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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2026

Können zwei gebrochene Herzen gemeinsam heilen?

The Trail of Lost Hearts
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Lasst uns als aller erstes Bücher das Cover reden! Ich finde es traumhaft, sowohl einfach nur von der Optik her als auch den Vibe passend zur Handlung.

Das Buch gliedert sich deutlich in zwei ca. gleichgroße ...

Lasst uns als aller erstes Bücher das Cover reden! Ich finde es traumhaft, sowohl einfach nur von der Optik her als auch den Vibe passend zur Handlung.

Das Buch gliedert sich deutlich in zwei ca. gleichgroße Teile, die sich sowohl in ihrer Stimmung als auch in ihrer Handlung merklich voneinander unterscheiden.

Der erste Teil hat mich wirklich begeistert. Wren Waters ist eine Person, die daran geglaubt hat, dass das Universum einem genau das schickt, was man braucht, wenn man nur aufmerksam genug ist. Ihr Leben nimmt jedoch eine tragische Wendung. Bei einem Verkehrsunfall verliert sie ihren Verlobten. Der nächste schmerzhafte Schlag folgt sogleich, denn eine erschütternde Wahrheit wird offenbart: Der „Liebste“ war schon verheiratet und hatte eine Familie. Um Abstand von Ihrem Leben und der Trauer zu gewinnen, macht sie eine Soloreise nach Oregon um Geocaching abseits von allem und jeden zu betreiben. Während einer dieser Touren trifft sie auf Marshall Hendricks, einen attraktiven Psychologen mit einem großen Herzen und ebenfalls leidenschaftlichen Geocacher. Er rettet sie aus einer bedrohlichen Lage. Als er daraufhin vorschlägt, die Woche über zusammen zu reisen, stimmt Wren schließlich widerstrebend zu. Es folgt ein vorsichtiger Prozess des Bekanntwerdens zweier Personen, die beide versuchen, ihrer Trauer zu entkommen und doch irgendwie Stück für Stück etwas heilen. Die beiden finden zahlreiche Gemeinsamkeiten und nähern sich allmählich an. Doch Wren wird bewusst, dass Marshall nicht alles mit ihr teilt. Obwohl sie mittlerweile bereit ist, sich wieder auf einen Mann einzulassen: Halbwahrheiten wird sie sich nicht noch einmal gefallen lassen. Dieser erste Teil hätte von mir glatte 4 Sterne verdient.

Der zweite Teil, der ansetzt als Wren wieder zu Hause ist, konnte mich leider nicht mehr in gleicher Weise überzeugen. Ohne zu viel zu spoilern, denn der Plottwist sollte jeder selbst beim Lesen mitleben … Die Wendung der Handlung war für mich persönlich ein sehr unliebsamer Richtungswechsel, der zu sehr ins Klischeehafte und Stereotype abdriftet. Es geht weiterhin um Trauerbewältigung und wie man im Anschluss sein Leben leben kann. Es rückt auch Marshall psychische Lage stärker in den Vordergrund obwohl er eigentlich gar nicht vor Ort ist. Er heilt und öffnet sich mehr. Das ist grundsätzlich schön, aber der zentrale Plot dieses Abschnitts hat mich nicht überzeugt. Im Vergleich zum angenehm bodenständigen ersten Teil wirkt das Ende doch recht unrealistisch. Auch wenn ich weiß, dass es sich hier um einen Liebesroman handelt und ein positiver Ausgang dazugehört. Für diesen Teil würde ich nur 2 Sterne vergeben.

Der Schreibstil hat mir sehr zugetan. Tracey Garvis Graves erzählt ruhig, emotional und erstaunlich lebensnah. Das Thema Trauer und Heilung wird auf eine Weise behandelt, die sich echt anfühlt. Man leidet mit Wren und Marshall, man versteht sie, man mag sie. Auch das Geocaching wird für Laien wunderbar greifbar beschrieben, ohne je belehrend zu wirken. Besonders positiv fällt auf, dass beide Protagonisten in ihren Dreißigern sind. Das verleiht der Geschichte eine wohltuende Ehrlichkeit und gewisse Reife. Es gibt keine unnötigen Dramen, stattdessen leise Entwicklungen, ehrliche Gespräche und ein spürbares Zögern. Das ist keine stürmische Liebesromanze, sondern etwas Sanftes, ein vorsichtiges Aufeinanderzugehen zweier Menschen, die beide wissen, wie sehr Liebe wehtun kann.

