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Veröffentlicht am 20.05.2026

Geheimnisse

Mallorca - Insel des Schweigens
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Elena Vela war eine sehr gute Profilerin, die allerdings ihren Beruf an den Nagel gehängt hat und zurück nach Mallorca gereist ist. Hier ist sie aufgewachsen und hier möchte sie jetzt die Ruhe genießen. ...

Elena Vela war eine sehr gute Profilerin, die allerdings ihren Beruf an den Nagel gehängt hat und zurück nach Mallorca gereist ist. Hier ist sie aufgewachsen und hier möchte sie jetzt die Ruhe genießen. Als eine Leiche an den Strand von Deia angeschwemmt wird, arbeitet ihr Gehirn wieder auf vollen Touren, vor allem, als sie das Tattoo sieht. Sie war dabei als die Leiche gefunden wurde und wird so von dem Comisario befragt, der den Fall bearbeitet. Irgendwie fühlt sie sich in eine Zeit versetzt, die sie vergessen möchte. Nahe an dem Haus, in dem sie wohnt, wird ein abgetrennter Fuß gefunden, ebenfalls mit einem Tattoo. Wie es sich herausstellt, der eines Seglers und mit dessen Freundin Laura begibt sie sich auf die Spur von vergessenen Geheimnissen.
Mit dem Krimi „Mallorca – Insel des Schweigens“ von Dagmar Hager begibt sich der Leser auf eine Reise auf die Insel Mallorca und begleitet eine ehemalige Profilerin auf den Weg, Geheimnisse zu entdecken und zu entschlüsseln. Das Cover auf dem Der Leuchtturm vom Cap Formentor, wie ein Fingerzeig erscheint, ist finde ich sehr gut gewählt. Ebenso, wie andere bekannte Orte der Insel und so hat der nicht nur Spannung zu bieten, sondern auch Orte der Freude und des Interesses. Es ist eine sehr interessante Kombination. Der Hauptcharakter, Elena Vela, ist sehr gut beschrieben und ihr Unwohlsein, wenn es um Geheimnisse geht, ist körperlich zu spüren. Zusammen mit Laura der Freundin eines toten Seglers macht sie sich auf einen beschwerlichen Weg in die Vergangenheit und in die tiefen ihrer Geheimnisse. Ein weiterer Begleiter der beiden ist der Comisario Angel, der allerdings auch einige Geheimnisse mit sich herumträgt. Diese ordnet die Autorin sehr geschickt, wie ein Puzzle an und im Laufe des Lesens werden immer mehr von diesen Teilen angelegt und ergeben am Ende ein sehr deutliches Bild. Dieses Vorgehen hat die Autorin sehr gut bis zum Ende aufgebaut mir einer sehr bildlichen Sprache.
Ich finde diesen Krimi spannend und sehr interessant, weil er sich nicht nur um einen einzelnen Mord kümmert, sondern ein gesamtes Gemälde malt, von Vergangenheit und Gegenwart und auch die Insel Mallorca mit ihren schönen Seiten mit einbezieht. Nicht nur für Mallorca Liebhaber empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 18.05.2026

Die verschwundenen Drogen

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
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Der Antiquitätenhändler Kuldesh Shamar wird tot aufgefunden und das trifft den Donnerstagsmordclub außerordentlich, denn sie waren mit ihm gut befreundet. Nach einigen Umhören in einschlägigen Kreisen ...

Der Antiquitätenhändler Kuldesh Shamar wird tot aufgefunden und das trifft den Donnerstagsmordclub außerordentlich, denn sie waren mit ihm gut befreundet. Nach einigen Umhören in einschlägigen Kreisen erfahren sie das Kuldesh etwas aufbewahren sollte, das am nächsten Tag abgeholt werden würde und bei dem es sich wohl um Drogen gehandelt haben könnte. Also macht sich das Team auf die Suche nach dem Mörder und kann sich auch auf die Unterstützung der Polizei verlassen, da Chris und Donna fast schon Mitglieder in diesem Club sind, wie auch Bogdan. Elisabeth muss wichtige Entscheidungen treffen, die ihren Mann Stephen betreffen, also nicht außergewöhnliches für den Club.
Der dritte Band der Reihe „Der Donnerstags Mord Club oder ein Teufel stirbt immer zuletzt“ von Richard Osman beschäftigt sich mit einem spannenden Mordfall, aber auch mit dem Menschsein und den Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Es geht um das Leben und die Liebe, aber auch um das Altwerden und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, wenn man ein selbstbestimmtes Leben geführt hat. Dem Autor gelingt es mit seinem erzählerischen Stil, diese Gegebenheiten sehr plausibel darzustellen. Die Leichtigkeit seiner Sprache ist es, die mich immer wieder begeistert zu seinen Romanen greifen lässt. Diese vier Hauptcharaktere, die er hier geschaffen hat, sind in meinen Augen schon etwas Besonderes. Sie sind gut aufgebaut und von Grund auf unterschiedlich, aber als Team mit ihren Fähigkeiten unschlagbar. Ich fühle mit diesen Personen und vor allem, weil sie auch sehr eingängige Charaktere sind und ich mir die Situation gut vorstellen kann. Auch dieses Mal gehen sie mit einer scheinbaren Leichtigkeit mit dem spannenden Fall um. Die Spannung baut einmal auf dem Fall, der einen sehr guten Spannungsbogen herstellt und auch die Herangehensweise des Teams, die immer für Spannung gut ist.
Es war wieder ein Vergnügen dieses Buch der Reihe zu lesen, denn ich mag diese vier Figuren und das, was sie erleben. Ich mag auch die Art und Weise wie Richard Osman schreibt. Dieses Buch kann ich allen empfehlen, die Krimis auch mal unterhaltsam erleben möchten.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Die Spur in die Vergangenheit

