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Veröffentlicht am 11.02.2021

Probleme der modernen Sprache

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod - Folge 2
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Falsches Deutsch, Etymologie von Wörtern wie ebend, türken und ausgepowert und ein Crashkurs über das E-Mail schreiben. All dies ist in diesem Buch und noch viel, viel mehr. Dieses Buch sammelt all diese ...

Falsches Deutsch, Etymologie von Wörtern wie ebend, türken und ausgepowert und ein Crashkurs über das E-Mail schreiben. All dies ist in diesem Buch und noch viel, viel mehr. Dieses Buch sammelt all diese Kolumnen. Auch die anderen Bücher der Reihe machen es ihm gleich, sammeln alle die Zwiebelfisch-Kolumnen.



Der Schreibstil ist sehr gut geworden. Das Buch erzählt in jeder einzelner Kolumne das Problem von Anfang bis Ende und man fühlt sich informiert. Jedoch, was ich auch bei dem Buch des Herrn Böhmermann beklagt habe, sind hier unlustige Witze dabei. Oder vielleicht sind diese Witze für eine andere Generation. Auch möglich.



Der Inhalt war rech`t interessant. Es mag aufgefallen sein, dass zuvor ein Apostroph an einer falschen Stelle verwendet wurde. Dies ist auch eines der geschilderten Probleme. Man kann die ganzen Probleme in zwei Probleme zusammenfassen:

1. Die deutsche Sprache wird anglisiert, weshalb sich viele nicht mehr an korrektes Deutsch halten.

2. Viele Leute benützen umgangssprachliche, informelle Ausdrücke bei formellen Anlässen wie Zeitungsberichten u. co.



Dies wurde anschließend geprüft, ob es in der Umgebung des Bloggers typisch ist. Das erste stimmt, so werden beispielsweise beim Corona-Krisenmanagement statt Wörtern wie Zusperren Lockdown und andere englische Ausdrücke. Gegen die Verwendung englischer Wörter spricht grundsätzlich nichts. Ès sollte aber ein Ersatz für das ältere Publikum gewählt werden, da diese Leute oftmals kein Englisch können. Auch das zweite Problem ist wahr. Beispielsweise der renommierte Journalist Armin Wolf wechselte in der ZIB bei der Verabschiedung in einen Tiroler Dialekt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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Veröffentlicht am 29.01.2021

Fragwürdiger Schreibstil

Ostwind - Aufbruch nach Ora
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Mika ist glücklich, denn sie hat ihr Ziel erreicht: Auf dem Gestüt Kaltenbach lebt sie mit ihrem Freund Milan, ihrem besten Freund Sam und ihrem Pferd Ostwind. Bei einem Unwetter wird Ostwinds Geliebte ...

Mika ist glücklich, denn sie hat ihr Ziel erreicht: Auf dem Gestüt Kaltenbach lebt sie mit ihrem Freund Milan, ihrem besten Freund Sam und ihrem Pferd Ostwind. Bei einem Unwetter wird Ostwinds Geliebte 34 verletzt und erliegt diesen Verletzungen. Deshalb machen sich Mika und Ostwind auf eine Reise zur Bewältigung, eine Reise zu Ostwinds Heimatsort Ora in Andalusien. Dort erleben sie ein Abenteuer mit dem andalusischen Stallmädchen Sam und erkennen, dass es in anderen Ländern ähnlich zu geht wie daheim.



Die Geschichte ist recht cool. Denn die Geschichte ist auch für Antirassismus, da Mika mit den Spanierinnen umgeht, wie mit allen anderen auch, sie versucht Deutsch zu reden und ist genau so höflich wie mit ihren Freundinnen vom Gestüt Kaltenbach. Die Geschichte ist recht interessant, da sie gegen die Schuldfrage spielt. In einer Zeit, wo die meisten Menschen nach einem Schuldigen für die Situation suchen, ist es wichtig aufzuzeigen, dass es nicht immer um die Schuldfrage geht, sondern man manchmal auch Geschehnisse einfach hinnehmen sollte. Aber da würde ich mich zu sehr in eine Gottesrolle hineinsteigern, das steht aber keinem Menschen zu.

Die Geschichte ist auch gegen Nestlès Idee , aus Wasser Geld zu machen. Denn der Vater von Sam aus Andalusien, Petros, verkauft sein Land an die Gemeinde, die es widerum an eine Firma, die Nestlè ähnelt, verkauft. Doch um das rückgängig zu machen, wurde ein altes Pferderennen wieder veranstaltet. Es ist sehr gut aufzuzeigen, dass man sich sehr wohl gegen Nestlè wehren kann. Hoffentlich passiert das auch mal in der Realität.

