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Veröffentlicht am 17.05.2025

Die verschwundenen Briefe

Was am Ufer lauert
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Bei einem ausgefallenen Treffen mit einem Informanten entdeckt Gianna Pitti eine tote Frau im Gardasee, Sie zeiht sie aus dem See und bemerkt, dass diese ermordet wurde. Eigentlich sollte sich Gianna mit ...

Bei einem ausgefallenen Treffen mit einem Informanten entdeckt Gianna Pitti eine tote Frau im Gardasee, Sie zeiht sie aus dem See und bemerkt, dass diese ermordet wurde. Eigentlich sollte sich Gianna mit einem Unbekannten treffen, der ihr etwas Wichtiges geben sollte. Sie findet bei der Toten eine leere CD-Hülle mit einer unleserlichen Aufschrift. Sie nimmt es mit nach Hause, wo ihr Vater und ihr Onkel warten. Sie können mit Mühe die Schrift entziffern, Churchill Briefe. Doch was soll das bedeuten. Der journalistische Spürsinn für eine Story erwacht, vor allem, als sie erfährt, dass es am See eine Schießerei gegeben hat. Am Wochenende sollte eine Veranstaltung zum Thema Churchill und dem Gardasee stattfinden. Doch der englische Professor, der den Vortrag halten sollte, ist verschwunden. Gianna und ihr Vater machen sich auf die Suche nach den verlorenen Briefen.
„Was am Ufer lauert“ ist ein regionaler Krimi von Lenz Koppelstädter, der am Gardasee spielt. Hauptcharaktere sind Gianna Pitti und weitere Familienmitglieder, wie ihr lange verschwundener Vater und ihr Onkel Francesco. Außerdem Mitglieder der regionalen Zeitung, wie die Geliebte ihres Vaters Elvira. Dann sind nach noch die Bösen, die von Professor Sheppard und der junge Historiker Pagani, die sich auf Churchill spezialisiert haben. Die Story ist recht interessant, denn es wird vermutet das Churchill mit dem rechten Duce, während des zweiten Weltkriegs dealen wollte. Es sollen scheinbar Briefe geben, die das Belegen. Diesen Briefen sind nun verschiedene Mächte und Geheimdienste auf der Spur. Ansonsten ist es eine Geschichte über die Familie Pitti, die hier in diesen historischen Angelegenheiten, schon durch ihren Großvater verstrickt sind. Die einzelnen Abschnitte sind durch die handelnden Personen gekennzeichnet. Die Spannung wird durch wechselnde Szenen erzeugt. Schön sind auch immer wieder die regionalen Besonderheiten des Gardasees, die durch die bildhafte Sprache des Autors immer wieder hervorgehoben wird.
Ich finde diesen Krimi um die Journalistin Gianna Pitti unterhaltsam, aber die Spannung könnte ein wenig höher sein und die Figur mit ein bisschen mehr Charakter bzw. Überraschendem ausgestattet sein. Die Anlagen sind da. Ich bin sicher, dass dieses auch noch geschehen wird. Ich würde ihn in den Bereich Cozy Crime einsortieren, denn er hat auch viel Interessantes zu bieten.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

Eine verbrecherische Gemeinschaft

Devil's Kitchen
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Andy ist eine freiberufliche Agentin, die nur Spezialaufträge annimmt. Dieses ist so einer, denn es handelt sich um eine lange Einbruchserie, die immer mit einem Feuer zusammen stattfinden. Der letzte ...

