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Veröffentlicht am 03.04.2019

Die Angst vor dem Wolf geht um

Küstenwolf
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Der neue und damit vierte Band der Fehmarn-Krimireihe von Autorin Heike Meckelmann heißt "Küstenwolf". Er erscheint im Februar 2019 im Gmeiner Verlag.

Es ist Sommer und damit Urlaubszeit auf der Insel ...

Der neue und damit vierte Band der Fehmarn-Krimireihe von Autorin Heike Meckelmann heißt "Küstenwolf". Er erscheint im Februar 2019 im Gmeiner Verlag.

Es ist Sommer und damit Urlaubszeit auf der Insel Fehmarn. Zur Zeit wird hier hin und wieder ein Wolf gesichtet und einige Schafsrisse beweisen seine Anwesenheit. Doch als eine furchtbar zugerichtete Leiche im Wald gefunden wird und daran auch noch die DNA eines Tieres festgestellt wird, steigt die allgemeine Aufregung. Die Kommissare Dirk Westermann und Thomas Hartwig ermitteln. Sollte der Tote von einem Beutegreifer wie einem Wolf getötet worden sein? Die Kehlbisse deuten darauf hin.

Von dieser Krimireihe habe ich bisher noch keinen Band gelesen. Dennoch konnte ich ohne Verständnisprobleme in die Handlung eintauchen und wurde nicht enttäuscht.

Dirk Westermann arbeitet in Oldenburg und macht gerade auf Fehmarn ein paar Tage Urlaub mit seiner Freundin Katrin, als ihn die Nachricht von einer männlichen Leicher erreicht. Vorbei ist der Urlaubsgedanke, die Arbeit ruft.

Das aktuell breit diskutierte Wolfs-Thema hat sich die Autorin zur Grundlage für diesen Krimi genommen. Und auch hier macht der Wolf den Menschen Angst. In der Handlung wird das mit einigen Spannungsmomenten und reichlich Inselfeeling zu einem runden Ganzen versponnen. Weil man zwar erkennt, dass der Täter ein Mensch ist, aber die Todesspuren an den Leichen auch von einem Tier stammen können, tappt man wie die Kommissare lange Zeit im Dunkeln.

In einem Handlungsstrang erlebt man den Täter hautnah, seine Beweggründe sind unergründlich, man weiß nur, ihn treibt etwas schreckliches um. Dadurch ist man den Kommissaren immer etwas voraus und man hofft, dass sie ihn noch vor der nächsten Leiche finden. Denn soviel ist klar, dieser Täter hat mehrere Opfer im Blick.

Sehr gelungen finde ich den Einsatz der Miss Marple von Fehmarn, Charlotte Hagedorn. Wie sie sich immer wieder in die Ermittlungen einmischt, einige wichtige Hinweise findet und den Kommissaren gute Ratschläge erteilt, sorgt für eine sehr unterhaltsame Note dieses Krimis.

Dem Schreibstil der Autorin kann man wunderbar folgen, sie schreibt klar und lebendig, mit schönen Landschafts- und Stimmungsbildern durchsetzt und sie bringt gekonnt immer wieder einige Cliffhanger mit ein, die mich als Leser gespannt weiter lesen lassen. Besonders die Szenen mit dem Wolf waren solche schönen Lesemomente. Genauso wünscht man sich fesselnde Krimis. Allerdings hat für mich die Fülle an Figuren doch etwas den Rahmen überspannt. Wenn sich daraus auch reichliche Möglichkeiten an Verdächtigen finden lassen, so nahm die Menge dem Krimi etwas die Spannung.

Ansonsten habe ich mich gut unterhalten gefühlt und werde die Reihe im Auge behalten.

Diese Krimireihe fesselt mit dem aktuellen Wolfsbezug und bringt reichlich Küstenfeeling mit sich.
Für den Urlaub ein wunderbares Buch und für Fehmarn- und Ostsee-Fans ein Muss.