Schatten über den Chianti-Hügeln
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Der Tod des Olivenbauern Paolo Fusco ist der neue Fall, mit dem sich Commissario Figallo beschäftigen muss. Wie er im Laufe der Ermittlungen feststellt, ist der Fall sehr kompliziert, weil auch politische ...

Der Tod des Olivenbauern Paolo Fusco ist der neue Fall, mit dem sich Commissario Figallo beschäftigen muss. Wie er im Laufe der Ermittlungen feststellt, ist der Fall sehr kompliziert, weil auch politische Motivationen, die Ermittlungen lenken. Der Vize-Questore ist der Parteifreund des Sohnes des Opfers und der möchte Bürgermeister werden. Seine Freundin Sandra, ehemalige Kommissarin aus Deutschland, erwartet den Besuch ihrer Eltern und wird dadurch Teil der Ermittlungen, die tief in die Vergangenheit hineinragen. Wie sie feststellen muss, war ihr Großvater in der Toskana stationiert und von dort ist er nicht mehr zurückgekehrt. Ob und wie die Fälle zusammenhängen wird die beiden eine ganze Zeit beschäftigen.
Der Toskana-Krimi „Schatten über den Chianti Hügeln“ von Gianni Borsa wird durch ein sehr interessantes Cover eingeführt. Wer schon mal in der Chianti Region war, wird dieses Bild lieben, denn es zeigt die anmutige Schönheit dieser Landschaft. Genau hier spielt dieser Krimi, der die Gegenwart mit der Vergangenheit und Deutschland mit Italien verbindet. Ein mysteriöser Todesfall steht am Anfang dieser Ermittlungen, die der Autor sehr geschickt, sehr tief in die Vergangenheit geführt hat. Aber auch die Gegenwart bietet sehr viele authentische Ansätze, wie die politische Situation zwischen links und rechts eine Mordermittlung beeinflussen können. Es braucht standhafte Polizisten, die diesen Einflüssen widerstehen können. Als dieser wird, der Commissario Figallo dargestellt und auch seine Problem mit den Einflussnahmen von Vorgesetzten. Die andere Hauptperson dieses Krimis ist sein Freundin Sandra, die dieses Mal in eigener Sache zum Verschwinden ihres Großvaters ermittelt. Geschickt ist wie der Autor immer wieder Berührungslinien zwischen diesen beiden Fällen zieht. Außerdem muss sich Figallo sich um seine pubertierende Tochter kümmern, ein sehr interessanter Seitenast, der auch mit der neuen Beziehung des Commissrio zu tun hat. Die Sprache des Autors ist sehr bildhaft und ich konnte gut in die Toskana und den Fall eintauchen. Auch der Spannungsbogen ist sehr gut angelegt, mit einem interessanten Ende.
Ich mag diese Art Krimis, die die Region mit einbeziehen und hier auch eine Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit und zwischen Politik und Polizeiarbeit ziehen. Für Freunde von regionalen Krimis und der Toskana allemal empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Tötet die Reichen

Das Gesetz der Elite
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Die frühere Polizistin Colomba Caselli wird von einer ihrer Geheimdienstkontakte angesprochen bei dem mysteriösen Todesfall eines sehr reichen, ehemaligen Fußballprofis mit ihrer Expertise zu helfen. Jesus ...

