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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.07.2020

Umfangreiche Sammlung

Urlaubsglück in Deutschland
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Gleich zu Beginn bietet das Buch einen Überblick über die enthaltenen Tipps. In einer Tabelle ist zu jedem Kapitel erkennbar, in welchem Bundesland die Örtlichkeit liegt und unter welcher Nummer der Tipp ...

Gleich zu Beginn bietet das Buch einen Überblick über die enthaltenen Tipps. In einer Tabelle ist zu jedem Kapitel erkennbar, in welchem Bundesland die Örtlichkeit liegt und unter welcher Nummer der Tipp auf der Landkarte und im Buch zu finden ist. So kann man gut gezielt nach Unternehmungen in einem bestimmten Bundesland suchen um beispielsweise für eine Urlaubsreise zu planen.
Die Aktivitäten sind weit gefächert, für jeden Geschmack und jedes Alter ist etwas dabei. Es gibt Entdeckungen zu Fuß, per Rad, per Bahn, für Liebhaber von Museen, für Familien, oder für Aktivurlauber, Tipps für Indoor und Outdoor, für Naturliebhaber, Stadttouristen, solche die Ruhe suchen, oder die Natur erleben wollen. Das Spektrum ist sehr umfangreich.
Jedem Kapitel vorangestellt ist eine Karte, auf der die Tipps gekennzeichnet sind. Die einzelnen Ausflugsziele werden in der Folge kurz beschrieben und es gibt teilweise Fotos. In jedem Kapitel gibt es auch einen zim Thema passenden Tipp für Daheimgebliebene.
Für mich ein absoluter Pluspunkt im E-Book, die eingefügten Links, über die man gleich zu weitern Informationen, oder auf entsprechende Webseiten weitergeleitet wird. Das ist für die Planung und eventuelle Buchungen ein großer Vorteil.
Mir persönlich würde das Buch allerdings in gedruckter Form noch besser gefallen, einfach weil das Blättern, das gezielte Suchen einfacher ist.
Das Buch enthält viele Tipps auf ganz Deutschland verteilt, einige Attraktionen kannte ich, die meisten waren mir aber absolut neu und es gibt viele, die ich in diesem Buch noch vermisst habe. Ich denke also es besteht durchaus Bedarf für weitere Sammlungen.

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Veröffentlicht am 20.07.2020

Mord in rauer Kulisse

Halligmord (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 1)
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Ich stelle mir das Leben auf einer Hallig in der Nordsee sehr einsam vor. Man ist abhängig von den Gezeiten, vom Wetter, vom Stromgenerator und ein wenig auch von den wenigen Nachbarn. Sicher kein einfaches ...

Ich stelle mir das Leben auf einer Hallig in der Nordsee sehr einsam vor. Man ist abhängig von den Gezeiten, vom Wetter, vom Stromgenerator und ein wenig auch von den wenigen Nachbarn. Sicher kein einfaches Keben, selbst heute nicht.

Die Autorin nimmt uns mit an die friesische Küste, auf die fiktive Hallig Nepken. Hier findet der Postbote eines Morgens einen menschlichen Schädel im Schlamm und meldet den Fund bei der neuen Kommissarin Minke, die gerade erst an diesem Tag ihren Dienst angetreten hat. Der Tote entpuppt sich als ein vor Jahren bei einem Bootsunfall umgekommener Arzt, nur das ein Bootsunfall gar nicht die Todesursache gewesen sein kann.

Der Aufbau des Krimis ist sehr klassisch gehalten, eine kurze Vorstellung einiger Figuren, der Fund der Leiche und die Ermittlungen der Kommissarin, die rückblickend ein Bild des Opfers zeichnen und die Ereignisse vor seinem Verschwinden darstellen. Die Autorin verzichtet hierbei auf all zu viel Schnickschnack und Gedöns, die Ermittlungsarbeit ist unaufgeregt und kommt tatsächlich noch durch gute alte Recherche, Zeugenbefragung und Kombination zum Ziel. Aufbau und Ablauf haben mich hier sehr an klassische Krimis im Stil einer Agatha Christie erinnert, die auch tatsächlich einmal Erwähnung im Buch findet. Die Figuren sind sympathisch, unterhaltsam, manchmal durchaus skuril, aber teilweise noch etwas ausbaufähig. Hier hoffe ich dann auf eine Fortsetzung um den Figuren mehr Tiefe zu geben.

Ein lesenswerter Krimi für Alle, die es mal nicht so blutrünstig und rasant möchten.

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Veröffentlicht am 19.07.2020

Schwieriges Erbe

Die Marschallin
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Familie kann man sich nicht aussuchen, sagt man so ja gerne. Man wird in sie hineingeboren und muss dann mit dem Erbe, das sie einem hinterlässt seinen eigenen Weg finden. In den meisten Familien ist dieses ...