Die Figuren sind allesamt recht normal, auch wenn es Helden in dieser Geschichte gibt. Da wäre beispielsweise die Protagonistin Mika, die ihr Traumleben hat. Doch sie ist dennoch nicht zufrieden. ,,Träume mögen in der Realität anders sein"- Timmy B. 2020

Dieses Zitat beschreibt Mika recht gut. Ihre Träume wurden wahr und machten sie beinahe verrückt. Diese Botschaft an Kinder zu richten, ist jedoch sehr fragwürdig, da genau Kinder nach etwas streben sollen. Genau Kindern sollte so etwas nicht als Positiv-Beispiel vorgehalten werden. Aber Mika hat auch andere seltsame Seiten. Beispielsweise zu Beginn des Buches:

Ostwind und 34 stehen im Stall, Mika kommt rein und holt Ostwind, weil sie spürt, dass 34 allein sein möchte. Doch das führt schlussendlich zu 34s Tod. Sie erkennt aber im späteren Verlauf, dass sie falsch gehandelt hat und das ist auch gut so, da man die Fähigkeit Fehler zuzugeben lernt.

Mika ist eine komplizierte Person, die weder nur gut noch nur böse ist. Dadurch wird auch vermittelt, dass kein Mensch nur gut/ nur böse ist.

Dann wäre da noch Mikas Freundin Fanny. Sie war die meiste Zeit in Paris, kam jedoch im richtigen Moment und brachte die Idee für das Rennen als Lösung gegen die Kapitalisierung von Oras Wasser mit. Auch wenn Mika die Protagonistin ist, ist Fanny die Heldin. Mikas Lösung für schwierige Situationen ist, rauszufinden, was Fanny täte. Ohne Fanny wäre die ganze Geschichte ohne Spannungsbogen. Denn das Highlight, das Rennen, kam nur durch sie zustande. Sie ist die wahre Heldin. Mika ließ 34 sterben, haut mit Ostwind ab, ohne an das Therapiezentrum und die ganzen armen Pferde zu denken. Doch zum Schluss lässt Mika Ostwind in Ora, da es ihm in Kaltenbach schlecht ginge. Sie denkt nicht an das Fohlen, dass ohne Eltern aufwächst, nicht an die Großmutter, die dadurch 500.000 € verliert. Hauptsache Ostwind geht`s gut. Doch Fanny ist anders. Sie denkt an alle und schadet keinem, die wahre Heldin.

Das Konzept der Protagonistin als Antagonistin ist interessant. So etwas sieht man wohl in sonst keinem anderen Buch. Dieses Konzept ist neu und originell.

Ob es einen Schreibstil gibt, ist fragwürdig, denn es wirkt wie eine Kindergeschichte, die genauso gut aus einer Kinderfeder stammen könnte. Denn es gibt keine komplizierten Satzkonstruktionen, die meisten Wörter sind einfach und keine Fachwörter, wenn das Wort Achluphobie vorkäme, schreibe man Angst vor Dunkelheit statt dem Fachwort Achluphobie.



Fazit? Das Buch war sehr gut, auch wenn die Existenz eines eigenen Schreibstils fragwürdig ist.

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Veröffentlicht am 15.01.2021

Warum ist dieses Buch so erfolgreich?

Ostwind - Zusammen sind wir frei
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Mika ist eine Schülerin, die beinahe Autos rammt, weil sie sich für einen Nichtsnutz hält. Ihre Großmutter, Weltmeisterin in Pferderennen, ihre Eltern Profis in Physik. Wegen ihrem Zeugnis kann sie über ...

Mika ist eine Schülerin, die beinahe Autos rammt, weil sie sich für einen Nichtsnutz hält. Ihre Großmutter, Weltmeisterin in Pferderennen, ihre Eltern Profis in Physik. Wegen ihrem Zeugnis kann sie über die Sommerferien nicht mit ihrer besten Freundin Fanny ins Sommercamp, sondern kommt zu ihrer Großmutter auf das Gestüt Kaltenbach. Dort trifft sie auf ein Pferd,Ostwind, das eine ähnliche Vorgeschichte hat wie sie: Beide haben Ahnen, die in etwas begabt sind, beide werden an einem Ort eingesperrt, beide verletzten unwillentlich Menschen und auch wie Gefangene behandelt. Doch Ostwind soll geschlachtet werden! Um das zu verhindern, lernt Mika bei einem ehemaligen Pferdetrainer, Herr Kaan, Ostwind verstehen und reiten, um mit ihm bei dem alljährlichen großen Pferdeturnier, den Kaltenbach Classics, zu reiten, sich selbst beweisen, dass sie kein Nichtsnutz ist, und der Großmutter beweisen, dass Ostwind nicht geschlachtet werden soll. Wird sie all dies schaffen?



