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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.10.2025

Ziemlich witzig, häufig aber nicht schlüssig und anders als beworben, leider auch kaum tiefgründig

Morbidly Yours
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Verrückte Texanerin trifft introvertierten irischen Bestatter

Das Buch fängt sehr witzig an mit dem meet cute, wie sie etwas, sagen wir, irritiert ist, über die Leichensäcke, die vor ihrem neuen Haus ...

Verrückte Texanerin trifft introvertierten irischen Bestatter

Das Buch fängt sehr witzig an mit dem meet cute, wie sie etwas, sagen wir, irritiert ist, über die Leichensäcke, die vor ihrem neuen Haus in Irland liegen. Es ist schnell klar, dass sie an den Nachbarn hätten geliefert werden sollen und ihr Kopfkino beginnt. Mit ihrer Distanzlosigkeit dringt sie sofort in Cullums Sphäre ein und kann nach ersten Verwirrungen den eigentlichen Zweck der Leichensäcke (nein, er ist kein Massenmörder) herausfinden.

Die Geschichte hat immer wieder ihre witzigen Momente. Über die Rollschuhsequenz habe ich sogar Tränen gelacht. Cool ist auch, dass man ein wenig über das Einbalsamieren von Verstorbenen lernt. Und Cullum ist ein großartiger und interessanter Charakter. Er hat mit Stottern zu kämpfen und musste und muss entsprechend viele Hänseleien über sich ergehen lassen. Und sein Job, oder besser seine Berufung als Bestatter macht ihn auch nicht gerade anziehender für das weibliche Geschlecht. Außerdem ist er eher introvertiert und ein wenig sozialphobisch. Als Grumpy habe ich ihn übrigens nicht wahrgenommen. Schade, dass wir trotz seiner gelegentlichen Ich-Perspektive nur oberflächlich etwas über sein Innenleben erfahren.

Lark wirkt anfänglich sehr übergriffig und verbreitet eine, wie es sich für mich anfühlte, aufgesetzte Fröhlichkeit und Verrücktheit gepaart mit Tollpatschigkeit, was alles sehr klischeehaft wirkt. Später wird sie als People Pleaserin beschrieben, die vor Konflikten davonläuft, was irgendwie nicht zum anfänglichen Charakterbild passt. Und dann trägt sie Schuldgefühle und Selbstzweifel mit sich herum, die sie davon abhalten eine echte Beziehung einzugehen, die aber nicht wirklich überzeugen. Zumindest ich konnte sie nicht richtig spüren. Man bekommt das Gefühl, dass sie die Liebesgeschichte nur in die Länge ziehen und spannend machen sollen. Und mit der Liebesgeschichte mit Cullum und ihrem mobbenden Kollegen hätte die Geschichte eine wunderbare Chance für Larks Selbstentwicklung gehabt. Aber auch die konnte man leider kaum mitverfolgen und man fragt sich am Ende, wie es zu ihrem Sinneswandel Cullum gegenüber gekommen ist oder sucht Belege dafür, dass sie wirklich besser im Konfliktmanagement geworden ist.

Und ja, sie hat das Bunte in sein Leben gebracht, aber es wird kaum problematisiert, wie kräftezehrend und frustrierend das für beide Seiten immer wieder sein muss, mit dem anderen eine Freundschaft / Beziehung zu pflegen. Da man also weder so richtig Anteil an dem Wachstum von Cullum noch von Lark nehmen kann oder auch die Dynamik zwischen ihren Charakteren nicht groß thematisiert wird, würde ich den Begriff „tiefgründig“ hier NICHT unterschreiben.

Dazu ist die Geschichte an diversen Stellen für mich nicht schlüssig gewesen. Manchmal mag es auch an der Übersetzung gelegen haben, wenn man passagenweise nicht wusste, worüber gerade gesprochen wird und sich die Dialogzeilen nicht richtig aufeinander bezogen haben. Oder wenn es Gedankensprünge gibt oder der Kontext komplett fehlt. Das wurde in der zweiten Hälfte des Buches besser. Aber auch die Geschichte als Ganzes wies den ein oder anderen Bruch auf: Neben den schon geschilderte Widersprüchen in Larks Charakter, agiert auch Cullum nicht immer ganz schlüssig: Er ist introvertiert und ein Sozialphobiker vertraut Lark aber schon bei einem ihrer ersten Treffen völlig unprovoziert sehr intime Details über sich an. Oder später im Umgang mit dem mobbenden Kollegen von Lark war plötzlich alles klar, wozu jegliche erzählerische Grundlage fehlte.

