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Veröffentlicht am 19.03.2026

Pizza mit Algen

Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl
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Es ist Ostern in Neapel und Commissario Gaetano hat frei und will diese Zeit mit seiner Familie verbringen. Doch seine Kollegin Beppa Bellini findet im Hafen eine Toten, der dort angeschwemmt wurde. Ausgerechnet ...

Es ist Ostern in Neapel und Commissario Gaetano hat frei und will diese Zeit mit seiner Familie verbringen. Doch seine Kollegin Beppa Bellini findet im Hafen eine Toten, der dort angeschwemmt wurde. Ausgerechnet Ostern. Natürlich kann Gaetano die Füße nicht stillhalten und so pendelt er zwischen seinem Büro und der Familie. Doch die Ermittlungen lassen ihn nicht los und als er auch noch Franka, die Tochter des Toten kennenlernt ist es um ihn geschehen. Er muss herausfinden, was geschehen ist. Aber die Obrigkeit hat etwas gegen einen Skandal, der die wichtigste Firma, das Pharmaunternehmen Spirafarm betrifft, das kurz nach Ostern an die Börse gehen will. Und so ist es für Gaetano ein Wettlauf gegen die Zeit.
Der Neapel-Krimi „Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl“ von Fabio Nola ist der zweite Band aus dieser Serie, um den etwas hektischen Commissario Gaetano. Das Cover zeigt ein Bild von Neapel im Sonnenschein mit Blick auf den Vesuv denke ich. Also eine gute Einstimmung auf diesen Krimi. Was mich als Fan von regionalen Krimis überrascht ist die brutale Sicht auf die unschönen Seiten von Neapel. Den Hafen, der alles an Dreck bietet, was man sich vorstellen kann, die Hektik, die z.B. in der Stadt herrscht und nicht nur der Autoverkehr. Aber das macht diesen Roman auch für mich interessant, er überdeckt mit der Schönheit nicht die Unbilden des Lebens. Diese werden hier beschrieben, und zwar geht es an Ostern auch um die Menschen, die alt und gebrechlich sind und gepflegt werden müssen. Aber das ist nur ein Randnotiz in diesem Krimi. Auch die Mafia darf irgendwo nicht fehlen, vielleicht als Vorurteil, vielleicht aber auch als Tatsache, die den Alltag beherrscht. Der Fall bleibt für Gaetano und sein Team lange undurchsichtig und sie können keinen Anfang eines roten Fadens finden. So verbringt man die Ostertage als Leser in dem Versuch die Ergebnisse mit dem Ermittlerteam zu sortieren. Auch die Leitung macht sehr großen Druck auf das Team, doch das ist die Stärke, die der Autor Gaetano mit auf den Weg gibt, der lässt sich nicht beirren. Dann passend nach Ostern nimmt der Krimi Schwung auf und die Nebel der Ermittlung löst sich auf. Eine besondere Rolle in diesem Krimi, nimmt auch seine junge Kollegin Beppa Bellini ein, die ganz viel und sehr unorthodox zum Erfolg des Teams beiträgt. Die Sprache des Autors ist sehr bildhaft und der Spannungsbogen steigt zum Ende rasant an.
Ich finde diesen Krimi auf die lange Strecke sehr interessant. Zu Beginn waren sehr viele interessante Beschreibungen über Neapel und die Ostertraditionen und das Leben an sich. Doch als der Krimi auch noch Spannung aufnimmt, hat er bei mir gewonnen. Ich kann diesen Krimi deshalb auch gut empfehlen, man braucht ein bisschen Geduld und kann sich an sehr interessanten Ermittlungen erfreuen.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Die verschwundene Sängerin

Die schöne Diva von Saint-Jacques
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Die Sängerin Sophia wohnt in ihrem Haus, neben ihren Nachbarn Marc, Mathias und Lucien und Marcs Onkel Vandoosler. Eines morgens entdeckt sie einen Baum in ihrem Garten und sie fragt ihre Nachbarn, ob ...

Die Sängerin Sophia wohnt in ihrem Haus, neben ihren Nachbarn Marc, Mathias und Lucien und Marcs Onkel Vandoosler. Eines morgens entdeckt sie einen Baum in ihrem Garten und sie fragt ihre Nachbarn, ob sie mal nachsehen können, was es mit dem Baum auf sich hat. Doch en paar Tage später ist sie spurlos verschwunden und die drei ermitteln auf eigene Faust.
Der Krimi „Die schöne Diva von Saint-Jacques“ von Fred Vargas ist ein sehr tiefgründiger Krimi, der oberflächlich um das Verschwinden einer Sängerin geht. Allerdings geht alles ein wenig tiefer. Bezeichnend ist die Tatsache, dass die Autorin die Nachbarn in die Suche und die Ermittlungen einbezieht. Natürlich ist mit dem Polizisten Vandoosler auch ein Fachmann mit an Bord, aber eher, um die Ermittlungen anzuschieben. Die Polizei tappt sehr lange im Dunkeln. Aber die drei Studenten sind sehr engagiert bei der Sache, da sie auch persönliche Interessen verfolgen. Es ist einer tiefsinnige Story, die Fred Vargas erzählt und der Spannungsbogen entwickelt sich bis zum Ende und legt die sehr kompakte Story dar. Die Sprache ist sehr literarisch und es führt den Leser mit in die Ermittlungen ein.
Dieser Krimi ist keine leichte Kost und nichts für zwischendurch. Die Autorin erwartet volle Aufmerksamkeit für ihren Roman und das ist die Herausforderung bei diesem Buch. Man kommt auf seine Kosten, da es ein spannender und interessanter Roman ist. Ich würde sagen typisch für Fred Vargas.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Eine Köchin als Ermittlerin