Veröffentlicht am 01.04.2019

Ostfriesenkrimi mit unterhaltsamer Mörderjagd

Zum Teufel mit den fiesen Friesen
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"Zum Teufel mit den fiesen Friesen" ist der 6. Band der Ostfriesenkrimireihe von C. Franke/C. Kuhnert. Die Reihe erscheint im Rowohlt Verlag.

In Neuharlingersiel geht ein Todesschütze um! Erst wird Tjark ...

"Zum Teufel mit den fiesen Friesen" ist der 6. Band der Ostfriesenkrimireihe von C. Franke/C. Kuhnert. Die Reihe erscheint im Rowohlt Verlag.

In Neuharlingersiel geht ein Todesschütze um! Erst wird Tjark Ukena auf seinem Motorrad erwischt und kurze Zeit später trifft eine tödliche Kugel die Bloggerin und Kitesurferin Antje. Die Polizei in Wittmund hält den Täter für einen Irren und bittet Dorfpolizist Rudi, nach Verdächtigen und Fremden Ausschau zu halten. Dabei hat Rudi gerade Besuch seines verschollen geglaubten Vaters bekommen. Familie muss warten. Natürlich sind Lehrerin Rosa und Postbote Henner wieder mit von der Partie und sie können sogar einen weiteren Mord verhindern.

Auf das Wiedersehen mit der lustigen Truppe um Rudi, Briefträger Henner und Hobbyermittlerin Rosa habe ich mich richtig gefreut.


Als ein Motoradfahrer angeschossen und dabei getötet wird und kurz darauf eine Kitesurferin gezielt beim Kiten erschossen wird, ist es vorbei mit der Ruhe im idyllischen Neuharlingersiel. Wo liegt das Motiv und wer schießt so geübt, dass ein einziger Schuß auch trifft?

Die Ermittlungen laufen an und natürlich nimmt Rudi, der Dorfpolizist wieder seine Freunde Rosa und Henner mit ins Boot. Denn mit ihren privaten Befragungen schauen sie häufig hinter die Kulissen und bringen so die nötigen Bausteine zur Täterfindung zusammen.

In diesem Band geht es um den Umweltschutz im weitesten Sinne, es geht um die Häuptlinge der Ostfriesen und um eine neu gegründete Partei, die sich für den Erhalt der Natur einsetzt und den Bau eines geplanten Windparks verhindern will. Ihr Gegner ist ein lokaler Landesherr, der mit der Anlage richtig viel Geld verdienen will.


Die Todesfälle häufen sich und man begleitet das muntere Ermittlertrio Rudi, Henner und Rosa gern bei ihren Nachforschungen und bei ihren Versuchen, weitere Morde zu verhindern. Es gibt viele Verdächtige und doch hatte ich von Anfang an den richtigen Riecher, auch wenn das Motiv mir erst am Schluss glaubhaft erklärt wurde. Doch die Raterei ist durch einige Wendungen und fragwürdige Figuren ein echter Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Als unterhaltsame personelle Weiterentwicklung führen die Autorinnen in diesem Band den verschollen geglaubten Vater von Rudi ein. Der kommt gleich mit zwei Töchtern aus Kanada angereist und findet unerwarteterweise eine Familie vor.

Christiane Franke und Cornelia Kuhnert erzählen auch diesen Krimi wieder mit viel Schwung und die lebendig und liebenswürdig beschriebenen Figuren bringen Charme in die Geschichte und sorgen für gute Unterhaltung.

Was mir bei dieser Reihe so gut gefällt ist der Lokalkolorit, der durch die kulinarischen Besonderheiten der friesischen Küche bei Mudder Steffens, den überall gegenwärtigen Tee und die authentisch beschriebene Landschaft wunderbar zur Geltung kommt. Am Ende des Buches gibt es ein Personenregister für Neueinsteiger und natürlich werden auch ein paar original friesische Rezepte aus Mudder Steffens Küche vorgestellt. Eingelegte Bratheringe, Labskaus und Rührei mit Krabben sind mit dabei.

"Zum Teufel mit den fiesen Friesen" ist lebendig und leicht geschrieben, die originellen Charaktere unterhalten und man kann munter miträtseln, wer denn nun der Todesschütze sein könnte. Ein toller Frühjahrskrimi für den Urlaub an der Nordsee oder für den eigenen Balkon.

