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Veröffentlicht am 27.05.2026

Ein ungleiches Ermittlerpaar

Léon und die Frau im blauen Kleid
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Wenn am Strand von Nizza eine tote Frau angeschwemmt wird und das mitten in der Hochsaison, dann ist die ganz Polizei im Einsatz. Ausgerechnet jetzt bekommt Commissaire Leon eine neue Kollegin aus Paris. ...

Wenn am Strand von Nizza eine tote Frau angeschwemmt wird und das mitten in der Hochsaison, dann ist die ganz Polizei im Einsatz. Ausgerechnet jetzt bekommt Commissaire Leon eine neue Kollegin aus Paris. Eine Herausforderung der besonderen Art für Leon. Der Commissaire ist ein Einzelgänger und bekommt jetzt eine Partnerin, die in den Banlieues groß geworden ist. Allerdings erwartet der Fall volle Aufmerksamkeit des Teams. Es geht um Befragungen von Reichen und Schönen und so wie es aussieht auch um Bestechlichkeit. Also viel zu tun für unser ungleiches Paar.
Der Krimi „Leon und die Frau im blauen Kleid“ von Alexander Oetker spielt in der Welt der Reichen und Schönen in Nizza und Monte Carlo. Schon das Cover springt dem Leser entgegen, ganz in Sonnenscheingelb gehalten zeigt es einen Küstenabschnitt der Cote d´Azur. Hier treffen auch bei der Polizei arm und reich aufeinander. Da ist zum einen der Reiche Leon, der ein Einzelgänger und Snob ist und dann die Farbige Nadia Bentaleb aus dem Pariser Armenviertel, gegensätzlicher kann ein Ermittlerpaar nicht sein. Ergänzt wird dieses Team noch von Loic, der am liebsten die Recherchearbeit im Präsidium macht und die macht er sehr gut. Der Fall ist ganz auf die Cote d´Azur bezogen, wo es bei den Reichen auch um Drogen und Sexualdelikte geht, die im Bewusstsein unangreifbar zu sein verübt werden. Deshalb ist die Auswahl der Polizisten Leon, der auch zu diesen Reichen gehört und daher in diesen Kreisen verkehrt, gut gewählt. Nadia ist da mehr die Frau, die sich bei den Drogenbaronen auskennt und die Regeln dieser Menschen kennt und daher dort sehr gut unterstützt. Ich finde ein gutes Ermittlerpaar, das der Autor hier an den Start gehen lässt. Die Sprache ist sehr bildhaft und so ist es möglich, wie in einem Film in die Story einzutauchen. Der Spannungsbogen ist gut auf das Ende abgestimmt und hat auch Überraschungen parat.
Ich mag dieses Buch, da es mir ein wenig Urlaubsfeeling verschafft und ich mag diese Gegensätze bei den Ermittlungen. Hier liegt auch schon eine gewisse Spannung, nicht nur im Fall und das macht den Krimi für mich interessant.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2026

Die silberne Konfirmationsfeier

Akte Nordsee - Die letzte Predigt
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Fentje Jacobsen und Niklas John haben mal wieder Stress in der Beziehung, nachdem Niclas Vater ein paar schräge Bemerkungen fallen gelassen hat. Dann taucht auch noch Julie auf und Fentje reicht es mal ...

Fentje Jacobsen und Niklas John haben mal wieder Stress in der Beziehung, nachdem Niclas Vater ein paar schräge Bemerkungen fallen gelassen hat. Dann taucht auch noch Julie auf und Fentje reicht es mal wieder mit der Beziehung. Außerdem soll sie auch noch ihre Großmutter nach Estherwiek begleiten, weil dort eine silberne Konfirmationsfeier stattfinden soll und er Pastor sehr gut zu Fentje passen soll, nach Großmutters Meinung. Niklas hat da mehr Problem mit Blofeld seiner Katze, die zum Tierarzt muss und das ausgerechnet zu Onno einem stillen Verehrer von Fentje. Zu dieser Feier kommt auch Lena, die schon einige Jahre nicht in Estherwiek war und die auch nur mit ihrem Ex über ihren gemeinsamen Sohn reden möchte. Doch dann eskaliert es auf der Feier und am nächsten Morgen ist der Pfarrer tot und nicht nur der.
Der Kriminalroman von Eva Almstädt aus der Reihe Akte Nordsee „Die Letzte Predigt“ ist bereits der vierte Fall mit den Hauptcharakteren Fentje Jacobsen und Niklas John. Eines der Hauptthemen ist das Auf und Ab in der Beziehung der beiden darzustellen. So ist es auch in diesem Roman, denn der erste Teil bezieht sich auf die aktuelle Entwicklung der Beziehung, mit einer weiteren Person, nämlich von Julie, die bei Fentje im Verdacht steht eine Beziehung zu Niklas zu haben. Außerdem geht es noch um die silberne Konfirmation in Estherwieck und die aktuellen Beziehungen der Personen untereinander. Erst im zweiten Fall geht es um den Kriminalfall. Die Autorin versteht es sehr geschickt, die Beteiligten und die Motive der Taten zu verschleiern, so dass der Fall erst ganz am Ende aufgeklärt wird. Auf dem Weg dahin geschehen Dinge, die sich um die beiden Hauptcharaktere drehen. Diese Beziehungen untereinander tragen zur Spannung mit bei und führen dann auch langsam zur Auflösung der Geschehnisse. Diese Halbinsel Eiderstedt hat eine ganz spezielle Atmosphäre, die von der Autorin sehr bildhaft dargestellt wird und ich mich prima in diese Situation einfinden kann. Die ganz Story läuft bei mir wie ein Film ab und ich finde sie auch deshalb ganz unterhaltsam. Der Spannungsaufbau in diesem Buch braucht ein bisschen, ist aber dann sehr plausibel zu Ende geführt worden, wie ein Klammer.
Ich finde diesen regionalen Krimi und auch hier gerade die Reihe Akte Nordsee sehr unterhaltsam, da es nicht immer nur vordergründig um die Kriminalfälle geht, sondern auch die besonderen Charaktere der Menschen stark in den Vordergrund treten. Mir macht das Spaß diese Menschen in ihren Interaktionen zu erleben. Empfehlenswert für alle die diese Art der regionalen Krimis bevorzugen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 20.05.2026

