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Veröffentlicht am 07.05.2024

Die Anfänge des Fernsehens

Die Fernsehfrauen
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Ina, Barbara und Alexandra haben alle ein Ziel: Das Fernsehen. Während Ina gerne alles über den Ablauf im Hintergrund lernen möchte, hat Barbara ein Ziel: Berühmt werden. Und Alexandra möchte einfach nur ...

Ina, Barbara und Alexandra haben alle ein Ziel: Das Fernsehen. Während Ina gerne alles über den Ablauf im Hintergrund lernen möchte, hat Barbara ein Ziel: Berühmt werden. Und Alexandra möchte einfach nur tanzen.

Wir begleiten die drei Frauen über zwölf Jahre hinweg, wobei der Hauptaugenmerk auf Anfang bis Mitte der 60 Jahre liegt. Ina kann sich sehr über die Ungerechtigkeiten, unter denen Frauen damals zu leiden hatten aufregen, ich konnte das gut nachvollziehen, allerdings ging sie mir mit ihrer Kopf-durch-die-Wand-Mentalität manchmal ein wenig auf den Keks. Barbara dagegen verlässt sich voll und ganz auf ihr Äußeres und nutz Männer auch einfach gerne mal aus. Eine Mischung aus den beiden wäre manchmal perfekt gewesen. Alexandra dagegen war ganz ein Kind ihrer Zeit und hat mich charakterlich am meisten überzeugt.

Die Geschichte ist gut aufgesetzt, es werden allerlei typische Themen der Zeit mit eingebaut. Inas Vater ist vom Krieg traumatisiert, ihre Mutter duckt sich weg. Alexandras Eltern wollen eine gute Partie für sie und Barbara muss ein tragisches Geheimnis verbergen, weil sie sonst keinerlei Chance auf ein gute s Auskommen hätte.

Alles in allem war es ein schönes Buch, das ich gerne gelesen habe. An manchen Ecken war es mir ein wenig zu dick aufgetragen aber alles in allem ist es auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 01.05.2024

was ist passiert?

Der Tote auf der Treppe
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Anne Coke ist auf einer Vertriebsreise, als sie erfährt, dass ihr Großvater die Treppe hinuntergestürzt und gestorben ist. Sie kehrt nach Hause zurück und muss feststellen, dass wohl ein wertvolles Collier ...

Anne Coke ist auf einer Vertriebsreise, als sie erfährt, dass ihr Großvater die Treppe hinuntergestürzt und gestorben ist. Sie kehrt nach Hause zurück und muss feststellen, dass wohl ein wertvolles Collier ausgetauscht wurde und noch manch andere Dinge im Haus verschwunden sind. Zusammen mit Charles Elwood, einem Maler aus dem Ort, fängt sie an zu recherchieren, was passiert sein könnte und muss sich dabei ihren lang verdrängten Ängsten stellen.

Anne Glenconner bietet uns hier einen verzwickten Krimi und gleichzeitig eine Gesellschaftsstudie Englands kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Die Erfahrungen, die Anne in diesem Buch mit ihrem ehemaligen Kindermädchen gemacht hat, musste die Autorin wohl teilweise selbst erleben. Unglaublich, wie grausam da teilweise mit den Kindern umgegangen wurde.

Besonders gut gefallen haben mir die kleinen Scharmützel, die Anne mit Charles Elwood austrägt. Charles wird im Ort nur der Kommunist genannt, er selbst bezeichnet sich als demokratischer Sozialist. So hat er teilweise genaue Vorstellungen vom Leben auf einem herrschaftlichen Anwesen, wie Holkham es ist. Dass er da an manchen Ecken falsch liegt und so ein Anwesen die Inhaber teilweise in den Ruin treiben, wird ihm erst durch die Diskussionen mit Anne klar.

Der Krimi ist durchweg spannend und man erfährt in Rückblenden was im Jahr 1943 passiert ist. So lernt man Anne auch als Kind kennen und erlebt hautnah die Grausamkeiten des Kindermädchens. Nach und nach löst sich dann auch auf, was damals wirklich passiert ist.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist schön und man merkt, dass die Autorin weiß von was sie schreibt. Von mir daher eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.04.2024

Wohlfühlbuch

Das kleine Weingut in Frankreich
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Hattie kommt nach Frankreich um die Hochzeit ihrer Cousine Gabby zu organisieren. Das Chateau auf dem gefeiert werden soll ist wunderbar, aber Luc, das Besitzer des Schlosses ist nicht begeistert, will ...

Hattie kommt nach Frankreich um die Hochzeit ihrer Cousine Gabby zu organisieren. Das Chateau auf dem gefeiert werden soll ist wunderbar, aber Luc, das Besitzer des Schlosses ist nicht begeistert, will er doch einfach in Ruhe Champagner anbauen. Und Yvette, die Tochter der Haushälterin wollte eigentlich ihre Hochzeit dort feiern. So hat Hattie gegen viele Widerstände zu kämpfen um sich selbst als Hochzeitsplanerin zu beweisen.

