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Veröffentlicht am 20.04.2026

Schwierige Familienbande

Tod im Piemont - Weißer Trüffel, schwarzer Tod
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Sofia Dalmasso betreibt oberhalb des Lago Maggiore in einem kleinen Dorf ein Café, das bei der einheimischen Bevölkerung gut angesehen ist. Ab und zu kocht sie auch einen Mokka, das heißt sie liest aus ...

Sofia Dalmasso betreibt oberhalb des Lago Maggiore in einem kleinen Dorf ein Café, das bei der einheimischen Bevölkerung gut angesehen ist. Ab und zu kocht sie auch einen Mokka, das heißt sie liest aus dem Kaffeesatz die Zukunft. Das soll sie auch bei Anna, einer Käse- und Trüffelverkäuferin auf dem Markt tun. Sie möchte das eigentlich nicht und auch der Pfarrer ist davon nicht begeistert, doch für Anna möchte sie das noch tun. Doch Anna kommt nicht zum Termin und Sofia macht sich Sorgen. Das kann sie auch, denn Anna wird tot aufgefunden und ihr Freund Commissario Alessandro Ranieri übernimmt die Ermittlungen. Da es sich um Anna handelt kann Sofia das Ermitteln nicht lassen und sucht selbst nach dem Mörder.
Der Krimi „Tod im Piemont“ von Anna Merati spielt in der Nähe des Lago Maggiore. Die Story dreht sich um das Suchen und den Verkauf von schwarzen und weißen Trüffeln, wobei die weißen sehr selten und sehr teuer sind. Der Hauptcharakter ist Sofia Dalmasso, die ein Café in diesem kleinen Ort betreibt und dadurch natürlich über viele interessante Neuigkeiten verfügt, da die Menschen dieses Ortes sich hier immer wieder treffen. Ihr Freund ist der Commissario und sie haben auch schon gemeinsam einen Fall gelöst. Das Besondere an Sofia ist, dass sie aus dem Kaffeesatz die Zukunft lesen kann, naja zumindest versucht sie es, aber die Menschen vertrauen ihr. Die Autorin lässt sie natürlich in einen Fall schlittern, der sehr kompliziert daherkommt, denn wer ermordet schon eine liebenswürdige alte Frau. Ein klassisches Schema, dass nun die junge Dame mit ermittelt, was ihr Freund nicht so gerne sieht (oder doch). Das ist genau das Besondere an dieser Story dieses Mal hier und da ein bisschen hinhören und auch Fragen stellen, ganz subtil und erfolgreich. Schön, dass das ihr Freund der Commissario auch so sieht. Die Story ist sehr authentisch, denn diese Dinge kommen schon sehr häufig vor. Die Autorin versteht es mit ihrer bildhaften Sprache, die Leser abzuholen und einzubinden, denn sie berichtet auch von der Schönheit der Region. Die Spannung ist gut bis zum Ende entwickelt.
Ich mag diese Art von regionalen Krimis, da Spannung und Beschreibung der Region eine sehr unterhaltsame Mischung bilden. Auch das Cover passt gut zum Roman und gefällt mir sehr gut. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Überheblich

Leben und Sterben in Verona
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Commissario Forlani will nicht nur Kriminalfälle aufklären, sondern muss auch zu Hause seine Privatleben neu sortieren. Er ist frisch verheiratet und Vater eines Sohnes und seine Frau ist noch nicht ganz ...

Commissario Forlani will nicht nur Kriminalfälle aufklären, sondern muss auch zu Hause seine Privatleben neu sortieren. Er ist frisch verheiratet und Vater eines Sohnes und seine Frau ist noch nicht ganz gesund. Der Fall, den er nun bearbeiten muss ist ein Doppelmord an einem bekannten Antiquar und seinem Mitarbeiter. Beise sind erschossen worden und wie sich herausstellt mit einer Waffe, die schon einmal für einen Mord benutzt wurde. Der Commissario steht erst einmal vor einem Rätsel und so arbeitet sein Team auf Hochtouren, um diese Morde aufzuklären.
„Leben und Sterben in Verona“ von Claudia Bardelang ist ein Kriminalroman, der in einer wunderschönen Kulisse spielt und auch so den einen oder anderen Hinweis enthält auf Berühmtheiten in Verona enthält. Der Hauptcharakter dieses Krimis Commissario Forlan ist interessant dargestellt, da er sozusagen an zwei Fronten kämpft, zu Hause wo seine Frau und seine Mutter ihre Animositäten ausleben und ein gerade geborenes Kind seinen eigenen Rhythmus hat und so die Familie auf Trab hält und natürlich schlafen auch die Verbrecher nicht, so dass sein Tag voll ausgelastet ist. Die Autorin hat ihm ein gutes Team mit auf den Weg gegeben und auch im heimatlichen Bereich hat sie Lösungen eingebaut, die plausibel sind. Sehr interessant sind die zwei Ebenen, auf denen sich dieser Krimi bewegt. Der Täter kommt außerdem immer mal wieder zu Wort und auch hier stecken Möglichkeiten mitzuraten. Die Spannung wird gut aufgebaut und entwickelt sich zum Ende hin. Die Sprache ist bildhaft und so ist es gut möglich diese Story als Film ablaufen zu lassen. Das Cover lädt auch zum Verweilen ein und ist ein gutes Entree in diesen Krimi.
Ich bin ein Freund von regionalen Krimis und so gefällt mir dieser auch sehr gut und ich kann ihn gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Kriegsverbrechen

