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Veröffentlicht am 23.03.2025

Saqckgassen

Winzerkrieg
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Andre Sartorius findet auf einer Joggingrunde mit Irina einen Toten. Er wurde per Kopfschuss getötet. Wie sich herausstellte war es ein bekannter Winzer aus Deidesheim. Für Hauptkommissar Achill ist es ...

Andre Sartorius findet auf einer Joggingrunde mit Irina einen Toten. Er wurde per Kopfschuss getötet. Wie sich herausstellte war es ein bekannter Winzer aus Deidesheim. Für Hauptkommissar Achill ist es ein ausgerechnet, dass sein Freund Andre den Toten gefunden hat, denn er hat in anderen Fällen der Polizei auch schon geholfen und er ist überzeugt, dass er seine Nase auch in diesen Fall stecken würde. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass es in Deidesheim ein anderes Weingut gab, das mit dem Gut des Toten in Konkurrenz stand. Natürlich rückte der Fokus auf dieses Weingut, vor allem da die Ex des Toten nun mit der Besitzerin des anderen Weingutes zusammen war. Für die Polizei war daher alles ganz klar, aber konnte man da wirklich sicher sein. Doch es gab ja auch noch den Schnüffler Andre.
„Winzerkrieg“ von Uwe Ittensohn ist ein sehr spannender Krimi aus der Pfalz. Um was es geht, wird schon auf dem Cover gezeigt; Wein. Zwei Winzer, die im Zwist leben, leisten sich einen sehr spannenden Krieg unter Winzer. Aber eigentlich ist es nur einer, der neidisch auf seine Nachbarin ist. Als dieser nun erschossen aufgefunden wird, lag die Täterin auf der Hand. Jetzt sind die beiden Hauptcharaktere Andre Sartorius und Hauptkommissar mal nicht einer Meinung. Doch genau diese Unterschiede werden zur Antriebsfeder für die Aufklärung des Mordes. Man lernt als Leser, dass Winzer ein sehr harter Job ist und es geht hier nicht nur um die Herstellung des Weines, sondern auch um dessen Vermarktung. Interessant auch die Ausflüge in die Vergangenheit, nach Spanien und hier in das Rioja, wo der Tote ein Praktikum macht und die Tochter des Winzers lieben lernt. Hier fängt dann auch ein bisschen das Versteckspiel an, das in meinen Augen dem Krimi guttut. Toll finde ich auch die Kleinigkeiten, die der Autor immer wieder benutzt. Da wäre erst einmal Charly zu nennen, der Andre zum Tierliebhaber macht, dann ist da die Spende, die die beiden Männer nach Aufklärung in einem Kloster leisten müssen. Das sind so Kleinigkeiten, die diesen Roman am Leben halten und den Leser auch fesseln. Spannung ist genug enthalten in dem Krimi, und was ich sehr gut finde, ist dass die beiden Frauen Irina und Verena Bertling sehr wichtige Rollen spielen. Auch der Spannungsbogen ist sehr gut entwickelt.
Ich mag Winzer Krimis mit regionalen Spezialitäten. Die werden in diesem Krimi sehr gut ausgebaut in einer sehr bildhaften Sprache, gut für mein Kopfkino. Deshalb eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.03.2025

Vorbereiten auf die Pandemie

Überleben ist alles
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Die Covid Pandemie ist vorbei, doch Ed hat sich schon auf die nächste Pandemie vorbereitet, die seinen Informationen nach kurz bevorsteht. Um seine Kinder zu retten, entführt er sie von zu Hause, ohne ...

