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Veröffentlicht am 04.07.2018

Fesselnde Familiensaga aus Kenia mit Einblicken in Stammesrituale und Okkultismus

Rote Sonne, schwarzes Land
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Die Familie Treverton hat mit ihrer Kaffeeplantage eine koloniale Machtstellung und interessanterweise wird die Familie noch von einem alten Fluch belegt und diese Darstellung hat wie gesagt, Voodoo-Charakter. ...

Die Familie Treverton hat mit ihrer Kaffeeplantage eine koloniale Machtstellung und interessanterweise wird die Familie noch von einem alten Fluch belegt und diese Darstellung hat wie gesagt, Voodoo-Charakter. Neben Lord und Lady Treverton zieht auch Grace Treverton nach Kenia, um dort als Ärztin zu arbeiten. Sie gründet später eine Missionsschule und bildet Krankenschwestern aus.
Grace Nichte Deborah erfährt mit Hilfe von Graces Tagebuch aus dem Leben der Tante und von ihrer Liebe zu einem Schwarzen.

Dieses Buch ist keine reine Familiensaga, sondern es zeigt anschaulich die Entwicklung Kenias von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart der 80er Jahre. Dabei wird keine romantisches Bild gezeichnet, es geht mit althergebrachten Ritualen nach okkultem Vorbild im afrikanischen Stammesverband recht grob zur Sache. Wer etwas zartbesaitet ist oder eine romantische Liebesgeschichte vor derm Hintergrund der Serengeti erwartet, dem möchte ich von diesem Buch lieber abraten.

Es wird deutlich beschrieben, wie der afrikanische Stamm im Konflikt zu den weißen Siedlern steht und die beschriebenen Sitten, Traditionen und abergläubischen Bräuche sind klar zu erkennen. Man bekommt ein Gefühl von afrikanischem Spirit und den Voodoo-Handlungen und auch das Thema Beschneidungen von Mädchen ist im Roman eingebunden. Die politische Ebene zeigt die berüchtigten Mau Mau Aufstände, die den Wandel der Gesellschaft anzeigen.

Ansonsten ist dieser Roman teilweise zu ausführlich, die Personenfülle und die verschiedenen tragischen Lebensgeschichten sind mir etwas zu viel.



Ein Roman über eine weiße Siedler-Familie in Kenia, über die Schwarzen und deren Lebensgewohnheiten und eine Liebe, die mit Schwierigkeiten belegt ist. Ein interessanter Einblick in Herz und Seele Afrikas.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Fesselnder Krimi um einen Vorbestraften, der erneut verdächtigt wird.

Blauäugig
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Kaum aus dem Gefängnis entlassen, wird Richard Wehmeier erneut des Kindsmordes verdächtigt. Nun muss er seine Unschuld in beiden Fällen beweisen, um sein altes Leben zurückzubekommen. Der Gifhorner Kommissar ...

Kaum aus dem Gefängnis entlassen, wird Richard Wehmeier erneut des Kindsmordes verdächtigt. Nun muss er seine Unschuld in beiden Fällen beweisen, um sein altes Leben zurückzubekommen. Der Gifhorner Kommissar Kilian Frommelt hat bereits vor acht Jahren Zweifel an Wehmeiers Schuld gehabt. Trotz aller Indizien, die gegen Wehmeier sprechen, versucht er, dessen Unschuld zu beweisen. Und setzt dabei sogar seinen Job aufs Spiel ...

Gleich zu Beginn geht es in diesem fesselnden Krimi um ein Kind unter Angstzuständen. Diese Gefühle sind so hautnah beschrieben und ergreifen mich sofort.

Die Autorin hat ihre Geschichte auf einige sich häufig ändernde Perspektivwechsel aufgebaut und dieser schnelle Wechsel bewirkt eine rasante Spannung. Die Handlung ist logisch erklärt und an und für sich recht unblutig beschrieben. Das Aufgreifen der Themen Kindesmissbrauch und Kindesmord sind allerdings für mich dennoch eine grausame Vorstellung.

Eine flüssiger und recht bildhafter Schreibstil macht den Krimi sehr unterhaltsam und man kann sofort gut in die Szenerie eintauchen.
Mir hat es als Ex-Gifhornerin natürlich sehr gut gefallen, viele der Schauplätze persönlich zu kennen. Doch Ortsfremde werden über die mir bekannten Namen sicher locker hinweglesen und dem gelegentlichen Lokalkolorit keine große Bedeutung beimessen. Mir kommt bei Betrachtung des Covers allerdings sofort ein wenig Heimatgefühl auf.

Die Charaktere sind bunt gemischt, es gibt gute und unsympathische Figuren, die authentisch und detailliert geschildert werden. Deutlich gemacht werden vor allen Dingen die verschiedenen Emotionen der Protagonisten. Gerade in Richard Wehmeier mit seinen Sorgen und Nöten konnte ich mich gut hineinversetzen. Er erschien mir so sympathisch, dass er gar nicht der Täter sein konnte.