Ich hatte so viel erwartet von der Geschichte, musste mich aber eher durchschleppen. Sie ist an manchen Stellen ganz süß und ganz witzig, an anderen aber eher aufgesetzt, unglaubwürdig oder unverständlich.

Übrigens bin ich mir auch unsicher, ob ich das Buch als Slow Burn bezeichnen würde, da sie sich „schon“ auf der Hälfte näherkommen.
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Kategorisierung

📚 Romance-Sub-Genre: Contemporary
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: Adult
➿ Plot-Trope: Afraid to commit, Break up to save him / her, Dark secret, Emotional scars, Golden Retriever, Marry to inherit, Neighbour, Opposites attract, Sworn off a relationship
🌎 Setting-Trope: -
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: Monogam
🔪 Spannung: Leicht
🖤 Darkness: Unbedrohlich
💓 Emotionalität: Gering
🧠 Psychologische Tiefe: Oberflächlich
🧐 Glaubwürdigkeit: Teils teils
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Amüsant
👫 Klassisches Rollenmodell: Weniger
💋 Anzahl Spicy Szenen: 5
🔗 Spielart Spicy Szenen: Vanilla
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: Medium
🎨 Originalität der Erzählweise: Individuelle Sprache und Szenen
👀 Erzählperspektive: Wechselnde Ich-Erzähler:innen

Veröffentlicht am 06.10.2025

Spannend, kurzweilig, ohne großes Drama trotz schwerster Themen

Where's Molly
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Second Chance für ein traumatisierte Frau und ihren Helfer

H. D. Carlton scheint sich einen Teil des Feedbacks zu Haunting Adeline, dass die Erzählung zu langatmig sei, zu Herzen genommen zu haben. Dieses ...

Second Chance für ein traumatisierte Frau und ihren Helfer

H. D. Carlton scheint sich einen Teil des Feedbacks zu Haunting Adeline, dass die Erzählung zu langatmig sei, zu Herzen genommen zu haben. Dieses Buch fängt mittendrin an und man muss anfänglich sehr aufpassen, worum es geht, denn es gibt mehrere zeitliche Ebenen.

In dem Gegenwartsstrang erleben wir die 35-jährige Molly, wie sie allein, vielleicht sogar einsam, eine sehr abgelegene Schweinefarm betreibt. Womit sie die Schweine füttert, ist nichts für schwache Nerven, zahlt aber ihren Unterhalt.

Eines Tages kommt ein anderer Fahrer für die nächste Futterlieferung und Molly erstarrt. Denn mit diesem Mann hatte sie vor langer Zeit einen One-Night-Stand, das erste und einzige Mal, dass sie zu ihrem Genuss mit einem Mann zusammen war.

Nach und nach erfahren wir mehr über Mollys Familiengeschichte und was sie vor neun Jahren hat fliehen lassen. Insbesondere letzteres wird eher nur angerissen, was wahrscheinlich daran liegt, dass dieser Teil schon aus Band 2 des Katz-und-Maus-Duetts bekannt ist. Die Erzählweise macht es sehr spannend, besser zu verstehen, wie Molly zu der Schweinefarm gekommen ist und warum sie sich so verhält, wie sie es tut.

Interessant ist, dass ihre Hintergrundgeschichte auf eine andere Weise problematisiert wird, als man es erwarten würde. So ist Molly alles andere als ein gebrochener Charakter und muss auch nicht gerettet werden. Im Gegenteil ist sie der Typ Mensch, der sich ihren Dämonen stellt und sein Schicksal selbst in die Hand nimmt.

Cage hingegen war für mich nicht ganz stimmig als Charakter. Er ist zwar für Molly entflammt und war damals durchaus einfallsreich, sie in seine Nähe zu bekommen. Er machte aber auch einen sehr empathischen Eindruck. Bei ihrem Wiedersehen nach neun Jahren, ist die Art, wie er versucht, sie für sich zu gewinnen, jedoch eher brachial und wirkt nicht mehr sehr empathisch. Ich frage mich, ob sein Verhalten nicht eher eine Retraumatisierung hätte hervorrufen müssen. Daher wirken diese grenzüberschreitenden Szenen anders als bei Haunting Adeline (der erste Band des Katz-und-Maus-Duetts, den ich im Gegensatz zum Zweiten noch gelesen habe) etwas gewollt, um die Erwartungen des Publikums zu füttern, aber nicht, weil es die Story hergegeben hätte.