Unter dem Strand
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Cay ist eine Autorin, deren Werke abgelehnt werden und die sich in einer Schreibkrise befindet. Niemand glaubt and sie, nicht mal sie selbst. Um sich über Wasser zu halten, schreibt sie Artikel für eine ...

Cay ist eine Autorin, deren Werke abgelehnt werden und die sich in einer Schreibkrise befindet. Niemand glaubt and sie, nicht mal sie selbst. Um sich über Wasser zu halten, schreibt sie Artikel für eine lokale Zeitung. Deshalb fährt sie auch nach Neustadt, wo am 3. Mai der Zerstörung der Cap Arcona gedacht wird. Dort wird den Opfern der Katastrophe gedacht, die hauptsächlich aus Juden und Kriegsgefangenen bestand. Auf ihrem Weg zum Strand findet sie ein tote Frau im Wasser und wider besseren Wissens und in Gedenken an ihr leeres Konto macht sie ein Foto der Toten. Da ihre Zeitung nicht interessiert ist, lädt sie es bei einer Internetzeitung hoch. Während sie noch darüber nachdenkt, wie es nun weitergehen soll. Wird ihr der Fotoapparat gestohlen und ihr Zimmer durchsucht. Irgendjemand scheint von ihren Untersuchungen nicht begeistert zu sein, aber wer und warum?
Der Kriminalroman „Unter dem Strand“ von Turid Müller bewegt sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit, um einen oder mehrere Morde aufzudecken. Der Hauptcharakter Cay tappt mit ihrem Artikel und dem dazugehörigen Bild in eine schwierige Situation. Es hat alles mit dem Gedenktag des Untergangs der Cap Arcona zu tun, dem nicht alle in Neustadt mit Freude entgegensehen. Neugierig geworden ermittelt sie auf eigene Faust, wen denn für den Tod einer jungen Frau verantwortlich ist, die an das Geschehen auf der Cap Arcona erinnern möchte. Dieser Zusammenhang wird langsam und in kleinen Schritten aufgedeckt. Der Leser erfährt schon mal viel über die Geschichte und was sich zugetragen hat an dem Tag des Untergangs. Er wird informiert über das Vorgehen der Nazis im Konzentrationslager Neuengamme und wie fürchterlich es den Gefangenen dort ergeht. Es wird erzählt an zwei Figuren, die auch mit dem Untergang und den anschließenden Morden in Verbindung stehen. So ist der Leser über die aktuellen Ermittlungen und den geschichtliche Vorgängen informiert und kann so ein Puzzle am Ende zusammensetzen. Die Sprache des Autorin macht es manchmal nicht leicht alle Geschehnisse zusammenzubringen, da es bei den historischen Erzählungen nicht leicht ist den Zusammenhang gleich herzustellen. Der aktuell Fall ist spannend und auch die Aufklärung am Ende gut nachvollziehbar. Die Personen sind nicht alle gut zuzuordnen.
Historisch finde ich den Roman gelungen und die Schilderungen aus dem KZ sind meist gut nachzuvollziehen. Auch der aktuelle Fall den die Journalistin verfolgt ist alleinstehend spannend. In der abwechselnden Erzählung ist es manchmal ein bisschen kompliziert alle Personen sauber zuzuordnen.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Auf der Suche nach der Wahrheit

Das Wesen
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Bernd Menkhoff und sein Kollegen Axel Seifert haben im Jahr 1994 einen Psychiater für den Mord an einer 5-jährigen festgenommen und hinter Gittern gebracht. 13 Jahre hat der Psychiater Lichner dafür im ...

