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Veröffentlicht am 01.03.2023

Wenn ein Großstädter einer Native American begegnet …

SADNESS FULL OF Stars (Native-Reihe 1)
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Johnny führt als erfolgloser Drehbuchautor ein miserables Leben in der Großstadt LA. Ein Ereignis aus seiner Kindheit liegt ihm schwer auf der Seele und hat das Verhältnis zu seiner Mutter zerrüttet, welche ...

Johnny führt als erfolgloser Drehbuchautor ein miserables Leben in der Großstadt LA. Ein Ereignis aus seiner Kindheit liegt ihm schwer auf der Seele und hat das Verhältnis zu seiner Mutter zerrüttet, welche ebenfalls mit ihren Dämonen kämpft. Irgendwann hält er es in ihrer gemeinsamen Wohnung nicht mehr aus und flieht mit der Unterstützung seines besten Freundes Logan in die endlosen Weiten des Zion-Nationalparks.
Dort begegnet er Sunwai, einer Native American, die dem Stamm der Citali angehört. Dieser lebt verborgen in den dichten Wäldern des Nationalparks. Kein Außenstehender weiß um den Standort des Dorfes, sodass die Citali ungestört in der Tradition ihrer Vorfahren im völligen Einklang mit der Natur leben können. Johnny ist der erste Außenstehende, dem Sunwai begegnet, denn aus Sicherheitsgründen ist es den Citali strengstens untersagt.

Die Kulisse des Romans ist atemberaubend, was sich auch in den vielen wundervollen Beschreibungen der Natur wiederfindet. Ich kann jedem nur raten, sich zusätzlich noch Bilder des Nationalparks anzuschauen. Das ist so ein schöner Ort! Ich kann verstehen, warum Sunwai so gerne durch die Wälder reitet.
Insgesamt wurde die Naturverbundenheit der Citali gut dargestellt, sie sind ein friedliches Volk, das ihre Umwelt schätzt und schützt. Dennoch sind sie nicht perfekt, nicht immer empfiehlt es sich, Traditionen ganz genau zu befolgen. Die Citali behandeln die Natur mit Bedacht und verachten die Außenstehenden, die genau das nicht tun. Unsere Wegwerfgesellschaft zerstört den Planeten und das müsste nicht sein. Hier spricht das Buch ein wichtiges Thema an, über das es sich nachzudenken lohnt.
Inwiefern die Lebensweise der Native Americans hier angemessen dargestellt wurde, vermag ich nicht zu sagen. Auf mich wirkt es so, als hätte sich die Autorin intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt, um eine respektvolle Umsetzung zu finden, was ihr auch gelungen ist. Da ich selbst jedoch nicht eine Native American bin oder mich gut genug damit auskenne, kann ich nicht dies nicht beurteilen.

Die Liebesgeschichte zwischen Johnny und Sunwai lässt sich wohl am ehesten der Kategorie „Slow Burn“ zuordnen. Da sie aus komplett verschiedenen Welten kommen und ihre Liebe gar nicht sein dürfte, nähern sie sich nur langsam an. Das hat mir gefallen, allerdings war der weitere Verlauf sehr vorhersehbar, es gab keine interessante Wendungen. Ebenso wurden Konflikte in Windeseile gelöst – auch abseits von der Liebesbeziehung. Ich denke, die Autorin wollte damit unnötige Längen vermeiden und den Fokus auf der Lebensweise der Citali gerichtet lassen, doch etwas Abwechslung hätte nicht geschadet. Dennoch war dieser Roman ein wundervoller Auftakt, das Lesen hat mir Freude bereitet und ich freue mich schon auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 22.02.2023

Ein brutaler Mord ohne Motiv

Das Flüstern der Mütter (Thriller)
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„Das Flüstern der Mütter“ war mein erster Roman von Gunnar Schwarz, ich habe den ersten Band nicht gelesen. Dies ist jedoch kein Problem, man kommt trotzdem super in die Geschichte rein. Zu Beginn lassen ...

„Das Flüstern der Mütter“ war mein erster Roman von Gunnar Schwarz, ich habe den ersten Band nicht gelesen. Dies ist jedoch kein Problem, man kommt trotzdem super in die Geschichte rein. Zu Beginn lassen die Figuren die vergangenen Ereignisse Revue passieren, sodass man direkt auf dem aktuellen Stand ist. Das ist wirklich angenehm!
Thriller sind nicht gerade mein Hauptgenre, ich lese alle paar Monate mal einen. Auch unter diesem Gesichtspunkt hat mich dieses Buch überzeugt, ich habe das Lesen wirklich genossen.

