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Veröffentlicht am 23.06.2025

Das Erbe

Bretonisch mit Meerblick
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Als ihre Tante Annie plötzlich verstarb, war ihre Nichte Tereza Berger sehr überrascht. Dieses Haus stand in der Bretagne, am Ende der Welt. Sie wollte auch nur kurz dorthin und das Haus so schnell wie ...

Als ihre Tante Annie plötzlich verstarb, war ihre Nichte Tereza Berger sehr überrascht. Dieses Haus stand in der Bretagne, am Ende der Welt. Sie wollte auch nur kurz dorthin und das Haus so schnell wie möglich wieder verkaufen. Doch als sie das Haus sah, kamen ihr doch Bedenken, ob ein Verkauf das Richtige sei. Es musste einiges an dem Haus getan werden, da es in einem schlechten Zustand war. An einem nahe gelegenen Strand hatte es zwei Todesfälle gegeben, sodass das der Verkauf sehr schwer werden würde. Während ihres Aufenthaltes gab es noch eine Toten und so rückt Tereza in den Fokus der Polizei. Es gab aber auch Unterstützung von den Frauen von Camaret und Gefahren durch die mysteriösen Kapuzenmänner. Alles andere als Gastfreundlich und die Frage war, wie würde sie sich entscheiden.
„Bretonisch mit Meerblick“ von Gabriel Kasperski ist ein Krimi, der an der Küste der Bretagne spielt und seine Bewohner und deren Neigungen und Abneigungen in den Fokus nimmt. Schon das Cover zeigt, das die Küsten der Bretagne manchen Sturm auszuhalten haben und doch gibt es Leuchttürme, die den Weg zeigen. Genauso ist das in diesem Krimi, der zwischen den Menschen einige Gräben aufweist, aber die sind meist nicht persönlicher Art und Weise, sondern haben meistens auch geschäftliche Hintergründe. Der Hauptcharakter, die Schweizerin Tereza, deckt einiges auf, was unter der Oberfläche brodelt, und sie muss sich auch ihren Weg erobern. Diesen Weg hat die Autorin sehr interessant angelegt uns so ist manchmal Hassobjekt und manchmal Aufdeckerin der Geschichten, die die Menschen dort schreiben. Die Spannung nimmt deutlich bis zum Ende zu.
Ein Krimi, der viele regionale Besonderheiten der Bretagne erzählt, liegt hier vor. Die Story ist leicht und einfach erzählt und ist spannend und amüsant zugleich.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Serienmörder

Andalusische Sonne
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Daniel ist ein junger Mann, der gerade Abitur gemacht hat und seiner Cousine nach Torremolinos folgt. Er sucht noch seinen Platz im Leben. Geld hat er genug, aber er weiß noch nicht, wie er sich fühlen ...

Daniel ist ein junger Mann, der gerade Abitur gemacht hat und seiner Cousine nach Torremolinos folgt. Er sucht noch seinen Platz im Leben. Geld hat er genug, aber er weiß noch nicht, wie er sich fühlen soll. Er geht mit seiner Cousine ins Bett, die das auch reichlich ausnutzt, ist aber auch verliebt in seinen besten Freund Stevie. In Torremolinos macht er die Nacht zum Tag kombiniert mit allerlei Aufputschmitteln. Er verkehrt am liebsten in einer Bar für gleichgeschlechtliche Menschen und fühlt sich auch in Kleidern wohl. Gleichzeitig findet Commissario Ximenez einen abgetrennten Kopf, den er allerdings nicht zuordnen kann. Während Daniel und Laura die Nacht zum Tag machen, werden immer mehr Leichenteile von Männern gefunden. Ein Serienmörder scheint seine Opfer zu suchen.
Der Kriminalroman „Die Andalusische Sonne“ von Diego Sanchez spielt in der Szene der gleichgeschlechtlichen Menschen und beschäftigt sich auf der einen Seite mit dem ungezwungenen Leben von Jugendlichen und auf der anderen Seite mit einem Mörder, der seine Opfer in dieser Szene sucht. Das Cover zu dem Krimi ist sehr schön gestaltet und zeigt eine wohl typische Szene aus einer Region, die in der Nähe des Meeres liegt und damit sehr idyllisch erscheint. Doch hinter dieser Idylle tobt sich ein Serienmörder aus und gleichzeitig ist sie auch das Paradier für Reiche und Schöne. Allerdings wird auch immer wieder der soziale Kontrast deutlich, hauptsächlich wenn Commissario Ximenez ermittelt. Dieser Commissario und seine Team tappen lange im Dunkeln, bis sie die Identität der Opfer gefunden haben und er merkt das auch sein Sohn eines der Opfer kennt. Erzählt wird die Geschichte sehr häufig in einer Ich-Form, aus der ich nicht immer schlau geworden bin, denn es sind Daniel und sein Freund Stevie und der Mörder, die dieser Form benutzen. Ich finde diesen Krimi sehr undurchsichtig und hatte manchmal Schwierigkeiten den Zusammenhang zu verstehen. Klar wird er erst zum Ende und das ist überraschend, aber irgendwie nicht plausibel.
Ich tue mich sehr schwer diesen Krimi einzuordnen, da ich doch während des Lesens meine Probleme hatte. Ich finde er ist sehr konfus beschrieben und ich hatte manchmal so meine Probleme den roten Faden zu finden.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Ein raffinierter Plan

Very Bad Widows
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Vier Paare, die schon seit langer Zeit befreundet sind, haben bei einer Investition ihre gesamten Ersparnisse verloren und müssen jetzt mit einem deutlich geringeren Lebensstandard sich begnügen. Doch ...

