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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Interessant, aber...

Hier könnte ich zur Welt kommen
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Aufgelöst setzt eine junge Frau ein Neugeborenes aus. Die Geschichte dieses Findelkindes bis ins Jugendalter wird in "Hier könnte ich zur Welt kommen" erzählt. Die Geschichte hat zwei Stränge. Einmal wird ...

Aufgelöst setzt eine junge Frau ein Neugeborenes aus. Die Geschichte dieses Findelkindes bis ins Jugendalter wird in "Hier könnte ich zur Welt kommen" erzählt. Die Geschichte hat zwei Stränge. Einmal wird erzählt, wie die Ursprungsfamilie von Shannon lebte, wie ihre Eltern zueinander standen und wie es so weit kam, dass ihre Mutter den Schritt wagte, ihr Kind auszusetzen. Der andere Strang berichtet von den Erlebnissen des Kindes, welches als Kleinkind von einer Familie und Unterkunft in die nächste gereicht wurde. Das Kind hat immer wieder verschiedenartige Probleme. Mal sind es misshandelnde Pflegeeltern, mal Unterkünfte, die eine reine Verwahranstalt zu sein scheinen, aber auch Shannon selbst hat Probleme. Neben einem missgebildeten Auge ist die Frage nach dem eigenen Ursprung ein echtes Problem für die Jugendliche, die zwar ein gutes Zuhause gefunden hat, aber keine Ruhe findet. Sie will ihre Mutter finden und macht sich mit 16 Jahren auf die Suche.

Der Stil ist tiefgründig und ausufernd. Die Lebensgeschichte des Findelkindes wird detailliert aus der Ich-Perspektive beschrieben, so detailliert, dass manchmal bei mir einfach nur noch Langeweile herrschte und ich das Buch nur noch weiterlas, weil ich dann doch wissen wollte, wie es Shannon ergehen wird. Findet sie ihre Familie und somit sich selbst? Echte Hohepunkte habe ich schmerzlich vermisst und manche Beschreibung von Eskapaden war mir dann doch zu viel.

Eine interessante Lebensgeschichte, die auch zum Nachdenken anregt, aber mich einfach nicht richtig überzeugt hat. Da ich selbst ganz schön mit dem Buch zu kämpfen hatte, würde ich es nicht jedem empfehlen.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine wunderbare Parabel

Seide
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Im Jahr 1861 lebt der Protagonist Hervé Joncour mit seiner Frau Hélène in Südfrankreich. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit dem An- und Verkauf von Seidenraupen. Einmal jährlich erwirbt er Eier in ...

Im Jahr 1861 lebt der Protagonist Hervé Joncour mit seiner Frau Hélène in Südfrankreich. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit dem An- und Verkauf von Seidenraupen. Einmal jährlich erwirbt er Eier in Syrien und Ägypten, bis eine Seuche die Eier in Europa und Afrika unbrauchbar macht. Nur noch die Eier auf der Insel Japan scheinen gesund zu sein und so macht sich Hervé auf den langen, beschwerlichen Weg. In Japan stößt er auf große Skepsis, das Misstrauen Ausländern gegenüber ist groß, die politische Lage ist nicht einfach. Die Geschäfte mit dem japanischen Händler Hara Kei verlaufen trotzdem gut. Schicksalhaft ist der Anblick einer jungen Frau, die Hara Kei zu Füßen liegt. Sie ist der Hervé völlig unbekannt, er liebt seine Frau und trotzdem ist die Sehnsucht nach ihr so groß, dass er allen Widrigkeiten zum Trotz, immer wieder nach Japan möchte.

Den kleinen, feinen Roman hatte ich nicht mal zwei Stunden gelesen, doch er beschäftigte mich im Nachgang deutlich länger. Es ist eine Geschichte über Frankreich, das Reisen, die Seide aber auch die Liebe. Es ist eine Parabel, eine Liebesgeschichte ohne Kitsch und Klischees, dafür sehr tiefgründig, facettenreich, traurig, aber auch sehr, sehr schön. Der Stil ist direkt, auf das Wesentliche reduziert, trotzdem poetisch und voller Gefühl. Selbst die Wiederholungen haben ihren tieferen Sinn, denn sie scheinen zu signalisieren, dass die Lebenswege der Menschen ein stückweit vorgezeichnet sind...

Unter dem Strich ein kurzes, aber sehr empfehlenswertes Vergnügen!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Etwas flaches, aber trotzdem interessantes Jugendbuch

Was uns bleibt ist jetzt
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Jam hat ihre erste große Liebe verloren und kommt mit der Situation und ihrem gesamten Leben nicht mehr klar. Ihre Eltern wissen weder ein noch aus und schicken sie auf ein Internat für Jugendliche mit ...

