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Veröffentlicht am 11.12.2021

Wohlfühlroman

Friesenwinterzauber
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Nach einer schweren Enttäuschung kann sich Isabel nicht wirklich auf Weihnachten freuen. Als sie ihre Nachbarin Helma Osterfeld bittet, sie nach St. Peter-Ording zu ihrer Familie zu begleiten, nutzt sie ...

Nach einer schweren Enttäuschung kann sich Isabel nicht wirklich auf Weihnachten freuen. Als sie ihre Nachbarin Helma Osterfeld bittet, sie nach St. Peter-Ording zu ihrer Familie zu begleiten, nutzt sie die Gelegenheit zur Veränderung.

Wie weit diese Veränderung dann aber gehen wird, kann Isabel aber nicht abschätzen.

Isabel ist eine sehr sympathische Protagonistin, die immer hilfsbereit ist und ihre Hündin Mari ist wirklich zuckersüß. Dass sie keine Familie hat, macht ihr Weihnachten immer besonders Schwierigkeiten, wenn jeder in der Familie feiert und sie meist allein bleibt. In St. Peter-Ording findet sie schnell Anschluss an die Familie von Frau Osterfeld und sie lernt auch anderweitig noch Menschen kennen, die sie mehr oder weniger in ihre Familie aufnehmen.

Das Buch ist ein Wohlfühlroman und die Schilderungen von St. Peter-Ording machen Lust sich auf den Weg dorthin zu machen und dort einige Zeit zu verbringen. Auch im Winter hat diese Gegend ihren Reiz und die Autorin schildert alles so lebhaft, dass man das Gefühl hat direkt mit vor Ort zu sein.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es ist eine kurzweilige Unterhaltung für einen Nachmittag mit Decke, Tee und Plätzchen.

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Veröffentlicht am 10.12.2021

Bild der Zeit

Das Haus am Deich – Fremde Ufer
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Frida und ihre Eltern sind 1947 auf der Wesermarsch nach ihrer Flucht aus Stettin untergekommen. Dort ist vieles anders und als Flüchtlinge fällt es schwer mit dem Neuanfang. Gerade für Frida ist es schwer, ...

Frida und ihre Eltern sind 1947 auf der Wesermarsch nach ihrer Flucht aus Stettin untergekommen. Dort ist vieles anders und als Flüchtlinge fällt es schwer mit dem Neuanfang. Gerade für Frida ist es schwer, hatte sie doch von einer Karriere als Pianistin geträumt, was nun nicht mehr möglich ist. Ihre Freundin Erna, die mit ihren Eltern in der Nähe untergekommen ist, kann ihr auch nur begrenzt helfen. Ihr Vater ist zwar trotz seiner Vergangenheit wieder auf den Füßen gelandet, aber das Verhältnis zu ihm ist schlecht und als Erna unverheiratet schwanger wird, zerbricht es vollkommen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Man erlebt deutlich mit wie vielen Vorurteilen die Vertriebenen damals haben leben müssen und wie schwer ihnen das Leben oft gemacht wurde. Was auch immer wieder betroffen macht ist, wie die Seilschaften der Nazi-Zeit sich gegenseitig unterstützt haben und so schnell wieder zu einflussreichen Menschen geworden sind. Ernas Familie ist dafür ein gutes Beispiel und ich bin schon gespannt, wie es an dieser Stelle im zweiten Band der Reihe weitergehen wird.

Wie schwer es Frauen in dieser Zeit hatten, wird auch sehr deutlich beschrieben. Erna, die als uneheliche Mutter keine Chance auf das eigene Kind hat und Frida, die sich in eine Zwangslage begibt, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. All das hat mich mitfiebern lassen und mich davon überzeugt die Reihe auch weiter lesen zu wollen. Band zwei, Unruhige Wasser, habe ich schon hier und ich versuche ihn bald zu lesen.