Die Geschichte ist mäßig, da so gut wie nichts passiert. Mika kann nichts, Mika geht auf Pferdehof, Mika lernt Ostwind kennen, Mika wird Ostwinds Bezugsperson, gemeinsam reiten sie das Turnier, danach wird Ostwind wegen einer heimtückischen List krank, Mika nimmt die Krankheit mit und zum Schluss geht es alle wieder gut. Es passiert nicht viel spannendes, außer die Situation um die Krankheit.



Auch wenn die Geschichte mäßig ist, ist der Inhalt, der vermittelt wird, toll, da es das Schulsystem kritisiert, dass es alle Schüler traurig mache, doch auch vermittelt es die Botschaft, dass jeder Mensch bestimmte Fähigkeiten hat und diese nur warten, entdeckt zu werden. In Zeiten, wo wegen Corona das ganze Land im Lockdown ist, sind solche Botschaften besonders wichtig, damit man nicht die Hoffnung aufgibt. Andererseits ist es dadurch, dass es das System kritisiert ein bisserl anarchistisch, da es dazu aufruft, das System zu stürzen. Dass das alles noch in die Fassade eines Kinderbuches gepackt ist, finde ich cool, da es vermutlich schwierig war derartigen Mischmasch zwischen Aufruf zum Systemumsturz und Pferdeliebe zu schreiben.



Auch wenn der Inhalt toll und die Geschichte mäßig ist, ist der Schreibstil kompliziert zu bewerten. Denn da es offensichtlich für Kinder sein sollte, ist es fragwürdig, ob der Schreibstil absichtlich derartig schlecht geschrieben ist, um die Kinder anzusprechen, oder ob die Autorin derartig schlecht schreibt, weil sie es nicht besser kann. Deshalb ist ein Urteil über den Schreibstil unmöglich.



Fazit? Das einzige Gute ist der Inhalt, die Geschichte ist schlecht und über den Schreibstil kann nicht geurteilt werden.

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Veröffentlicht am 12.01.2021

Die wahre Bedeutung von Weihnachten

Doktor Proktor und das beinahe letzte Weihnachtsfest
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Herr Thrane gibt sich als Pilzinspektor aus, kauft dem norwegischen König Weihnachten ab und stiehlt die Kopie des Rathauses der Urkunde, in der beglaubigt wird, dass dem Weihnachtsmann Weihnachten gehört, ...

Herr Thrane gibt sich als Pilzinspektor aus, kauft dem norwegischen König Weihnachten ab und stiehlt die Kopie des Rathauses der Urkunde, in der beglaubigt wird, dass dem Weihnachtsmann Weihnachten gehört, und lässt eine Urkunde aufsetzen, in der beglaubigt, dass ihm Weihnachten gehört. Somit ist er von der Staatsseite her im Recht und darf, was er will. Deshalb macht er Weihnachten zu einem Fest des Kapitalismus, man darf nur Weihnachten feiern, wenn man 1000€ bei seinem Kaufhaus ausgibt. Doch das lassen sich Doktor Proktor und seine Freunde Lise und Bulle nicht gefallen und retten Weihnachten. Gut, dass sie auch den echten Weihnachtsmann kennen.



Ein Aspekt aus dem Buch gefiel mir sehr gut. Der Weihnachtsmann hörte in den 1990ern auf, doch es fiel keinem auf, die Familien beschenkten sich immer gegenseitig mit viel mehr, als der Weihnachtsmann jemals produzieren könnte, und es fiel nicht mal auf, dass der Weihnachtsmann aufhörte. Wegen dem Klimawandel mussten die Wichtel nach Australien auswandern und wurden durch Roboter ersetzt, die Rentiere kommen von Australien. Kurzgesagt, die moderne Konsumgesellschaft. Das fand ich ein interessantes Konzept, da kritisiert wird, dass zu viel gekauft wird (Weihnachtsgeschenke), dass es wegen dem Klima Tierarten aus ihrem heimischen Lebensraum vertrieben werden (Wichtel) und die Produkte von überall her kommen (Rentiere).





Die Figuren sind ein breites Spektrum.

