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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Atmosphärischer Stil, aber für mich schwer zugänglich

Die Geister von La Spezia
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Der Einstieg in Die Geister von La Spezia hat mich neugierig gemacht. Die Verbindung aus historischen Figuren – allen voran Mary Shelley – mit der Idee, Erinnerungen zu betreten und vergangene Ereignisse ...

Der Einstieg in Die Geister von La Spezia hat mich neugierig gemacht. Die Verbindung aus historischen Figuren – allen voran Mary Shelley – mit der Idee, Erinnerungen zu betreten und vergangene Ereignisse neu zu erleben, ist originell und faszinierend. Auch das Cover passt sehr gut zur Stimmung des Buches und vermittelt bereits diesen leicht geheimnisvollen, melancholischen Ton der Geschichte.

Besonders gefallen hat mir der Schreibstil von Oliver Plaschka. Er schreibt bildhaft und atmosphärisch, viele Szenen lassen sich sehr lebendig vor dem inneren Auge vorstellen. Gerade die Beschreibungen der Schauplätze und der historischen Atmosphäre sind sehr gelungen.

Im Verlauf der Geschichte habe ich jedoch gemerkt, dass ich persönlich immer schwerer in die Handlung hineinfinde. Die verschiedenen Ebenen der Erinnerungen und der Aufbau der Geschichte wirkten auf mich zunehmend konstruiert, sodass ich mich beim Lesen öfter orientierungslos fühlte – ähnlich wie die Figuren selbst in Mary Shelleys Erinnerungen. Dadurch fiel es mir auch schwer, eine engere Verbindung zu den Figuren aufzubauen.

Obwohl mir Stil und Grundidee weiterhin gefallen haben, stellte sich bei mir leider kein richtiger Lesefluss ein. Nach einigen Kapiteln habe ich daher entschieden, das Buch vorerst nicht weiterzulesen.

Das ist natürlich eine sehr persönliche Leseerfahrung. Wer komplexe, ungewöhnlich aufgebaute Geschichten und literarische Experimente mit verschiedenen Erzählebenen mag, könnte hier jedoch durchaus ein spannendes Buch entdecken.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Zwischen Sommerflair und leiser Unruhe

Summer Heat
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Mit Summer Heat von Solveig Marie Kastner habe ich ein Buch gelesen, das sich nicht sofort festlegen lässt – und genau das macht seinen Reiz aus.

Schon optisch vermittelt das Cover dieses typische Gefühl ...

Mit Summer Heat von Solveig Marie Kastner habe ich ein Buch gelesen, das sich nicht sofort festlegen lässt – und genau das macht seinen Reiz aus.

Schon optisch vermittelt das Cover dieses typische Gefühl von Sonne, Leichtigkeit und ein bisschen Luxus. Man erwartet fast eine unbeschwerte Sommergeschichte – bekommt aber deutlich mehr als das.

Der Einstieg gelingt mühelos: Die Sprache ist klar, ruhig und sehr zugänglich. Man gleitet förmlich durch die Seiten und ist schnell mitten im Geschehen. Dabei entsteht eine besondere Nähe zu den Figuren, als würde man ihnen beim Denken über die Schulter schauen.

Was mir besonders aufgefallen ist: Die Geschichte setzt nicht auf Tempo oder große Knalleffekte. Stattdessen entwickelt sich alles eher unterschwellig. Es ist diese leise, manchmal fast träge wirkende Erzählweise, die aber genau dadurch eine ganz eigene Sogwirkung entfaltet. Man bleibt dran, nicht weil ständig etwas explodiert – sondern weil sich Stück für Stück etwas zusammenbraut.

Auch die Atmosphäre spielt dabei eine große Rolle. Hinter der sommerlichen Fassade liegt spürbar etwas Unangenehmes, das sich immer mehr bemerkbar macht. Diese unterschwellige Spannung hat mir gut gefallen.

Die Hauptfigur ist dabei kein klassischer Sympathieträger. Sie wirkt in manchen Momenten sehr klar und stark, in anderen eher impulsiv und schwer einzuordnen. Gerade das macht sie interessant, auch wenn ich nicht jede ihrer Entscheidungen komplett nachvollziehen konnte.

Durch die verschiedenen Perspektiven bekommt die Geschichte zusätzliche Tiefe, ohne dabei unübersichtlich zu werden. Nach und nach fügen sich die einzelnen Eindrücke zu einem Gesamtbild zusammen, das durchaus Eindruck hinterlässt.

Wer hier einen actionreichen Thriller erwartet, wird vermutlich nicht ganz abgeholt. Wer sich aber auf eine ruhig erzählte, atmosphärische Geschichte mit emotionalen und auch unangenehmen Zwischentönen einlässt, wird einiges daraus mitnehmen.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Eine schöne Idee mit kleinen Stolpersteinen

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer
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Das Cover von Maries Glücksküche fällt sofort ins Auge: bunt, lebendig und voller sommerlicher Leichtigkeit. Es vermittelt genau die fröhliche, kulinarische Atmosphäre, die man sich von der Geschichte ...