Fazit: Wer gerade Lust auf eine ruhige, erfrischende Romance hat, die sich wohltuend von der breiten Masse abhebt, liegt hier richtig. Auch wenn mich das Buch im zweiten Teil nicht mehr ganz abholen konnte, bleibt es insgesamt ein schönes, emotionales Werk – eines, das beim Verarbeiten von Verlust und dem vorsichtigen Zurückfinden ins Leben auf leise Art begleitet.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Klein, warm und unerwartet tiefgehend

Die Glücksagenten
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Perrine ist 50, gerade arbeitslos und verbringt ihre Tage irgendwie hoffnungslos und depressiv vor sich hin. Bis das Leben ihr durch ein paar Zufälle und die eigene Hilfsbereitschaft eine neue Richtung ...

Perrine ist 50, gerade arbeitslos und verbringt ihre Tage irgendwie hoffnungslos und depressiv vor sich hin. Bis das Leben ihr durch ein paar Zufälle und die eigene Hilfsbereitschaft eine neue Richtung zeigt und sogar eine Foxterrier Dame als Begleiterin schenkt. Und auf einmal ist der Alltag nicht mehr grau, sondern hat wieder Konturen, Farbe, Sinn. Langsam kehrt etwas zurück, das sie fast vergessen hatte: das Gefühl, dass der Tag einen Grund hat. Was als kleine persönliche Glücksmission beginnt mit kleinen guten Taten, ehrlichen Gesten, echten Begegnungen, wird nach und nach zu etwas viel Größerem.

Ich bin super schnell in das Geschriebene eingestiegen. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Die Kapitel sind winzig. Man liest und liest und merkt gar nicht, wie die Seiten verschwinden, alles in einen konstanten Wohlfühl-Ton. Und dann, bähm, kam ein krasser Plottwist, den ich absolut nicht habe kommen sehen. Es gab auch eine offene Kinnlade und ein Tränchen von mir. Aber keine Sorge, es gibt ein gutes Ende.

Die Protagonistin ist bodenständig und eine Person, in die man sich super hineinversetzen kann. Natürlich habe ich mich sofort in den Hund Fanette verliebt. Aber auch die anderen Figuren tragen die Geschichte und machen sie zu etwas einzigartig-besonderen. Eine Szene hat mich jedoch kurz gestört, nämlich der Hund als Müllsammel-Assistent. Die Idee ist süß, aber ob ein Vierbeiner wirklich dreckige Plastikflaschen ins Maul nehmen sollte… da bin ich skeptisch.

Wer große Literatur sucht, sprachliche Virtuosität oder experimentelle Erzählstrukturen, wird hier nicht fündig. Das hier ist ruhige, warme Geschichte, die einen berührt. Das Buch redet einem nicht ein, dass positives Denken alles löst. Es bleibt geerdet. Es zeigt, dass echte Veränderung nicht aus großen Gesten kommt, sondern aus den kleinen Dingen, die man jeden Tag tun kann.

Mein Hauptkritikpunkt: Die Geschichte kommt aus einer sehr privilegierten Perspektive. Nicht jeder kann einfach seinen Tag dem Gutes-Tun widmen. Aber vielleicht ist das auch genau der Punkt. An all jene, die es könnten und es viel zu selten tun.

Diesen Roman lege ich jedem ans Herz. Nicht weil es die Welt erklärt, sondern weil es daran erinnert, wie viel ein ehrliches Kompliment, ein aufgehobenes Stück Müll, ein kleines Zeichen der Menschlichkeit bewegen kann. Würden wir alle jeden Tag auch nur ein bisschen mehr davon tun… die Welt wäre ein ganz anderer Ort.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Mittelmäßiges Buch aber tolle Sprecherin

Hey guten Morgen, wie geht es dir?
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Bewertung des Buches: 3.5 Sterne.
Bewertung der Sprecherin: 4.5 Sterne

In unserem monatlichen Lesesalon des Buchclubs Sachsen haben wir dieses Mal Hey, guten Morgen, wie geht es dir? von Martina Hefter ...

