In diesem dritten Buch der Vorgeschichte zur Hexer - Saga findet der Leser wieder einige lose Erzählungen zu Geralts Abenteuern, so zb die über die Drachenjagd, die auch, etwas abgeändert, in die Serie ...
In diesem dritten Buch der Vorgeschichte zur Hexer - Saga findet der Leser wieder einige lose Erzählungen zu Geralts Abenteuern, so zb die über die Drachenjagd, die auch, etwas abgeändert, in die Serie Einzug gefunden hat.
Man folgt Geralt auf seinen Reisen, mal ist er in Begleitung von Rittersporn, manchmal ist auch Yennefer an seiner Seite und natürlich gibt es ein Wiedersehen mit Ciri. Andrzej Sapkowski erzählt hier wieder in seiner unvergleichlichen Art, manchmal etwas sehr dialoglastig, derb, spannend und mit einer Prise Humor. Neben Drachen lernt man so manches Wesen kennen, das Geralts Welt bevölkert, wobei nicht jedes von ihnen wirklich bösartig ist und getötet werden muss. Die Geschichten haben nicht unbedingt eine Verbindung miteinander, folgen keiner erkennbaren Chronologie, sind aber ein schöner Einblick in die Welt und die Arbeit des Hexers. Die Figuren und Ereignisse der ursprünglichen Saga bekommen so etwas mehr Tiefe und Hintergrund.
Dieser dritte Band der Vorgeschichte konnte mich wieder komplett begeistern und war eine stimmige Vorbereitung auf die weitere Lektüre. Ich habe die Bücher in der empfohlenen Reihenfolge gelesen.
Annalena Krest, Hauptkommissarin aus Ehrenfriedersdorf will gerade zur Dienststelle in Chemnitz aufbrechen, als sie vom Fund einer Leiche ganz in ihrer Nähe unterrichtet wird. Am Fundort stellt sie fest, ...
Annalena Krest, Hauptkommissarin aus Ehrenfriedersdorf will gerade zur Dienststelle in Chemnitz aufbrechen, als sie vom Fund einer Leiche ganz in ihrer Nähe unterrichtet wird. Am Fundort stellt sie fest, dass sie den Toten kennt, es ist ein Drehorgelspieler, der erst wenige Tage zuvor auf einem Volksfest unterwegs war und Annalena durch seinen freundlichen Umgang mit den jüngeren Zuhörern im Gedächtnis geblieben ist. Die Umstände könnten darauf hindeuten, dass der alte Herr gestürzt ist, allerdings passt da einiges nicht recht ins Bild.
Das Buch ist bereits das siebte der Erzgebirgskrimireihe der Autorin, aber ich kenne die anderen bisher noch nicht. Hauptfigur Annalena Kerst war mir auf Anhieb sympatisch. Die junge Mutter ist erst vor kurzem wieder in den Job zurückgekehrt und die Schwierigkeiten Beruf und Kind unter einen Hut zu bringen sind stimmig in die Krimihandlung eingearbeitet, obwohl hier natürlich auch fast ideale Bedingungen herrschen, was die Betreuung des kleinen Patricks angeht. Neben der Ermittlerin spielt auch ihr väterlicher Kollege Hauptkommissar Lorenz eine große Rolle, der gerade eine berufliche Auszeit nimmt, um sich um seine Lebensgefährtin zu kümmern, die sich von einem schweren Unfall erholt.
Die Ermittlungen konzentrieren sich zu Beginn um den Fund der Leiche des Drehorgelspielers. Zu diesem Zeitpunkt weiß man als Leser noch nicht, in wie weit das Geschehen mit den Ereignissen aus dem Prolog zu tun hat, in dem von der Vertreibung von Familien aus ihren Dörfern 1945 berichtet wird, oder wie das Auffinden eines seit dreißig Jahren Vermissten auf der tschechischen Seite des Erzgebirges damit in Zusammenhang stehen könnte. Allerdings bekommt man recht schnell eine Ahnung von den Zusammenhängen, was der Spannung aber nicht abträglich ist, durch eingebaute Zeitsprünge und die verschiedenen Erzählperspektiven bleibt man in der Geschichte.
Generell ist diese Geschichte eher ruhig aufgebaut und mit wohldosierten Höhepunkten durchsetzt. Einen großen Teil nimmt die Mystik rund um die Sagen und Legenden des Erzgebirges ein, besonders die Figur der Marzebilla, eine alte Frau die sowohl gut, wie auch böse gedeutet werden kann, je nachdem wem sie erscheint und warum. Dieser Teil der Geschichte war wirklich interessant, könnte aber eher rationalen Lesern vielleicht etwas viel sein. Mir hat es gut gefallen, dafür war mir aber etwas anderes zu viel. Ich bin ja ein Fan von Regionalkrimis und mag es unglaublich gern, wenn ich ein Buch lese und die realen Orte und wege direkt wiedererkennen kann. Leider war mir das hier aber direkt zu Beginn manchmal etwas viel. Gerade wen Annalena mit dem Auto unterwegs ist, fühlte ich mich manchmal etwas an die Ansage eines Navigationssystems erinnert. Zum Glück zieht sich diese Detailverliebtheit was die Beschreibung von Örtlichkeiten und Wegen betrifft nicht zu stark durch das Buch.
