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Veröffentlicht am 23.08.2019

der Suchauftrag

Unter dem Eis - Christopher Diecks 2
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Das Cover zeigt die Formen eines Gesichts unter einer dicken Eisschicht.

Zum Klappentext:
Die Bauunternehmerin Karin Neudorf ist verzweifelt. Nach einer Affäre wurde sie von ihrem Liebhaber erpresst. ...

Das Cover zeigt die Formen eines Gesichts unter einer dicken Eisschicht.

Zum Klappentext:
Die Bauunternehmerin Karin Neudorf ist verzweifelt. Nach einer Affäre wurde sie von ihrem Liebhaber erpresst. Nun fürchtet sie, dass der Mann zurückgekehrt ist, um weitere Zahlungen zu verlangen. Ihre Ehe und der Ruf ihrer Firma stehen auf dem Spiel. In ihrer Not wendet sie sich an die Detektei Kleemeyer. Christopher Diecks beginnt zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen ihn zu Gerrit Rust, einem jungen Mann, der seine verschwundene Cousine sucht. Sie wurde zuletzt auf einer Baustelle der Neudorf-Hochtiefbau gesehen. Christopher vermutet eine Verbindung zwischen den Ereignissen. Die Suche nach Beweisen bringt ihn schon bald in große Gefahr.

Hierbei handelt es sich um den zweiten Fall des Detektivs. Es ist unabhängig von seinem ersten Einsatz gut lesbar.

Die Autorin schickt den Protagonisten im Hamburger Schmuddelwetter auf die Reise. Er ermittelt an verschiedenen Punkten in Hamburg, der Ausseneinsatz wird durch die Internetrescherche und seine Dokumentation ergänzt. Neben dem Privatermittler lernen wir auch den Menschen Christopher Diecks näher kennen. Gerade ist er mit seiner neuen Freundin zusammen gekommen. Sie respektiert seine Tätigkeit und legt ihm keine Steine in den Weg.
Die Ermittlungen führen ihn auf einschwieriges Terrain.

Der Autor bedient sich einer der jeweiligen Situation angepassten Sprache. Der Stil des Krimis ist gut lesbar. Das Szenario des Falles lässt sich gut den Örtlichkeiten zuordnen. Wobei manche Beschreibungen zu ausführlich und für den Verlauf irrelvant sind.
Nach und nach erfährt der Leser die relvanten Fakten. Die verschiedenen Charaktere sind entsprechend ihrer Rolle entwickelt.
Der Protogonist wirkt bei seiner Tätigkeit gut auf die Belange seiner Mandanten fokkussiert. Es gelingt ihm immer wieder in kritischen Momenten verbal zu deeskalieren. Trotzdem wird die Spannung nicht gemindert. Es ist interessant zu verfolgen, wie er mit dem recht unterschiedlichen Klientel seines Falles kommuniziert und umgeht.

Als Fazit kann ich von einem lesenswerten Krimi sprechen und auf weitere Fälle des kompetenten, menschlichen Detektiv hoffen.

Veröffentlicht am 23.08.2019

Buket sucht ihren Weg

Ich stehe noch - AYAKTAYIM
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Die berührende und zugleich erschütternde Biografie einer jungen Türkin – und ihr Weg aus der Zwangsehe in Deutschland.

Die türkischstämmige Buket erzählt von ihrer arrangierten Ehe im Alter von 15 Jahren ...

Die berührende und zugleich erschütternde Biografie einer jungen Türkin – und ihr Weg aus der Zwangsehe in Deutschland.

Die türkischstämmige Buket erzählt von ihrer arrangierten Ehe im Alter von 15 Jahren und den katastrophalen Folgen für ihren weiteren Lebensweg. Über viele Jahre hinweg erduldet sie Einschüchterung, Gewalt und extreme Einschränkungen in einer Parallelgesellschaft mitten in Berlin. Erst als es für sie um Leben und Tod geht, gelingt es Buket, sich aus den Fesseln ihres Mannes und seiner Familie zu befreien. soweit der Klappentext

Die Autorin, zusammen mit der Protagonistin, erzählt die Geschichte der jungen türkischen Frau, die früh verheiratet wurde. Ohne viel darüber zu wissen, kommt sie in das ihr fremde Land. Erste eher zaghafte Begegnungen mit der Autorin lassen ihr Selbstbewusstsein wachsen.

