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Veröffentlicht am 19.04.2018

Fesselnde Handlung, interessante Figuren und ein einzigartiger Schreibstil machen den Reiz des Krimis aus!

Der norwegische Gast
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Dieser Krimi hat mich durch den wortgewandten Schreibstil Anne Holts gut unterhalten und die Idee, hier einen klassischen Krimi im Stil von Agatha Christie zu schreiben, ist der Autorin geglückt.

Man ...

Dieser Krimi hat mich durch den wortgewandten Schreibstil Anne Holts gut unterhalten und die Idee, hier einen klassischen Krimi im Stil von Agatha Christie zu schreiben, ist der Autorin geglückt.

Man hat es mit Menschen in einer Ausnahmesituation zu tun, ihre Reaktionen sind mit allen möglichen Emotionen gespickt und die "Inselbedingungen" sind durch den Schneesturm im Hotel gegeben.

Die eingeschlossenen Menschen haben nicht nur den Schock über das Zugunglück zu verkraften, sondern es finden im Hotel mysteriöse Morde statt, deren Motive man nicht erkennen kann.
Eine Ermittlerin im Stil von Miss Marple findet sich in Person von Hanne Wilhelmsen, die als ehemalige Polisistin über logische Ermittlungserfahrung verfügt, durch einen Schuss auf einen Rollstuhl angewiesen ist.
Sie hat eine abweisende, manchmal sarkastische Art, daher ist sie keine Sympathiefigur, aber dennoch macht sie das zu einer Person, der man die Lösung des Falles zutraut. Sie gibt dem Leser durch ihren Blick die notwendigen Informationen über die anwesenden Personen, Verhaltensmuster und Gesten, sodass man über die Situation im Bilde ist. Sie ist als Rollifahrerin nicht in der Lage, sich zurückzuziehen, sondern ist fast immer im Mittelpunkt der Allgemeinheit zu finden. Ihre Gedankengänge über die Spuren und Hinweise verknüpft sie intelligent und mit präziser Beobachtungsgabe.

Es wird sehr gut deutlich gemacht, wie die Menschen unter der Gewalt des Schneesturms und dem Gruppendruck leiden, panisch reagieren oder sich zu gleichgesinnten Grüppchen zusammen finden. Diese extreme Situation bringt Einblicke in die menschliche Seele und als Leser unterliegt man diesem Angstgefühl unweigerlich.

Dabei enthält der Krimi Kapitel, die mit einer aufsteigenden Beaufort-Skala eingeleitet werden. Die Informationen zu den entsprechenden Auswirkungen der verschiedenen Windstärken werden erklärt, die Windgeschwindigkeiten angegeben.
So bedeutet Windstärke 3 eine schwache Brise von 12-19km/h, Wind ist deutlich zu spüren und Schneefall scheint sich eher horizontal zu bewegen als vertikal.

Allerdings verläuft die Sturmsituation im Buch nicht genau in der Reihenfolge der Skala. Auch der Spannungsverlauf hält hier nicht Schritt. Es gibt spannende Situtionen, die sich aber wieder entspannen und gerade am Ende herrscht eine Flaute.

Dennoch ist dieses Buch einzigartig geschrieben und man erlebt hautnah mit wie bei einem Schneesturm und minus 30 Grad in den norwegischen Bergen kein Verlassen des Hotels möglich ist.

Es gibt ein paar Charaktere, die ich gern kennen gelernt habe, die man mit Bewunderung begleitet. Da ist die Hoteldirektorin, die intuitiv die Menschen lenkt und informiert und dann der kleinwüchsige Magnus Streng, ein Ausnahmecharakter, der Ruhe ausstrahlt und als Arzt hilft wo er nur kann.
Die Situation um die besonders bewachten Personen ist im aktuellen politischen Bezug bedrohlich, da es sich wohl um Terroristen handelt, aber für die Handlung ist das nicht sehr relevant.