Moorgold ist ein eher ruhiger Krimi mit starken geschichtlichen und regionalen Bezügen der zeigt, dass es auch in der Idylle das Böse gibt und die Gründe für ein Verbrechen manchmal weit in der Vergangenheit zu finden sind.
Amane lebt in einer Zeit, in der Kinder durch künstliche Befruchtung zur Welt kommen, Sex wird nur noch von Wenigen praktiziert, verliebt wird sich eher in Figuren aus Filmen, oder Animeserien, als in ...
Amane lebt in einer Zeit, in der Kinder durch künstliche Befruchtung zur Welt kommen, Sex wird nur noch von Wenigen praktiziert, verliebt wird sich eher in Figuren aus Filmen, oder Animeserien, als in reale Personen und wenn doch, dann geschieht das außerhalb der eigenen Familie, passende Lebenspartner findet man auf Datingpartys, wenn es genügend Übereinstimmung gibt, wird geheiratet. Amane selbst ist allerdings ein Kind, dass noch auf normalem Weg gezeugt wurde, sie findet diese Vorstellung mehr als verstörend und kann die Entscheidung ihrer Mutter, zu der sie ein sehr angespanntes Verhältnis hat, nicht nachvollziehen.
Die Geschichte Amanes wird in drei Teilen erzählt, man lernt sie als junges Mädchen kennen, erlebt ihre erste Verliebtheit, das Entecken ihrer Sexualität, ihre inneren Konflikte beim Heranwachsen und erhält schon einen ersten verwirrenden Blick auf die Welt in der Amane lebt. Im zweiten Teil dann ist Amane eine junge Frau, die immer mehr den Wunsch nach einer eigenen Familie spürt, die selbst Mutter werden möchte und dafür einen Partner auswählt. Der dritte Teil dann ist der wohl verstörendste des Buches, denn hier wird Amane Mutter, aber auf eine gänzlich andere Art, als es der Leser und Amane selbst erwartet hat.
Schon direkt zu Beginn habe ich sehr mit dem Stil des Buches gehadert, die Erzählweise ist so distanziert, so emotionslos, so ohne wirkliche Tiefe, dass ich mich teilweise sehr zwingen musste weiterzulesen. Selbst in Szenen, in denen Amane von ihrer Verliebtheit erzählt, kam nichts bei mir an, oftmals war das Beschriebene nüchtern und einschläfernd wie der Text in einem Aufklärungsbuch für den Sexualkundeunterricht. Wahrscheinlich soll das als Stilmittel wirken, das die Gesellschaft beschreibt, in der Amane lebt, aber bei mir hat das nichts ausgelöst. Im zweiten Teil wurde das dann etwas besser, hier habe ich langsam das Gefühl bekommen, dass sich die Geschichte in eine Richtung entwickeln könnte, wie ich sie mir eigentlich vom Klappentext her erwartet habe. Eine Dystopie vielleicht im Stil von "Report der Magd", oder auch "Die geschützten Männer", aber was dann am Ende auf mich gewartet hat, hat damit eher wenig zu tun.
Wer jetzt allerdings glaubt das Ende der Geschichte wäre keine heftige, verstörende und absolut beängstigende Zukunftsvision, täuscht sich gewaltig. All dies ist es, aber eben ganz anders als erwartet und leider auch ganz anders, als ich es als Leser bereit bin hinzunehmen, denn für mich überschreitet die Autorin hier eindeutig eine tief, tief rote Linie. Ich habe wie gesagt bis kurz vor Schluss in eine bestimmte Richtung gedacht, was das Ende des Buches betrifft, die Autorin hat mich hier etwas überrascht, aber tatsächlich hätte ich sogar damit leben können. Was allerdings dann wenige Seiten vor Schluss passiert, ist ein No-Go für mich. Irgendwie hatte ich da direkt ein Szenario im Kopf, mein Wunschszenario vielleicht, eines das mich etwas mit der Story versöhnt hätte, aber ich wusste schon nach wenigen Worten wohin das tatsächlich gehen wird und trozdem habe ich echt gehofft ich würde mich irren. Ich will hier natürlich nicht spoilern, obwohl es in diesem Fall vielleicht das Richtige wäre, ich kann nur sagen das mir übel geworden ist, bei dem was die Autorin da so nüchtern und emotionslos in den letzten Zeilen ihres Buches beschreibt.