Veröffentlicht am 01.04.2019

Farbenfroh, kurios und vielseitig wird hier die Welt der Insekten präsentiert.

Das Museum der Insekten
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François Lasserre stellt in seinem von Anne de Angelis wunderschön bebilderten Buch "Das Museum der Insekten" verschiedene Insekten auf einem imginären Rundgang durch ein Museum vor. Das Sachbuch für Kinder ...

François Lasserre stellt in seinem von Anne de Angelis wunderschön bebilderten Buch "Das Museum der Insekten" verschiedene Insekten auf einem imginären Rundgang durch ein Museum vor. Das Sachbuch für Kinder erschien im Juni 2017 im Knesebeck Verlag.

Man stelle sich das Museum eines Entomologen, also Insektenforschers vor und begleite ihn auf einer persönlichen Führung durch seine Ausstellung. Er würde euch viele verschiedene faszinierende Insekten zeigen, mal mit oder ohne Flügel, mal sind sie maskiert, giftig oder können sogar musizieren. Würden die Tiere leben, würde es summen, brummen oder flatter und zirpen.


Dieses Sachbuch richtet sich an Kinder zwischen 8 und 10 Jahren.

Lasst euch beim Betrachten in die faszinierende Welt der Insekten entführen und mit den unglaublichen Geschichten informieren und gleichzeitig interessieren. Ich konnte besonders durch die absolut naturnahen und detailgenauen Illustrationen eintauchen in diese besondere Welt und habe die wissenswerten Beschreibungen und die persönliche Ansprache genossen.


So kann man Kindern spielend und bildhaft Wissen vermitteln und ihr Interesse wecken.


Dieses Buch ist voll von fantastischen Zeichnungen, teilweise koloriert, teilweise nur in Details begonnen. Man möchte am liebsten sofort die Insekten und Schmetterlinge nachzeichnen.


Hier geht es um Riesen-Krabbler mit Geweih (Hirschkäfer), Bewaffnete (Feld-Sandlaufkäfer), Zwerge wie die Erdhummel und Geflügelte wie die wunderschönen, aber räuberischen Libellen.


Es zeigen sich Flügellose wie die Ameise, Verhüllte wie die Schmetterlinge, die alle sechs Beine besitzen und teilweise Langstreckenflieger sind und bis zu 5000 Kilometer zurücklegen, wie der Distelfalter oder der Admiral, der das Mittelmeer überquert.



Unter dem Begriff Pummelchen werden Tatzenkäfer, Grosser Wollschweber und Wanzen vorgestellt.


Ein übersichtliches Register gibt alphabetische Nachschlagemöglichkeit über die 58 verschiedenen Insekten und ihre Lebensweisen und Lebensräume.


An echtem Fachwissen wird hier eher gespart, es geht verständlich und besonders kindgerecht durch diese besondere Welt. Lediglich der Begriff "Aposematismus" wird näher erklärt. Er besagt, dass Tiere sich durch Warnfarben als giftige Tiere outen und damit Fressfeinde abhalten.



Die Welt der Insekten ist einzigartig, manchmal farbenfroh, mal giftig, mal kurios und ausgesprochen vielseitig. Man kann sich kaum satt sehen an den wundervollen und lebensechten Zeichnungen, bekommt das nötige Hintergrundwissen und wird angeregt, sich selbst auf die Suche nach den Insekten in der eigenen Umgebung zu machen. Ein wunderbares Buch für kleine und große Entdecker in der Natur.

Veröffentlicht am 30.03.2019

Ein recht persönlicher Ratgeber, der einige interessante Gedanken und Tipps bereithält

Das Haus meiner Eltern hat viele Räume
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Ursula Ott stellt uns ihr Sachbuch "Das Haus meiner Eltern hat viele Räume" im btb Verlag vor.


Auch wenn man am Elternhaus hängt, geht das Leben manchmal Wege, die uns vorschreiben von geliebten Erinnerungen ...