Geheimnisse

Mallorca - Insel des Schweigens
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Elena Vela war eine sehr gute Profilerin, die allerdings ihren Beruf an den Nagel gehängt hat und zurück nach Mallorca gereist ist. Hier ist sie aufgewachsen und hier möchte sie jetzt die Ruhe genießen. ...

Elena Vela war eine sehr gute Profilerin, die allerdings ihren Beruf an den Nagel gehängt hat und zurück nach Mallorca gereist ist. Hier ist sie aufgewachsen und hier möchte sie jetzt die Ruhe genießen. Als eine Leiche an den Strand von Deia angeschwemmt wird, arbeitet ihr Gehirn wieder auf vollen Touren, vor allem, als sie das Tattoo sieht. Sie war dabei als die Leiche gefunden wurde und wird so von dem Comisario befragt, der den Fall bearbeitet. Irgendwie fühlt sie sich in eine Zeit versetzt, die sie vergessen möchte. Nahe an dem Haus, in dem sie wohnt, wird ein abgetrennter Fuß gefunden, ebenfalls mit einem Tattoo. Wie es sich herausstellt, der eines Seglers und mit dessen Freundin Laura begibt sie sich auf die Spur von vergessenen Geheimnissen.
Mit dem Krimi „Mallorca – Insel des Schweigens“ von Dagmar Hager begibt sich der Leser auf eine Reise auf die Insel Mallorca und begleitet eine ehemalige Profilerin auf den Weg, Geheimnisse zu entdecken und zu entschlüsseln. Das Cover auf dem Der Leuchtturm vom Cap Formentor, wie ein Fingerzeig erscheint, ist finde ich sehr gut gewählt. Ebenso, wie andere bekannte Orte der Insel und so hat der nicht nur Spannung zu bieten, sondern auch Orte der Freude und des Interesses. Es ist eine sehr interessante Kombination. Der Hauptcharakter, Elena Vela, ist sehr gut beschrieben und ihr Unwohlsein, wenn es um Geheimnisse geht, ist körperlich zu spüren. Zusammen mit Laura der Freundin eines toten Seglers macht sie sich auf einen beschwerlichen Weg in die Vergangenheit und in die tiefen ihrer Geheimnisse. Ein weiterer Begleiter der beiden ist der Comisario Angel, der allerdings auch einige Geheimnisse mit sich herumträgt. Diese ordnet die Autorin sehr geschickt, wie ein Puzzle an und im Laufe des Lesens werden immer mehr von diesen Teilen angelegt und ergeben am Ende ein sehr deutliches Bild. Dieses Vorgehen hat die Autorin sehr gut bis zum Ende aufgebaut mir einer sehr bildlichen Sprache.
Ich finde diesen Krimi spannend und sehr interessant, weil er sich nicht nur um einen einzelnen Mord kümmert, sondern ein gesamtes Gemälde malt, von Vergangenheit und Gegenwart und auch die Insel Mallorca mit ihren schönen Seiten mit einbezieht. Nicht nur für Mallorca Liebhaber empfehlenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.05.2026

Die verschwundenen Drogen

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
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Der Antiquitätenhändler Kuldesh Shamar wird tot aufgefunden und das trifft den Donnerstagsmordclub außerordentlich, denn sie waren mit ihm gut befreundet. Nach einigen Umhören in einschlägigen Kreisen ...