Ich kann das Buch empfehlen, ich hatte eine schöne Lesezeit damit, auch wenn ich manchmal sehr wütend ob der Ungerechtigkeiten gegenüber Frida, ihrer Familie und Erna war.

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Veröffentlicht am 09.12.2021

Es geht super weiter

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein großer Rausch
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Das Leben, ein großer Rausch ist der zweite Band aus der Reihe um Polizeiärztin Magda Fuchs. Das Buch schließt direkt an den Vorgängerband an, daher ist es ratsam den ersten Band auch gelesen zu haben. ...

Das Leben, ein großer Rausch ist der zweite Band aus der Reihe um Polizeiärztin Magda Fuchs. Das Buch schließt direkt an den Vorgängerband an, daher ist es ratsam den ersten Band auch gelesen zu haben. Doris wurde am Silvesterabend schwer verletzt und Kuno beginnt sofort zu ermitteln. Doch das Ganze ist deutlich komplizierter als erwartet. Im Großen und Ganzen begleiten wir gerade Magda und Celia durch ihr Leben in den Jahren 1922 bis 1924. Doris und weitere vor allem weibliche Nebenfiguren sind auch schon aus dem Vorgängerband bekannt.

Mich hat das Buch wieder mitgerissen. An sich passiert gar nicht so viel, aber das Leben dieser Frauen ist so interessant, dass man nicht dauernd das Gefühl haben muss, von Ereignis zu Ereignis zu eilen. Viele Themen, die Frauen damals beschäftigt haben werden angesprochen, gerade das Thema ungewollte Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche sind Dinge, die Magdas Leben bestimmen. Zusammen mit der Fürsorgerin Ina versucht sie hier Dinge zu verändern, was nicht so einfach ist, wie gedacht.

Auch privat entwickeln sich Magda und Celia weiter. Magda und Kuno kommen sich näher und erproben die gemeinsame Zukunft. Celia ist mit Edgar Hinnes liiert und will aber eigentlich ihre Freiheit nicht aufgeben. Doch eins kommt zum anderen und manchmal hilft alle Planung nicht.

Auch dieses Buch endet mit einem Cliffhanger, der einige Fragen offenlässt. Glücklicherweise folgt am Ende eine Leseprobe aus dem dritten Band, der im Frühjahr erscheinen wird.

Ich war wieder sehr begeistert von dem Buch, das mich regelrecht in einen Lesefluß gezogen hat. Ich war immer gut unterhalten und am Ende über die Lösung im Fall von Doris Angreifer durchaus überrascht. Ich kann das Buch nur empfehlen, Fans historischer Romane werden hier sicher eine gute Lesezeit verbringen.

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Veröffentlicht am 02.12.2021

Endlich wieder Taunus Krimi

In ewiger Freundschaft (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 10)
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Dieser 10. Band der Taunuskrimis spielt in der Verlagsszene. Henning Kirchhoff steht kurz vor der Veröffentlichung seines zweiten Krimis, als ihn seine Agentin bittet, dass doch jemand nach ihrer Freundin ...

Dieser 10. Band der Taunuskrimis spielt in der Verlagsszene. Henning Kirchhoff steht kurz vor der Veröffentlichung seines zweiten Krimis, als ihn seine Agentin bittet, dass doch jemand nach ihrer Freundin Heike Wersch schauen, soll, da diese sich nicht mehr meldet. In deren Haus findet Pia nur deren dementen Vater, Heike Wersch selbst bleibt verschwunden. Bald stellt sich heraus, dass es im Haus ein Blutbad gegeben hat, doch die Leiche fehlt. So wird es schwierig zu ermitteln. Die Spuren führen in das berufliche und das private Umfeld der Vermissten, was in diesem Fall eng zusammenhängt. Nur langsam können die Ermittler die Fäden entwirren und herausfinden, warum Heike Wersch sterben musste. Zu viele Feinde hat diese sich im Laufe ihres Berufslebens gemacht

Ich fand das Buch durchgängig spannend. Die Ermittlungsebene ist in diesem Fall zweigeteilt. Einmal begleiten wir die Kollegen vom K10 rund um Pia Sander und Oliver von Bodenstein. Und zusätzlich auch noch die Lektorin von Henning Kirchhoff, Julia Bremora, die durch den Leiter des Winterscheid Verlags, Carl Winterscheid, an ein Manuskript gelangt, dessen Inhalt Rückschlüsse auf das Mordmotiv gibt.