Auch dieses Buch von H. D. Carlton wird eher von der Handlung getragen als von den Charakteren und ihren Emotionen.

Ich empfehle dir, unbedingt das Hörbuch zu hören, denn dafür wurden zwei fantastische Sprecher:innen engagiert: Beatrice Beautier und János Jung.

In Summe gute, kurzweilige und leicht darke Unterhaltung, ohne großen Anspruch, ohne großen Tiefgang.
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Kategorisierung

📚 Romance-Sub-Genre: Contemporary, Dark
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: Adult
➿ Plot-Trope: Afraid to commit, Bad girl-bad boy, Break up to save him / her, Damsel in distress, Emotional scars, Forced proximity, Morally grey, One-night-stand, Second chance, Strong female main character, Sworn off a relationship, Tortured heroes
🌎 Setting-Trope:
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: Monogam
🔪 Spannung: Medium
🖤 Darkness: Grau
💓 Emotionalität: Gering
🧠 Psychologische Tiefe: Oberflächlich
🧐 Glaubwürdigkeit: Teils teils
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Wenig
👫 Klassisches Rollenmodell: Teils teils
💋 Anzahl Spicy Szenen: 3
🔗 Spielart Spicy Szenen: Soft BDSM, BDSM
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: Detailliert
🎨 Originalität der Erzählweise: Teils teils
👀 Erzählperspektive: Wechselnde Ich-Erzähler:innen

Veröffentlicht am 06.10.2025

Langsamer Spannungsaufbau und sehr darke Spice-Szenen, gradlinige Rahmenhandlung

Haunting Adeline
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Eine erfolgreiche Autorin mit Gruselleidenschaft wird von einem Selbstjustizler gestalkt

Adeline ist eine erfolgreiche Buchautorin und hat sich entschieden, das abgelegene Haus ihrer verstorbenen Großmutter ...

Eine erfolgreiche Autorin mit Gruselleidenschaft wird von einem Selbstjustizler gestalkt

Adeline ist eine erfolgreiche Buchautorin und hat sich entschieden, das abgelegene Haus ihrer verstorbenen Großmutter zu beziehen, dass sie vor einer längeren Zeit geerbt hatte. Das Haus hat eine blutige Geschichte und es scheinen die Geister der verstorbenen in ihm zu wohnen. Während Adeline renoviert und sich einrichtet, beginnt „Der Schatten“, sie zu stalken.

„Der Schatten“ auf der anderen Seite, Z., ist ein Hacker und Superheld mit unbegrenzten Mitteln, der in Selbstjustiz Kinderschänder und Menschenhändler verfolgt, umbringt und ihre Opfer befreit. Wo er auf der einen Seite der Retter ist, erregt es ihn paradoxerweise, Adeline zum Opfer zu machen, indem er sie verfolgt, ihr Angst einjagt, sie bedroht und zwingt. Und das schon zu einem Zeitpunkt, wo er noch gar nicht wissen kann, dass ihr genau das einen Kick gibt. Sie steht darauf, Angst zu haben. Und als sie sich irgendwann näherkommen und er ihre Faszination für die Angst bemerkt, spielt er damit ganz bewusst. Dennoch habe ich seinen Charakter mit dieser Paradoxie nicht ganz verstanden.

Es wurde kritisiert, dass das Buch langatmig sei. Ich haben den Spannungsaufbau jedoch als realistisch empfunden. Von einer bedrohlichen Stalkersituation zu einer Amour Fou zu gelangen, hätte sonst nicht glaubwürdig funktionieren können.

Und die Art, wie die beiden miteinander verkehren wurde viel kritisiert. Nein, meinen Geschmack trifft es auch nicht, aber es passte für mich zur Geschichte. Und immerhin achtet er bei allem anfänglichen Zwang darauf, ihre Bedürfnisse nach allen Regeln der Kunst zu befriedigen, also kann man wohl zurecht von „Dark Romance“ sprechen. Und es ist nicht mal das Schwärzeste, was ich jemals gelesen habe.