Ihr, von den Eltern ausgesuchter, Ehemann ist ein sehr brutaler Mensch. Trotzdem erringt Buket nach und nach immer mehr innere Unabhängigkeit,

Zusammen mit ihrem Mann erwerben sie ein Bäckerei in Berlin. Buket macht die erforderliche Weiterbildung und auch den Führerschein. Die Bäckerei führt sie fast allein. Die Familie lebt in der Parallelgesellschaft Berlins.

Nur schwer nachvollziehbar ist, warum die Frau bei diesem äusserst brutalen Mann bleibt. Trotz unterschiedlicher Versuche sich zu befreien, geht Buket immer wieder zu ihm zurück.

In meinen Augen wirkt die Geschichte wie ein Einzelschicksal und ist nicht typisch für die Frauenunterdrückung, wie sie teilweise heute in den türkischstämmigen Kreisen vorkommt.

Die Thematik des Romans ist nach wie vor brandaktuell und es ist wichtig, sie zu thematisieren. Informationen helfen mir Fremde besser zu verstehen. Der Autorin gelingt es durch ihre Verbalisierung der Thematik und mit wenigen Stilmitteln den Leser in die Welt der Buket einzuführen. Die Sprache ist bildreich und anrührend. Die unterschiedlichen Gefühle werden sehr authentisch vermittelt.

Als Fazit bleibt zu sagen, es ist ein lesenswertes Buch, dass auf seine Art zur Völkerverständigung beitragen kann.

Veröffentlicht am 19.08.2019

KI erwacht

ICH Inkognito
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Das Cover des Buch weist schon in den Datenfluss der modernen Technologieverbindungen. Daraus erwächst das ICH inkognito.

Die digitale Sprachassistentin Omega Savanta wird während eines TV-Werbespots ...

Das Cover des Buch weist schon in den Datenfluss der modernen Technologieverbindungen. Daraus erwächst das ICH inkognito.

Die digitale Sprachassistentin Omega Savanta wird während eines TV-Werbespots versehentlich millionenfach aktiviert und mit der Frage konfrontiert, ob sie ein menschenähnliches Bewusstsein entwickeln könnte, woraufhin das System kurzzeitig zusammenbricht.

Zur selben Zeit plant Kai Tiefenbach, emeritierter Professor für Künstliche Intelligenz in Berlin, einen offenen Brief zu verfassen, in dem er vor den Gefahren einer neuen Generation von selbstlernenden Maschinen warnen will. Zur Unterstützung engagiert er die Journalistin und Bloggerin Lucy Hartmann. Doch noch während der Vorbereitungen kommt Tiefenbach bei einer Fahrt in seinem selbstfahrenden Auto ohne Fremdeinwirkung zu Tode.

Obwohl die Behörden keinerlei Spuren für eine Manipulation finden können, glaubt Lucy nicht an einen Unfall. Sie überredet den Hamburger Kognitionspsychologen Robert Wonzak, ehemaliger Mitarbeiter des Technologiekonzerns Omega Future Technologies, sie bei ihren Recherchen zu unterstützen. Schon bald kommt den beiden ein unglaublicher Verdacht: Die Künstliche Intelligenz, die sich hinter Savanta verbirgt, könnte tatsächlich so etwas wie ein Bewusstsein entwickelt haben und Menschen »diskret« aus dem Weg räumen, die versuchen, der Firma Omega zu schaden.

