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Veröffentlicht am 15.09.2016

Schöner, berührender Roman

Die Reise der Amy Snow
1

Als Aurelia Vennaway im Jahre 1848 viel zu jung an einer Herzschwäche stirbt, ist Amy Snow untröstlich und verzweifelt. Wie soll das Leben nun ohne ihre geliebte Freundin, die für sie wie eine Schwester ...

Als Aurelia Vennaway im Jahre 1848 viel zu jung an einer Herzschwäche stirbt, ist Amy Snow untröstlich und verzweifelt. Wie soll das Leben nun ohne ihre geliebte Freundin, die für sie wie eine Schwester war, weitergehen? In Aurelias Elternhaus, dem Herrenhaus Hatville Court, wurde Amy nur aufgrund Aurelias Hartnäckigkeit geduldet. Nach deren Tod verstoßen Aurelias Eltern sie. Amy ist nun, als mittellose Frau, auf sich allein gestellt. Doch Aurelia vor ihrem Tod hat einige Vorkehrungen getroffen. Amy erhält noch am Tag der Beerdigung einen Brief ihrer Freundin, in dem diese sie auffordert, eine Reise quer durch England anzutreten. Auf dieser Reise erfährt Amy, dass Aurelia ein großes Geheimnis hütete, von dem niemand erfahren durfte, das sie nun aber mit ihrer engsten Vertrauten teilen möchte.

Die Geschichte wird aus Amys Sicht erzählt. Es gibt immer wieder Einschübe, in denen Amy über Erlebnissen aus der Vergangenheit mit Aurelia berichtet. So erfährt man viel über das Verhältnis der beiden Mädchen bzw. jungen Frauen.

Amy Snow ist eine sympathische Protagonistin. Ich konnte mich sehr gut in sie hinein versetzen, ihre Situation nachempfinden, und mit ihr fühlen. Es war sehr schön zu lesen, welche Verwandlung der Charakter der Amy Snow über den gesamten Handlungsverlauf durchläuft und wie Amy an den Erfahrungen, die sie auf ihrer Reise macht, wächst.

Tracy Rees hat die Umstände, die zur damaligen Zeit herrschten, gut und glaubhaft dargestellt. Ich habe mich gut in die Zeit des 19. Jahrhunderts hineinversetzt gefühlt.

Eigentlich bin ich kein Fan historischer Romane, aber dieses Buch war wirklich toll. Amy Snows Geschichte zog mich schnell in ihren Bann und berührte mich. Ich hatte schon früh einen Verdacht, um was es sich bei dem Geheimnis handeln könnte. Dieser bestätigte sich zwar, dennoch war ich mir nie ganz sicher, ob ich tatsächlich Recht habe. Trotz meines Verdachts und kleinerer Längen, kam nie Langweile auf und es viel mir oft schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Alles in allem handelt es sich bei „Die Reise der Amy Snow“ um einen schönen, berührenden Roman, der mir wirklich gut gefallen hat und den ich gerne weiter empfehle.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Leider nur mittelmäßig

Das Mona-Lisa-Virus
1

In Amerika wird ein Bus mit den amtierenden Schönheitsköniginnen aller Bundesstaaten entführt. Nach und nach tauchen einige der Mädchen wieder auf, durch Operationen furchtbar entstellt. Weltweit setzt ...

In Amerika wird ein Bus mit den amtierenden Schönheitsköniginnen aller Bundesstaaten entführt. Nach und nach tauchen einige der Mädchen wieder auf, durch Operationen furchtbar entstellt. Weltweit setzt ein Bienensterben ein. Außerdem verbreitet auf der ganzen Welt ein Computervirus, das digitale Fotos angreift und diese so verändert, dass die abgebildeten Personen entstellt erscheinen. Wie stehen all diese Vorkommnisse in Verbindung? Und wie passt die aus einer psychiatrischen Klinik entführte Tochter der Bostoner Neuroästhetikerin Helen Morgan ins Bild?

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir ein wenig schwer. Zu Beginn des Buches wird der Leser mit vielen verschiedenen, zunächst unzusammenhängend erscheinenden Handlungssträngen und -orten, Personen und Ereignissen konfrontiert. Es erforderte schon ein wenig Konzentration hierbei nicht den Überblick zu verlieren. Spannung kam zunächst nicht auf.

Im weiteren Verlauf bin ich besser in die Handlung hinein gekommen. Obwohl die Geschichte auch etwas an Spannung zulegte, überzeugte sie mich nach wie vor nicht.

Inhaltlich gab es, besonders in der zweiten Hälfte des Buches, einige Dinge, die mir nicht zugesagt haben oder für meinen Geschmack ein bisschen zu viel des Zufalls waren. Rückblickend waren die Verknüpfung der einzelnen Fäden und die Auflösung schon logisch, aber für mich in manchen Punkten unbefriedigend.

Die Idee, das derzeit überall präsente Thema Schönheit als Grundlage für ein Buch zu nehmen, finde ich interessant, ebenso die Informationen über den Goldenen Schnitt, über den mir vorher nichts bekannt war. Auch der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Dennoch konnte mich „Das Mona-Lisa-Virus“ alles in allem nicht so recht überzeugen. Ich wurde über den gesamten Handlungsverlauf einfach nicht warm mit der Geschichte. Ich habe sie nicht als sonderlich spannend empfunden und sie vermochte mich nicht zu fesseln.

Dies war mein erstes Buch von Tibor Rode. Auch wenn ich es nur mittelmäßig fand, würde ich nicht ausschließen weitere Bücher des Autors zu lesen.