Die Covid Pandemie ist vorbei, doch Ed hat sich schon auf die nächste Pandemie vorbereitet, die seinen Informationen nach kurz bevorsteht. Um seine Kinder zu retten, entführt er sie von zu Hause, ohne ihrer Mutter etwas davon zu erzählen. Er nimmt Hayley und Ben mit in sein Lager, das weit außerhalb der Zivilisation liegt. Außer Ed und den Kindern leben dort noch Meg und ihr Sohn Danny, Ray und den Außenposten bewacht Kade. Sie sind irgendwo in den Wälder Schottlands und gerade für Hayley ist es schwierig, ohne ihre gewohnten Kontakte mit ihren Freundinnen zu sein. Auch möchte sie ihrer Mutter Bescheid sagen, doch es gibt kein Netz, nur das Überlebenshandbuch ihres Vaters. Die Stimmung unter den Bewohnern des Camps wird immer aggressiver zu Hayley, Wie die Zukunft aussieht, ist für Hayley noch nicht fassbar.
„Überleben ist alles“ von Ewan Morrison ist ein etwas anderer Thriller. Es handelt sich um eine Vorbereitung auf eine tödliche Pandemie durch sogenannte Prepper. Der Thriller wird beschrieben aus der Sicht des Hauptcharakters Hayley, einer 15-jährigen Jugendlichen, die durch ihren Prepper Vater aus ihrem normalen Alltag herausgerissen wird. Zusammen mit ihrem Bruder wird sie in die Gemeinschaft um ihren Vater eingeführt wird. Ihre Gefühlswelt wird sehr eindringlich beschrieben und ich kann mir das sehr gut vorstellen. Diesen Thriller macht auch die genaue Beschreibung aus dem Prepper Handbuch von Hayleys Vater Diese Beschreibungen sind sehr deutlich und man könnte es eigentlich an die Seite legen, wenn denn mal wieder eine Pandemie kommt. Doch das Handbuch ist schon ganz schön krass und die Themen ebenfalls. Es wird an alles Gedacht von Einlagerung von Lebensmitteln und Medikamenten und anderen. Aber auch wie man mit Kontaminierten und Verletzten umgeht. Ich konnte mich sehr gut in das Buch einlesen, aber es ist richtig krass. Die Sprache ist durch aus verständlich und direkt.
Ich fand dieses Buch interessant, aber auch sehr verrückt für mich. Ich habe schon von Preppern gehört und ich finde sie sehr schräg. Genauso ist das Buch, schräg. Trotz alledem gab es nur einige Stellen, die nicht so interessant waren. Ein Pandemie Thriller, der ungewöhnlich ist, aber schon verständlich.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Ein verzwickter Fall

Der zweite Verdächtige
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Jan Staiger hat ein massives Problem, denn sein Freund wird mit GHB vergiftet und er wird als Mörder festgenommen. Hauptkommissar Berger ist sich sicher das Jan der Täter ist und nimmt ihn in Haft. Der ...