Es wurde auch kritisiert, dass die spicy Szenen zwischen den beiden zu großen Raum einnehmen. Aber letztendlich geht es doch genau darum in dem Buch, ihrer beider Gelüste zu erkunden und zu entschlüsseln. Das hätte man nicht weglassen können. Übrigens sind die Szenen zwar teilweise sehr lang beschrieben, aber nicht unbedingt sehr explizit. Da habe ich schon klarere, weniger blumige Beschreibungen gelesen.

Neben der Liebesgeschichte gibt es noch jede Menge andere Handlung: Adeline führt Ermittlungen durch, um herauszufinden, wer ihre Großmutter ermordet hat und Z. begleiten wir bei seinen Aktivitäten gegen die Menschenhändlerringe. Das baut weitere Spannung auf und schafft weitere gruselige Atmosphäre, spannt einen aber nicht bis zum Zerreißen. Die Rahmenhandlung ist sehr gut geplottet: Sie baut sich sukzessive auf, wir erfahren immer mehr Details und sie ist in sich schlüssig. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der mich jedoch nicht so neugierig macht, da ich mich mit den Hauptpersonen nicht so gut identifizieren konnte. Das Buch wird eher von der Handlung getragen, weniger von den Charakteren, ihren Emotionen und ihrer Entwicklung, die einem helfen würden, sich empathisch in sie hineinzuversetzen.

Ob der Text schlecht geschrieben ist und viele Fehler enthält, kann ich nicht so gut beurteilen, da ich das Hörbuch gehört habe. Da ist das nicht aufgefallen. Ich kann aber sagen, dass die Sprecherin von Adeline leider überhaupt nicht mein Geschmack war. Zwar habe ich sie in „Uncaged: Das Monster“ von Kitty und Mike Stone unter dem Namen, Mona Kola, noch überdrehter gehört, aber sie konnte mich leider auch bei diesem Buch nicht überzeugen. Insbesondere, wenn sie wörtliche Rede vor allem vom Z. versucht hat zu mimen. Das hat es mir etwas verleidet. Viktor Berger hingegen war der Hammer. Wahnsinnig intensiv.

Es ist auf jeden Fall Unterhaltungsliteratur ohne großen Anspruch oder Tiefgang mit den genretypischen Übertreibungen und Überzufälligkeiten, aber gut gemacht. Etwas zum Wegschmökern für Leser:innen, die einen langsamen Spannungsaufbau mögen und sich gerne ein wenig gruseln und es hart und dark mögen.
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Kategorisierung

📚 Romance-Sub-Genre: Contemporary, Dark, Paranormal, Suspense
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: Adult
➿ Plot-Trope: Afraid to commit, Enemies to lovers, Good girl-bad boy, He falls first, Morally grey, Secret identity, Stalking, Strong female main character
🌎 Setting-Trope: Literature
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: Monogam
🔪 Spannung: Medium
🖤 Darkness: Dunkelgrau
💓 Emotionalität: Medium
🧠 Psychologische Tiefe: Oberflächlich
🧐 Glaubwürdigkeit: Teils teils
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Wenig
👫 Klassisches Rollenmodell: Teils teils
💋 Anzahl Spicy Szenen: 9
🔗 Spielart Spicy Szenen: Vanilla, Vanilla plus, Soft BDSM, BDSM
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: Medium
🎨 Originalität der Erzählweise: Teils teils
👀 Erzählperspektive: Wechselnde Ich-Erzähler:innen

Veröffentlicht am 06.10.2025

Ziemlich heftig, was man dieses Mal aus dem Hause Stone zu verkraften hat

Deadly Past - The Biker
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Der MC-Präsident und die geprügelte Ehefrau – gegenseitige Abstoßung und gleichzeitige Anziehung

Rachel wird von ihrem Mann misshandelt. Als die Gefahr droht, dass er auch ihrer kleinen Tochter etwas ...

Der MC-Präsident und die geprügelte Ehefrau – gegenseitige Abstoßung und gleichzeitige Anziehung

Rachel wird von ihrem Mann misshandelt. Als die Gefahr droht, dass er auch ihrer kleinen Tochter etwas antut, zieht sie die Reißleine und flieht. Sie kommt unter bei einem Biker und seiner Mutter. Der Biker ist der Schatzmeister in seinem Motorrad Club und sie trägt seine Gürtelschnalle, die sie als sein Eigentum ausweist und sie schützt. Als Logan, der Präsident des Clubs mit ein paar Kumpels von einem Trip zurückkommt treffen sie aufeinander und es fliegen die Fetzen, aber auch Funken.