Familie kann man sich nicht aussuchen, sagt man so ja gerne. Man wird in sie hineingeboren und muss dann mit dem Erbe, das sie einem hinterlässt seinen eigenen Weg finden. In den meisten Familien ist dieses Erbe ziemlich trivial, vielleicht eine Tante, die etwas gaga im Kopf war, oder ein Onkel mit Hang zum Alkohol. In dieser Familie ist das Erbe schon etwas bedeutender und schwerer und dieses Buch dient der Autorin vielleicht in gewisser Weise dazu etwas persönliches aufzuarbeite und zu reflektieren, aber vielleicht auch dazu, den Blick auf einen dunklen Punkt in der jüngeren Vergangenheit zu lenken.

Die Autorin ist die Enkelin von Zora del Buono und trägt auch deren Namen, ein Name, der den Trägerinnen wohl nicht unbedingt Glück bringt, generell sind schon mehrere Familienmitglieder nur bedingt mit Glück gesegnet, gab es doch eine ungewöhnliche Häufung von plötzlichen Todesfällen, in denen meist ein Auto eine Rolle spielt. Von diesen Begebenheiten erfährt der Leser aber erst im zweiten Teil des Buches genaueres. Dem zweiten Teil, der nur wenige Seiten ausmacht und in den achziger Jahren angesiedelt ist, die Großmutter krank und vereinsamt im Monolog mit ihrer tauben Pflegekraft im Altersheim. Der erste Teil dagegen nimmt fast das gesamte Buch ein und beschreibt das Leben der Zora Del Buono, ihre Kindheit und Jugend in Slowenien, den Krieg, die Bekanntschaft mit ihrem späteren Mann bis hin zu ihrem Leben als Arztgattin, Mutter, Vorstand eines riesigen Hauses und ganz zu vorderst glühende Kommunistin. Eine Gesinnung, die der Leser angesichts des Lebenswandels der Familie nur schwer einordnen kann.

Generell ist das Buch sehr von Politik und dem damaligen Zeitgeschehen geprägt, weniger von direkten Familiengeschichten. Aber so war nun eben das Wesen von Zora Del Buono, die glühend für ihre Sache kämpfen konnte, ihre Kinder aber mit Nummern ordnete, die ihre Zuneigung als Mutter zu ihnen deutlich machte. Der Enkelin gelingt es gut das Wesen ihrer Großmutter einzufangen, ihr Leben wird in Episoden geschilder, die oft zeitlich weit auseinander liegen und oft ohne jede erkennbare Reihenfolge aneinandergereiht sind. Erzählt werden diese Episoden durch verschiedene Personen, mal kommt Zora selbst zu Wort, mal ihr Ehemann, mal ein anderes Familienmitglied. Obwohl die Lebensgeschichte sehr interessant ist, zog sie sich doch manchmal etwas in die Länge und driftete in politische Diskussionen ab, die ich dann eher überlesen habe.

Das Buch ist gut geschrieben und über weite Strecken gut zu lesen. Die Hauptfigur ist natürlich im Vordergrund, ihr Wesen gut beschrieben, andere Familienmitglieder bleiben aber oft blass und bloße Randfiguren. Die Einblicke in die düsteren Kapitel italienischer Geschichte waren sehr interessant und zeigen eindringlich, wie tief der Faschismus nicht nur Deutschland zersetzt und ins Unglück gestürzt hat.

Die Autorin beschreibt eine polarisierende Persönlichkeit, mit der nicht nur die eigene Familie bis heute hadert, sondern auch der Leser. Ein schwieriges Erbe, über das wohl noch lange nicht alles in diesem Buch erzählt ist.

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Veröffentlicht am 06.07.2020

Schöne Zusammenstellung

Eiskalte Augenblicke
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Die Autorin entführt den Leser auch in diesem Buch in den idyllischen schwedischen Schärengarten rund um die Insel Sandhamn. Nora und Thomas, ihre bekannten Figuren spielen hier ebenso eine Rolle, wie ...

Die Autorin entführt den Leser auch in diesem Buch in den idyllischen schwedischen Schärengarten rund um die Insel Sandhamn. Nora und Thomas, ihre bekannten Figuren spielen hier ebenso eine Rolle, wie andere Bewohner. Die kurzen Episoden sind dabei über einen längeren Zeitraum verteilt. So gibt es eine Episode aus Noras Kindheit und man erfährt wie sie Thomas kennengelernt hat, man trifft Signe wieder und auch Noras Mann Hendrik. Die Sammlung ist ein stückweit ein Geschenk an die Leser, weil die Autorin hier die Möglichkeit hat, den Lesern Hintergründe zu erklären, die in den bisherigen Krimis nicht genauer behandelt wurden, aber oft für Fragen sorgten.

Wer die Bücher der Autorin kennt, fühlt sich gleich wohl mit den Figuren und der Szenerie. Man erkennt, dass die Idylle schon früher trügerisch war und auch auf dieser kleinen Insel das Böse lauert. Die Bandbreite der Kurzkrimis ist dabei sehr weit gefächert, es geht nicht primär um die Aufklärung eines Mordes, sondern oft auch nur die Andeutung eines solchen, oder um den Fund einer Leiche. Einige der beschriebenen Fälle drehen sich um Missbrauch in den verschiedensten Formen. Oft wird der Leser gedanklich auf eine vollkommen andere Spur geführt, um dann in wenigen Sätzen die grausige Wahrheit zu erkennen. Gänsehaut garantiert.