Andy ist eine freiberufliche Agentin, die nur Spezialaufträge annimmt. Dieses ist so einer, denn es handelt sich um eine lange Einbruchserie, die immer mit einem Feuer zusammen stattfinden. Der letzte Einbruch sollte bei einem Juwelier durchgeführt werden, aber es lief irgendwie schief. Andy wird von FBI Agent Newler angeheuert und nimmt in einer Bar Kontakt mit Ben auf, der einen Brief an das FBI geschickt hatte, da seine Freundin und deren Sohn verschwunden sind. Gleichzeitig gehört er aber auch der Feuerwehrtruppe um deren Chef Matt an, die für die Raubzüge und den Tod zweier weiterer Menschen verantwortlich sein sollen. Der Job wird für Andy und Ben eine Menge Gefahren bieten und sehr kompliziert werden.
Der Thriller „Devil´s Kitchen“ von Candice Fox hat ein ganz besonderes Thema, eine verbrecherische Feuerwehrtruppe, die auch noch Raubzüge begeht. Das ist schon eine spannende Story an sich, aber hier wird die Spannung durch die Tatsache geschürt, dass unsere beiden Hauptcharaktere Ben und Andy sehr unterschiedlich sind und auch das Thema Angst eine Rolle spielt. Andy wird als sehr abgebrühte private Ermittlerin dargestellt, die eigentlich vor keiner Gefahr zurückweicht, da sie auch auf fast alles sich vorbereitet hat. Es sind einige Schachzüge dabei, da muss ich meinen Hut vor der Autorin ziehen. Ben hingegen ist ein sehr zerrissener Charakter, der seinem Chef Matt einiges zu verdanken hat, aber nun wo er sesshaft werden möchte seine Freundin verschwunden ist und er sein Team im Verdacht hat. Die Beziehung, die Andy und er durchführen müssen ist ein ständiges an und aus, aber darin liegt auch ein gewisser Reiz, der die Spannung noch ein bisschen triggert. Die einzelnen Kapitel sind an die beiden Hauptcharaktere gebunden und sie schildert dann die jeweilige Sicht auf die Dinge. Die weiteren Teammitglieder erden immer wieder aus deren beider Sicht geschildert. Auch sind ein paar Rückblicke eingestreut, die das vergangene Leben von Ben und Andy beschreiben. Die Spannung liegt immer über dieser Story und hat am Ende auch noch die ein oder andere Überraschung parat. Geschrieben ist dieser Thriller sehr temporeich und das macht schon Spaß ihn zu lesen.
Dieser Thriller ist mal etwas anderes und ich kann nicht sagen, dass er mir nicht gefallen hat. Allerdings ist die Betrachtungsweise aus der Sicht von Andy und Ben spannend, aber es fehlt die Hochspannung. Es läuft alles spannend ab, doch irgendetwas fehlte mir für die 5 Sterne, ich kann es aber nicht wirklich fassen. Deshalb selbst lesen, er hat schon etwas Besonderes.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Familienangelegenheiten

Verlassen
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Die Familie Snaeberg trifft sich in einem Hotel in den Lavafedern Islands zur Feier eines der Ältesten der Familie. So sind alle Snaebergs zusammen und das Ereignis zu feiern. Teilweise haben sie sich ...

