen und nicht fast 20 Jahre her ist. Es wird einem verdeutlicht, wie sehr Opfer und Hinterbliebenen noch immer damit zu kämpfen haben.

Definitiv kein Buch für leichte Sommerabende oder als unbeschwerte Strandlektüre, aber uneingeschränkt empfehlens- und lesenswert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.07.2020

Must-Read mit Tiefgang

Die Lavendelfarm
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Hope Harbor bekommt Zuwachs. Gleich zwei Familien treffen kurz nacheinander dort ein und versuchen, ein neues Leben aufzubauen. Auch wenn beide große Verluste ertragen mussten.

Logan West ist plötzlich ...

Hope Harbor bekommt Zuwachs. Gleich zwei Familien treffen kurz nacheinander dort ein und versuchen, ein neues Leben aufzubauen. Auch wenn beide große Verluste ertragen mussten.

Logan West ist plötzlich noch der Einzige, der seiner kleinen Nichte ein zu Hause geben kann. Die fünfjährige Molly tut sich schwer, sich in der neuen Situation wohlzufühlen, obwohl ihr Onkel alles für sie tut.
Die Familie Shabo musste aus ihrer Heimat flüchten und hat viele geliebte Familienmitglieder verloren. Besonders Familienvater Thomas leidet darunter und entfremdet sich immer mehr von seiner kleinen Elisa.
Mollys Nachbarin Jeannette, Inhaberin der Lavendelfarm, bringt beide Familien zufällig zusammen. Endlich findet Molly die langersehnte Freundin...Elisa. Aber auch Jeannette selbst baut eine Bindung zu den Familien auf. Besonders zu Logan - obwohl sie sich geschworen hatte, die Einsamkeit ihrer Lavendelfarm nicht mehr zu verlassen.

Durch so manche tragische und wunderschöne Ereignisse fügt sich alles zusammen und alle finden ihren Platz in Hope Harbor und in ihren Familien.

Dies war nun nicht mein erstes Buch rund um Hope Harbor, aber ich bin nach wie vor ganz bezaubert von der Autorin und der idyllischen Hafenstadt sowie deren Bewohner. Definitiv lohnt es sich für Neulinge, die anderen vier Bücher der Reihe zu lesen, auch wenn alle unabhängig voneinander gelesen werden können.

Der Schreibstil von Irene Hannon ist leicht und flüssig. Das Buch liest sich unheimlich schnell…schade eigentlich. Wie in den anderen Bänden verliert sie sich nicht zu sehr in Orts- und Personenbeschreibungen. Das ist aber absolut positiv gemeint. Alles ist ausreichend bildhaft geschrieben, man bekommt von Hope Harbor und seinen Einwohnern einen sehr sympathischen Eindruck. Dafür widmet sie sich auch sehr der emotionalen Ebene der Charaktere, beschreibt ihre Gefühle und Gedankengänge. Das macht ihre Bücher so rund und ausgeglichen. Es bleibt bis zum Ende spannend und nicht wirklich vorhersehbar.

Die Kapitel sind abwechselnd auf Logan, die Familie Shabo und Jeannette ausgerichtet. Aber irgendwie sind trotzdem alle miteinander verbunden. Somit bekommen alle wichtigen Akteure ihren Raum um die Probleme zu bewältigen und sich zu finden. Dabei nehmen sie den Leser bei ihren emotionalen und tiefgründigen Gedanken mit. Diese sollte man stets gut nachwirken lassen. Es macht die Charaktere sehr liebenswert und man kann ihre Handlungen und Reaktionen viel besser nachvollziehen und mit ihnen mitfühlen. Man spürt auf jeder Seite, wie durchdacht die Autorin ihre Protagonisten gestaltet hat.

Auch dieser Teil der Hope Harbor Bücher hat mich rundum überzeugt. Was für ein Lesevergnügen. Die Reihe ist definitiv ein Must-Read!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.07.2020

Skandinavische Sommerromanze

Nur noch ein bisschen Glück
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Stella Wallin, fast 30, wird betrogen und verlassen, steht ohne Wohnung und Job da.
Innerhalb von nur einem Tag scheint ihr Leben ruiniert. Kurzerhand fasst sie den Plan, sich in das Haus ihrer verstorbenen ...

Stella Wallin, fast 30, wird betrogen und verlassen, steht ohne Wohnung und Job da.
Innerhalb von nur einem Tag scheint ihr Leben ruiniert. Kurzerhand fasst sie den Plan, sich in das Haus ihrer verstorbenen Großeltern zurückzuziehen. Für einen Großstadtmenschen wie Stella, ist das beschauliche Örtchen Laholm und das abgelegene Häuschen eine Herausforderung. Vielleicht kann sie ja dort wieder zu sich kommen, anschließend die Hütte gewinnbringend verkaufen und in New York als Designstudentin durchstarten. Noch gar nicht richtig angekommen, trifft sie auf Biobauer Thor. Grummeliger aber gutaussehender Nachbar, Vater und Witwer. Er steht ihr aber immer wieder hilfsbereit zur Seite und wer weiß…vielleicht ändert Stella ihre Zukunftspläne noch einmal.

Man findet sich gut in die Geschichte ein und ist schnell in der Story. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, genau passend zu der Handlung. Was wiederum auch gleichzeitig das Problem ist. Die Story ist halt leider recht leicht, könnte ruhig etwas mehr Tiefe haben. Sie ist nicht kitschig oder langweilig, aber halt recht seicht. Ein paar mehr ereignisreiche Szenen hätten gut getan. Was hingegen ausreichend vorhanden war, war die Erotik. Vermutet man nicht, wenn man Cover und Klappentext liest. Manchmal war das etwas zu viel des Guten. Davon etwas weniger und mehr andere ereignisvolle Momente wären die bessere Mischung gewesen. Das Ende kommt dann er etwas übereilt. Es scheint so, als ob sie die Autorin vorher in der Leichtigkeit der Erzählung verloren hat und nun noch so vieles in die Geschichte packen will, aber die Seiten dazu kaum reichen.

Stella und Thor sind die Hauptcharaktere in diesem Buch. Die Kapitel legen abwechselnd den Schwerpunkt der Perspektive auf Stelle oder Thor. Thor ist einfach so, wie man sich einen skandinavischen Bauern vorstellt. Stella dagegen ist ein typisches Großstadtmädchen und erfüllt zu Beginn so ziemlich jedes Klischee diesbezüglich. Positiv fand ich die spürbare Entwicklung von Stella, das machte sie immer sympathischer und es war für die Story auch wichtig.

Aber auch die Nebencharaktere haben mir gefallen und passen in die Geschichte, allerdings hätte Beziehung von Stella und den Kindern von Thor hätte etwas mehr Raum finden können.

Sowohl die Charaktere als auch das Setting waren nicht bis ins letzte Detail beschrieben, aber das fand ich recht angenehm. Ausschweifende Schilderungen dieser Art hätten nicht in die Story gepasst. Es war alles authentisch und gab beim Lesen eine idyllische und heimelige Atmosphäre.

Kurzum ein locker, leichter Sommerroman, der trotz Schwachstellen durchaus als idyllische Urlaubslektüre empfohlen werden kann.


Eine Anmerkung außerhalb der Bewertung muss ich noch loswerden:
Die Papierqualität hat mir so gar nicht gefallen. Es fühlt sich sehr dünn an und bietet nicht die angenehme Griffigkeit, die man sonst von Büchern kennt. Ich hoffe nicht, dass das der neue Standard wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere