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Veröffentlicht am 29.09.2018

Ein einzigartiger und bewegender Roman - einfach ganz große Klasse!

Liebe und Verderben
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Inhalt:
Seit Lenis Vater Ernt aus dem Vietnam Krieg zurückgekehrt ist, belasten ihn die Erinnerungen an die Kriegszeit Tag für Tag. Als die Familie ein Grundstück in Alaska erbt, beschließen sie sich ...


Inhalt:
Seit Lenis Vater Ernt aus dem Vietnam Krieg zurückgekehrt ist, belasten ihn die Erinnerungen an die Kriegszeit Tag für Tag. Als die Familie ein Grundstück in Alaska erbt, beschließen sie sich dort ein neues Leben aufzubauen, in der Hoffnung endlich von Ernts Trauma loszukommen.
Trotz der veränderten Lebensumstände im rauen Alaska, scheint die Familie hier glücklich. Leni entwickelte zu Matthew, dem Sohn der Nachbarn, eine enge Verbundenheit, die bald zu einer jungen Liebe heranwächst.
Doch nach den ersten schönen Monaten, folgt der gefürchtete Winter in Alaska. Dieser bringt nicht nur die Angst ums Überleben, sondern auch wieder die dunkle Seite von Lenis Vater hervor.

Meine Meinung:
Mit "Liebe und Verderben" hat Kristin Hannah einen wunderschönen und zutiefst bewegenden Liebesroman erschaffen, der einem nicht nur die rosarote Welt der Liebe zeigt, sondern auch deren dunkle Seiten.
Der Ort Alaska passt hier nahezu perfekt zum Thema, auch Alaska hat seine Vorzüge und im Sommer scheint es der ideale Ort für Leni und ihre Familie zu sein. Doch im Winter zeigt er sich von seiner kalten und düsteren Seite, die Menschen ins Verderben ziehen kann. Wie die Liebe...
Alaska wird so lebendig, so interessant dargestellt, dass man sofort auf Entdeckungstour gehen möchte. Nicht viele Autoren schaffen es, so viele Naturbeschreibungen mit einfließen zu lassen, ohne dass es langweilig wird. Im Gegenteil!
So spannend wie der Ort, ist auch die Geschichte! Durch Hannahs fesselnden Schreibstil bin ich eh schon durch die Seiten geflogen, aber wie unvorhersehbar dieses Buch ist, hat mich am meisten fasziniert. Man hat einfach beim Lesen keine Ahnung was passieren könnte und kann sich somit voll und ganz auf die Emotionen und Ereignisse einlassen. Selten hatte ich beim Lesen so ein Gefühlschaos wie hier, die Geschichte hat mich wirklich komplett mitgerissen.
Aber nicht nur was die Unterhaltung angeht, ist das Buch empfehlenswert.
Kristin Hannahs Themen haben mich auch immer wieder zum Nachdenken beim Lesen angeregt. Mit dem Ort Alaska hat sie mir gezeigt, dass man auch mit so wenig glücklich sein kann. Materielles hat überhaupt keinen Wert, wenn man die richtigen Menschen um sich hat.
Und auch die Abgründe der Liebe haben mir gezeigt, dass es in einer Beziehung nicht immer perfekt laufen kann bzw muss. Es wird immer Höhen und Tiefen geben, man muss nur stark genug sein sich auch den Tiefen zu stellen.

Fazit:
"Liebe und Verderben" verkörpert alles, was für mich einen guten Roman ausmacht. Eine einzigartige und unvorhersehbare Geschichte, einen fesselnden und flüssigen Schreibstil und ganz viel Gefühl.
Eine absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 08.07.2018

Süß, humorvoll und wunderschön - Der zweite Band von Taste of Love

Taste of Love - Küsse zum Nachtisch
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Wer schon im ersten Band von Taste of Love nicht genug von verführerischem Essen, lustigen Wortgefechten und einer wunderschönen Liebesgeschichte zwischen zwei starken Protagonisten bekommen hat, der sollte ...

Wer schon im ersten Band von Taste of Love nicht genug von verführerischem Essen, lustigen Wortgefechten und einer wunderschönen Liebesgeschichte zwischen zwei starken Protagonisten bekommen hat, der sollte sich schleunigst Band 2 zulegen.

Diesmal geht es um Nick, Souchef von Andrew Knight in Band 1, der nun aber Küchenchef des Knight's geworden ist.
Eine sehr gelungene und interessante Idee von Poppy J. Anderson, einem Charakter der nur im Hintergrund mal vorkam, nun die Rolle des Hauptprotagonisten zu geben. So erhält man auch einen kleinen Einblick, wie das Leben von Andrew und Brooke nach dem ersten Band weitergeht, im Vordergrund steht jedoch eine neue Geschichte.
Und diese ist wirklich empfehlenswert!

Andersons flüssiger Schreibstil, der immer wieder von so viel Humor und Spannung geprägt ist, hat mich das Buch in Rekordzeit verschlingen lassen.

Ich freu mich schon sehr, den dritten Band zu lesen!

Veröffentlicht am 05.07.2018

Eine schöne Liebesgeschichte, jedoch nicht mit anderen Colleen Hoover Büchern zu vergleichen!

Never Never
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Ich bin ein riesen Colleen Hoover Fan und war bisher von all ihrer Bücher begeistert. Nach jedem gelesenen CoHo Werk, dachte ich mir, dass man das gar nicht mehr toppen kann....und dann kam die nächste ...

Ich bin ein riesen Colleen Hoover Fan und war bisher von all ihrer Bücher begeistert. Nach jedem gelesenen CoHo Werk, dachte ich mir, dass man das gar nicht mehr toppen kann....und dann kam die nächste Neuerscheinung und überzeugte mich vom Gegenteil.
Somit ging ich auch "Never Never" mit voller Vorfreude und (wie sich herausstellte) etwas zu hohen Erwartungen an.

Zum Inhalt will ich eigentlich nicht noch viel mehr hinzufügen, als der Klappentext verrät, um Spoiler zu vermeiden.
Es ist eine besondere Liebesgeschichte, bei der die Beziehung von Silas und Charlie durch ihren plötzlichen Gedächtnisverlust auf die Probe gestellt wird.
Durch dieses, sich alle 48 Stunden wiederholende Ereignis, baut Colleen Hoover zwar extreme Spannung auf, entfernt sich mir persönlich jedoch inhaltlich zu sehr von der Realität.
Ich habe bisher an ihren Büchern am meisten geschätzt, dass in diesen einzigartigen und oft unfassbaren Geschichten trotzdem reale Konflikte eingebunden waren. Somit konnte man sich auch besser mit den Charakteren identifizieren.
Zwar hab ich auch in "Never Never" mit Silas und Charlie mitgefiebert, doch das Thema Gedächtnisverlust war mir doch ein wenig zu fantasievoll und ließ mir zu wenig Spielraum, mich in die Situation hineinzuversetzen.

Vom Schreibstil hingegen schreit das Buch wieder nach Colleen Hoover. Ihr flüssiger, aber vor allem extrem fesselnder Schreibstil ist einfach unverkennbar und ließen mich das Buch innerhalb eines Tages verschlingen.

Insgesamt ist es ein schönes und wirklich spannendes Buch und für einen langen Lesenachmitag auf jeden Fall weiterzuempfehlen. Für die Liste meiner Lieblingsbücher von Colleen Hoover hat es inhaltlich aber leider nicht gereicht. Dafür bin ich einfach etwas anderes von ihr gewohnt.



Veröffentlicht am 08.09.2018

Die totale Transparenz - eine grausame Dystopie oder doch unsere Zukunft?

Die Hochhausspringerin
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Julia von Lucadou erschuf in ihrem Debüt "Die Hochhausspringerin" eine erschreckende Welt, in der Transparenz und ständige Überwachung den Grundbaustein legen, Erfolg und Leistung an erster Stelle stehen ...