Wer die Rezensionen zu diesem Buch liest, wird sich vielleicht wundern, denn viele davon sind sehr positiv und ja, vielleicht auch zu Recht, denn vielleicht verstehe ich hier den tieferen Sinn nicht, die Botschaft, was auch immer, vielleicht geht die Bedeutung des Ganzen schlicht an mir vorbei und normalerweise würde ich in so einem Fall sagen - bitte selber lesen, bitte eigene Meinung bilden. In diesem Fall allerdings nicht!
Penelope ist ein junges T Rex Mädchen und vor ihrem ersten Schultag ziemlich aufgeregt. Mit Mama wird ein neuer Rucksack gekauft, Papa schmiert fleißig Frühstücksbrote und dann geht es los. Was Penelope ...
Penelope ist ein junges T Rex Mädchen und vor ihrem ersten Schultag ziemlich aufgeregt. Mit Mama wird ein neuer Rucksack gekauft, Papa schmiert fleißig Frühstücksbrote und dann geht es los. Was Penelope allerdings in ihrer neuen Klasse erwartet, bringt die kleine Saurierdame ziemlich in Bedrängnis, denn ihre Klassenkameraden sind Kinder und jeder weiß doch, Kinder sind furchtbar lecker. Natürlich lässt das Unglück nicht lange auf sich warten und Penelope hat einfach mal alle ihre Mitschüler gefressen, aber keine Angst, genauso schnell wie sie runtergeschluckt sind, sind sie natürlich auch wieder ausgespuckt, da passt die Lehrerin Frau Nudelmann schon auf.
Ich habe es mir ja schon bei meinen Kindern zur Gewohnheit gemacht, alle Bücher,die ich ihnen geschenkt habe auch vorab selber, oder halt mit ihnen zusammen zu lesen, schließlich muss ich als Mama ja wissen womit ich ihr Hirn da füttere. Bei meinem Enkel halte ich an dieser Tradition natürlich fest und so konnte ich Bekanntschaft mit Penelope schließen. Entdeckt habe ich das Buch auf der LBM, es ist das erste von dreien rund um das kleine T Rex Mädchen und passt mit der Thematik natürlich super, da unser Kleiner dieses Jahr in die Schule kommt und wir natürlich nicht riskieren möchten, dass er da vielleicht jemanden anknabbert.
Das Buch ist sehr großformatig, ich finde es lässt sich gut halten und auch wenn mehrere Kinder nebeneinander sitzen, hat jedes von ihnen einen guten Blick auf die Seiten. Diese sind aus etwas festerem Papier, wie ich finde und wirklich schön und kindgerecht gestaltet. Obwohl mit Penelope natürlich eine Fantasiegestalt die Hauptfigur ist, ist alles andere absolut realistisch dargestellt. Das Geschehen wird mit wenigen Sätzen erzählt und die Illustrationen laden dann zum Entdecken ein. Es gibt viele liebevolle Details, ich fand es sehr schön, dass die Kinder der Klasse alle unterschiedlicher Herkunft sind, so gibt es zb ein Mädchen mit Kopftuch, oder einen Jungen mit einer Kippa.
Die Geschichte ist liebevoll erzählt und man kann Penelope eigentlich nicht böse sein. Natürlich finden die Mitschüler es nicht witzig gefressen zu werden und meiden Penelope deshalb und diese leidet darunter das keiner mit ihr befreundet sein will, obwohl sie ihre Tat bereut. Auf ihrer Suche nach einem Freund bleibt nur der Klassengoldfisch übrig und ausgerechnet der hat Dinosaurier zum Fressen gern, man kann sich denken wohin das führt. Dieses Grundthema kann man schön auch auf andere Bereiche anwenden, frei nach dem Motto. was du nicht willst was man dir tut, das füg auch keinem Andern zu.
Mir hat die Geschichte richtig gut gefallen und ich werde sicher auch die anderen Abenteuer Penelopes verfolgen.
Lily, Tochter chinesischer Einwanderer ist 22 als sie während eines Praktikums den Neffen ihres Chefs auf der Firmenweihnachtsfeier kennenlernt. Matthew ist klug, witzig, überaus charmant und um Geld muss ...
Lily, Tochter chinesischer Einwanderer ist 22 als sie während eines Praktikums den Neffen ihres Chefs auf der Firmenweihnachtsfeier kennenlernt. Matthew ist klug, witzig, überaus charmant und um Geld muss er sich keine Gedanken machen, anders als Lily, die unbezahlt für Matthews Onkel arbeitet. Lily und Matthew fühlen sich sofort zueinander hingezogen und werden recht schnell ein Paar, doch Lily fühlt sich zunehmend unwohl ob ihrer finanziellen Situation und beendet die Beziehung überraschend.