Jam hat ihre erste große Liebe verloren und kommt mit der Situation und ihrem gesamten Leben nicht mehr klar. Ihre Eltern wissen weder ein noch aus und schicken sie auf ein Internat für Jugendliche mit speziellen Bedürfnissen. Dort nimmt sie an einem besonderen Literaturkurs mit vier anderen Schülern teil, einem Kurs, der ihrer aller Leben entscheidend verändern wird...

Das Jugendbuch lässt sich extrem gut und schnell lesen. Die Geschichte als solche ist gut verständlich und spannend, der Stil einfach zu flüssig. Es war interessant der Entwicklung der Protagonisten zu folgen, aber es blieb leider etwas sehr flach. Etwas mehr Tiefe hätte vielleicht zu voller Punktzahl geführt. Die Fantasyelemente waren auch für Leute, die das eigentlich nicht so mögen, völlig in Ordnung. Das Buch macht nachdenklich - wo wäre mein Belzhar und würde ich dort gerne verweilen? Will man in einer Phantasiewelt, ewig in der Vergangenheit leben, oder mutig in die Zukunft gehen? Was wird glücklicher machen?

Für Teenies ist das kurzweilige Buch absolut empfehlenswert, zumal Themen wie Freundschaft und Entwicklung Kernelemente des Buches darstellen, doch auch Erwachsene werden gut unterhalten.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine Nacht als Zäsur

Die Nacht schreibt uns neu
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Der zweite Roman von Dani Atkins startet mit einem ausgelassenen Junggesellinnenabschied. Drei Freundinnen feiern ausgelassen, doch auf der Heimfahrt geschieht das Unvorstellbare. Ein schlimmer Autounfall ...

Der zweite Roman von Dani Atkins startet mit einem ausgelassenen Junggesellinnenabschied. Drei Freundinnen feiern ausgelassen, doch auf der Heimfahrt geschieht das Unvorstellbare. Ein schlimmer Autounfall reißt eine der jungen Frauen mitten aus dem Leben. Das Unfallgeschehen, der frühe Tod und die bis dato vorhandenen Geheimnisse ändern alles - nichts ist mehr wie es war. Der Tod als Zäsur für alles... Der Titel "Die Nacht schreibt uns neu" ist also durchaus wörtlich zu nehmen und daher auch gelungen.

Das Buch bietet neben der Frage, wie man mit dem Tod eines geliebten Menschen umgeht, noch viel mehr Gefühlschaos. Wie geht man mit Verrat um, vor allem dann, wenn man nicht mehr die Gelegenheit hat, alles zu bereden? Was tun, wenn man zwischen zwei Männern steht und nicht weiß, wie man sich entscheiden soll? Sind sich Lebensretter und Geretteter auf ewig verbunden?

Die Protagonisten sind echt gut gelungen und ich mochte sie auch auf ihre Art. Das Buch ist so konstruiert, dass man als Leser oft nicht weiß für wen man nun sein soll, wer richtig handelt und wer sich echt daneben benimmt.

An sich war das Buch nicht schlecht, aber ich hatte nach "Die Achse meiner Welt" doch sehr hohe Erwartungen, die dieses Buch nicht erfüllen konnte. Ihr Debüt hatte mich emotional so mitgenommen, aber hier war - ausgenommen das dramatische Ende eines fröhlichen Junggesellinnenabschieds - fast nichts, was mich mitrisst. Ich wartete und wartete auf DIE Enthüllung oder Aktion - für mich blieb sie aus. Trotzdem würde ich Atkins nochmal eine Chance geben, denn der Schreibstil gefällt mir sehr. Locker, leicht, oft witzig verständlich, gut zu lesen und an sich auch interessant. Nur eben ohne DIE Gänsehautstimmung, die ich mir so sehr gewünscht hatte.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein vielversprechender Auftakt!

Onken Olsen, der lustige Kapitän
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Onken Olsen, ja richtig gelesen, OnkeN statt Onkel, ist ein lustiger, netter Kapitän, der auf einer grünen Insel lebt. Die Bewohner arbeiten Hand in Hand und verstehen sich sehr gut, mit einer kleinen ...

Onken Olsen, ja richtig gelesen, OnkeN statt Onkel, ist ein lustiger, netter Kapitän, der auf einer grünen Insel lebt. Die Bewohner arbeiten Hand in Hand und verstehen sich sehr gut, mit einer kleinen Ausnahme. Nach einem Sturm finden Onken und seine jungen Freunde Flocke und Keks überraschend eine ewig vergessene Schatzkarte, ein Abenteuer beginnt. Werden die Freunde einen Schatz finden können und wird das vom Sturm zerstörte Klettergerüst ersetzt irgendwie werden können?

Das Buch ist sehr kindgerecht, verständlich geschrieben und die Abbildungen unterstützen die Geschichte schön. Zum ersten Selbstlesen, aber natürlich auch zum Vorlesen ist das Buch aufgrund der angenehmen Kapitellänge sehr gut geeignet. Nur, die Cliffhanger sind recht gut gelungen, sodass man das Buch nicht schnell zur Seite legen kann ;)