Gut gefiel mir auch Kommissar Frommelt und sein Team. Die kurzen Einblicke in ihr Privatleben haben mich gut unterhalten und sie näher erklärt. Von diesem Team möchte ich gern weitere Fälle in Buchform mitverfolgen und hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

Die Aufklärung hat mich miträtseln lassen und einige Wendungen haben es mir nicht leicht gemacht, den Täter zu erkennen. Dadurch verläuft der Spannungsbogen auch bis zum Ende kontinuierlich weiter.

Beate Winter hat es in diesem Krimi geschafft, den Leser zu fesseln und auf eine anspruchsvolle Weise zu unterhalten. Dabei wird der Einblick in die menschlichen Seele sehr deutlich gemacht.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Gute Unterhaltung über ein gesellschaftliches Problem

Kühl graut der Morgen
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Dieser in Island spielende Roman enthält Witz und er unterhält durch das charmante Erzählen einer intelligenten, etwas egozentrischen Lehrerin, die so ihre eigenen Erziehungsmethoden für ihre Schüler hat ...

Dieser in Island spielende Roman enthält Witz und er unterhält durch das charmante Erzählen einer intelligenten, etwas egozentrischen Lehrerin, die so ihre eigenen Erziehungsmethoden für ihre Schüler hat und eine sympathische Kratzbürstigkeit an den Tag legt.

Thórsteina ist nicht auf der Suche nach ihrem Traummann, sie möchte ihre Umwelt kontrollieren. Einerseits die Schüler, bei denen sie mit pädagogischer Strenge gegen mangelnde Disziplin angeht,
andererseits möchte sie ihren Kolleginnen mit opulenten französischen Menues imponieren und im Mittelpunkt stehen. Ihr perfekter Eindruck, den sie auf andere abgibt, ist ihr sehr wichtig. Dabei raucht sie Zigarillos und beobachtet ihre Nachbarn mit einem Fernglas.
Thórsteina ist in den Wechseljahren und geht in ihrer Arbeit auf. Sie liest gern Wörterbücher.
Zitat: "...ich lese nicht den Unsinn, den andere Leute verzapfen".
Wörterbücher sind die sachliche Art von Literatur, die sie liebt und zum Einschlafen braucht.

Als der 17 Jahre jüngere Lehrer Atli an ihre Schule kommt, zieht seine frische junge Art sie an. Doch auch seine Schülerinnen schwärmen für ihn. Atli versucht die "geschminkten Monster" auf Abstand zu halten und erfährt Näheres über ihr kriminelles Verhalten. Die anderen Lehrer wollen die Machenschaften der Klasse jedoch nicht wahrhaben.

Die Autorin zeigt hier Probleme der Jugend in der sich verändernden Gesellschaft auf, die nicht nur in Island bestehen. Es wird gedealt, Schule geschwänzt und Gewalt ausgeübt. Die Erwachsenen hoffen einfach auf den Erziehungsauftrag der Schule. Aber niemand reagiert mit der erforderlichen Konsequenz auf das üble Sozialverhalten.

Mich hat das nachdenklich gemacht und es hat mir gefallen, wie die Autorin mit dem Thema umgeht. Sie lässt Thórsteina als mutige Frau mit Prinzipien der Sache nachgehen. Leider mit tragischem Ausgang.
Dieser Roman ist anders als die üblichen "alleinstehende Frau sucht Mann-Romane", es geht weit über die Rolle einer Lehrerin hinaus und zeigt die gesellschaftliche Problematik mit gezielter Art und Weise.

Ein Roman, der Einblicke in das Leben einer Lehrerin zeigt und mit einer überraschenden Wendung aufwartet.
Die Handlung liest sich interessant und amüsant, hier ist keine tiefgreifende Geschichte abgebildet, aber es ist eine gute Lektüre entstanden, die wunderbar unterhält.

Veröffentlicht am 04.07.2018

Die Queen of History hat mich wieder in ihren Bann gezogen!

Das zweite Königreich
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Auch mit diesem Roman hat Rebekka Gablé es geschafft, mich mit ihrer unvergleichlichen historischen Recherche und genialen Schreibkunst zu packen. Nicht nur die Schilderungen von politischen Intrigen, ...