Ein toller Krimi für lange Leseabende im Winter, der bei mir Interesse für die weiteren Bände der Reihe geweckt hat und das sogar bei einem Urlaub in der Sonne.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Ein moderner Erzählstil und ein tiefsinniger Roman, der mit Worten spielt und viele Themen abdeckt.

Freedom Bar
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Die Alpen. Früher hielten sie Fremde fern, heute lockten sie Fremde an - eine imposante Extravaganz der Natur waren sie geblieben.
Zitat S. 89


Was für ein Buch!
Außergewöhnlich, irgendwie anders, modern ...

Die Alpen. Früher hielten sie Fremde fern, heute lockten sie Fremde an - eine imposante Extravaganz der Natur waren sie geblieben.
Zitat S. 89


Was für ein Buch!
Außergewöhnlich, irgendwie anders, modern und doch sehr intensiv kommt der Erzählstil daher. Er werden Personen vorgestellt, die auf der Suche nach ihrem Lebenssinn sind. Dabei gibt es immer wieder Stellen, die mich mitnehmen und auch amüsieren. Die Figuren sind einzigartig und besonders. Ein wenig schräg, aber liebenswürdig. Sie sind Menschen, die das Leben genauso hervor bringt.

Dieser Roman ist voller eigenwilliger, aber dennoch liebenswürdiger Alltagshelden. Sie stellen ihre Gedanken, Träume und Sehnsüchte vor und haben eine gemeinsame Verbindung: Sie leben alle unter dem Dach eines Hauses, in der Lausannegasse 43.
Dort begegnen sie sich, träumen ihr Leben, dort entwickeln und verknüpfen sich ihre Schicksale miteinander. In der Bar, aber auch in der Buchhandlung treffen sie aufeinander.

Es geht um den Sinn des menschlichen Daseins, die Liebe, die Freiheit und die unerfüllten Wünsche im Leben.
Das bringt der Autor mit eindrücklichen Worten zu Papier, die beeindrucken, nachhallen und auch amüsieren. Gerade diese Ausdrucksfährigkeit hat mir gut gefallen. Es ist in gewisser Weise ein Entwicklungsroman, der mich mit seinen eigenwilligen Charakteren berührt.


Dieser Roman hat mich nachhaltig berührt mit seiner Andersartigkeit, seinem tollen Schreibstil und Humor, mit schönen Beschreibungen von bekannten Situationen, menschlichen Gedanken und schönen Örtlichkeiten.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Echter Sommerlesegenuss mit Nordseeinselstimmung!

Inselträume
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"Inselträume" ist der dritte Band einer Reihe, die ich von Anfang an gern verfolgt habe. Es ging mir beim Lesen wie beim Heimkommen oder Wiedersehen mit guten alten Bekannten. Ich fühlte mich sofort wohl ...

"Inselträume" ist der dritte Band einer Reihe, die ich von Anfang an gern verfolgt habe. Es ging mir beim Lesen wie beim Heimkommen oder Wiedersehen mit guten alten Bekannten. Ich fühlte mich sofort wohl und habe die dargestellte Atmosphäre der Nordseeinseln genossen. Wer die Vorgängerbücher nicht kennt, hat aber auch keine Verständnisschwierigkeiten, da alle wesentlichen Inhalte im Roman erwähnt werden. Ein Personenverzeichnis gibt außerdem Auskunft über das Stammpersonal und neue Figuren.

Mittlerweile ist Herbst und das Inselhotel hat den Ansturm im Sommer mit vielen Gästen ausgebucht überstanden. Jannike und Mattheusz leben als Paar zusammen, finden aber neben der vielen Arbeit wenig Zeit füreinander. In ihrer Beziehung gibt es ein paar offene Fragen, wie z. B. die Familienplanung, aber irgendwie gibt es keine Gelegenheit mal in Ruhe darüber zu sprechen. Mattheusz Familie hofft auf eine Hochzeit, aber noch ist davon nicht die Rede.
Ein Schwimmwettbewerb lässt Jannike freie Zeit durch erhöhtes Trainigsaufkommen auch spärlich werden.
Dani und Siebelt haben auch so ihre eigenen Sorgen, denn nun sind sie Eltern des 16-jährigen Pflegesohns Lasse, der im örtlichen Bäderbetrieb Pflichtstunden ableisten muss.
Als ein Feuerteufel aktiv wird, gerät Lasse in Verdacht.