Jan Staiger hat ein massives Problem, denn sein Freund wird mit GHB vergiftet und er wird als Mörder festgenommen. Hauptkommissar Berger ist sich sicher das Jan der Täter ist und nimmt ihn in Haft. Der Strafverteidiger Rocco Eberhard übernimmt den Fall und versucht Klarheit in diesen Fall zu bekommen. Er ist sich nicht ganz sicher, ob Jan unschuldig ist oder nicht. Oberstaatsanwalt Krumpe ist sich da sehr sicher, doch die Richterin lässt Jan wieder laufen. Ein paar Monate später wird wieder ein junger Mann in einem Nachtclub mit GHB vergiftet aufgefunden. Für Berger steht der Täter längst fest und so sitzt Jan wieder im Gefängnis und über ihn und Rocco bricht ein Shitstorm herein.
„Der 2. Verdächtige“ von Schwiecker/Tsokos ist ein sehr spannender Justiz-Krimi. Das Cover gibt uns Lesern schon den Einblick in das innere eines Gerichtsgebäudes und dort spielt der Großteil dieses Krimis sich ab. Sein Hauptcharakter, der Strafverteidiger Rocco Eberhard wird sehr sympathisch dargestellt, der auch mal mit sich und seinem Schützling hadert. Er ist sehr beliebt im Gericht und bei den meisten Menschen, denen er begegnet, doch dieser Fall könnte sein Image beschädigen. Dieser innere Widerspruch wird sehr gut dargestellt und auch sehr authentisch. Diese Figur trägt den Krimi in einer sehr besonderen Art und Weise und das macht diesen Krimi sehr nahbar. Aber auch alle anderen Personen sind sehr gut eingeführt und man kann sich gut in diesen Krimi einfühlen. Die Spannung kommt durch den rasanten Szenenwechsel und die immer wieder eingestreuten Gedanken des wirklichen Täters lassen diesen noch verzwickter und spannender erscheinen. Und das ist er am Ende auch, sehr spannend und verzwickt. Dieser Krimi wird zum Ende immer spannender, vor allem, weil der wahre Täter auch lange im Dunkeln bleibt. Die Story ist sehr gut aufgebaut und auch sehr spannend und mit einigen überraschenden Wendungen gespickt. Die Spannung bleibt deshalb bis zum Ende erhalten.
Ich bin von diesem Krimi total überzeugt. Ich hatte schon vorher mit den Autoren zu tun und auch dieser Krimi war wieder qualitativ an der oberen Messlatte. Eine klare Leseempfehlung kann ich aussprechen.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Der wertvolle Kelch

Campion. Tödliches Erbe
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Albert Campion ist Detektiv dessen neuester Auftrag sich mit dem Schutz des Gyrth Kelchs beschäftigt. Er hat den jüngsten Spross der Gyrths in London getroffen und ihn nach Sanctuary, aufs Land, begleitet. ...

Albert Campion ist Detektiv dessen neuester Auftrag sich mit dem Schutz des Gyrth Kelchs beschäftigt. Er hat den jüngsten Spross der Gyrths in London getroffen und ihn nach Sanctuary, aufs Land, begleitet. Er ist einer Gruppe auf der Spur, die wertvolle Kunst für ihre Mitglieder raubt. Der Kelch der Gyrths gehört dazu. Dieser ist wichtig für die Familie für ihre Reputation und wird am 25. Geburtstag an den Erben weitervererbt, der dann auf den Kelch aufpassen soll. Als er auf dem Land ankommt, bemerkt er das schon zwielichtige Gestalten sich in der Nähe des Kelches aufhalten. Dann stirbt auf einmal Val Gyrths Tante und die Frage ist natürlich, ob das etwas mit dem Kelch zu tun hat. Doch Campion wäre nicht ein super Detektiv, wenn er nicht schon eine Spur hätte.
„Campion – Tödliches Erbe“ ist ein Kriminalroman von Margery Allingham, der in England und dort vor allem in Adelskreisen Ermittlungen anstellt. Das wird auch schon auf dem Cover deutlich, wo eine Lupe ein Adelshaus in den Fokus nimmt, genauso wir zwei Gruppen, die die Autorin im Rennen hat. Campion und die Verteidiger des Kelchs sind gut aufgestellt. Es sind Val und seine Schwester, aber auch der Professor Cairy, der immer im richtigen Moment auftaucht. Die Autorin hat aber auch ein sehr robustes Team des Geheimbundes aufgestellt, die unsere Verteidiger richtig fordern. Das Ganze unterstützt die Autorin mit einer sehr gehobenen Sprache, die sich an die Adeligen anpasst für die Campion mit einer großen Schlitzohrigkeit arbeitet. Die Spannung ist relativ, denn man weiß es passiert etwas, aber es ist immer ein bisschen mit der Handbremse, obwohl der Spannungslosen gut gelungen ist. Auch an überraschenden Wendungen fehlt es dem Krimi nicht.
Mein Fazit ist nicht ganz auf der Seite der Autorin, aber auch wieder doch. Es fehlt ein wenig an Spannung, aber trotzdem ist es schwer das Buch aus der Hand zu legen. Es sind schöne Wendungen dabei, aber manche sind vorhersehbar. Trotzdem kann ich das Buch jedem empfehlen, der gerne Krimis aus England mit Adelsbeteiligungen liegt. Einen weiteren Krimi der Autorin werde ich sicher wieder in die Hand nehmen und lesen.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Eine sehr bedrohliche Situation