Die frühere Polizistin Colomba Caselli wird von einer ihrer Geheimdienstkontakte angesprochen bei dem mysteriösen Todesfall eines sehr reichen, ehemaligen Fußballprofis mit ihrer Expertise zu helfen. Jesus Martinez, der Tote, wurde in einer Kryosauna tot aufgefunden. An der Seite von Colomba steht der exzentrische Dante Torre, ein sehr intelligenter, aber chaotischer Mensch, der sie bei den Ermittlungen unterstützt. Dante ist zwar sehr speziell, aber auch so kreativ, dass sie herausfinden das Martinez ermordet wurde. Außerdem stellen sie fest, dass Martinez nicht der einzige Tote war, der über die Massen reich war. Ein Bekennerschreiben taucht auf, „Tötet die Reichen“!
Der Thriller „Das Gesetz der Elite“ von Sandrone Dazieri spielt in der Welt der Reichen und Superreichen. Schon auf dem Cover ist ein sehr extravagantes Haus zu sehen, die Jungla Urbana in Mailand. Dieses Haus spielt in der ersten Phase des Thrillers eine entscheidende Rolle und ist auch schon das erste Zeichen für extremem Reichtum. Dem Autor gelingt es diesen Bereich des extremem Reichtums sehr kraftvoll zu beschreiben, wenn er das Umfeld dieser Menschen darstellt. Sicherheitskräfte und Bedienstete, die nie sicher sein können, wie lange sie ihren Job behalten können. Auch die Hauptcharaktere Colomba und Dante sind ebenfalls sehr extravagante Persönlichkeiten, vor allem Dante. Colomba ist da eher die toughe Frau, die allerdings zeigt, dass sie auch eine Romanze bzw. der Liebe nie abgeneigt ist. Dafür baut der Autor den Bruder des ersten Opfers, Glenn, ein und hier ist sein Reichtum mit seiner Liebe zu Colomba gepaart. Dante ist so das extravagante Genie in dieser Beziehung, ein inniger Freund von Colomba, aber nicht ihr Liebhaber. Standesgemäß geht es in der Welt der Reichen zu. Man fährt nicht nur mit dem Auto oder der Bahn, sondern man nimmt dann schon mal den Hubschrauber. Um dieses Szenen immer mal wieder zu durchbrechen, baut der Autor Bekennerbriefe und brutale Morde in seinen Thriller ein. Manchmal liest sich dieser Thriller, wie ein Zukunftsszenarium, mit Kryosauna und Kryoaufbewahrung von Toten und eine Stadt in der Antarktis. Die Sprache die der Autor benutzt ist sehr kraftvoll und auch sehr bildhaft. Die Spannung wird in diesem Thriller hochgehalten und mit einigen Twitches versehen, aber der Spannungsbogen schließt am Ende den Roman ab.
Dieser Thriller ist ein wirklich gelungenes Werk, dass in der Gegenwart spielt, aber sehr interessante Zukunftsszenen beschreibt. Die Welt der Superreichen, wird hier sehr krass dargestellt. Ein sehr gut konstruierter Thriller, der auch spannend und interessant geschrieben ist. Empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Schwierige Familienverhältnisse

Die Familie sehen und sterben
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Capitano Rossi hat zwei neue Fälle zu bearbeiten. Oder sind das gar keine Fälle, da es augenscheinlich sich um Unfälle handelt. Mit seiner Kollegin Ispettrice Crivelli bearbeitet er die Fälle und so stellen ...

Capitano Rossi hat zwei neue Fälle zu bearbeiten. Oder sind das gar keine Fälle, da es augenscheinlich sich um Unfälle handelt. Mit seiner Kollegin Ispettrice Crivelli bearbeitet er die Fälle und so stellen sie bald, fest dass es wohl beides Morde waren. Doch wie es sich bald herausstellt, ist die Familie von Capitano Rossi involviert. Das kann zu Verwicklungen führen, denn sein Bruder kandidiert für das Amt des Bürgermeisters von Lugano, außerdem ist er auch in der Politik und den Behörden gut vernetzt Es hängt allerdings ein Schatten über seiner Kandidatur.
Der Kriminalroman „Die Familie sehen und sterben“ von Toni Rivera spielt im sonnigen Tessin. Es ist ein Ort, der zum Reisen einlädt und darauf weist auch das Cover hin, das einen wunderschönen Blick auf einen Tessiner See darstellt. Die Hauptperson, dieser Capitano Rossi, ist familiär in dieser Region sehr eingebunden. Seine Familie lebt und arbeitet hier schon sehr lange und diese Traditionen werden sehr hochgehalten. Sein #lterer Bruder ist sehr bekannt, was seiner Arbeit auf der einen Seite entgegenkommt, ihn aber auf der anderen Seite belastet. In diesem Zwiespalt muss er nun ermitteln und hat dann auch noch eine sehr umtriebige Ispettrice an seiner Seite. Das und auch sein Alter sind belastend für ihn und deshalb hat er eine leibende Freundin an seiner Seite. Das ist so der Ausgleich zu den Familienangelegenheiten, in die er verwickelt ist und die seine Arbeit erschweren. Diese Angelegenheiten beschreibt der Autor sehr intensiv und es ist zu spüren, wie der Capitano sich windet. Die Sprache stellt diese Situationen sehr gut dar und so kann der Leser auch gut mitfühlen, was Reichtum mit den Menschen machen kann. Die Spannung ist nicht sehr hoch, aber die Entwicklung bis zum Ende gut gelungen.
Ich finde den Roman gelungen und auch das Thema ist nachvollziehbar. Manchmal erscheint mir dieser Krimi ein wenig zu langatmig und schwer zu verfolgen.

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