Das Cover von Maries Glücksküche fällt sofort ins Auge: bunt, lebendig und voller sommerlicher Leichtigkeit. Es vermittelt genau die fröhliche, kulinarische Atmosphäre, die man sich von der Geschichte erhofft. Gleichzeitig lässt es mich bei genauerem Hinsehen etwas zwiegespalten zurück. Einige Details – insbesondere bei Tieren und Körperhaltungen – wirken leicht unstimmig, stellenweise fast unnatürlich. Das erinnert an typische Ungenauigkeiten, wie man sie von KI-generierten Bildern kennt. Ob das hier tatsächlich eine Rolle gespielt hat, bleibt offen, fällt aber beim Betrachten auf.

Umso überzeugender sind die Illustrationen im Buchinneren von Nadine Jessler. Sie sind liebevoll, stimmig und tragen die warme, magische Atmosphäre der Geschichte deutlich besser als das Cover. Hier hätte ich mir gewünscht, dass dieser Stil auch für die Außengestaltung übernommen worden wäre.

Die Geschichte selbst ist grundsätzlich charmant und bringt eine schöne, gemütliche Grundidee mit: Familie, Kochen und ein Hauch Magie. Dennoch hatte ich beim Lesen immer wieder kleine Stolpermomente. Sprachlich richtet sich das Buch zwar klar an eine junge Zielgruppe, verwendet aber teilweise Begriffe und Bilder, die eher an frühere Generationen erinnern. Beispiele wie Bandposter oder auch Anspielungen wie „Hubba Bubba“ wirken aus heutiger Sicht etwas aus der Zeit gefallen und könnten gerade bei jüngeren Leserinnen und Lesern weniger Anknüpfungspunkte bieten.

Am deutlichsten gestört hat mich jedoch die uneinheitliche Namensverwendung. Die Großmutter wird abwechselnd als „Oma“ und „Aveline“ bezeichnet, ähnlich verhält es sich mit Maries Mutter, die sowohl „Mama“ als auch „Camille“ genannt wird. Diese Wechsel sind nicht konsequent umgesetzt und wirken beim Lesen unnötig irritierend. Gerade in einem Kinderbuch hätte eine klare, durchgehende Benennung für mehr Lesefluss gesorgt.

Trotz dieser Kritikpunkte bleibt Maries Glücksküche - Die Schule am Meer eine insgesamt nette, warme Geschichte mit einer sympathischen Grundidee. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie vielen jungen Leserinnen und Lesern gefallen wird – persönlich habe ich jedoch das Gefühl, dass die genannten Schwächen dazu führen könnten, dass gerade die eigentliche Zielgruppe nicht immer ganz abgeholt wird.

Fazit:
Ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch mit schöner Grundidee und tollen Innenillustrationen, das jedoch in der Umsetzung kleine Schwächen zeigt. Unterhaltsam, aber mit Luft nach oben – besonders in Bezug auf Sprache und Konsistenz.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Sommergefühl mit Herz

Summer Tides
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Summer Tides entführt in eine wunderbar sommerliche Kulisse an die Küste Cornwalls und schafft es von Beginn an, eine warme und einladende Atmosphäre aufzubauen. Der Strand, das Meer und das Gefühl eines ...

Summer Tides entführt in eine wunderbar sommerliche Kulisse an die Küste Cornwalls und schafft es von Beginn an, eine warme und einladende Atmosphäre aufzubauen. Der Strand, das Meer und das Gefühl eines Neuanfangs sorgen dafür, dass man sich als Leser sofort wohlfühlt und gerne in dieser Welt verweilt.

Der Schreibstil ist durchweg flüssig und angenehm zu lesen. Es gibt keine holprigen Stellen, vielmehr entwickelt sich die Geschichte zu einem echten Pageturner, bei dem man entspannt durch die Seiten gleitet.

Besonders hervorzuheben ist die Charakterzeichnung. Die Hauptfiguren sind klar und greifbar dargestellt, doch auch die Nebenfiguren bekommen mit wenigen, gezielten Sätzen eine bemerkenswerte Tiefe. Die Autorin versteht es sehr gut, jeder Figur Leben einzuhauchen, sodass eine glaubwürdige, lebendige Welt rund um Scarlett entsteht. Genau dieses Gefühl von „Ankommen“ und „Dazugehören“ macht einen großen Teil des Charmes des Buches aus.

Die Geschichte selbst ist eher ruhig und gemütlich erzählt, was gut zur sommerlichen Atmosphäre passt. Dennoch hätte ich mir stellenweise etwas mehr Mut gewünscht – insbesondere beim Humor, der zwar vorhanden ist, aber gerne noch stärker hätte eingesetzt werden dürfen. Auch die romantische Entwicklung ist spürbar, bleibt für mein Empfinden jedoch manchmal etwas an der Oberfläche und hätte an einigen Stellen mehr Tiefe vertragen können.