Bewertung des Buches: 3.5 Sterne.
Bewertung der Sprecherin: 4.5 Sterne

In unserem monatlichen Lesesalon des Buchclubs Sachsen haben wir dieses Mal Hey, guten Morgen, wie geht es dir? von Martina Hefter gelesen. Das Buch hat mich zwiespältig zurückgelassen: es war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich beeindruckend.
Die Geschichte dreht sich um Juno, eine Performance-Künstlerin aus Leipzig, die sich neben Arbeit und der Pflege ihres kranken Mannes Jupiter mit sogenannten „Love-Scammern“ im Internet unterhält. Diese Chats sind für sie eine Mischung aus Täuschung, Unterhaltung aber auch Selbstreflexion.

Das Buch wurde vorgelesen von Inka Löwendorf und ich muss sagen, hätte es jemand anders gemacht, hätte ich bestimmt meine Schwierigkeiten gehabt es zu beenden. Das hat so authentisch gewirkt und mich so mitgenommen, dass ich manchmal vergessen habe, dass es nur eine fiktive Erzählung ist. Das einzige Manko: die langen Pausen zwischen den Kapiteln.

Besonders gefallen hat mir das Cover des Buches. Auch der Schreibstil mit seinen kurzen, knappen Sätzen und der lockeren Sprache war angenehm zu lesen und hat mich schnell ins Geschehen gezogen. Juno als Protagonistin fand ich interessant, da sie eine vielschichtige Persönlichkeit hat, die sich nicht so leicht einordnen lässt. Das Thema Love-Scamming aus einer anderen Perspektive als die typische Täter-Opfer Dichotomie zu betrachten, war spannend. Ebenso haben mich die Mini-Einblicke in die finanziellen Aspekte von Kunst und dessen Förderungen fasziniert. Auch die Erwähnung von Leipzig und Chemnitz hat mir gefallen, da es schön ist, diese Städte in einem bekannteren literarischen Werk wiederzufinden.

Trotz dieser positiven Aspekte hat mir jedoch ein klarer roter Faden oder ein Spannungsbogen gefehlt. Die Handlung wirkte auf mich wenig überraschend und entwickelte sich nicht wirklich weiter. Eine eindeutige Botschaft konnte ich ebenfalls nicht wirklich erkennen. Im Buch wird ein Kunststück beschrieben, über das gesagt wird: „Es gab keine Handlung, nur eine Situation.“ Diese Beschreibung lässt sich auch auf das gesamte Buch übertragen. Es war ein netter Zeitvertreib, aber leider ohne nachhaltigen Wow-Effekt.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Ein Roman wie ein Kunstprojekt – interessant, aber ohne klare Botschaft

Hey guten Morgen, wie geht es dir?
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Bewertung: 3.5 Sterne.

In unserem monatlichen Lesesalon des Buchclubs Sachsen haben wir dieses Mal Hey, guten Morgen, wie geht es dir? von Martina Hefter gelesen. Das Buch hat mich zwiespältig zurückgelassen: ...

Bewertung: 3.5 Sterne.

In unserem monatlichen Lesesalon des Buchclubs Sachsen haben wir dieses Mal Hey, guten Morgen, wie geht es dir? von Martina Hefter gelesen. Das Buch hat mich zwiespältig zurückgelassen: es war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich beeindruckend.
Die Geschichte dreht sich um Juno, eine Performance-Künstlerin aus Leipzig, die sich neben Arbeit und der Pflege ihres kranken Mannes Jupiter mit sogenannten „Love-Scammern“ im Internet unterhält. Diese Chats sind für sie eine Mischung aus Täuschung, Unterhaltung aber auch Selbstreflexion.