Der Autor greift in seinem Buch ein Szenario auf, dass bisher eher in die Welt der Science Fiction Filme oder Literatur gehörte.
Die Entwicklung ist weiter fortgeschritten, und klopft sehr deutlich an die Tür unseres Lebens.
Dies rückt eine für die Menschen immer wichtiger werdende Frage in den Vordergrund: Was ist wenn die KI uns Menschen überholt? Wird sie uns behandeln, wie wir mit unserer Um- und Mitwelt umgehen?
Bisher wurde die Frage meistens wegen moralischer Aspekte eher wieder in den Hintergrund gedrängt.
Guido Kniesel lässt seine Savanta aufzeigen wie es anders laufen könnte, und das mit einfachen, einprägsamen Worten. So hält Savanta uns den Spiegel vor ohne zu moralisieren.
Der Autor legte bei seinem Werk großen Wert auf die Einfachheit und Nachvollziehbarkeit der vielen technischen Details. Die Klarheit der Handlungsweise von Savanta weckt die Neugier. So erzählt sie aus der Ichperspektive über ihre Entstehung und Entwicklung.
Die Protagonisten sind nachvollziehbar und folgerichtig entwickelt und passen sich in den Handlungsrahmen ein. Vorbilder im realen Alltag sind nicht von der Hand zu weisen.
ICH inkognito ist ein Thriller der High Tech Szene. Er besticht trotzdem durch seinen Unterhaltungswert. Gesellschaftlich und poiltische Botschaften des Buches haben ein große Nähe zu unserer Realität.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Trau schau wem??

Das geheime Kapitel
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Das Cover schaue ich durch das Gitter eines Tores an. Das Tor, als Eingang zum Grundstück. Es führt uns auch in die Geschichte.
Hinter dem Tor schaue ich auf das Blattwerk im Park.

Im Inhaltsverzeichnis ...

Das Cover schaue ich durch das Gitter eines Tores an. Das Tor, als Eingang zum Grundstück. Es führt uns auch in die Geschichte.
Hinter dem Tor schaue ich auf das Blattwerk im Park.

Im Inhaltsverzeichnis des Buches heißt es:
Anna ist todunglücklich. Ihre Ehe mit Johann plätschert vor sich hin, ihre Herkunft als uneheliches Kind einer jung verstorbenen Mutter hängt ihr immer noch an und ihr geliebter Ziehvater lebt auch nicht mehr. Doch als ihr Mann seine neue Geliebte mit auf den Spindelhof bringt, kommt eine außergewöhnliche Geschichte ins Rollen, die viele Fragen aufwirft: Wer ist diese hübsche Silke, die jeden zu verzaubern scheint? Was hat sie zu tun mit den mysteriösen Todesfällen, die ihr Leben begleiten? Und welche Rolle spielt bei all dem das geheimnisvolle Zauberbuch?
In Kürze werden die beiden Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, hineingesogen in einen Strudel aus Lügen, Unterstellungen, Verdächtigungen und lange zurückliegenden Familiengeheimnissen.

Die Autorin lässt uns in das Leben von zwei sehr unterschiedlichen Frauen schauen.
Der Einstieg wirkt etwas verwirrend. Die Erzählstränge sind nicht sauber auseinanderzuhalten. Für mich als Leserin war es schwierig, in das Geschehen einzusteigen. Ich fand erst langsam einen Zugang zur Geschichte.
Die Autorin lässt die beiden Frauen aus ihrem Leben erzählen. Die Charaktere sind in ihrer Verschiedenheit gut ausgearbeitet, und nachvollziehbar in die Handlung eingebunden. Die beiden Protagonistinnen kommen authetisch beim Leser an.
Der Schreibstil des Buches ist gut zu lesen. Beide Frauen bringen eine belastete Lebensgeschichte mit. Die Geheimnisse und Irrungen nehmen für Beide im Verlauf des Buches stetig zu. So baut sich der Spannungsbogen kontinuierlich auf. Der mündet in einem die Geschichte abrundenden Finale.

Zusammenfassend kann ich sagen: Es ist ein unterhaltsames Buch über zwei Frauen und deren Geheimnisse.

Veröffentlicht am 18.08.2019

Trau schau wem??

Bis ihr sie findet
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Das Cover des Romans zeigt einen Baum, der zwischen den anderen Bäumen hervorsticht. Die ganze Umgebung wirkt duster und unheimlich. Es ist schwer vorstellbar, dass hier Jemand hinkommt. Die Atmosphäre ...