Ursula Ott stellt uns ihr Sachbuch "Das Haus meiner Eltern hat viele Räume" im btb Verlag vor.


Auch wenn man am Elternhaus hängt, geht das Leben manchmal Wege, die uns vorschreiben von geliebten Erinnerungen Abschied zu nehmen. Damit ergeben sich auch Möglichkeiten für die Bewohner, einen neuen Anfang zu starten. Doch was macht man mit der Einrichtung, den gesammelten Lebensbegleitern, Büchern, Sammlungen, geerbten Kunstgegenständen,Vasen, Geschirr und vielen anderen Dingen? Von was kann man sich besser trennen und was bewahrt man sich auf?


"Einen alten Baum verpflanzt man nicht!" Das ist eine Aussage, die heute nicht mehr unbedingt Geltung hat. Manchmal braucht der Baum einfach nur neue Umgebung, frische Erde und Hilfestellung, um wieder neu austreiben zu können.

"Der Baum braucht einfach ein bißchen Zeit. Er braucht Zuwendung, er braucht Luft und Nahrung,..." Zitat Seite 34

Die Journalistin Ursula Ott hat eine betagte Mutter, die nun ihr Haus verlassen soll, um näher bei ihren Töchtern wohnen zu könnnen. Das Elternhaus wird deshalb verkauft und für Ursula Ott steht das große Ausräumen an. Es ist nicht so einfach, sich von diesem Stück Heimat zu trennen. Aber welche Gegenstände haben für die Familie wirklich einen Wert?


Sie beschreibt, wie man vorgehen kann, gibt ihre Erfahrungen weiter und erklärt auch, warum wir nicht alles sammeln müssen. Sie gibt Tipps, welche Einrichtungsgegenstände man auch gut weitergeben kann und wo man das Aussortierte lassen kann. Es gibt einige Wohltätigkeitsorganisationen, bei denen man anfragen kann, welche Dinge sie benötigen oder gebrauchen können.


In diesem Buch bringt Frau Ott private Erlebnisse unterhaltsam mit ein. Man erlebt Probleme innerhalb der Familie mit, sieht, welche Konflikte sich um Gesammeltes ranken können und überlegt gleichzeitig, was man selbst tun würde.

Es ist in gewisser Weise ein Ratgeber entstanden, der Fragen aufwirft und machbare Möglichkeiten dann mit einigen Hilfestellungen aufzeigt. Es fließen auch Gespräche mit Psychologen und Anwälten ein, diese Ansätze und Überlegungen bereichern das eigene Empfinden über die Loslösung vom Elternhaus.


Münzen, Briefmarken, Familienbibeln, Bücher, Sammelgeschirr und die Diasammlung, hier wird beim Lesen klar, diese Gegenstände füllten mehrere Leben mit Inhalten.

Doch muss man das alles behalten, woran hängt man noch und was kann weg? Wohin mit Werkzeug, Teppichen und Haushaltsgeräten? Zu diesen Themen gibt es ein übersichtliches und hilfreiches "ABC der Dinge".

Am Ende des Buches findet man weiterführende Literatur, die sich auch mit der Generation Kriegskinder befasst.

Diese Generation hält durch ihre Kriegserfahrungen fest an Besitz, sie möchte bewahren, was die Familie erworben hat.


Dieses Buch zeigt hilfreiche Tipps, bringt persönliche Erfahrungen und Gedanken der Autorin ein und lässt dem Leser die Möglichkeit, sich selbst eine Meinung zu diesem Thema zu bilden.
Denn auch erwachsenen Kindern fordert der Abschied und das Loslassen vom Elternhaus einiges ab.


"Das Haus meiner Eltern hat viele Räume" ist kein trockener Ratgeber, hier gibt die Autorin mit persönlicher Note Vorschläge und hilfreiche Tipps für dieses nicht ganz einfache Thema.

Veröffentlicht am 29.03.2019

Kurzweilige und authentisch wirkende Darstellung des bewegten Lebens einer Diva

Madame Piaf und das Lied der Liebe
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Im Aufbau Verlag erscheint "Madame Piaf und das Lied der Liebe" von Michelle Marly, dem Pseudonym von Micaela Jary. Dieser biografisch basierte Roman ist ein weiterer Band der Reihe "Mutige Frauen zwischen ...