Julie Caplin liefert hier wieder einen Wohlfühlroman, an dem es nichts zu bemängeln gibt. Er spielt in einer wunderschönen Landschaft, es geht immer wieder um leckeres Essen und ein Ausflug nach Paris ist auch dabei, bei dem ich die Schauplätze direkt vor Augen hatte. Auch wenn es am Anfang ziemliches Gezicke gab, harmonisiert sich am Ende das Setting dann doch deutlich und es ist schön, wie Hattie in die Gemeinschaft des Ortes aufgenommen wird.

Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung für dieses wirkliche schöne Wohlfühlbuch!

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Veröffentlicht am 28.04.2024

Die Liebe zum Kochen

Mademoiselle Marthe und die Küche der Freiheit
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Marthe Distel lebt nach dem Tod ihres Vaters bei ihrer Großmutter, während ihre Mutter in Paris versucht ein neues Leben für sie zu finden. Bei ihrer Großmutter lernt sie, dass in der Küche nichts verschwendet ...

Marthe Distel lebt nach dem Tod ihres Vaters bei ihrer Großmutter, während ihre Mutter in Paris versucht ein neues Leben für sie zu finden. Bei ihrer Großmutter lernt sie, dass in der Küche nichts verschwendet wird, und die Grundlagen des Kochens und Backens. In Paris bekommt sie dann die Möglichkeit die Schule weiter zu besuchen und ihren Traum vom Schreiben zu verwirklichen.

Marthe war die Gründerin der Zeitschrift Cordon Bleu und der dazugehörigen Kochschule, die bis heute zu den besten Kochschulen der Welt gehört. In diesem Buch begleiten wir sie durch ihre Jugend und den Anfängen der Zeitschrift und der Schule. Marthe hat sich mit Florence, der Tochter des Haushalts, in dem ihre Mutter als Köchin arbeitet, angefreundet und bekommt so einen Eindruck des Lebens in der gehobenen Schicht. Und sie muss erkennen, dass der gesellschaftliche Aufstieg nicht so einfach ist. Und manchmal vielleicht auch nicht das Richtige.

Ulrike Renk reichert die Geschichte mit vielen Beschreibungen von Gerichten und Zubereitungsarten an, hier merkt man, dass die Autorin auch selbst gerne in der Küche steht und das Kochen einfach liebt. Man lernt hier sehr viel über die gehobene Küche Frankreichs, über die damalige Zeit des Aufbruchs in der Gesellschaft und den Wandel in den Küchen.

Mich hat das Buch wieder mitgenommen in eine Zeit und Gesellschaft, über die ich noch viel lernen konnte. Es gelingt hier die gesellschaftlichen Änderungen und die Aufbruchstimmung rund um die erste Pariser Weltausstellung zu transportieren. Marthe gehört zu einer Generation, in der sich für Frauen Türen öffnen, wenn auch nur langsam. Ich fand es schön dass sie dabei Unterstützung gefunden hat. Auguste Escoffier war mir namentlich zwar bekannt, hier habe ich ihn aber das erste Mal ein wenig besser kennengelernt.

Alles in allem war es ein tolles Buch, das mich mitgenommen hat in die damalige Zeit. Und auch, wenn sicherlich nicht alles so passiert ist, wie Ulrike Renk es schildert, hatte ich immer das Gefühl, dass es so gewesen sein könnte.

Ein wirklich schön zu lesendes und interessantes Buch!

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Veröffentlicht am 27.04.2024

Ein Buch wie eine Begegnung

25 letzte Sommer
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Der Ich-Erzähler verbringt das Wochenende alleine im Wochenendhaus der Familie auf dem Land. Eigentlich könnte alles gut sein, doch er fühlt sich getrieben. Da trifft er durch Zufall auf Karl, der in der ...

Der Ich-Erzähler verbringt das Wochenende alleine im Wochenendhaus der Familie auf dem Land. Eigentlich könnte alles gut sein, doch er fühlt sich getrieben. Da trifft er durch Zufall auf Karl, der in der Nähe wohnt. Der lädt ihn zum Kaffee ein und es entspinnen sich Gespräche, die das gesamte Wochenende weitergehen. Karl ist neugierig und offen, stellt kluge Fragen und erzählt aus seinem Leben.

So wie dem Ich-Erzähler geht es wohl vielen, man fühlt sich wie im Hamsterrad, kann ohne Handy das Haus nicht mehr verlassen und ist in Gedanken schon beim nächsten Thema. Die Gespräche mit Karl haben auch in mir eine Seite zum klingen gebracht. Einfach mal inne halten, sich nicht hetzen lassen und darüber nachdenken, was als nächstes kommt. Und nicht immer die Erwartungen der anderen erfüllen wollen.

Bemerkenswert fand ich eine Stelle gegen Ende, die in dem Moment wo ich sie gelesen habe wie für mich geschrieben wirkte. So als wäre sie genau für diesen einen Moment gemacht gewesen.

Man merkt, mich hat das Buch tief berührt. Es ist nicht lang, aber intensiv. Ich hatte das Gefühl mit den beiden Charakteren unterwegs zu sein.

Für mich eines meiner Jahreshighlights.

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