Bulle ist einer der Protagonisten. Er hat immer einen Witz auf Lager, steckt voller Fantasie und ist trotz seiner Armut nicht traurig. Durch Bulle wird die Aussage vermittelt:,, Man kann sich Freude nicht erkaufen." Dieser Aspekt ist bei diesem Kinderbuch sehr gut, dass Geld zwar die Welt regiert, man davon allein aber noch lange nicht glücklich wird.

Liese ist "das liebste Mädchen der Welt", setzt sich zeitintensiv gegen Leid ein und auf sie passt der Begriff Nihilistin auch recht gut, da sie es schön findet, wenn man zu Weihnachten nichts Großes bekommt, sondern nur kleine Aufmerksamkeiten wie ein Buch oder ein Kreisel. Sie ist sozusagen das Gegenteil der modernen Konsumgesellschaft, will wenig haben und hat für alle Dinge, die ihr wichtig sind Zeit. Dieser Aspekt gefiel mir auch sehr gut, da dadurch vermittelt wird, dass man sich für alle Dinge, die einem wichtig sind, Zeit nehmen sollte und nicht alle Dinge aus der Welt braucht.

Doktor Proktor ist ein genialer Erfinder, unter anderem von Pupspulver, Zeitreisen, unsichtbaren Bumerangs und vielen weiteren Erfindungen. In seiner Kindheit schenkte man sich zu Weihnachten Erfindungen, unter anderem eine Pralinenschachtel, deren Pralinen "Nimm mich" beim Öffnen schreien. Sein Vater arbeitet mit dem Weihnachtsmann zusammen und er ist derjenige, der den Weihnachtsmann überzeugt, bei der Rettung von Weihnachten mitzumachen und den Job Weihnachtsmann wieder anzufangen. Durch ihn wird unter anderem Überzeugungskraft vermittelt, ein Wert, den man in der heutigen Gesellschaft sehr häufig braucht, ja man glaubt es kaum, man braucht ihn sogar beim Rezensieren von Büchern😃. Auch wird durch ihn vermittelt, dass man zu Weihnachten nicht unbedingt immer etwas kaufen muss, sondern selbstgemachtes viel mehr zählt.

Über Lieses Eltern gibt es nicht viel zu sagen. Sie schenken zu Weihnachten nur nützliche Geschenke und machen eine Liste, in der sie den Wert des jeweiligen Geschenkes eintragen, um im nächsten Jahr für ebendiese Summe der Person etwas zurückzuschenken. Lieses Vater arbeitet als Kommandant für Norwegen und bläst am Heiligen Abend einen Schlitten, den er für einen finnischen Jäger hält, Dieses Verhalten wird auch im Buch ziemlich kritisiert. Dass diese beiden Eltern den Geist von Weihnachten nicht verspüren und auch keine Fehler bekennen macht sie in meinen Augen zu "Bösewicht*innen", da sie statt Nächstenliebe zu zeigen, nützliche Dinge verschenken und den Preis ganz genau nehmen, statt einer stillen Nacht blasen sie einen Schlitten vom Himmel. Doch darum geht es bei Weihnachten nicht. Es geht darum, anderen eine Freude zu machen und ein ruhiges und besinnliches Fest zu feiern. Deshalb finde ich es gut, dass die Eltern für ihre Aktionen kritisiert werden.

Bulles Mutter ist zu Beginn ähnlich wie Lieses Eltern, eigentlich noch schlimmer. Denn sie will Bulles Sachen wegnehmen, sie zu Geld machen und mit diesem Geld bei Herrn Thrane einkaufen. Dann verkauft sie eines von Bulles wertvollsten Schätzen, die Trompete, die er von seinem Opa bekam, der jedoch das Mundstück fehlt, sodass kein Ton rauskommt. Auch hat sie die einzige Urkunde, in der steht, dass dem Weihnachtsmann Weihnachten gehört, beinahe als Klopapier benützt, doch Bulle hielt sie davon ab. Doch als Bulle, Liese und Proktor Weihnachten retten, besinnt sie sich zum Weihnachtsgeist der Nächstenliebe, kauft die Trompete zurück und gemeinsam mit Liese kauft sie

Herr Thrane ist der typische Kapitalist. Er will immer noch mehr, zwingt die Leute eine bestimmte Summe bei ihm auszugeben, alles in allem ein Geizkragen. Doch dann landet er auf einer Insel mitten im Meer und denkt, dass er Weihnachten auf nimmer Widersehen an die Menschheit zurückgibt, doch dann wenn es hart auf hart kommt, Weihnachten doch lieber für sich behält. Durch ihn wird impliziert, dass sich manche Menschen nie ändern. Auch das gefiel mir recht gut, da dadurch auch aufgerufen wird, stark zu sein für Herzensangelegenheiten.