Das Buch ist eine interessante Zusammenstellung, eine schöne Ergänzung zu den bisherigen Büchern, durch die kurzen Geschichten eine passende Urlaubslektüre.

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Veröffentlicht am 30.06.2020

Erinnerungen

Ozelot und Friesennerz
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Selbst wenn man noch nie auf Sylt gewesen ist, kann man mit Sicherheit irgendetwas erzählen, das man mal über die Insel gelesen, oder gehört hat. Halbwissen aus einer bunten Illustrierten beim Friseur, ...

Selbst wenn man noch nie auf Sylt gewesen ist, kann man mit Sicherheit irgendetwas erzählen, das man mal über die Insel gelesen, oder gehört hat. Halbwissen aus einer bunten Illustrierten beim Friseur, über Politiker, Promis, und Sternchen, die dort leben, lieben, feiern. Wer es sich leisten kann macht Urlaub auf der Insel, um teilzuhaben an all diesem Glanz und Glamour und auf der Heimreise wird dann im Auto mitgegröhlt, wenn die Ärzte ihre Sehnsucht nach Westerland besingen. Was halten wohl die Einheimischen von diesem Trubel, diesem Hype, der um ihre Heimat gemacht wird? Ich habe mich das im Urlaub schon oft gefragt. Was denken wohl die Bewohner eines überlaufenen Urlaubsortes über die Horden von Touristen, die tagtäglich an ihren Vorgärten vorbeiziehen?

Susanne Matthiessen ist eine Einheimische, ein echtes Kind der Insel sozusagen, von denen es heute keine mehr geben wird, weil die Geburtsstation auf der Insel aus Kostengründen geschlossen wurde. Sie beleuchtet soche Dinge in ihrem Buch ebenso, wie die absurden Auswüchse des Baubooms, oder die Wohnungsknappheit für Einheimische und Arbeitskräfte. Das Hauptaugenmerk liegt aber im Blick in die Vergangenheit, ihre Kindheit in den 70ern auf dieser kleinen Insel, die der Nordsee trotz.

Die Autorin erzählt mit viel Humor und einem Hauch Nostalgie über ihren Alltag zwischen Strand, Feriengästen und dem Pelzgeschäft ihrer Eltern, das Dreh - und Angelpunkt des Familienlebens ist. Ihre Erinnerungen zeugen von der unglaublichen Beobachtungsgabe von Kindern, man sagt ja nicht umsonst, sie bekommen mehr mit als man denkt. So erfährt der Leser einiges über den Alltag der Insulaner, wie sich alles um die Feriengäste dreht, wie innerhalb der Saison sogar die eigene Familie hinten angestellt wird, damit die Touristen ihren perfekten Urlaub erleben und möglichst ihr Geld auf der Insel lassen, schließlich muss, was in der Saison verdient wird die Familie über den Winter bringen. Man erfährt aber auch viel über den Zusammenhalt unter den Insulanern und über Sylter Originale.

Die Titel der einzelnen Kapitel sind eine Hommage an die Eltern der Autorin und deren Leidenschaft, ihr Pelzgeschäft. Vom Großvater gegründet, vom Vater übernommen und mit dem unermüdlichen Einsatz der Mutter zu einer Institution gemacht, nimmt es im Buch genausoviel Platz ein, wie im Leben der Autorin. Die teilweise sehr ausführlichen Beschreibungen der Herstellung der Pelzmäntel, die Erklärungen über Vorzüge der einzelnen Felle, all dies ist für Tierschützer vielleicht nicht unbedingt geeignet. Aber schließlich schreiben wir eine ganz andere Zeit, Pelz war in, Pelz war Statussymbol und ist sinnbildlich für den damaligen Lifesty auf der Insel.

Das Buch ist aber nicht nur eine bunte Reise durch die 70er. Kommt die Autorin in die Gegenwart, dann kommen auch die kritischen Stimmen und der Ton des Buches wird ernster. Die Einheimischen sind längst nicht mehr Herr auf ihrer Insel, jeder will mittlerweile mit der Marke Sylt verdienen und die Folgen des jahrelangen Ausverkaufs sind heute deutlich spürbar. Die Autorin rechnet ab mit Denen, die sich für drei Wochen im Jahr ein riesiges Feriendomizil in die Dünen setzen lassen und dabei keinerlei Rücksicht nehmen, weder auf Umweltschutz, noch auf die Befindlichkeiten der Einheimischen.

Das Buch ist eine Werbung für die Insel, die perfekte Strandkorblektüre, ich habe es aber auch ein Stückweit als Mahnung verstanden, den das typische, dieser besondere Menschenschlag, der persönliche Sylt -Verein der Autorin, ist mittlerweile vom Aussterben bedroht.

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