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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.08.2019

Wenig Saphire, wenig Spannung

Die Saphirtochter
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Der Roman von Dinah Jeffries, ich kannte die Autorin noch nicht, hat mich nicht wirklich überzeugt. Eine zum Teil oberflächliche, flache Geschichte, mit dem Versuch, durch Tod von Kindern und eines Erwachsenen ...

Der Roman von Dinah Jeffries, ich kannte die Autorin noch nicht, hat mich nicht wirklich überzeugt. Eine zum Teil oberflächliche, flache Geschichte, mit dem Versuch, durch Tod von Kindern und eines Erwachsenen Spannung hineinzubringen, was meiner Meinung aber gründlich misslungen ist.
Die Hauptperson ist eine sympathische, aber doch auch oberflächliche Frau, die ihren Mann verliert. Nach seinem Tod tauchen dubiose Papiere und ebenso dubiose Personen auf, die angeblich Geld zu bekommen hätten.
Das alles nimmt sie derart gelassen hin, dass die ganze Geschichte recht unglaubwürdig ist.
Auch wenn der Handlungsort am Rande des indischen Ozeans liegt und die gesamte Story im Ceylon des Jahres 1935 spielt, es ist nicht stimmig.
Leider keine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Figuren
  • Geschichte
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 24.07.2019

Schmetterlingshafte Fäkalpoesie

Auf Erden sind wir kurz grandios
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Das Buch von Ocean Vuong hat mich zwiegespalten.
Auf der einen Seite beherrscht er die flügelschwingende leichte Sprache der Poesie, wie ich sie bis jetzt kaum gelesen habe, auf der anderen Seite, ...

Das Buch von Ocean Vuong hat mich zwiegespalten.
Auf der einen Seite beherrscht er die flügelschwingende leichte Sprache der Poesie, wie ich sie bis jetzt kaum gelesen habe, auf der anderen Seite, die "rohe" Fäkalsprache mit Beschreibungen von Handlungen, die ich nie lesen wollte.
Ein Sohn einer Vietnamesin schreibt seiner Mutter, die des Lesens gar nicht mächtig ist, wie er als Kind und Jugendlicher, später als junger Erwachsener sich an viele Fragmente in seinem Leben erinnert.
Großmutter und Mutter, beide gehörig traumatisiert und am Rande der Schizophrenie taumelnd, aufgefangen durch einen Großvater, der keiner war, die Mutter, liebevoll und im nächsten Moment brutal zuschlagend, wie es der Vater des Jungen bei ihr gemacht hat, die Großmutter, die ihr Leben verkauft hat, um ihre Töchter zu retten, die einen amerikanischen Soldaten geheiratet hat, von ihm aber verlassen und jahrelang vergessen zu werden, bis sie in einem phillipinischen Flüchtlingslager aufgefangen, immer noch auf der Suche nach ihm endlich den Ehemann fand, doch der war schon seit Jahren mit einer Amerikanerin verheiratet und hatte zwei Töchter.
Die Mutter, die kaum der englischen Sprache und des Lesens mächtig war, sie arbeitet in einem Nagelstudio, um ihre kleine Familie mit dem Nötigsten versorgen zu können.
Die Tante, die von ihrem Mann geschlagen wird.
Das Kind, das vieles nicht versteht und völlig anders deutet, in der Schule ein Niemand, als Jugendlicher geht er arbeiten, um zum Familienerhalt beizutragen.
Die Erkenntnis, "anders" zu sein. Liebe bzw Nähe zu finden.
Und das in wenig schöner Fäkalsprache.
Wie gesagt, ich bin zweigeteilt und unentschlossen.

Veröffentlicht am 17.07.2019

Spannung pur

Das Verschwinden der Stephanie Mailer
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Joel Dickers Roman über das Verschwinden der Stephanie Mailer ist sein drittes Buch.
Er beschreibt darin, wie ein Mordfall nach 20 Jahren noch einmal aufgerollt wird, obwohl man damals einen ...