Bernd Menkhoff und sein Kollegen Axel Seifert haben im Jahr 1994 einen Psychiater für den Mord an einer 5-jährigen festgenommen und hinter Gittern gebracht. 13 Jahre hat der Psychiater Lichner dafür im Gefängnis gesessen. Hauptbelastungszeugin war damals die Freundin von Lichner, Nicole Klement, die das letzte Puzzlestück zu seiner Verhaftung geliefert hat. Menkhoff hat Lichner wie besessen verfolgt und sich auch nicht von diesem Weg abbringen lassen. Jetzt im Jahr 2009 gibt es wieder Hinweise, dass ein Kind verschwunden ist und Menkhoff macht sich wieder an die Ermittlung und verdächtigt wieder Lichner. Doch war die Verurteilung damals rechtens oder gab es einen anderen Täter, Axel Seifert hat Zweifel.
Der Thriller „Das Wesen“ von Arno Strobel, ist ein sehr spannender Psychothriller, das einen Hauptkommissar nicht zur Ruhe kommen lässt und gegen alle Zweifel sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. Dieser Menkhoff ist ein sehr eckiger Hauptcharakter und ein sehr erfahrener Polizist, der sich wohl stark von seiner Intuition leiten lässt. Es ist wie ein Katz und Maus Spiel, dass er sich mit seinen Widersacher Dr. Lichner liefert. Zwischen den Linien bewegen sich sein Kollege Seifert und Nicole Klement, die nach dem ersten Fall auch die Freundin von Menkhoff war. Da liegen so ein wenig persönliche Betroffenheit und Besessenheit nebeneinander. Der Thriller zeigt aber auch sehr gut auf, wie verwoben manchmal die Suche nach der Wahrheit und die persönliche Betroffenheit sind. Diese Verwobenheit macht sich der Autor zu Nutze und lässt den Leser in dieses Spiel einsteigen. Geschickt werden der alte Fall und der neue nebeneinandergestellt und im Wechsel dem Leser präsentiert. Dieses Hin und Her baut die Spannung sehr stark auf, da es nie richtig klar ist, was in Wirklichkeit im Jahr 1994 geschehen ist. Da lässt Arno Strobel den Leser lange im Unklaren, obwohl vielleicht alles klar sein könnte. Durch die Beziehung zwischen Menkhoff und Nicole werden natürlich Zweifel gesät. Die Spannung wird dadurch sehr geschickt aufgebaut und bis zum Schluss auf einem hohen Level gehalten. Die Sprache ist sehr bildhaft und lässt das Geschehen wie einen Film ablaufen.
Ich mag die Art und Weise, wie Arno Strobel seine Thriller aufbaut und die Spannung hält. Dies ist ein Thriller aus einer frühen Zeit und auch der Gefällt mir sehr gut, wie im Folgenden die Bände um Max Bischoff. Ich kann auch diesen Band sehr gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Dividium

To Cage a Wild Bird
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Die Stadt Dividium ist entstanden nach einem verheerenden Krieg und soll durch Disziplin die Menschheit am Leben erhalten. Es gibt drei verschiedenen Schichten, in denen die Einwohner aufgeteilt sind und ...

Die Stadt Dividium ist entstanden nach einem verheerenden Krieg und soll durch Disziplin die Menschheit am Leben erhalten. Es gibt drei verschiedenen Schichten, in denen die Einwohner aufgeteilt sind und leben. Raven ist Kopfgeldjägerin und gehört der Unterschicht an. Um ihr Leben und das ihres Bruder sicherzustellen, macht sie sich auf die Jagd nach Verbrechern. Diejenigen, die gegen das Gesetz verstoßen haben, werden nach Endlock verbracht. Raven kümmert das erst einmal nicht. Erst als ihr Bruder Jed gefangengenommen wird, will sie sich nach Endlock schicken lassen, um mit ihrem Bruder zu fliehen. Doch in Endlock lernt sie das harte Leben dort kennen und als ehemalige Kopfgeldjägerin hat sie nicht nur Freunde dort. Aber sie hat ein großes Ziel, für das sie alles gibt.
„To Cage a Wild Bird“ ist ein Fantasy Roman aus einer Welt, die am Abgrund gestanden hat und nun eine neue Entwicklung nimmt. Wenn man richtig schaut, wird man allerdings leichte parallelen feststellen, die in Gesellschaften vorhanden sind. Die Hauptcharaktere Raven und Vale können unterschiedlicher nicht sein und doch ziehen sie sich an wie Magnete. Diese Beziehung ist ein Schwerpunkt in dieser Story, aber auch die Entwicklung einer sehr auf sich bezogenen Person zu einer Führungskraft, die auch an andere denkt. Es wird von der sehr unfairen Lebensart geschrieben, die in diesem Dividium vorherrscht und die Oberschicht das Schicksal der ganzen Stadt bestimmt. Natürlich gibt es hier Rebellen, die für eine bessere Welt kämpfen, aber die werden erst einmal weggesperrt und dann zum Abschuss freigegeben und das in der wortwörtlichen Bedeutung. Dieses Leben dort heißt für Raven, Kampf ums Überleben. Aber hier lernt sie auch Menschen kennen, die ihre Entwicklung fördern. Dieses Zusammenspiel ist der Autorin in ihren Beschreibungen sehr gut gelungen. Die Spannung steigt bis zum Ende sehr gut an und lässt auch noch einen Gedanken an einen weiteren Band zurück. Die Sprache ist sehr bildhaft und so kann man diesen Roman sehr flott lesen.
Für mich war das Lesen dieses Buches ein Ausflug in ein nicht so gut bekanntes Genre, aber ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und möchte deshalb das Buch auch gerne weiterempfehlen.

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