Der norwegische König verhält sich wie ein Trottel. Denn statt autoritär zu handeln, lässt er Leute, die mit ihm reden wollen, aus seinem Palast werfen, schreit schnell mal das Wörtchen langweilig und spielt am liebsten mit seiner Playstation. Ich finde gut, dass er als König so dargestellt wird, da Monarchien längst aus der Mode sind. Deshalb finde ich gut, dass der König sich nicht wie ein König benimmt. Anmerkung: Norwegen befindet sich in einer konstitutionellen Monarchie, also das, was Österreich und Deutschland vor dem Ende der beiden Kaisserreiche hatten.



Der Schreibstil ist schön, es gibt keinen komplizierten Satzbau, aber durch die Setzung von den richtigen Adjektiven an den richtigen Stellen wirkte es viel emotionsvoller als wenn man die Adjektive zufällig setzte. Dass die Adjektive an den richtigen Stellen gesetzt wurden, ist echt supi.


Über den Rest der Geschichte gibt es nichts mehr zu sagen, ausser Spitzenbuch, Leseempfehlung.



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Veröffentlicht am 15.11.2020

Verschwendetes Potenzial

Wie Dirk B. lernte, den Kapitalismus zu lieben
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ACHTUNG!!! MÖGLICHE SPOILER!!! ACHTUNG!!!
Dirk B. wird manipuliert von einer gewissen App. Die App manipuliert ihn mit kurzen Sätzen, die immer genau zur Situation passen. Diese App zeigt allen den Egoist, ...

ACHTUNG!!! MÖGLICHE SPOILER!!! ACHTUNG!!!
Dirk B. wird manipuliert von einer gewissen App. Die App manipuliert ihn mit kurzen Sätzen, die immer genau zur Situation passen. Diese App zeigt allen den Egoist, der in Dirk B. steckt.

Die Geschichte ist zwar von einem Comedian geschrieben, den ich gut finde, aber sie ist nicht lustig, wenn man nur liest. Es ist auf einer anderen Ebene lustig, einer Slapstick-Ebene mit Pipi-Kacka-Humor. Und damit wirkt das Buch unlustig. Das finde ich persönlich vergeudetes Potenzial, da der Comedian in einer Show auftritt, die für den Grimme-Preis nominiert ist. Das wirkt sich negativ auf die Geschichte aus, dass sie unlustig ist.

Es wird von brennenden Parteitagen, Kindern, Betrug und Tod erzählt. Der Schluss ist interessant, da die Autoren selbst auftreten. Das Prinzip des Auftretendes der schreibenden Person ist interessant, da in diesen Fällen die Figuren ihren Schöpferinnen gegenüber treten. Denn das wirft die Frage auf, ob die fiktive Welt auch außerhalb der Erzählungen in jener Welt ist. Das finde ich recht interessant, da mit dem Ende das Buch auch in eine philosophische Richtung geht, und das finde ich gut.

Die Geschichte hat einen Spannungsbogen, der höchstens in einem 179° Winkel ansteigt. Das ist nicht besonders spannend. Die Geschichte beginnt, wie sie endet. Die Geschichte zieht sich bis zum Ende mit komischen Geschichten und dann geht es zack auf zack zurück zum Start und dann noch das Gegenübertreten mit den Schöpfern. Das gefiel mir persönlich nicht.

Die Figuren benehmen sich sehr authentisch, da sie kein Blatt vor den Mund nehmen, und ganz normale Menschen aus dem 21.Jahrhundert sind. Keine Superkräfte, kein Sinn für Gerechtigkeit, einfache Egoisten. Das finde ich authentisch. Und wenn sich Figuren authentisch benehmen, finde ich das gut.

Die Ideen wirken wie eine Mischung aus Erebos, Barney Stinson und RTL II-Komödien. Oder wie die Prinzen sagen : ,,Es ist alles nur geklaut." Denn das ist die traurige Realität des Buches. Die meisten Ideen wurden aus Kunst und Kultur geklaut, aber dennoch selbst aufgearbeitet. Das finde ich besser, als wenn man die Geschichten 1:1 übernähme. Dennoch ist es nicht gut, aber auch nicht schlecht, einfach mittelmäßig.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch zwar von Innovation zeugt, aber es zu sehr versucht lustig zu sein. Nicht nur zu sehr, sondern auch auf die falsche Art, auf die Art von Kindergärtler
innen.
Somit gibt es von mir nur 2 von 5 Sterne.

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