Über die Handlung an sich werde ich nicht allzu sehr ins Detail gehen, da ich es gerade bei Thrillern wichtig finde, dass man die Ermittlungen ohne zusätzliches Vorwissen verfolgt, um wirklich mitfiebern zu können. Denn das kann man hier wirklich gut, es bleibt zum Ende spannend und man kann zusammen mit den Ermittlern rätseln, wer hinter allem steckt und welche Motive diese Person verfolgt. Verstärkt wird dies noch mit gelegentlichen Abschnitten aus der Sicht des Täters, die einen noch verwirrter zurücklassen. Aber am Ende wird alles Sinn machen! :D
Das Buch beginnt so ziemlich damit, dass eine Frau ermordet über einem See hängend aufgefunden wird. Dabei handelt es sich um eine Mutter von zwei Kindern, die ausgesprochen beliebt unter ihren Freunden, Bekannten und Verwandten ist. Nun stellt sich die Frage, wer diese augenscheinlich unschuldige Frau so grausam aus dem Leben gerissen hat und welche Motive dazu geführt haben. Außerdem steht die Frage im Raum, ob der Täter noch einmal zuschlagen wird. Eine temporeiche Jagd beginnt, die vor allem das Ermittlerduo Lena & Henning vor ungeahnte Herausforderungen stellt.
Interessant fand ich vor allem die Gründe, die den Täter zu seinen Handlungen bewegt haben. Hier wird die These bedient, dass kein Mensch böse geboren wurde, sondern erst dazu gemacht wurde. Die Abgründe des Menschlichen wurden gut dargestellt, ich bemitleide den Täter in gewisser Weise fast schon. Es ist immer wichtig aufzuzeigen, warum er diese Taten begangen hat.

Das Ermittlerteam, das ich ja ganz neu kennengelernt habe, war mir auf Anhieb sympathisch. Hier hat mir besonders gut gefallen, dass man abseits von den Ermittlungen einen Einblick in deren Privatleben erhält. Jeder von ihnen hat ein Päckchen zu tragen, welches ihr Auftreten bei der Arbeit maßgeblich prägt. Dadurch wurden die Figuren greifbarer, sie haben ihre Ecken und Kanten und verstecken das nicht. So muss das sein!

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Veröffentlicht am 22.02.2023

Spannung mit einigen Schwächen

Das Haupt der Anna
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„Das Haupt der Anna“ begleitet den jungen Steinmetz Leonhard, der die gleichnamige Reliquie stielt, um sich vor dem Vater seiner Angebeteten zu beweisen. Dabei ist ihm nicht klar, welch weitreichende Konsequenzen ...

„Das Haupt der Anna“ begleitet den jungen Steinmetz Leonhard, der die gleichnamige Reliquie stielt, um sich vor dem Vater seiner Angebeteten zu beweisen. Dabei ist ihm nicht klar, welch weitreichende Konsequenzen diese Entscheidung mit sich zieht.

Als ich mich im Vorfeld über das Buch informiert habe, ist mir entgangen, dass dieses Buch lediglich 200 Seiten fasst – entsprechend groß war meine Überraschung beim Auspacken. Von historischen Romanen bin ich normalerweise ganz andere Dimensionen gewohnt. Außerdem erachte ich den Diebstahl einer Reliquie als ein großes Thema, das sicherlich viel Stoff zum Verarbeiten bereithält.

Die geringe Seitenanzahl hat sich auch auf mein Lesevergnügen ausgewirkt. Zwar gibt es eine durchaus spannende Geschichte, die alle wichtigen Fakten enthält und in sich schlüssig ist, aber das Tempo ist für meinen Geschmack etwas zu flott. So ist für mich die Vielschichtigkeit der Figuren auf der Strecke geblieben, so ziemlich alle von ihnen haben nur einen prägnanten Charakterzug, welcher der Handlung dienlich ist. Ich habe zu keinem von ihnen eine engere Bindung aufbauen können, insgesamt erinnert mich der Aufbau wenig an einen Roman.
Außerdem finde ich Leonards Gedankengang, eine heilige Reliquie zu stehlen, was ja nun wirklich kein Kavaliersdelikt ist, um die Hand seiner Angebeteten zu gewinnen, wirklich ziemlich abwegig. Wäre der „Schwiegervater“ als Christ nicht eher erschrocken über diese Tat? Insgesamt ereignet sich das Ganze einfach etwas zu glimpflich und reibungslos für Leonard, wenn man bedenkt, dass er einen Knochen der Großmutter Jesu entwendet hat. Ich kenne mich mit der Thematik nicht aus und kann nicht einschätzen wie viel von dieser Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, aber ich bezweifle stark, dass sich das alles so ereignet hat.
Aber natürlich ist nicht alles schlecht an diesem Roman, der Schreibstil an sich gefällt mir sehr gut, er vermag es die Stimmung einer Szene glaubhaft zu transportieren. Auch gibt es einige Schlüsselmomente, insbesondere am Ende, die in mir durchaus Gefühlsregungen ausgelöst haben.

