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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.10.2025

Tolle Geschichte - wirkt realistisch

Kein Teil der Welt
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Mit diesem Roman habe ich Einblicke in die Welt der Zeugen Jehovas erhalten, und das besser als es jede Dokumentation liefern kann. Ich fand die Handlung ziemlich spannend, vor allem weil es keine Schwarz-Weiß-Malerei ...

Mit diesem Roman habe ich Einblicke in die Welt der Zeugen Jehovas erhalten, und das besser als es jede Dokumentation liefern kann. Ich fand die Handlung ziemlich spannend, vor allem weil es keine Schwarz-Weiß-Malerei war, sondern immer Für und Wider abgewogen wurde. Der Wechsel zwischen den beiden Zeiten mit dem Aufwachsen am Rhein und später im Osten hat die ganze Geschichte besonders dramatisch werden lassen, etwa wie einen Film.

Nur die fantastische Zwischengeschichte von dieser seltsamen "versalzenen" Insel hat m. E. nichts Sinnvolles beigetragen. Die hätte die Autorin einfach weglassen können.

Meine Empfehlung: Wenn dir der erste dieser kursiv gedruckten Abschnitte (gleich am Anfang) nicht zusagt, kannst du die folgenden einfach überspringen. Du verpasst nichts. Ansonsten hat mir der Roman sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 04.10.2025

Von Anfang bis Ende amüsant

Hustle
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Das Buch geht gleich mit einer äußerst amüsanten Szene los, in der Leonie, die Hauptheldin des Buches in einer Racheaktion das Büro ihres ehemaligen Chefs „umgestaltet“. Überhaupt ist das eine Stärke der ...

Das Buch geht gleich mit einer äußerst amüsanten Szene los, in der Leonie, die Hauptheldin des Buches in einer Racheaktion das Büro ihres ehemaligen Chefs „umgestaltet“. Überhaupt ist das eine Stärke der Protagonistin: kreative Racheaktionen.

So kommt sie schließlich auf eine Nebenverdienstidee: Racheaktionen als Dienstleistung für andere. Ja, ihre Aktionen sind kriminell, aber da sie meistens die Richtigen treffen, auch nur allzu gut nachvollziehbar.

Dieser Roman ist zwar unheimlich lustig – ich musste beim Lesen immer wieder leise vor mich hin glucksen –, aber regt auch zum Nachdenken an. So zum Beispiel die Mietsituation in München. Überhaupt, dass Leonie sich nicht wirklich etwas leisten kann und immer jeden Euro zweimal umdrehen muss, so dass sie zum Beispiel kostenlose Kunstveranstaltungen besucht, wo es Getränke oder Häppchen umsonst gibt.

Da hilft ihr der Nebenverdienst und der Erfahrungsaustausch mit ihren neuen Freundinnen, die sie auf sehr ungewöhnlichem Weg kennenlernt, ganz schön aus der Patsche. Da bleibt kein Platz für Moral, was ich in gewisser Hinsicht beim Lesen sogar verstehen, wenn auch nicht alles gutheißen kann.

Es ist zwar alles etwas übertrieben, aber auch nicht allzu sehr.

Für Kontrast und interessante, auch irgendwie rührende Abwechslung, sorgen die Szenen, in denen Leonie ihre privaten Experimente mit dem Schleimpilz durchführt. Von dieser Spezies hatte ich vorher noch nie gehört. So habe ich ganz nebenbei etwas Neues gelernt.

Das Ende des Buches, die Auflösung der „losen Enden“, passt sehr gut, obwohl ich ein klein wenig traurig war, dass es schon zu Ende ist.

Insgesamt ein gelungenes Werk. Wer es lustig und ein klein wenig grotesk mag, wird dieses Buch mit Freude lesen.

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Roter Faden

Jahre mit Martha
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Zuerst hatte ich Bedenken, derart: Wird das eine etwas anrüchige Geschichte, in der sich eine reiche, mittelalte Frau ein "Spielzeug" sucht?

Aber dann wurde ich positiv überrascht. Sehr einfühlsam geschrieben ...

Zuerst hatte ich Bedenken, derart: Wird das eine etwas anrüchige Geschichte, in der sich eine reiche, mittelalte Frau ein "Spielzeug" sucht?

Aber dann wurde ich positiv überrascht. Sehr einfühlsam geschrieben empfand ich diesen Roman. Der Autor schreibt in der Ich-Form aus der Sicht des Haupthelden.

Die Liebesgeschichte bildet den roten Faden für diesen Roman, aber in der Hauptsache geht es um Zjelko alias Jimmy, wie er sich weiterentwickelt, zu sich selbst findet und bis dato unbewusste Traumata überwindet.

Sehr schön geschrieben. Am Ende schließt sich der Kreis.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Immer wieder spannend.

Fräulein Gold: Nacht über der Havel
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Jedes Mal, wenn ich einen Band dieser Reihe lese, werde ich aufs Neue überrascht. Meine Überraschung besteht darin, dass mir diese Geschichte noch nicht über wird.

Jedes dieser Bücher ist zwar als Kriminalroman ...

Jedes Mal, wenn ich einen Band dieser Reihe lese, werde ich aufs Neue überrascht. Meine Überraschung besteht darin, dass mir diese Geschichte noch nicht über wird.

Jedes dieser Bücher ist zwar als Kriminalroman deklariert, und ja, es gibt immer einen spannenden Kriminalfall, aber eigentlich geht es um das Leben von Hulda Gold, inzwischen auch von ihrer Tochter Meta, und von den Leuten um sie herum.

Jeder Teil dieser Reihe ist zwar ein eigenständiger Roman, aber ein wenig ist es immer, wie alte Bekannte zu treffen.

Ich mag auch den historischen Bezug. Die Autorin hat die fiktive Handlung sehr gut darin eingebettet. Inzwischen ist das Jahr 1930 und man spürt schon das Unheil nahen.

Ich bin gespannt, wie viele Teile es noch geben wird, vor allem wie Hulda Gold als Jüdin darin besteht. Kann sie fliehen? Erleidet sie ein schlimmes Schicksal? Oder wird die Reihe nicht so weit reichen?

Mal schauen, ob im nächsten Teil, den es ja bereits gibt, schon etwas davon geklärt werden wird.

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Veröffentlicht am 24.08.2025

Sympathisch

Marzahn, mon amour
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Das ist ein sehr unterhaltsames Buch für mal eben zwischendurch, denn es enthält einzelne Geschichten.

Es ist sehr warmherzig und authentisch geschrieben. Die Autorin hat wirklich als Fußpflegerin gearbeitet. ...

Das ist ein sehr unterhaltsames Buch für mal eben zwischendurch, denn es enthält einzelne Geschichten.

Es ist sehr warmherzig und authentisch geschrieben. Die Autorin hat wirklich als Fußpflegerin gearbeitet.

Zuerst hatte ich die Befürchtung, das werden nur Geschichten voller Alter-Leute-Probleme, denn schließlich ist vor allem das die Klientel von Fußpflege. Und ja, natürlich waren die meisten Protagonisten alte oder kranke Leute. Aber trotzdem war es super interessant, denn es ging um die verschiedensten Aspekte und Leben.

Ich habe den Vorteil, dass ich Berlin Marzahn kenne. Aber auch wenn nicht, hätte ich mir das alles sehr gut vorstellen können.

Sehr sympathisches Buch. Vor kurzem ist es als Miniserie verfilmt worden mit Jördis Triebel in der Hauptrolle. Kann ich auch empfehlen.

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