Die Handlung wird also nicht nur in Liebesdingen problematisch, sondern auch noch spannend. Außerdem sorgen einige neue Charaktere für gute Unterhaltung und der kleine Hund Pepsi sorgt für einige Aufregung und hat auch gleich seine Fans unter den Bewohnern.

Der Autorin gelingt es erneut, dass man sich ausgezeichnet in die verschiedenen Figuren hinein versetzen kann und sie sehr glaubhaft erscheinen. Der humorvolle Erzählstil lässt den Leser wunderbare Lesestunden erleben und man erlebt eine Wohlfühllektüre, die mit Herzschmerz, Wettkampfvorbereitungen und der Suche nach dem Feuerteufel wunderbar unterhält. Der Roman ist leider viel zu schnell vorbei. Was bei Reihen ja immer schwierig ist, den Standard der vorangegangenen Werke zu halten oder zu steigern, ist der Autorin hiermit gelungen. Volle 5 verdiente Sterne in Folge!


Tolle humorvolle Strandlektüre oder als Urlaubsvorbereitung prima geeignet. Ein echtes Sommerbuch zum Wohlfühlen und "Sich auf die Insel-Träumen".

Veröffentlicht am 19.04.2018

Amüsant, aber auch recht langatmig

Der Fünfzigjährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half
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Göran Borg hat mit seiner Midlife-Krise zu kämpfen, doch sein Freund Yogi bringt ihn mit ganz anderen Problemen wieder auf die wesentlichen Punkte im Leben zurück. Plötzlich hat Görans Leben wieder einen ...

Göran Borg hat mit seiner Midlife-Krise zu kämpfen, doch sein Freund Yogi bringt ihn mit ganz anderen Problemen wieder auf die wesentlichen Punkte im Leben zurück. Plötzlich hat Görans Leben wieder einen Sinn und er erkennt die echten Ziele. Salopp gesagt: "Er kommt mit dem Hintern wieder hoch". Hierbei spielt der Tiger allerdings keine tragende Rolle.


Die Romanfiguren haben mir mit ihren amüsanten Eigenarten gut gefallen. Besonders Yogi hat sich mit seiner emotionalen Art zum eigentlichen Helden entwickelt. Er redet munter drauflos, verwendet lange, verschnörkelte Sätze und viele indische Lebensweisheiten, die zum Schmunzeln einladen. Manche Inhalte muss man erneut lesen, um sie in ihrer ganzen Bandbreite zu verstehen. Seine Bemerkungen lassen die unterschiedlichen Denkweisen zwischen Indern und Europäern erkennen. Einige Situationen würden Europäer ganz anders anpacken.

Dem Autor merkt man seine Liebe zu Indien deutlich an. Es gibt Landschaftsbeschreibungen, Eindrücke der Großstadt Delhi und interessante Details zum indischen Teeanbau in Darjeeling. Land und Leute werden in liebevoller Weise vorgestellt, die speziellen indischen Gerichte geben der Story noch die letzte Würze. Auch die Tierwelt wird mit bengalischen Tigern authentisch in den Roman eingebaut.

Mikael Bergstrand spielt mit den Worten, er gleitet ab in indische Kultur und Lebensweisheiten und unterhält mit amüsanten Erlebnissen und lustigen Bemerkungen seiner Figuren. Man liest seinen Sprachstil gern und verfällt der lockeren Unterhaltung.

Göran beschreibt er als einen Mann, der Patina angesetzt hat, die keinesfalls unkleidsam war und bei dem das unbarmherige Zusammentreffen von alternder Haut und Schwerkraft eingesetzt hat. Solche Beschreibungen amüsieren und zeigen die Wortgewandheit des Autors einmal mehr.