Auch mit diesem Roman hat Rebekka Gablé es geschafft, mich mit ihrer unvergleichlichen historischen Recherche und genialen Schreibkunst zu packen. Nicht nur die Schilderungen von politischen Intrigen, königlichen Machtkämpfen und militärischen Streitigkeiten gehen ihr locker von der Hand, auch die Verknüpfung dieser geschichtsrelevanten Themen in einen unterhaltsamen Roman mit persönlichen Schicksalen und Problemen der armen Bevölkerung bringt sie ziemlich genau auf den Punkt und vermittelt dabei ein anschauliches Bild des damaligen Lebens. Die Lebensbedingungen werden hautnah erlebbar.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Caedmon of Helmsby, der als Sohn eines Angelsachsen und einer Normannin zunächst als Übersetzer, dann als Soldat und Adliger in William the Conquerers Dienst steht. Diese Figur hat Ecken und Kanten und man ist als Leser sofort auf seiner Seite. Wie er versucht, zwischen Engländern und Normannen zu vermitteln ist überaus lebendig und fesselnd beschrieben. Sein Kampf um die Liebe seines Lebens setzt noch Sympathiepunkte obendrauf.

Dazu begeistert ein intensiver und mitreissender Schreibstil der Autorin, der diesen umfangreichen Roman in kürzester Zeit verschlingen lässt.


Packende Unterhaltung, authentische Geschichtsinformationen und eine intensive Handlung: Mehr kann man von einem historischen Roman nicht erwarten. Daher vergebe ich 5 Sterne!

Veröffentlicht am 04.07.2018

Fesselnder Krimi vor landschaftlich schöner Kulisse Vietnams

Hanoi Hospital
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Dieser Krimi entführt ins exotische Südostasien mit seinem extremen Mix aus modernem Großstadttrubel und ländlicher Idylle im ruhigen Hinterland mit Reisplantagen und landschaftlicher Ursprünglichkeit. ...

Dieser Krimi entführt ins exotische Südostasien mit seinem extremen Mix aus modernem Großstadttrubel und ländlicher Idylle im ruhigen Hinterland mit Reisplantagen und landschaftlicher Ursprünglichkeit. Hier prallen Welten von moderner Marktwirtschaft und einfacher tradtioneller Landwirtschaft aufeinander.
Am Beispiel von Annes Familie wird ein deutliches Bild von dem Zusammenhalt und der konservativen Art der Großfamilien gezeichnet und man erfährt von medizinischer Korruption durch die Unterschiede von arm und reich. Anne hat durch ihre Prägung im westlichen Deutschland einen ganz klaren Blick auf die Unterschiede der Nationen und durch sie kann der Autor die Mentalität der Vietnamesen und die Unterschiede ihrer Lebensart gut aufzeigen. Aber sie ist auch in einem Konflikt aufgrund ihrer Identitätssuche. Daneben erfahren wir die Gedanken Einheimischer zu Auslandsdeutschen, sogenannten Expats wir Anne.


Die kriminelle Handlung ist spannend gestaltet und wird sehr logisch aufgebaut. Medizinische Versuche bringen Geld und Einfluss und durch Intrigen, Korruption und Medienzensur entsteht eine brisante Hintergrundszenerie, die fesselt. Gerade die finanziellen Unterschiede der Bevölkerung machen die armen Menschen zu einem Spielball krimineller Machenschaften, der erschüttert. Die medizinische Versorgung steht nur den Reichen ausreichend zur Verfügung. Arme Menschenleben gelten scheinbar nicht viel.

Es gibt drei Personen, die durch die Geschichte führen und somit ergibt sich für den Leser ein ausführliches Bild Vietnams. Anne hat den westlichen Blick, Linh sieht mit journalistischem Geschick auf Intrigen und Bestechungen und der Gelegenheitsarbeiter Tuan wird durch die Krankheit seiner Frau zum Spielball krimineller Energien.
Diese verschiedenen Perspektiven sind durch die jeweiligen Kapitel deutlich gemacht und führen spannend und abwechslungsreich durch den Krimi.

Der Schreibstil ist flüssig, klar und durch die vielen vietnamesischen Namen und Weisheiten sehr aussergewöhnlich und interessant. Gerade die detailreichen Beschreibungen der Umgebung und verschiedenen Schauplätze geben dem Ganzen ein fremdländisches Flair und beschreiben ein klares Bild des Alltagslebens, das mich in seinen Bann gezogen hat.

Die Krimihandlung hat mich sehr interessiert, aber es kam in der Mitte des Romans zu einem leichten Absacken der Spannungskurve und es gab einige konsturierte Zufälle, die mich gestört haben.

Eine Namensliste der verwendeten Personen und ein interessantes Glossar beschliessen das Buch. Gerade dieses Glossar hat mir gut gefallen und die Infos über Horoskop, Geistergeld, Ho Chi Minh und anderen Politikern, sowie über vietnamesische Gerichte bringen mir allgemeines Hintergrundwissen näher.

Ein interessanter Krimi mit einem brisanten Thema vor exotischer Kulisse in Vietnam, der aufräumt mit Vorurteilen über demütige asiatische Frauen und die finanziellen Unterschiede zwischen arm und reich deutlich macht.