Schon im Klappentext des Buches ist zu lesen, dass dies keinesfalls das Ende der Geschichte ist, gegen alle Widrigkeiten werden Lily und Matthew ein Paar, heiraten bekommen einen Sohn. Dieser Abschnitt beginnt 1999 und bildet den ersten des in drei Teile gegliederten Buches. In Teil Zwei springt die Geschichte ins Jahr 2021, Nick, Lilys und Matthwes Sohn steht kurz vor seinem Schulabschluss und der Leser begleitet ihn in seinem Alltag und bei der Suche nach einem passenden College. Im dritten Teil dann erfolgt wieder ein größerer Zeitsprung und wir sind nun im Jahr 2030 und Lilys Mutter wird nun zur Hauptperson, in ihren Gesprächen mit Nick erfährt der Leser nun etwas aus ihrer Vergangenheit, über ihre Herkunft, ihre Flucht aus China und ihr neues Leben in Amerika.
Jeder der drei Abschnitte ist somit einer anderen Figur gewidmet und wird jeweils aus deren Sicht erzählt. Beginnend mit Lily, der Tochter, über Nick, den Enkel, hin, oder besser zurück zu May, der Großmutter. Hier wird dann auch endlich der Bogen zum Prolog geschlagen und es gibt eine Erklärung, auf die der Leser schon seit langem wartet, ob befriedigend, oder nicht, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, mir hat sie leider nicht ausgereicht. Der Punkt um den es hierbei geht, beschäftigt Figuren wie Leser gleichermaßen über weite Strecken des Buches, bildet ein verbindendes Element zwischen ihnen, gibt der Geschichte fast etwas phantastisches und bleibt leider das Einzige, das man als roten Faden bezeichnen könnte.
Rachel Khong schreibt fesselnd und erschafft eine generationenübergreifende Familiengeschichte, die einige sehr spannende Elemente enthält. Trotzdem bleiben die Figuren recht blass, erreichen mich als Leser nicht wirklich, wecken zwar Emotionen, schaffen es aber nicht, dass ich über längere Zeit bei ihnen bleibe. Über weite Strecken des Buches plätschert die Geschichte im alltäglichen vor sich hin, während fast banale Szenen seitenlang erzählt werden, bekommen die wichtigen Elemente, die Fragen, die den Leser beschäftigen, zu wenig Raum, bleiben unkommentiert, oder verlaufen im Sand. Als dann endlich eine Aufklärung kommt, ist es nicht das, was ich nach all diesem Hinarbeiten erwartet habe. Letztlich wurde ich hier eher enttäuscht.
Eigentlich hat die Story unglaublich viel Potential, es werden total interessante Themen angeschnitten, familiäre Traumata, Gentechnik, Rassismus, die Problematik der Identitätsfindung bei Kindern aus Einwandererfamilien, es geht um Migration, um Zugehörigkeit, um Herkunft, um Loyalität, um Ethik, um Moral, um nationales und kulturelles Erbe, um Individualität, Freiheit, Flucht und Verfolgung und politischen Fanatismus, aber auch um Familie und Liebe und um die Frage, was, oder wer ist "real american". So viele Themen, die alle in das Leben der Figuren verwoben sind, die das Leben dieser Figuren bestimmen, die dabei aber leider oft zu oberflächlich bleiben.
In der Gesamtheit habe ich das Buch gern gelesen, auch über die teilweise vorhandenen Längen hinweg. Grund dafür war einfach der Drang, endlich Klarheit zu bekommen, eine Antwort auf all meine Fragen, eine Erklärung für all diese Andeutungen. Irgendwie habe ich ständig gehofft, auf die nächste Seite, auf das nächste Kapitel, darauf, dass sich die Geschichte zu einem großen Ganzen zusammenfügt. Wirklich zusammengefügt hat sich leider nur wenig, die Figuren stehen über weite Strecken isoliert und für sich allein, erzählen ihre Geschichte ebenso isoliert, eine Verbindung gibt es erst spät im Buch, mir leider zu spät.
Was das Buch allerdings erreichen konnte, ist ein unglaublich intensiver und interessanter Austausch innerhalb der Leserunde, in der ich es gelesen habe. Das zeigt, dass diese Geschichte polarisiert, auf jeden Leser anders wirkt und die Grundaussage von jedem Leser anders gedeutet wird. Die Autorin wirft viele Themen in den Raum und bietet mit ihrem Buch die Basis für Diskussionen und Auseinandersetzung. Auch das muss man als Autor*in erstmal schaffen. "Real Americans" ist definitiv ein Buch das mich noch lange beschäftigen wird.