Limoncello Criminale
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An den schönen Gardasee und um genau zu sein nach Limone verschlägt es die Köchin Doro Ritter mit ihrem Verlobten Vince in das Haus ihres Vaters. Sie möchte einfach mal raus, um ihre Zukunft zu planen. ...

An den schönen Gardasee und um genau zu sein nach Limone verschlägt es die Köchin Doro Ritter mit ihrem Verlobten Vince in das Haus ihres Vaters. Sie möchte einfach mal raus, um ihre Zukunft zu planen. Sie richten eine Party aus, um ihre Nachbarn kennenzulernen, was ihrem Kater Rambo schon sehr gut gelingt. Es sind viele Nachbarn gekommen, denn es sind auch sehr verschiedene Menschen, die in ihrer Nachbarschaft wohnen und mit den jüngeren haben sie sich auch schon angefreundet. Sie bemerken auch dass es Streit unter den Freunden gibt und eines Tages ist dann auch Ina aus dem Nachbarhaus verschwunden. Das macht Doro neugierig und sie beginnt zu ermitteln.
Der Gardasee-Krimi „Limoncello Criminale“ von Gudrun Grägel lädt den Leser zu einem Fall an den schönen Gardasee ein. Dieses schöne Urlaubsgefühl wird auch von dem wunderschönen Cover unterstützt und wenn man Augen schließt, kann man es sehen, spüren und vielleicht auch riechen, wie herrlich es dort sein kann. In diese Idyll hat die Autorin einen Krimi platziert und dann noch eine ungewöhnliche Detektivin hinzugefügt. Doro Ritter, die Hauptperson, ist eigentlich Köchin und möchte sich einem Rezeptbuch widmen und der Verlobung mit ihrem Lebensgefährten Vince. Aber als es Unfälle und Tote gibt, muss sie natürlich ermitteln. Der örtlichen Polizei gefällt das nicht sonderlich, aber sie haben schon gute Erfahrungen mit ihrer Spürnase gemacht, so dass sie sie ein bisschen ermitteln lassen. Das ist schon ein ungewöhnlicher Vorgang, den ich allerdings auch gerne unter künstlerischer Freiheit verbuchen möchte. Es dauert allerdings sehr lange bis der Krimi ins Rollen kommt und auch dann sind die begleitenden Erzählungen sehr schön geschrieben, aber die Spannung kommt erst sehr spät zur Geltung. Der Abschluss ist dann wieder in Ordnung und es gibt auch Überraschungen am Ende, es ist halt alles sehr in die Länge gezogen.
Dieser Krimi gehört zu meinem favorisierten Genre und ich kann mir die Situation, dort am Gardasee gut vorstellen. Es ist auch alles sehr unterhaltsam geschrieben, doch die Längen bleiben und darunter leidet die Spannung.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Ein besonderer Weinbegleiter durch das Rheingau

Weinbar. Essbar. Wanderbar: Rheingau
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Hier vor mir liegt der Band „Weinbar.Essbar.Wanderbar – Die neue Weinkultur im Rheingau von Britta Blottner und dem Herausgeber Uwe Ittensohn. Es handelt sich um eine sehr gutes Sachbuch mit vielen Bildern, ...

Hier vor mir liegt der Band „Weinbar.Essbar.Wanderbar – Die neue Weinkultur im Rheingau von Britta Blottner und dem Herausgeber Uwe Ittensohn. Es handelt sich um eine sehr gutes Sachbuch mit vielen Bildern, vielen Informationen über Wein und dessen Kultur im Rheingau. Es werden aber auch Wanderungen beschrieben, die an verschiedenen Weingütern vorbeiführen und für unterschiedliche Fitness Grade geeignet sind. Es gibt auch ein Kapitel mit Informationen rund um den Weinbau. Natürlich fehlen auch nicht die QR-Codes, um die Touren und die Besuche bei den vorgestellten Winzern zu planen.
Mit Interesse habe ich die Beschreibungen der 32 vorgestellten Winzer gelesen. Natürlich ist das ein Auswahl, die zur eigenen Prüfung einlädt. Durch die Informationen zu den Winzern ist es sehr gut möglich sich zu besuchende Winzer herauszusuchen, da immer die Öffnungszeiten beschrieben sind. Jeder einzelne Winzer ist auch von den Autoren besucht worden und so können sie sehr interessante Geschichten zu den Weinen und den Weingütern erzählen. Es liest sich wie ein Band mit Kurzgeschichten und so kommt auch große Lust auf die Weingütern zu besuchen. Da bei den Vorstellungen der einzelnen Winzerfamilien immer wieder Fachbegriffe fallen, gibt es auch ein Kapitel in dem ein paar davon erläutert werden. Zum Abschluss des Weinführers gibt es noch 10 Rundwanderwege durch das Weinbaugebiet, die gut beschrieben sind und auch für jeden etwas dabei ist. Natürlich gibt es auch hier einen QR-Code, mit dem man sich die Tour auf seinem Mobilfunkgeräte ansehen kann.
Alles in allem ist dieses Buch über die Weinbauregion Rheinpfalz sehr informativ und gut verständlich. Sie lädt zum Besuch der Region ein und da ich in dieser Region schon ein paar Winzergüter besucht habe, kann ich dieses Buch gut empfehlen, um sich auf den Weg zu machen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Spannende Ermittlungen mit Längen

