3 ⭐
A Princess so dark„A Princess so Dark“ setzt die Geschichte um Alethria und Caelan nahtlos fort und führt tiefer in die düstere, konfliktreiche Welt von Luminalis. Die Handlung ist ernster, politisch aufgeladener und emotional ...
„A Princess so Dark“ setzt die Geschichte um Alethria und Caelan nahtlos fort und führt tiefer in die düstere, konfliktreiche Welt von Luminalis. Die Handlung ist ernster, politisch aufgeladener und emotional fordernder als im Vorgängerband. Besonders die innere Zerrissenheit der Charaktere steht im Mittelpunkt – allen voran Alethria, die mit ihrer wachsenden Verantwortung, ihren Zweifeln und den Schatten in sich selbst zu kämpfen hat. Ihre Entwicklung ist nachvollziehbar und glaubwürdig, auch wenn sie an manchen Stellen etwas zurückhaltender wirkt als erwartet.
Caelan bekommt in diesem Band deutlich mehr Tiefe, und seine Vergangenheit sowie sein innerer Zwiespalt werden stärker beleuchtet. Die Verbindung zwischen ihm und Alethria ist weiterhin ein zentrales Element, dieses Mal noch intensiver, aber auch konfliktreicher. Die Dynamik der beiden bleibt spannend, wenn auch nicht ganz so frisch und lebendig wie in Band 1.
Stilistisch bleibt Aspen Skye ihrem poetischen, gefühlvollen Ton treu. Besonders in stillen Momenten gelingt es ihr, Emotionen subtil und eindringlich zu vermitteln. Die großen Themen – Macht, Schuld, Selbstverantwortung – sind gut eingebettet, ohne den Plot zu überfrachten. Auch das Worldbuilding überzeugt erneut durch eine dichte Atmosphäre, klare magische Strukturen und die politische Komplexität, die nun noch stärker in den Vordergrund tritt.
Trotz dieser Stärken wirkte die Handlung stellenweise etwas gedehnt. Manche Entwicklungen brauchen ungewöhnlich lange, um voranzukommen, und nicht jede Szene fühlt sich gleich bedeutungsvoll an. Im Vergleich zum ersten Band fehlt es gelegentlich an der Leichtigkeit und dem mitreißenden Erzählfluss, der mich damals so überzeugt hat. Auch einige Nebencharaktere, obwohl grundsätzlich interessant angelegt, bleiben eher im Hintergrund und bieten wenig neuen Reiz.
Dennoch ist „A Princess so Dark“ ein stimmiger zweiter Band, der nicht nur die Geschichte weiterführt, sondern sie emotional vertieft und inhaltlich erweitert. Wer die Welt und die Charaktere bereits ins Herz geschlossen hat, wird auch hier fündig – selbst wenn das Tempo etwas ruhiger und die Tonlage ernster geworden ist. Eine gelungene Fortsetzung mit kleineren Schwächen, die jedoch Lust auf den nächsten Band macht. Von mir bekommt dieser Band dezente 3 ⭐.
Danke an die Autorin für das Rezensionsexemplar!