Die Familie Snaeberg trifft sich in einem Hotel in den Lavafedern Islands zur Feier eines der Ältesten der Familie. So sind alle Snaebergs zusammen und das Ereignis zu feiern. Teilweise haben sie sich schon einige Zeit nicht mehr gesehen. Das Hotel ist ein sehr modernes und so bietet es allen Komfort, den sich die Familie vorstellen kann. Aber es ist nicht alles Gold was glänzt, denn es gibt auch Zwistigkeiten innerhalb der Familie. Deshalb fließt auch der Alkohol in Strömen und man merkt auch das einige aus der Familie Probleme damit haben. Drei Tage sind sie zusammen und dann passiert ein Unglück und einer aus der Familie ist tot und die Kripo ermittelt.
Der Island – Krimi „Verlassen“ von Eva Björg Aegisdottir ist eine spannende Story über eine besondere Familie aus Island. Es werden drei Tage dieser Familie bei einer Familienfeier skizziert, die eigentlich ganz harmonisch verlaufen könnte. Doch weit gefehlt. Das Cover zeigt eine felsige einsame Bucht, wie es für einige Landstriche auf Island typisch erscheint. Eine sehr gute Einführung in diesen Krimi. Ansonsten sind es gut dargestellte Animositäten und Feindschaften innerhalb der Familie, die an so einem Wochenende zum Tragen kommen. Die Abgeschiedenheit und der Alkohol lösen so einige Gefühle untereinander aus, die schon tief versteckt waren. Die Autorin wählt die genaue zeitliche Darstellung dieses Wochenendes und beschreibt das Geschehen aus der Sicht von fünf Mitgliedern der Familie und einer Hotelangestellten in einer chronologischen Abfolge. Unterbrochen wird es nur durch die Vorblende auf die Ermittlungen der Polizei, nachdem man einen Toten gefunden hat. Die Familienmitglieder sind aus verschiedenen Perspektiven dargestellt und sie zeigen auch die Gefühle, die sie bei dieser Feier entwickeln. Ganz speziell ist die Sicht der Hotelangestellten, die eine sehr interessante und objektive Sicht beschreibt. Die Story ist spannend erzählt, da man ganz am Anfang erfährt, dass es einen Toten gibt und in den Rückblicken die Situation in der Familie bis zum überraschenden Ende aufgebaut wird.
Skandinavische Krimis, wie dieser aus Island, weisen in meinen Augen immer eine bedrohliche Gesamtsituation auf, meistens geprägt durch das schlechte Wetter. Das geschieht auch hier, doch es ist dieses bedrohliche Zusammensein, dass die Atmosphäre prägt und auch sehr bedrohlich erscheinen lässt. Ich finde es ist ein spannender Island – Krimi, der das Genre gut darstellt.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Der Vogelmann

Erdrutsch
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In der Nähe des Comer Sees auf dem Monte Croce di Muggio findet der Tibeter, Aurelio Campanna, einen Mann, der mit den Krähen spricht. Es stellt sich heraus, dass dieser Mann ein Veterinär Mediziner ist. ...

In der Nähe des Comer Sees auf dem Monte Croce di Muggio findet der Tibeter, Aurelio Campanna, einen Mann, der mit den Krähen spricht. Es stellt sich heraus, dass dieser Mann ein Veterinär Mediziner ist. Es ist Dottore Giorgio Colombo aus der Nähe. Seine Laute, die er von sich gibt, sind denen der Krähe sehr ähnlich. Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hat man ihn in eine Unterkunft der confusi, die von einer Ordensschwester geleitet wird. Es ist sehr schwer ansprechbar und gibt nur Krähenlaut von sich. Er zeichnet eine Karte der Alpenregion und zeichnet dort in einer Art Vorhersage, künftige Erdrutsche und andere Unglücke ein, die er wohl von den Krähen gehört hat, wie er angibt. Die Frage, die sich nicht nur Wissenschaftler stellen ist, ob es möglich ist diese Vorhersagen zu verifizieren.
Ein sehr interessanter Roman den Spinnen/Wolkenstein, mit dem Namen „Erdrutsch“ hier entwickelt haben. Schon das Cover zeigt ein stilisierte Krähe und die Region um den Comer See. Es hat etwas gedauert, bis ich mich in dem Roman wohlgefühlt habe, denn die Erzählung von Menschen und Krähen, die Unglücksprognose betreiben können, war mir erst sehr befremdlich. Doch die Autoren haben ganz geschickt ein sehr aktuelles Thema an diesen Mythen aufgebaut. Es geht um handfeste Probleme, die durch den Klimawandel und die ansteigende Anzahl von Touristen entstehen kann. Dies ist hier die Bedrohungskulisse und natürlich sind auch Umweltschützer, einer sogenannten Burnt Generation, beteiligt mit ihren sehr harten Aktionen gegen diese beiden bedrohenden Faktoren. Dieses wird sehr gut deutlich gemacht durch die Sprache, bei den drastischen Ereignissen. Doch der Roman bleibt nicht stehen in der Aufzählung der negativen Probleme der Region, sondern erzählt auch von Auswegen aus dem Dilemma. Sehr interessant sind die Darstellungen der Aktionen um die Raben, denen hier fast menschliches Verhalten nachgewiesen wird. Das sind alles zusammen ein paar interessante wirtschaftliche und wissenschaftliche Erkenntnisse, die mich doch sehr neugierig gemacht haben.
Nach anfänglichen Fragezeichen, die in mir entstanden, fand ich den Roman wegen seiner Aktualität sehr interessant und lesenswert. Mit seiner Gesellschaftskritik, aber auch ein wenig überspitzten Handlungen, z. B. um das Verhalten der Krähen, hat er mich am Ende überzeugt und wer sagt denn, dass die Krähen menschliches Verhalten nicht spiegeln können? Die Umweltschäden in den Alpen wird man so leicht nicht von der Hand weisen können.