Julia von Lucadou erschuf in ihrem Debüt "Die Hochhausspringerin" eine erschreckende Welt, in der Transparenz und ständige Überwachung den Grundbaustein legen, Erfolg und Leistung an erster Stelle stehen und Emotionen verachtet werden. Eine Welt, die einem zunächst unvorstellbar scheint, beim tieferen Nachdenken jedoch immer mehr Parallelen zu unserem Leben aufweist.

Inhalt:

Riva ist eine berühmte Hochhausspringerin und führt ein scheinbar perfektes Leben im Glanze ihres Erfolges, bis sie plötzlich aufhört zu trainieren und aus diesem Ruhm ausbrechen möchte. Sie "funktioniert" nicht mehr für die Öffentlichkeit, ein Skandal in der Welt, in der es nur auf die Leistung eines Menschen ankommt.
Deshalb bekommt Hitomi, eine Wirtschaftspsychologin, die Aufgabe, Rivas Fehlverhalten zu analysieren und sie wieder zum Springen zu bewegen. Gelingt ihr das nicht, werden sowohl Hitomi als auch Riva in die Peripherien ausgewiesen, an den Rand der Gesellschaft.

Meine Meinung:


Emotionen und Spannung darf man sich von diesem Buch keinesfalls erhoffen. Das würde aber auch nicht in das von Julia von Lucadou beschriebene Szenario passen. Findet man sich aber erstmal in dieser grausamen, kalten Welt zurecht, so fesselt sie einen genug, auch ganz ohne große Emotionen.

Der Schreibstil ist sehr sachlich und nüchtern gehalten, man muss sehr konzentriert lesen, um die vielen fremden Begriffe und Situationen zu verstehen. Diese kalte und detaillierte Schreibweise passt natürlich perfekt in diese Welt, jedoch ist es etwas anstrengend den nicht gerade flüssigen Text zu lesen.
Dafür treibt die Neugier auf die unvorhersehbare Handlung einen immer weiter voran.

Die Handlung wird aus Hitomis Sicht erzählt, über Riva erfahren wir nur das, was auch Hitomi durch die ständige Überwachung Rivas erfahren kann. Was in Rivas Innerem wirklich vorgeht, weiß man nicht. Ein weiteres Problem, das Julia von Lucadou hier darstellt, nämlich der fehlende direkte Kontakt zu Menschen. Überwachung, Monitore, Tablets, all das wird der persönlichen Auseinandersetzung vorgezogen. Die Grenze zwischen virtueller Welt und Realität verschwimmt ständig, das Bild auf Monitoren wird präziser als die Realität wahrgenommen.

Anfangs denkt man, es geht hauptsächlich um Riva und man möchte alles über ihre Gefühlslage herausfinden. Mit ihr konnte ich mich identifizieren, da sie das System in dem sie lebt anscheinend auch abstößt.
Doch das wird nicht akzeptiert und passend dazu bekommt man auch so wenig wie möglich über ihre Beweggründe mit. Nur das Ziel, dass Riva wieder springt, zählt und somit steht Hitomis Leistung im Vordergrund, von der ihre Existenz abhängig ist.

Zuerst hat mich das Buch nur schockiert und erschreckt, diese kalte grausame Welt, mit der man am liebsten nichts zu tun haben möchte. Doch mit der Zeit fand ich das Thema immer faszinierender und jede kurze Lesepause hat mich zum Nachdenken gebracht. Denn so weit hergeholt ist die Welt in "Die Hochhausspringerin" nicht. Stehen wir nicht auch ständig unter Leistungsdruck? Wird unser Leben durch das Internet und die Übermittlung von Daten nicht auch immer transparenter?
Man kann nur hoffen, dass es bei uns nicht ein vergleichbares Ausmaß annimmt...



Fazit:

Auch wenn das Buch mich mit vielen Fragen zurückgelassen hat und es keinesfalls eine einfach Lektüre war, empfehle ich es weiter! Es ist ein Buch, dass man nicht so schnell vergisst und die Gesellschaft wirklich zum Nachdenken anregen sollte.