Obwohl sich Rachel sofort zu Logan hingezogen fühlt, glaubt sie sofort die gleichen Muster in ihm zu erkennen, wie in ihrem Ex und versucht sich fernzuhalten. Auf der anderen Seite haben wir Logan, der immer noch an einer sehr schlimmen Beziehung zu knabbern hat. Auch er überträgt unreflektiert die Erfahrungen, die er mit seiner Ex gemacht hat, auf Rachel (und eigentlich alle Frauen).

Naja, die beiden prallen aufeinander und können natürlich trotzdem nicht die Finger voneinander lassen. Gleichzeitig fragt man sich aber, was mit ihrem eigentlichen Lover los ist, dass er das so hinnimmt. Dann gibt es noch einen gekränkten, sadistischen Prospect, den Logan rausschmeißt und der sich rächen will. Tja, und Rachels Ex ist ja auch nicht aus der Welt. Damit ist das Bedrohungsszenario perfekt. Aber wie gut, dass Logan der ehemalige Enforcer (also Vollstrecker) seines früheren MCs war…. Und mehr verrate ich nicht.

Was mir gefallen hat, ist, wie Rachel sich von ihrer Vergangenheit nicht hat klein kriegen lassen, sondern sich mutig und selbstbewusst gegen den Macho, Logan, durchsetzt. Sie lässt sich trotz der durch jahrelangen Missbrauch erlernten Impulse, nicht davon abhalten, den Kopf oben zu tragen und sich zu wehren. Wie sie dahin gekommen ist, haben wir leider nicht miterleben dürfen, denn der Teil zwischen der Entscheidung zu fliehen und dem Moment, wo Logan zurück in seinen Club kommt, und mit ihrer unerwarteten Anwesenheit konfrontiert ist, wurde übersprungen.

Tatsächlich ist dieser typische Mechanismus, den Menschen haben, Muster wiederzuerkennen und gegebenenfalls fehlzudeuten nicht so gut rausgekommen. Man weiß, dass sich die Autor:innen darauf beziehen, aber man kann nur an wenigen Stellen nachvollziehen, was die Signale sind, die die beiden jeweils sehen und fehlinterpretieren. Ganz zu schweigen von den starken Emotionen, die mit diesen Signalen verbunden sein müssten. Auch diese werden nicht so tiefgehend beschrieben. Und da man ja auch die Gegenseite kennt und weiß, dass sie jeweils total daneben liegen, bringt das auch keine zusätzliche Spannung in die Geschichte, weil man miträtselt, ob derjenige vielleicht recht haben könnte.

Wer die Bücher von Kitty und Mike Stone kennt, weiß, dass es nie zu schlimm wird. Hier sei aber darauf hingewiesen, dass wir sehr viel Brutalität miterleben müssen sowie sexuelle Übergriffe, die teilweise echt eklig sind. Damit sollte man zurechtkommen.

Auf der anderen Seite sind die Biker untereinander Zucker – total unglaubwürdig, aber sooo putzig. Echt süß, was für eine Truppe Logan da um sich versammelt hat. Und zum Dahinschmelzen, wie der harte Biker mit dem kleinen Mädchen spielt. In der Hinsicht bleiben sich die beiden treu: Harte-Schale-weicher-Kern-Männer.

In Summe also nicht zu anspruchsvoll, sondern eher entspannte Unterhaltung mit einem schlüssigen Plot, wenn man, wie gesagt, mit den harten Szenen umgehen kann.
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Kategorisierung

📚 Romance-Sub-Genre: Contemporary, Dark
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: Adult
➿ Plot-Trope: Afraid to commit, Damsel in distress, Emotional scars, Enemies to lovers, Found family, Good girl-bad boy, Grumpy-sunshine, Secret identity, Single parent, Sworn off a relationship, Tortured heroes, Who did this to you
🌎 Setting-Trope: MC / Mafia
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: Love triangle
🔪 Spannung: Medium
🖤 Darkness: Dunkelgrau
💓 Emotionalität: Gering
🧠 Psychologische Tiefe: Oberflächlich
🧐 Glaubwürdigkeit: Teils teils
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Wenig
👫 Klassisches Rollenmodell: Teils teils
💋 Anzahl Spicy Szenen: 5
🔗 Spielart Spicy Szenen: Vanilla
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: Detailliert
🎨 Originalität der Erzählweise: Individuelle Sprache und Szenen
👀 Erzählperspektive: Wechselnde Ich-Erzähler:innen

Veröffentlicht am 01.10.2025

Leichte Romanze zum Wegschmökern für Zwischendurch

Das Mauerblümchen und der Duke - Zweiter Band der Sündhafte Lords-Reihe
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Ergänzend zum Klappentext wäre noch zu erklären, dass diese Hausparty einen Monat dauert! Besagten Monat, den die beiden die Wette eingehen...