Auch das Cover passt perfekt zur Geschichte. Mit seinen warmen Farben, dem Meer, den Möwen und der Küstenkulisse vermittelt es sofort dieses Gefühl von Sommer, Leichtigkeit und Neuanfang. Es spiegelt genau die Atmosphäre wider, die das Buch transportiert, und macht direkt Lust darauf, in diese Welt einzutauchen.

Fazit:
Der Roman hält, was er verspricht, und ist eine gemütliche Lektüre – perfekt für einen sommerlichen Tag am Strand, aber genauso für einen entspannten Abend im warmen Kuschelbett, wenn das Wetter draußen einmal nicht mitspielt.

Empfehlung:
Für alle, die sich in eine Geschichte hineinkuscheln und einfach wohlfühlen möchten, ist dieses Buch genau richtig. Wer jedoch vor allem auf rasante Spannung oder klassische Krimi-Elemente setzt, wird hier weniger fündig – stattdessen steht ganz klar das Gefühl im Mittelpunkt.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Rasanter Sommer voller Wünsche – unterhaltsam, mit kleiner Schwäche

Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden
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Die Gestaltung des Covers macht direkt neugierig auf Emmas Geschichte. Es vermittelt mit seinen fröhlichen Farben und der lebendigen Gestaltung genau die sommerliche, leichte Stimmung, die auch die Geschichte ...

Die Gestaltung des Covers macht direkt neugierig auf Emmas Geschichte. Es vermittelt mit seinen fröhlichen Farben und der lebendigen Gestaltung genau die sommerliche, leichte Stimmung, die auch die Geschichte transportieren möchte. Damit passt es sehr gut zur Zielgruppe junger Leserinnen ab etwa zehn Jahren und macht neugierig auf das Abenteuer, das Emma erlebt.

Die Geschichte startet ohne lange Einleitung direkt mitten im Geschehen. Dieser schnelle Einstieg sorgt dafür, dass man sofort in die Handlung hineingezogen wird. Das Tempo bleibt über weite Strecken hoch, was das Buch sehr kurzweilig macht und gerade für jüngere Leserinnen gut funktioniert. Die Handlung wird konsequent aus der Perspektive von Emma erzählt, wodurch man sehr nah an ihren Gedanken und Gefühlen bleibt.

Durch dieses hohe Tempo bleiben allerdings manche Figuren und Situationen eher skizzenhaft. Besonders die Nebencharaktere wirken stellenweise etwas blass und bekommen nicht allzu viel Raum zur Entfaltung. Im Verlauf der zweiten Hälfte fällt das jedoch weniger ins Gewicht, da sich die Geschichte zunehmend auf Emma selbst konzentriert und ihre Entwicklung stärker in den Mittelpunkt rückt.

Auffällig ist außerdem, wie stark die Geschichte im aktuellen Zeitgeist verankert ist. Immer wieder werden konkrete Bezüge zu moderner Popkultur oder Medien eingebaut, etwa zu Videospielen oder Serien. Das funktioniert momentan sehr gut und macht die Handlung greifbar, könnte aber in einigen Jahren möglicherweise etwas an Aktualität verlieren.

Ab etwa der Mitte nimmt die Geschichte noch einmal deutlich an Fahrt auf. Die Handlung wird spannender, emotionaler und auch ein wenig fantastischer. Besonders die Themen Freundschaft, Zusammenhalt und vielleicht auch erste zarte Gefühle rücken stärker in den Mittelpunkt. Diese Passagen gehören zu den schönsten Momenten des Buches und geben der Geschichte eine angenehme Dynamik.

Ein Thema, das sich durch das Buch zieht, ist die Bedeutung von Schönheit, Beliebtheit und sozialer Anerkennung – gerade im Zusammenhang mit sozialen Medien. Hier hätte ich mir persönlich gewünscht, dass die Geschichte am Ende etwas deutlicher zeigt, dass äußere Perfektion und Popularität nicht das einzig Erstrebenswerte sind. Gerade für die junge Zielgruppe wäre eine solche Botschaft besonders wertvoll gewesen. Dass dieser Aspekt nicht stärker aufgegriffen wird, ist letztlich auch der einzige Grund, warum ich in meiner Bewertung einen Stern abziehe.

Trotzdem bleibt am Ende ein insgesamt sehr unterhaltsames und flott erzähltes Jugendbuch, das genau auf seine Zielgruppe zugeschnitten ist. Die Mischung aus Sommerabenteuer, Freundschaft, Emotionen und einem Hauch Fantasie macht das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre.

Fazit: Ein gutes, unterhaltsames Jugendbuch, das seine Zielgruppe sicher begeistern kann – mit einer kleinen inhaltlichen Schwäche, die aber den Lesespaß insgesamt nicht entscheidend schmälert.

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