Joel Dickers Roman über das Verschwinden der Stephanie Mailer ist sein drittes Buch.
Er beschreibt darin, wie ein Mordfall nach 20 Jahren noch einmal aufgerollt wird, obwohl man damals einen Schuldigen gefunden hat.
Die gleichen Ermittler sind wieder mit dem selben Fall befasst.
Das heisst sowohl für die Beamten Jesse Rosenberg und Derek Scott als auch für die neu hinzugekommene Anna Kanner, aber auch für den oder die Täter von damals, alles auf Null.
Dicker beschreibt in einer dichten, logischen Handlung, wie jeder die Geschichte damals und heute sah oder sieht, es tauchen neue Namen und Konstellationen auf und auch menschliche und politische Abgründe werden schonungslos ausgelichtet.
Es gibt jede Menge Verdächtige, vieles wurde beim ersten Mal entweder nicht für wichtig empfunden oder gleich von Vorne an unter den Teppich gekehrt. Aber Jesse, Derek und Anna müssen und wollen den Täter jetzt ausfindig machen.
Ein fragwürdiges Theaterstück, das im wahrsten Sinne des Wortes Theater ist, spielt ebenso eine Rolle wie Waffenschieberei und Prostitution, sie reichen sich die Hände zu einer Kette, die es zu durchtrennen gilt
Spannend bis zum bitteren Ende und sehr lesenwert.

Veröffentlicht am 02.07.2019

Lust auf Märchen

Der Geist von Cavinello d'Alba
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Caroline Sesta macht Lust auf Märchen. Das vorliegende Buch ist nicht das erste, mit dem es problemlos gelingt.
Die Autorin, die sich in ihrer Wahlheimat Piemont ganz offensichtlich sehr wohl ...

Caroline Sesta macht Lust auf Märchen. Das vorliegende Buch ist nicht das erste, mit dem es problemlos gelingt.
Die Autorin, die sich in ihrer Wahlheimat Piemont ganz offensichtlich sehr wohl fühlt, schreibt aber nicht einfach nur irgendwelche romantischen Geschichten, nein, sie verknüpft fundiertes geografisches und geschichtliches Wissen äusserst interessant mit Gegenwart und Vergangenheit. Dabei bekommt man, wie gesagt, nicht nur Lust auf mehr davon, sondern überlegt auch noch, vielleicht einmal in diese schöne, wilde Region Italiens mit den hohen Bergen, den Seen und der Poebene auf Urlaub zu fahren.
Könnte ja sein, daß der Geist von Cavinello d'Alba gerade im selben Schloß(hotel) urlaubt.
Zur Geschichte : Eine junge Frau erfährt erst sehr spät, daß sie gar nicht das Kind ihrer vermeintlichen Eltern ist. Sie erbt ein altes Schloß im Piemont, fährt kurzerhand hin, schaut es sich an und nimmt das Erbe an. Was ihr dann in diesem alten Gemäuer widerfährt, das sollte jedoch jeder selbst lesen.
Ein richtiges Märchen zu Träumen.

Veröffentlicht am 26.06.2019

Gleichbleibend gut

Weiße Fracht
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Lost in Fuseta - mittlerweile greife ich blind nach den Lost-Romanen von Gil Ribeiro.
Die Hauptperson, der Asperger Leander Lost, den es wegen eines EU-Austauschprogrammes der Kriminalpolizei ...

Lost in Fuseta - mittlerweile greife ich blind nach den Lost-Romanen von Gil Ribeiro.
Die Hauptperson, der Asperger Leander Lost, den es wegen eines EU-Austauschprogrammes der Kriminalpolizei nach Fuseta in Portugal verschlagen hat, ist ein derart interessanter Mensch, dass es mir immer wieder Freude macht, von seinen Aktivitäten bei der portugiesischen Polizei zu lesen.
Im neuesten Roman Ribeiros geht es um " Weiße Fracht".
Die portugiesische Truppe, bestehend aus Graciana Rosado, Carlos Esteves, Miguel Duarte, Cristina Sobral, Graces Schwester Soraia, die deutschen Ermittler M&M, Manz und Mohrmann, die im laufenden Fall bei den Ermittlungen ( nicht) helfen, und auch noch die spanische Polizistin Senhora Vega, sie alle arbeiten gut zusammen, um einen Drogenring zu sprengen. Es gibt Tote und Verletzte, wie in jedem Roman dieses Genres, aber der Autor hat sich auf fünf Tage im Juli beschränkt und der Fall ist tatsächlich gelöst. Sogar mit einer guten Nachricht am Schluß, aber die wird nicht verraten.
Absolut lesenswert, besonders natürlich, wenn man in der Nähe von Faro Urlaub macht.