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Veröffentlicht am 26.04.2025

Ein toter Musiker

Mordseemusik
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Caro Falk ist hochnervös, denn sie hat einen Auftritt mit ihrem Chor bei einem Konzert einer Südamerikanischen Band, die sehr beliebt ist. Doch am Abende des Konzerts kommt es zu einem Zwischenfall, denn ...

Caro Falk ist hochnervös, denn sie hat einen Auftritt mit ihrem Chor bei einem Konzert einer Südamerikanischen Band, die sehr beliebt ist. Doch am Abende des Konzerts kommt es zu einem Zwischenfall, denn der Sänger bricht plötzlich mit Atemnot zusammen und stirbt im Krankenhaus. Natürlich ist das für Caro ein Grund mit ihrem Freund Jan Akkermann sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Auch ihr Schwiegervater Hinnerk unterstützt sie in der Recherche, da er mal Journalist war und über viele Kontakte verfügt. So finden sie heraus, dass der Musiker kein Südamerikaner war sondern aus Emden stammte. Doch das ist nicht das einzige Geheimnis, dem die beiden privaten Ermittler auf der Spur sind, ganz zum Unwillen von Kommissar Bachmann, doch das stört die beiden überhaupt nicht.
Der neueste Borkum-Krimi von Emmi Johannsen „Mordsee Musik“ zeigt auf dem Cover natürlich wieder eine Seemöwe, diesmal vor einem Strandpavillon, in dem ein Konzert und ein anschließender Todesfall sich zugetragen haben. Die Autorin bemüht wieder ihr bewährtes, privates Ermittlerteam, um diesen Todesfall aufzuklären. Dieses Mal kommt eine kleine romantische Note zwischen den beiden noch hinzu, was diesen Fall für mich noch ein bisschen interessanter macht. Es ist schon sehr bezeichnend, wie weit diese beiden Ermittler kommen und so den Fall bearbeiten können. Auf einer kleinen Insel, wie Borkum, bleibt natürlich nichts lange geheim. Dazu sind Caro und Jan einfach zu gut vernetzt. Diese Vernetzung zeigt die Autorin ganz klar auf und das ist, finde ich, die Stärke dieses Krimis. Aber auch die Story ist authentisch und nachvollziehbar, auch wenn sich der Nebel erst nach und nach legt. Aber so wie im richtigen Leben halt. Deshalb kommen die beiden Hauptcharaktere so sympathisch rüber. Das der Spannungsbogen gut entwickelt wird und das immer wieder Wendungen in diesem Fall auftreten und es ein sehr überraschendes Finale gibt, macht den Roman sehr interessant.
Ich mag diese Art von regionalen Krimis und ich bin auch Fan von Emmi Johannsen und ihren Ermittlern und der Art wie mir Borkum nahegebracht wird. Das der Krimi spannend ist, lässt ihn mich umso lieber empfehlen.

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