Anfangs war es etwas schwer für mich „zuzusehen“, wie sich ...

Ergänzend zum Klappentext wäre noch zu erklären, dass diese Hausparty einen Monat dauert! Besagten Monat, den die beiden die Wette eingehen...

Anfangs war es etwas schwer für mich „zuzusehen“, wie sich Chastity mit ihrem Versuch, sich einen Mann auf der Hausparty zu angeln ziemlich blamiert. Das scheint auch Lucien so gegangen zu sein, denn er springt ihr bei und zeigt ihr, wie sie sich kleiden und verhalten muss, um auf das männliche Geschlecht begehrenswert zu wirken. Hier fühlt man sich etwas an die dritte Staffel von Bridgerton erinnert.
Die Peinlichkeiten hörten dann auf. In Summe konnte mich die Erzählung jedoch nicht so richtig überzeugen. Obwohl der Plot in sich stimmig war, hat es die Autorin nicht vermocht, ihn überzeugend rüberzubringen. Beispielsweise konnte ich kaum glauben, dass Chastity nicht weiß, welche Anstandsregeln in Gesellschaft gelten und sich dadurch blamiert. Später in der Geschichte weiß sie es ja auch. Dass sie es schafft, ihr Verhalten sofort zu ändern nach nur einem kleinen Tipp von Lucien ist vielleicht gerade noch glaubwürdig. Dass sie es aber schafft, damit sofort die Männer um den Finger zu wickeln erscheint mir eher unglaubwürdig, wo diese sie doch Zeit ihres Lebens als ungelenkes Mauerblümchen erlebt und sich über sie lustig gemacht haben. Sie hätten ihr wohl kaum so schnell eine Chance gegeben.

Und leider habe ich auch kaum Luciens Verletzung aus seiner Kindheit und Jugend nachspüren können, die ihn zu dem gemacht haben, der er heute ist. Obwohl die Psychologie nachvollziehbar ist, sich durch belanglose Abenteuer vor echten Gefühlen und Verletzung zu schützen und sich durch den Hormonrausch zu betäuben.

Auch die spicy Szenen, haben bei mir den Funken nicht überspringen lassen. Also wenn man das Buch gekauft hat, weil das Marketing eine spicy Romance verspricht, wird man eher enttäuscht. Selbst die schmelzende Stimme von János Jung in der Hörbuchversion konnte den Mangel an prickelnder Emotion nicht ganz ausgleichen.
In Summe würde ich sagen, leichte und gute Unterhaltung, wenn man es nicht zu genau nimmt und es lieber nicht ganz so emotional mag.

Achtung: Es gab ein paar Szenen, die ich wahrscheinlich besser verstanden hätte, wenn ich Band 1 gelesen hätte. Grundsätzlich taten sie dieser Geschichte jedoch keinen Abbruch.
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Kategorisierung
Achtung: Die folgende Kategorisierung enthält Spoiler!
📚 Romance-Sub-Genre: Historical, Regency
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: Adult
➿ Plot-Trope: Afraid to commit, Best friends sibling, Break up to save him / her, Childhood friends, Emotional scars, Forbidden love, Forced proximity, Friends to lovers, Good girl-bad boy, Playboy, Single parent, Sleeps with everyone but you, Strong female main character, Sworn off a relationship, Virgin heroine, Wallflower
🌎 Setting-Trope: Upper class
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: Monogam
🔪 Spannung: Leicht
💓 Emotionalität: Gering
🧠 Psychologische Tiefe: Oberflächlich
🧐 Glaubwürdigkeit: Unglaubwürdig
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Wenig
👫 Klassisches Rollenmodell: Teils teils
💋 Anzahl Spicy Szenen: 4
🔗 Spielart Spicy Szenen: Vanilla
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: Oberflächlich
🎨 Originalität der Erzählweise: Individuelle Sprache und Szenen
👀 Erzählperspektive: Wechselnde Ich-Erzähler:innen