Der Antiquitätenhändler Kuldesh Shamar wird tot aufgefunden und das trifft den Donnerstagsmordclub außerordentlich, denn sie waren mit ihm gut befreundet. Nach einigen Umhören in einschlägigen Kreisen erfahren sie das Kuldesh etwas aufbewahren sollte, das am nächsten Tag abgeholt werden würde und bei dem es sich wohl um Drogen gehandelt haben könnte. Also macht sich das Team auf die Suche nach dem Mörder und kann sich auch auf die Unterstützung der Polizei verlassen, da Chris und Donna fast schon Mitglieder in diesem Club sind, wie auch Bogdan. Elisabeth muss wichtige Entscheidungen treffen, die ihren Mann Stephen betreffen, also nicht außergewöhnliches für den Club.
Der dritte Band der Reihe „Der Donnerstags Mord Club oder ein Teufel stirbt immer zuletzt“ von Richard Osman beschäftigt sich mit einem spannenden Mordfall, aber auch mit dem Menschsein und den Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Es geht um das Leben und die Liebe, aber auch um das Altwerden und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, wenn man ein selbstbestimmtes Leben geführt hat. Dem Autor gelingt es mit seinem erzählerischen Stil, diese Gegebenheiten sehr plausibel darzustellen. Die Leichtigkeit seiner Sprache ist es, die mich immer wieder begeistert zu seinen Romanen greifen lässt. Diese vier Hauptcharaktere, die er hier geschaffen hat, sind in meinen Augen schon etwas Besonderes. Sie sind gut aufgebaut und von Grund auf unterschiedlich, aber als Team mit ihren Fähigkeiten unschlagbar. Ich fühle mit diesen Personen und vor allem, weil sie auch sehr eingängige Charaktere sind und ich mir die Situation gut vorstellen kann. Auch dieses Mal gehen sie mit einer scheinbaren Leichtigkeit mit dem spannenden Fall um. Die Spannung baut einmal auf dem Fall, der einen sehr guten Spannungsbogen herstellt und auch die Herangehensweise des Teams, die immer für Spannung gut ist.
Es war wieder ein Vergnügen dieses Buch der Reihe zu lesen, denn ich mag diese vier Figuren und das, was sie erleben. Ich mag auch die Art und Weise wie Richard Osman schreibt. Dieses Buch kann ich allen empfehlen, die Krimis auch mal unterhaltsam erleben möchten.

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Veröffentlicht am 14.05.2026

Die Spur in die Vergangenheit

Schatten über den Chianti-Hügeln
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Der Tod des Olivenbauern Paolo Fusco ist der neue Fall, mit dem sich Commissario Figallo beschäftigen muss. Wie er im Laufe der Ermittlungen feststellt, ist der Fall sehr kompliziert, weil auch politische ...

Der Tod des Olivenbauern Paolo Fusco ist der neue Fall, mit dem sich Commissario Figallo beschäftigen muss. Wie er im Laufe der Ermittlungen feststellt, ist der Fall sehr kompliziert, weil auch politische Motivationen, die Ermittlungen lenken. Der Vize-Questore ist der Parteifreund des Sohnes des Opfers und der möchte Bürgermeister werden. Seine Freundin Sandra, ehemalige Kommissarin aus Deutschland, erwartet den Besuch ihrer Eltern und wird dadurch Teil der Ermittlungen, die tief in die Vergangenheit hineinragen. Wie sie feststellen muss, war ihr Großvater in der Toskana stationiert und von dort ist er nicht mehr zurückgekehrt. Ob und wie die Fälle zusammenhängen wird die beiden eine ganze Zeit beschäftigen.
Der Toskana-Krimi „Schatten über den Chianti Hügeln“ von Gianni Borsa wird durch ein sehr interessantes Cover eingeführt. Wer schon mal in der Chianti Region war, wird dieses Bild lieben, denn es zeigt die anmutige Schönheit dieser Landschaft. Genau hier spielt dieser Krimi, der die Gegenwart mit der Vergangenheit und Deutschland mit Italien verbindet. Ein mysteriöser Todesfall steht am Anfang dieser Ermittlungen, die der Autor sehr geschickt, sehr tief in die Vergangenheit geführt hat. Aber auch die Gegenwart bietet sehr viele authentische Ansätze, wie die politische Situation zwischen links und rechts eine Mordermittlung beeinflussen können. Es braucht standhafte Polizisten, die diesen Einflüssen widerstehen können. Als dieser wird, der Commissario Figallo dargestellt und auch seine Problem mit den Einflussnahmen von Vorgesetzten. Die andere Hauptperson dieses Krimis ist sein Freundin Sandra, die dieses Mal in eigener Sache zum Verschwinden ihres Großvaters ermittelt. Geschickt ist wie der Autor immer wieder Berührungslinien zwischen diesen beiden Fällen zieht. Außerdem muss sich Figallo sich um seine pubertierende Tochter kümmern, ein sehr interessanter Seitenast, der auch mit der neuen Beziehung des Commissrio zu tun hat. Die Sprache des Autors ist sehr bildhaft und ich konnte gut in die Toskana und den Fall eintauchen. Auch der Spannungsbogen ist sehr gut angelegt, mit einem interessanten Ende.
Ich mag diese Art Krimis, die die Region mit einbeziehen und hier auch eine Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit und zwischen Politik und Polizeiarbeit ziehen. Für Freunde von regionalen Krimis und der Toskana allemal empfehlenswert.

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