Einsames Watt
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Die Flensburger Kripo um Lilly Velasco und John Benthien werden nach Amrum gerufen, da es dort einen Todesfall gibt, der Anzeichen eines Mordes hat. Die junge Paula Lemmer wird aus der Nordsee gezogen ...

Die Flensburger Kripo um Lilly Velasco und John Benthien werden nach Amrum gerufen, da es dort einen Todesfall gibt, der Anzeichen eines Mordes hat. Die junge Paula Lemmer wird aus der Nordsee gezogen in den Nähe eines havarierten Segelboots und sie weist eine klaffende Kopfwunde auf, die sehr wahrscheinlich von einem Schlag herrührt. John erinnert sich an seine ersten Schritte als Kommissar mir dem erfahrenen Cornelis Litmanen zusammen, die sie zu einem Mord auf Amrum führte. Auch da war eine junge Frau ermordet worden, deren Mörder aber schnell gefunden schien. Anschließend verschwand Litmanen allerdings spurlos, da er noch etwas ohne John auf der Insel ermitteln wollte. Jetzt tauchen natürlich Fragen auf, ob die Fälle etwas gemeinsam haben, denn abschließend wurde nie geklärt, wer für den Mord im Jahre 2005 verantwortlich war.
Der Nordsee-Krimi „Einsames Watt“ von Nina Ohlandt/Jan F. Wiefelpütz behandelt zwei Mordfälle, die zwar zeitlich auseinander liegen, aber unter Umständen etwas gemeinsam haben. Das Cover weist auf jeden Fall auf eine Begebenheit hin, die im Krimi eine Rolle spielt. Ein havariertes Segelboot am Strand spielt eine wichtige Rolle. Das wird auf den erste Seiten schon klar. Die Hauptakteure sind die Kommissare der Flensburger Kripo, die in den vorherigen Romanen auch schon für die Ermittlungen tätig waren. Also ein eingespieltes Team, das hier ermittelt. John Benthiern kommt noch eine spezielle Rolle zu, denn er ermittelt zusätzlich in einem alten Fall an gleicher Stelle, in dessen Verlauf sein ehemaliger Kollege Litmanen spurlos verschwand. Es ist sehr interessant und spanend zu verfolgen, wie der alte Fall wieder aufgerollt wird, und mit dem neuen Fall verknüpft wird. Gleichzeitig wird noch der Mörder aus dem alten Fall in diesen Fall eingebaut. Das hört sich langatmig an, ist es an manchen Stellen auch. Das ist jetzt Kritik auf hohem Niveau, aber die Ermittlungen ziehen sich, fast so wie im echten Leben. Spannend ist es allemal sorgt aber manchmal für etwas Chaos im Kopf und stört so ein wenig den Lesefluss. Eine neue Hauptperson wird im Laufe des Krimis eingebaut. Dabei handelt es sich um Jaane, die Schwester einer ermordeten Staatsanwältin, der John versprochen hat sich um die Schwester zu kümmern. Das tut John natürlich gerne, gerade weil diese Schwester auch über exzellente IT-Fähigkeiten verfügt, die schon wichtig sind. Der Schreibstil gefällt mir gut, da er mein Kopfkino gut bedient und ich die Story gut nachverfolgen kann, bis auf die Phasen, wo es manchmal so aussieht, als wenn sich der Autor verzetteln würde. Der Spannungsbogen ist konsequent bis zu Ende durchgeführt worden, vielleicht ein bisschen zu gut nachvollziehbar, aber das liegt im Auge des Betrachters.
Ich habe mich von diesem Krimi sehr gut abgeholt gefühlt und auch die Beschreibungen von Amrum habe ich gerne zur Kenntnis genommen, ebenso wie das Thema des Buches. Abzüge gibt es für die Längen, die das Buch hat und das kleine Chaos, dass es angerichtet hat. Empfehlenswert ist es für mich trotzdem, da es sehr individuell ausgelegt werden kann. Die Realität von Ermittlungen kann manchmal viel chaotischer sein.

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  • Spannung