Der graue Wolf
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Chief Inspector Gamache wird in einen neuen Fall sehr subtil einbezogen. Es wird in seine Wohnung in Montreal eingebrochen, aber nichts gestohlen außer eine alte Jacke. Als er sie zurückbekommt, findet ...

Chief Inspector Gamache wird in einen neuen Fall sehr subtil einbezogen. Es wird in seine Wohnung in Montreal eingebrochen, aber nichts gestohlen außer eine alte Jacke. Als er sie zurückbekommt, findet er einen kleinen Zettel mit einem kleinen Teil eines Rezepts und einen Zettel, dass eine Person sich mit ihm treffen möchte. Bei diesem Treffen mit einem jungen Mann wird klar, dass er eine Nachricht für Gamache hat die sehr wichtig ist. Beim Verlassen des Treffpunktes wird der junge Mann über den Haufen gefahren und kurz bevor er stirbt, kann er dem Chief Inspektor noch etwas mitteilen. Dieses kann der Inspektor nicht zuordnen, aber er weiß des der junge Mann ihn gewarnt, dass er nicht allen bei der Polizei trauen kann. Nun hat Gamache und sein Team eine große Aufgabe zu erledigen und der Chief Inspektor fragt sich was ein Abt, dem er in Three Pines begegnet ist, damit zu tun hat.
„Der graue Wolf“ von Louise Penny ist der mittlerweile 19. Fall für Inspektor Gamache und sein Team. Dieses Team ist von ihm selbst zusammengestellt und er kann sich auf die beiden absolut verlassen. Das ist einmal sein Schwiegersohn Jean-Guy Beauvoir und Isabelle Lacoste, die beide seine Stellvertreter sind und auf die er sich verlassen kann. Außerdem ist da noch Reine-Marie seinen Frau, zu der er auch nach der langen Zeit noch eine liebevolle Ehe unterhält. Doch dieser Fall bringt ihn und sein Team an seine Grenzen. Es liegt eine sehr bedrohliche Situation vor, bei dem er und sein Team all ihre Erfahrung und Kontakte benötigen, um zum Ziel zu kommen. Diese Situation beschreibt die Autorin mit einer sehr intensiven Sprache, die die Spannung sehr stark ausmacht. Die Situationen sind so bildhaft beschrieben, dass sich der Leser gut in den Fall einfinden kann und auch den Weg zur Lösung hautnah miterlebt. Es ist eine Stärke der Autorin, ihre Leser ganz nah an den Ermittlungen teilhaben zu lassen. Auch in diesem Fall werden wieder die Grenzen aller Beteiligten erreicht, um am Ende die Situation in den Griff zu bekommen. Es werden verschiedene Plätze in den Mittelpunkt gerückt, die schon sehr besonders sind und genau das ist es, was diesen Krimi ausmacht, er ist etwas Besonderes. Schon das Cover weist auf einen Platz hin, der für die Lösung des Falles wichtig ist und der auch typisch für das Land Kanada ist. All dieses zusammen treibt die Spannung auf die Spitze und es sind einige sehr überraschende Wendungen mit eingebaut.
Ich finde auch diesen Band von Louise Penny wieder sehr spannend und wenn ich ein Buch kaum aus den Händen legen kann, dann ist der Krimi etwas Besonderes, so wie hier auch wieder. Ich kann diesen Krimi sehr empfehlen, da die Autorin hier einen außergewöhnlichen Charakter geschaffen hat, der mir sehr ans Herz gewachsen ist.

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