Im Aufbau Verlag erscheint "Madame Piaf und das Lied der Liebe" von Michelle Marly, dem Pseudonym von Micaela Jary. Dieser biografisch basierte Roman ist ein weiterer Band der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe".


Édith Gassion, später bekannt als Édith Piaf war keine Schönheit, sie wurde durch ihre einzigartige betörende Stimme bekannt, die jeden in ihren Bann zog. Raymond Asso plante und formte Édith zu einer berühmten Chansonnette.

Édith Piaf wird nach dem Ende der deutschen Besatzung der Kollaboration angeklagt. Sie lernt Yves Montand kennen, verliebt sich in ihn und baut ihn mit der Zeit zu einem erfolgreichen Sänger auf. Diese Liebe wird zu einem ihrer berühmtesten Lieder - La vie en rose.


"Sie musste singen, um Liebe zu erfahren." Zitat Seite 16

Dieser Roman spielt im Paris der 1940er Jahre. Michelle Marly zeichnet in diesem historisch basierten Roman eine fiktive Geschichte um die Chansonsängerin Édith Piaf. Sie beginnt die Handlung mit der Schilderung der anfänglichen Entdeckung und Förderung der Sängerin und legt den Fokus des Romans auf Piafs bewegtes Leben und ihre Liebesbeziehung zu Yves Montand. Sie lässt die Chansonnette auf dem Höhepunkt ihrer Karriere auch hinter dem Rampenlicht der Öffentlichkeit lebendig werden.

Michelle Marly zeichnet ihre Figuren mit viel Einfühlsamkeit und zeitgenauer Darstellung. Sie schafft es, obwohl mir die Sängerin persönlich nicht sonderlich sympathisch ist, mich mit ihrem Roman bis zum Ende zu fesseln.

Es ist bewundernswert, wie es Édith Piaf mit eisernem Willen von ganz unten bis auf die großen Bühnen geschafft hat, und gleichzeitig wurde ihr noch eine Kollaborationsprozeß angehängt, der sie lange Zeit belastete. Sie war kapriziös und selbstverliebt, aber im Grunde auch eine gutherzige Person, die in ihrer Musik aufging.

Sie lebte für den Moment, für die Musik und für die Liebe. Wahres Glück war für sie häufig der gelebte Moment. Von Finanzen verstand sie nicht viel, sie gab ihre Gagen mit vollen Händen aus.

Ihre Liebe zu Yves Montand war nicht nur Leidenschaft, es war auch ein gegenseitiges Verständnis durch die Musik. Allerdings entwickelte sich Montand auch weiter, er wurde erwachsen und berühmt. Zwei große Stars gleichzeitig war jedoch nicht nach dem Gusto dieser karrierebesessenen Frau.

Mich hat besonders der Sprachstil Michelle Marlys beeindruckt. Mit ihrer perfekten, elegant wirkende Sprache bringt sie einfühlsam, detailliert und emotional auf den Punkt, was sich im Leben der Diva abgespielt hat.


Michelle Marly zeigt bewusst die erfolgreiche Figur Édith Piafs auf dem Zenit ihres Erfolgs, ihre spätere Situation lässt sie außen vor. Den menschlichen Beziehungen haucht sie abwechslungsreich und authentisch Leben ein, so erscheint der Roman sehr unterhaltsam, er zeigt gleichzeitig die politische Situation Frankreichs um 1945-47 und die Hoffnung und Sehnsucht der kriegsgebeutelten Menschen in Frankreich nach Abwechslung, Musik, Liebe und Freiheit.


Dieser Roman überzeugt durch die gelungene Einbindung der autobiografischen Darstellung Édith Piafs und schlägt ein vergangenes Kapitel der Geschichte auf, welches uns mit dem Lied "La vie en rose" immer noch verbindet. Beste Unterhaltung über eine erstaunliche Sängerin.