Mir hat allerdings ein wenig mehr Tiefgründigkeit gefehlt und einige Abschnitte zogen sich in die Länge.

Dieser Roman unterhält auf amüsante Weise, zeigt die Suche nach dem Sinn des Lebens auf und erhält Würze durch indische Lebensweisheiten und Way of Life.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben!

ISCHIA buon viaggio
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Bei diesem Buch könnte man auch die Überschrift vergeben: "Der Weg ist das Ziel". Nicht die Insel wird hier zum Mittelpunkt des Buches, sondern die Anreise mit lustigen Episoden von Passagieren und Besatzung.

Es ...

Bei diesem Buch könnte man auch die Überschrift vergeben: "Der Weg ist das Ziel". Nicht die Insel wird hier zum Mittelpunkt des Buches, sondern die Anreise mit lustigen Episoden von Passagieren und Besatzung.

Es fängt schon lange vor der Ankunft auf Ischia an, mit der Buchung und der langen Anfahrt mit dem Bus und den verschiedenen Busreisenden im Speziellen. Denn dieses Klientel ist schon so ein Völkchen für sich. Jeder hat hier Redebedarf und erzählt so seine Anekdoten den Mitreisenden und nicht immer geht es friedlich ab. Aber im Grunde möchten alle auf ihre Urlaubsinsel.

Spielerisch baut der Autor seine 3-Schubladen-Kategorie in das Buch ein, die von "kenne/weiß ich", "glaube ich" zu "mir egal" führt. Das ist anfangs sehr witzig, erscheint aber über die gesamte Lektüre etwas überstrapaziert.

Gut gefallen mir die stichwortartigen Reiseführer-Informationen zu Orten, die auf der Busreise am Wegesrand liegen. So erfährt man Näheres zum Kanaltal, San Daniele mit spätgotischer Kirche und seinem Schinkenfest, über die Adria, Venedig und Padua, die Universitätsstadt Bologna, Florenz, Neapel und den Vesuv. Es wird aber auch auf Pizza, Pasta und Co. eingegangen, gerade die Erwähnung der köstlichen neapolitanischen Sfogliatelle mit einem Espresso haben mir das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.

Im letzten Viertel des Buches kommen wir auf der Reise endlich auf Ischia an. Dann gibt es einige Ausflugstipps, die Anregungen zu Besuchen und Ausflügen geben und eine Übersicht der Inselorte. Mir sind in Gedanken viele Bilder aus meinem Urlaub vor dem geistigen Auge aufgetaucht: Das Castello Aragonese in Ischia Ponte ist einen Besuch wert. Was man hier alles entdecken kann, reicht von schönen Ausblicken bis zu gruseligen Folterkammern und der erschreckenden Nonnengruft.

Gern erinnert habe ich mich an Forio mit seiner wunderschönen Wallfahrtskirche "Santa Maria del Soccorso" aus dem 16. Jahrhundert. Den botanischen Garten "La Mortella" mit seiner pflanzlichen Vielfalt und Farbpracht kenne ich auch und kann es nur als Besuchstipp empfehlen. Fumarolen am Marontistrand, Ischias Hausberg Epomeo und weitere Orte werden bruchstückhaft gestreift. Es gibt keine Wandertourvorschläge, diese sind auch schlecht zu beschreiben. Vor Ort wird oft ein Wanderführer benötigt, so verschlungen sind die Wege.

Interessanterweise wird auch der Massentourismus zur Sprache gebracht, aber auch das große Erdbeben von 1883 wird erwähnt.


Wolfgang Ortner verbindet in seinem Reisebuch Unterhaltung, Informationen und Reiselust zu einer tollen Lektüre, die Lust macht auf einen Urlaub auf Ischia. Meine eigenen Bilder erschienen mir im Kopfkino und es war mir eine Freude, die Anekdoten der Reisenden zu lesen.