Besonders gefallen hat mir das Cover des Buches. Auch der Schreibstil mit seinen kurzen, knappen Sätzen und der lockeren Sprache war angenehm zu lesen und hat mich schnell ins Geschehen gezogen. Juno als Protagonistin fand ich interessant, da sie eine vielschichtige Persönlichkeit hat, die sich nicht so leicht einordnen lässt. Das Thema Love-Scamming aus einer anderen Perspektive als die typische Täter-Opfer Dichotomie zu betrachten, war spannend. Ebenso haben mich die Mini-Einblicke in die finanziellen Aspekte von Kunst und dessen Förderungen fasziniert. Auch die Erwähnung von Leipzig und Chemnitz hat mir gefallen, da es schön ist, diese Städte in einem bekannteren literarischen Werk wiederzufinden.

Trotz dieser positiven Aspekte hat mir jedoch ein klarer roter Faden oder ein Spannungsbogen gefehlt. Die Handlung wirkte auf mich wenig überraschend und entwickelte sich nicht wirklich weiter. Eine eindeutige Botschaft konnte ich ebenfalls nicht wirklich erkennen. Im Buch wird ein Kunststück beschrieben, über das gesagt wird: „Es gab keine Handlung, nur eine Situation.“ Diese Beschreibung lässt sich auch auf das gesamte Buch übertragen. Es war ein netter Zeitvertreib, aber leider ohne nachhaltigen Wow-Effekt.

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Veröffentlicht am 26.02.2025

Gelungene Fortsetzung!

Shadow Crown – Die Kriegerin der Fae
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Bewertung: 4 Sterne

Tropes: LGBTQ-Repräsentation, Slow Burn, Politische Intrigen, Found Family, Repräsentation von Behinderungen, Komplexes Magiesystem

Warum habe ich so lange gewartet, um endlich Band ...

Bewertung: 4 Sterne

Tropes: LGBTQ-Repräsentation, Slow Burn, Politische Intrigen, Found Family, Repräsentation von Behinderungen, Komplexes Magiesystem

Warum habe ich so lange gewartet, um endlich Band 2 zu lesen? Ernsthaft, das hätte ich mir früher gönnen sollen. A Shadow Crown knüpft nahtlos an Broken Blade an, und es geht direkt mit voller Wucht weiter: Keera erkennt, dass sie belogen wurde und sie muss verdammt schnell damit klarkommen, wenn sie mit den Elverin zusammenarbeiten will, um den König zu Fall zu bringen.

Melissa Blair liefert hier wieder eine beeindruckende Fantasy-Welt mit einem komplexen Magiesystem, politischen Intrigen und einer Atmosphäre, die einen regelrecht aufsaugt. Der Schreibstil so gut wie auch im ersten Band. Die Story nimmt sich Zeit, um Hintergrundgeschichte, Mythologie und Charaktere noch weiter auszubauen, was dem Ganzen eine unglaubliche Tiefe gibt aber auch das Buch langsamer in der Entfaltung macht. Es ist eher Fantasy mit Romance Subplot als Romantasy, möchte darauf nur hinweisen, jedoch ist dennoch genug Gefühl vorhanden.

Keera als Protagonistin bleibt ein absolutes Highlight: stark, moralisch ambivalent und unfassbar vielschichtig. Ihr Weg ist von Schmerz, Wut und Zweifel geprägt, aber genau das macht sie so greifbar. Auch die Nebencharaktere bekommen mehr Raum und wachsen einem noch mehr ans Herz – die „Found Family“-Dynamik ist einfach perfekt getroffen.
Allerdings: Das Ende? Die letzten 20 % fühlten sich etwas überstürzt an. Nach so viel Aufbau hätte ich mir da einfach mehr erwartet. Es fühlte sich ein wenig... antiklimaktisch an? Nicht schlecht, aber auch nicht so episch, wie ich es mir gewünscht hätte.

Trotzdem: Dieser Band hat mir noch besser gefallen als der erste, und ich kann es kaum erwarten, zu sehen, was als Nächstes kommt. Für alle die komplexere Fantasy mögen mit einer starken Protagonistin, ein definitives Muss!

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