Vier Paare, die schon seit langer Zeit befreundet sind, haben bei einer Investition ihre gesamten Ersparnisse verloren und müssen jetzt mit einem deutlich geringeren Lebensstandard sich begnügen. Doch dann wird eines morgens einer der Freunde tot in seiner Garage gefunden. Es sieht so aus, als wenn er ermordet wurde. Nach der Beerdigung erfahren die Frauen, dass ihre Männer Lebensversicherungen mit hohen Summen abgeschlossen hatten und wundern sich doch sehr. Sie treffen sich und schmieden einen Plan. Auch die Männer sind sehr verunsichert über den Tod ihres Freundes und auch sie machen sich Gedanken über ihre Zukunft. Ein interessantes Katz und Maus Spiel kann beginnen.
Der Roman „Very Bad Widows“ von Sue Hincenberg weist schon ein wunderschönes Cover auf, das drei Frauen an einem Pool in der Sonne liegen und das Leben genießen. So war wohl auch der Plan, den die vier Paare sich für ihre Altersversorgung zurechtgelegt hatten. Doch natürlich kam alles anders und darüber erzählt die Autorin sehr flüssig. Ich kann diese Träume gut nachvollziehen, doch es ist ein Crime Effekt in den Plänen zu Grunde gelegt. Es scheint ein Katz und Maus Spiel mit vielen Unbekannten zu sein, denn hier spielt fast jeder gegen jeden. Es gibt nur eine Konstante in diesem Roman und die ist sehr überzeugend beschrieben. Ansonsten gibt es viele Spieler in diesem Plan. Da ist auf der einen Seite das Casino und deren Eigentümer, die eine sehr wichtige Rolle hier spielen, wie man so nach und nach lesen kann. Dann natürlich die Frauen, die Witwen werden möchten und ohne ihre Männer planen und dann natürlich die leider nur noch drei Männer, die ihre eigenen Wege vorbereitet hatten. Wie das ganze Spiel läuft, wird von der Autorin sehr gut aufgebaut und die Verwirrungen, denen die einzelnen Spielfiguren ausgesetzt sind, schon erheblich. Es kommt zu mehreren Twitches nur eine Person, oder sagen wir mal zwei, haben recht viele Fäden in der Hand. So ist es nicht überraschend, dass es am Ende für alle Personen einen überraschenden Ausgang gibt. Manchmal bin ich mir in diesem Buch vorgekommen, wie in einem Marionettentheater, wo nicht ganz klar ist, wer die Fäden in der Hand hat. Nach Abschluss des Buches wusste ich es. Ich finde diesen Roman sehr lesenswert. Er hat viel von einem Krimi und einiges von einer Satire und ich mag diese Sprünge, die mich schon sehr fasziniert haben. Die Story finde ich sehr interessant und hat mich sehr gut unterhalten. Die sehr unterhaltsamen Passagen, in die die Männer und Frauen hineinrutschen sind es, die den Roman tragen. Natürlich erfährt man auch viel über das Geschäft eines Casinos und deren Geschäftsführerin. Diese Wendungen tragen ebenfalls zu einer sehr guten Unterhaltung bei. Ich sehe, diese Figuren, wie in einem Film vorbeilaufen und mich mittendrin auftauchen. Das ist es, was die Autorin mit ihrer Sprache schafft.
Der Roman ist in meine Augen sehr gut gelungen und wer eine Mischung aus Crime und Satire mag ist hier sehr gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Entführung auf Sylt

Sylterbe
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Leonie Mahnke und Alina Tottmann sind zwei Stipendiatinnen, die auf Einladung einer Kunststiftung drei Monate auf Sylt ihre Kunst verfeinern dürfen. Leonie ist Influencerin und malt, doch ihre Kunst und ...