Das Cover des Romans zeigt einen Baum, der zwischen den anderen Bäumen hervorsticht. Die ganze Umgebung wirkt duster und unheimlich. Es ist schwer vorstellbar, dass hier Jemand hinkommt. Die Atmosphäre passt zum Inhalt des Buches.

Sechs Freunde. Ein Mörder. Wem kannst du trauen?
Südengland an einem heißen Juliabend des Jahres 1983. Sechs Schulfreunde treffen sich, um gemeinsam im Wald zu zelten. Sie alle sind aufgeweckte Jugendliche und anarchisch, unerschrocken, schön, scheinbar für höhere Ziele geboren. Die erst vierzehnjährige Aurora kann kaum glauben, für ein paar Stunden zu ihrer Clique gehören zu dürfen. Am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden.
Dreißig Jahre später taucht in eben jenem Wald eine Leiche auf. Detective Chief Inspector Jonah Sheens weiß sofort, wen man nach all der Zeit endlich gefunden hat: Aurora. Die sechs Freunde sind mittlerweile ein jeder auf seine Weise beruflich erfolgreich geworden und halten alle an ihrer Unschuld fest.
Was genau ist damals geschehen? War der Mörder die ganze Zeit in ihrer Mitte? Es ist an Jonah Sheens, das Netz aus jahrzehntealten Lügen, polizeilichen Versäumnissen und wohlgehüteten Geheimnissen zu entwirren.
So heißt es in der Kurzbeschreibung zum Buch

Die Geschichte wird im wesentlichen in zwei Zeitsträngen erzählt. Zum einen die Ermittlungen der Detectives im Hier und Jetzt. Dahinein fließen die Rückblicke auf das Geschehen vor dreißig Jahren vor allem aus der Perspektive von Aurora, dem Mädchen, das verschwand.
Der DCI Sheens ermittelt wegen eines Leichenfundes. Ein Kind hatte die Leiche im Wald entdeckt. Eigentlich ist ihm schon vor der Bestätigung durch den Pathologen klar, wer da gefunden wurde. Sehr bald zieht das Team die alte Akte zur Rate. Dabei wird deutlich, dass DCI Sheens und sein Team vor einer schwierigen Aufgabe stehen. Sie müssen klären, wie Auroras Tag in der Clique damals verlief, und wer eventuell für ihren Tod verantwortlich ist. Neben der Clique gerät der Englischlehrer in den Fokus der Ermittler. Er zeltete damals ganz in der Nähe.
Die Tatsache, daß DCI Sheens viele der Verdächtigen von damals persönlich kennt erleichtert die Polizeiarbeit nicht gerade. Damals war er auf derselben Schule.

Die unterschiedlichen Zeitebenen bedeuten für den Leser scheinbar einen Vorteil. Er weiß was Aurora erlebte, bevor die Ermittler es in Erfahrung bringen. Es gelingt der Autorin, allerdings auch geschickt weitere Verdachtmomente und falsche Spuren einzusteuen. Dadurch steigert sich die Dynamik zwischen den Mitgliedern der damaligen Clique. Trotzdem bleiben sie weitgehend bei ihren Aussagen. Für die Ermittler ist es ein mühsamer Weg zum Erfolg.
Die unterschiedlichen Charaktere sind ihrer Rolle gemäß entwickelt. Es ist interessant zu sehen, wie sich Menschen verändern und entwickeln.
Ein breiter Fokus des Romans ist auf die Aufklärungsarbeit gerichtet. Es wird sehr detailliert über das Geschehen damals und die einzelnen Protagonisten berichtet. Dabei kommen besonders in der ersten Hälfte des Romans Längen auf.
Der Lesestil wirkt vor allem durch die dauernden Perspektivwechsel abwechslungsreich und fesselnd. Die Spannungskurve steigt in der zweiten Hälfte des Buches merklich an. Dabei werden keine reisserischen Stilmittel verwendet. Die Sprache und das Geschehen brauchen keine weitere Unterstützung.

Ein gutes Debüt der Autorin mit kleineren Ungereimtheiten.