Was lässt sich abschließend sagen? Ich finde die Geschichte im Grunde gut, sie hätte jedoch locker das Doppelte an Seiten vertragen können. Dies hätten den Figuren Raum zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit gegeben, was wiederum die Handlung beeinflusst und womöglich ins positive verändert hätte. Ich sehe also deutlich Luft nach oben! Wer jedoch auf der Suche nach einem kurzweiliges Lesevergnügen ohne besondere Tiefe für einen freien Nachmittag ist, der wird hier auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Übersichtlich und motivierend

Die ersten Bewerbungen für Schüler und Studierende
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Hauptsächlich richtet sich das Buch an Schüler und Studierende, die ihre ersten Schritte ins Berufsleben wagen. Auch Eltern können sich hier informieren, wenn sie ihre Kinder dabei unterstützen möchten. ...

Hauptsächlich richtet sich das Buch an Schüler und Studierende, die ihre ersten Schritte ins Berufsleben wagen. Auch Eltern können sich hier informieren, wenn sie ihre Kinder dabei unterstützen möchten. Der gesamte Bewerbungsprozess wird ausführlich erläutert und auch grafisch dargestellt. Besser kann man sich gar nicht vorbereiten!

Deshalb bin ich der Meinung, dass der Ratgeber Tipps beinhaltet, von denen auch Personen profitieren können, die ihre ersten Bewerbungen schon hinter sich haben. Für viele ist dieses Thema mit Unsicherheiten verbunden, also kann es nie schaden, sein Wissen aufzufrischen und auszubauen. Außerdem hält gerade der Anfang einige Mutmacher bereit, die für das richtige Mindset sorgen. Denn auch das ist wichtig, um gut durch den Bewerbungsprozess zu kommen!

Abschließend kann ich nur noch einmal betonen, als was für eine Bereicherung ich dieses Buch empfinde! Ich kann es jedem interessierten Leser nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 06.02.2022

Vier Schwestern, eine bedeutungsvolle Mission

EVENTORRA - Das schwarze Herz der Liebe (Band 1)
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"Eventorra" begleitet die vier Schwestern Violetta, Nora, Seline und Leandra. Die jungen Mädchen sind bei ihrer Großmutter Pippa aufgewachsen, ihre Mutter ist kurz nach Violettas Geburt verstorben. Doch ...

"Eventorra" begleitet die vier Schwestern Violetta, Nora, Seline und Leandra. Die jungen Mädchen sind bei ihrer Großmutter Pippa aufgewachsen, ihre Mutter ist kurz nach Violettas Geburt verstorben. Doch sie sind keine normale Familie, Pippa ist eine mächtige Meisterhexe und auch ihre Enkelinnen tragen unterschiedliche magische Kräfte in sich. Eben jene Kräfte sind der Grund, weshalb sich die Schwestern auf eine wichtige Mission begeben müssen. Eine mysteriöse Dunkelheit hat sich über das Königreich gelegt und Besitz von vielen Menschen ergriffen - darunter auch die Königsfamilie, allen voran der Kronprinz. Ihn sollen sie mit vereinten Kräften ausschalten. Doch bereits auf der Reise zum Palast geht alles schief und bei ihrer Ankunft müssen die Schwestern feststellen, dass die Grenze zwischen Gut und Böse nicht so klar ist, wie es scheint.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus Violettas und Noras Sicht, da diese Mädchen am stärksten in die Geschehnisse involviert sind. Beide entwickeln im Laufe der Handlung Gefühle für zwei Männer, die ebenfalls bei Hofe leben. Allerdings hat die Entwicklung dieser Beziehungen Slow-Burn-Charakter, es verläuft also alles sehr langsam und emotional, es dauert schon lange, bis die Mädchen sich überhaupt ihre Gefühle eingestehen. Deshalb gibt es in Band 1 noch keine richtigen Liebesbeziehungen, was ich persönlich sehr erfrischend finde. In vielen Fantasybüchern entwickeln sich die Gefühle zwischen den Figuren viel zu schnell für meinen Geschmack, es wirkt oftmals unrealistisch. Hier wird diesen Entwicklungen mehr Raum gegeben.

Die Handlung an sich hat mir ebenfalls gut gefallen, sie ist sehr düster und voller Wendungen. Unterstützt wird sie von dem bildhaften und einfühlsamen Schreibstil der Autorin. Einziger Kritikpunkt: Ich habe nur schwer in die Geschichte hineingefunden und konnte ihr zu Beginn nicht folgen, weil ich viele Dinge nicht verstanden und schlichtweg einfach verwirrt war. Natürlich ist es schön, wenn die Geheimnisse erst im Verlauf der Handlung gelöst werden, aber die Verwirrung, die ich zunächst empfunden habe, war definitiv zu viel des Guten und wohl auch nicht von der Autorin beabsichtigt.

Dennoch hatte ich viel Freude beim Lesen, gerade da ich der Geschichte später ausgezeichnet folgen und die Gefühle vieler von Leid gebeutelten Figuren sehr gut nachempfinden konnte. Deshalb gibt es hier vier Sterne und ich freue mich schon sehr auf Band 2!

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