Wenn ein Großstädter einer Native American begegnet …
SADNESS FULL OF Stars (Native-Reihe 1)Johnny führt als erfolgloser Drehbuchautor ein miserables Leben in der Großstadt LA. Ein Ereignis aus seiner Kindheit liegt ihm schwer auf der Seele und hat das Verhältnis zu seiner Mutter zerrüttet, welche ...
Johnny führt als erfolgloser Drehbuchautor ein miserables Leben in der Großstadt LA. Ein Ereignis aus seiner Kindheit liegt ihm schwer auf der Seele und hat das Verhältnis zu seiner Mutter zerrüttet, welche ebenfalls mit ihren Dämonen kämpft. Irgendwann hält er es in ihrer gemeinsamen Wohnung nicht mehr aus und flieht mit der Unterstützung seines besten Freundes Logan in die endlosen Weiten des Zion-Nationalparks.
Dort begegnet er Sunwai, einer Native American, die dem Stamm der Citali angehört. Dieser lebt verborgen in den dichten Wäldern des Nationalparks. Kein Außenstehender weiß um den Standort des Dorfes, sodass die Citali ungestört in der Tradition ihrer Vorfahren im völligen Einklang mit der Natur leben können. Johnny ist der erste Außenstehende, dem Sunwai begegnet, denn aus Sicherheitsgründen ist es den Citali strengstens untersagt.
Die Kulisse des Romans ist atemberaubend, was sich auch in den vielen wundervollen Beschreibungen der Natur wiederfindet. Ich kann jedem nur raten, sich zusätzlich noch Bilder des Nationalparks anzuschauen. Das ist so ein schöner Ort! Ich kann verstehen, warum Sunwai so gerne durch die Wälder reitet.
Insgesamt wurde die Naturverbundenheit der Citali gut dargestellt, sie sind ein friedliches Volk, das ihre Umwelt schätzt und schützt. Dennoch sind sie nicht perfekt, nicht immer empfiehlt es sich, Traditionen ganz genau zu befolgen. Die Citali behandeln die Natur mit Bedacht und verachten die Außenstehenden, die genau das nicht tun. Unsere Wegwerfgesellschaft zerstört den Planeten und das müsste nicht sein. Hier spricht das Buch ein wichtiges Thema an, über das es sich nachzudenken lohnt.
Inwiefern die Lebensweise der Native Americans hier angemessen dargestellt wurde, vermag ich nicht zu sagen. Auf mich wirkt es so, als hätte sich die Autorin intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt, um eine respektvolle Umsetzung zu finden, was ihr auch gelungen ist. Da ich selbst jedoch nicht eine Native American bin oder mich gut genug damit auskenne, kann ich nicht dies nicht beurteilen.
Die Liebesgeschichte zwischen Johnny und Sunwai lässt sich wohl am ehesten der Kategorie „Slow Burn“ zuordnen. Da sie aus komplett verschiedenen Welten kommen und ihre Liebe gar nicht sein dürfte, nähern sie sich nur langsam an. Das hat mir gefallen, allerdings war der weitere Verlauf sehr vorhersehbar, es gab keine interessante Wendungen. Ebenso wurden Konflikte in Windeseile gelöst – auch abseits von der Liebesbeziehung. Ich denke, die Autorin wollte damit unnötige Längen vermeiden und den Fokus auf der Lebensweise der Citali gerichtet lassen, doch etwas Abwechslung hätte nicht geschadet. Dennoch war dieser Roman ein wundervoller Auftakt, das Lesen hat mir Freude bereitet und ich freue mich schon auf den nächsten Band.