Leonie Mahnke und Alina Tottmann sind zwei Stipendiatinnen, die auf Einladung einer Kunststiftung drei Monate auf Sylt ihre Kunst verfeinern dürfen. Leonie ist Influencerin und malt, doch ihre Kunst und ihre Manieren passen eigentlich nicht zu Sylt und den Mäzenen. Dann ist sie auch nach einem abendlichen Dinner verschwunden. Das bedeutet, dass die Polizei von Sylt einen neuen Fall hat und er auch noch in der Öffentlichkeit steht. Außerdem ist der Chef der Polizei Reimers ein Bekannter, der Mutter der Verschwundenen und so auch noch ein bisschen unter Druck. Die beiden Kommissare Nick und Uwe tappen ein wenig im Dunkeln. Nicks Frau Anna arbeitet für den Mäzen Falk von Bergedorf und ist irgendwie mitten im Fall angekommen.
Der Krimi „Sylterbe“ von Sibylle Narberhaus handelt von einem Kunstprojekt auf Sylt, das in die Schlagzeilen gerät. Das Cover dieses Romans zeigt eine typische Szene aus den Dünen von Sylt und gefällt mir sehr gut. Die Hauptcharaktere Anna und Nick Scarren spielen in unterschiedlichen Bereichen dieses Krimis eine Rolle. Am Ende spielen sie beide einen wichtigen Part. Zu Beginn habe ich mich gefragt, wie diese Figuren agieren. Bei Nick war es klar, bei Anna erst einmal nicht. Sie spielt zwar auch mit in diesem Gesamtpaket und nimmt hier einen verbindenden Teil ein. Sie ist in der Kunstszene von Sylt unterwegs mit ihrem Gartenbau Unternehmen und Nick als Kommissar an vordere Stelle der Klärung des Falles. Das Thema ist interessant, da es junge Kunsttreibende betrifft, oder ist eine Influencerin keine Künstlerin. Ich finde im weitesten Sinne schon, aber auf jeden Fall ein Objekt der Begierde. Doch der Krimi ist nicht so vordergründig, wie er erscheint. Die Sprache der Autorin ist auf jeden Fall sehr lebendig und die Bilder, die sie malt, sind eingängig. Die Spannung ist vorhanden, weil sich das Entführungsopfer und eine weitere Person sich immer wieder melden. Der besondere Thrill fehlt ein bisschen, aber der Spannungsbogen passt bis zum Ende.
Wer in diesem Krimi Hochspannung erwartet, ist sicher nicht richtig hier, aber es handelt sich um einen soliden regionalen Krimi, der schon seine spannenden Seiten hat.

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Die Profilerin

Süßer Tod am Lago di Garda
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Die Profilerin Ricarda Antonini hat einen Burnout und hat ihren Beruf an den Haken gehängt und möchte, nachdem sie in ihre Heimat dem Gardasee zurückgekehrt ist, sich einem künstlerischen Handwerk und ...

Die Profilerin Ricarda Antonini hat einen Burnout und hat ihren Beruf an den Haken gehängt und möchte, nachdem sie in ihre Heimat dem Gardasee zurückgekehrt ist, sich einem künstlerischen Handwerk und ihrer Tochter Mia widmen. Auf dem Weg zum Restaurant von Maria bemerkt sie ein großes Polizeiaufgebot, aber sie denkt sich nichts dabei und macht bei Maria die Bekanntschaft eines berühmten Schriftstellers. Als sie wieder zu Hause ankommt bekommt sie einen Anruf ihres Bruders Andrea, der ihr von einer aufgefundenen Toten erzählt und sie um Hilfe bittet. Doch Ricarda ist sich nicht sicher, ob sie schon bereit dafür ist. Als sie allerdings die Vorgehensweise des Täters erfährt, ist diese genauso wie bei ihrem letzten Fall in Mailand. Sie kann das Angebot von Andrea trotz schlechtem Gewissen nicht ausschlagen, denn der Täter wird weiter morden.
Der Krimi „Süßer Tod am Lago di Garda“ von Sibilla Bellini spielt am wunderschönen Gardasee. Schon das Cover zeigt eine Sehenswürdigkeit des Gardasees und zeigt die Schönheit der Region. Doch in dieser Idylle spielt dieser Krimi mit einer wohldosierten Grausamkeit. Die Hauptperson ist Ricarda Antonini, die nach einem Burnout wegen ihrer Fähigkeiten von ihrem Bruder reaktiviert wird. Das kennzeichnet diesen Krimi, er spielt sehr häufig auf einem eigenen Gefühlslevel, sei es bei der Auffindung der Leichen und auch im Umgang der Hauptperson mit ihrer Vergangenheit und gerade auch mit ihrer Tochter. Ich denke das ist von der Autorin geplant, das diese Verhalten auch zu ihrer Stärke gehört. Der Gegenspieler von Ricarda bleibt lange im Dunkeln, doch werden immer wieder Rückblicke gestartet, erst in das Gefühlsleben der Opfer, dann aber auch in das des Täters. Ich finde das ist sehr geschickt gemacht, da so der Leser in den Roman gezogen wird und sich in die Situation einfühlen kann. Das ist in meinen Augen eine Stärke des Romans. Die Story um die Morde herum entwickelt sich erst langsam und das ist auch gut so, denn es kommen immer wieder Wendungen, die fesseln und auch vorherigen Gedanken umwerfen. So ist der Spannungsbogen auch gut entwickelt und die sehr bildhafte Sprachen der Autorin unterstützt das Eintauchen in die Story. Das Ende ist in meinen Augen ein Highlight.
Ich finde diesen regionalen Krimi sehr spannend und auch die Einbeziehung der Region und auch der Besonderheiten, hier die literarischen, sehr informativ und macht ihn für mich interessant. Für alle Freunde der regionalen Krimis eine neue Autorin, die Spaß macht und für alle anderen ein tolles Buch.

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