Der Einblick in die Verlagsarbeit ist interessant gestaltet, geht aber nicht zu tief. Nele Neuhaus baut hier auch einige, für Stammleser witzige, Cameos ein. Henning Kirchhoffs Bücher haben kurzerhand die Titel der beiden ersten Bände der Taunus Reihe der Autorin. Und auch ein kleiner Seitenhieb auf die erfolgreichen Verfilmungen der Bücher darf nicht fehlen. Ich fand das sehr amüsant.

Auch das Privatleben von Pia und Oliver kommt wieder nicht zu kurz, besonders Olivers Ehe steht im Mittelpunkt. Ich fand diese Nebenhandlungen sehr interessant und passend, als langjährige Leserin interessiert es mich natürlich, wie es bei den beiden weitergeht.

Alles in allem war es ein tolles Buch. Ein bisschen wie nach Hause kommen. Ich hoffe sehr, dass Nele Neuhaus noch weitere Bände dieser Reihe veröffentlichen wird. Am liebsten natürlich so bald wie möglich. Von mir also eine unbedingte Leseempfehlung, nicht nur für Fans der Reihe.

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Veröffentlicht am 27.11.2021

spannende Dystopie

Der dunkle Schwarm
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Im Jahr 2100 kommunizieren die Menschen über sogenannte Hives miteinander, sie verbinden sich über ihre Interessen, den Beruf und andre Dinge. Atlas ist Programmiererin beim größten Hive-Entwickler und ...

Im Jahr 2100 kommunizieren die Menschen über sogenannte Hives miteinander, sie verbinden sich über ihre Interessen, den Beruf und andre Dinge. Atlas ist Programmiererin beim größten Hive-Entwickler und nachts verkauft sie Erinnerungen, die sie aus den Hives sammelt. Eines Abends bekommt sie den Auftrag herauszufinden, warum die Mitglieder eines Hives ermordet wurden, eigentlich etwas, was technisch nicht möglich ist. Gemeinsam mit Noah und ihrem Androiden und Vertrauten Julien taucht sie ein in ein Geflecht von Spionage, Umweltterrorismus und Intrigen.

Marie Graßhoff zeichnet eine Gesellschaft, deren Zusammenleben auch sehr durch die Zerstörung des Planeten gekennzeichnet ist. Wer in der Unterschicht lebt, hat keine Möglichkeit sein Leben zu verbessern und muss versuchen sich durchzuschlagen. Bildung gibt es nur für Menschen, die aus höheren Schichten kommen. Atlas hat es sich in ihrem Leben gut eingerichtet, mit ihren nächtlichen Transaktionen verdient sie genug, um über die Runden zu kommen. Als Noah mit seinem Auftrag an sie herantritt, will sie eigentlich absagen, doch treibt sie die Neugier. Die Menschen, die mit dem Hive gestorben sind, sind auch aus dem Gedächtnis all derer verschwunden, die sie gekannt haben. Technisch ist das nicht möglich und das kann Atlas nicht verstehen.

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von Atlas erzählt, da sie aber die Gedanken aller Menschen einsehen kann, kommt auch noch die Perspektive einer Polizistin dazu, die Ermittlungen zu den Mordfällen leitet. So bekommt der Leser einen umfassenderen Überblick über das Ganze. Ich fand das Buch sehr spannend geschrieben und mir hat die Story gut gefallen. Nach und nach lösen sich die Geheimnisse und am Ende gibt es noch einen dramatischen Showdown. Die Entwicklung der Figuren war für mich glaubwürdig. Gerade Atlas muss ihr ganzes Leben in Frage stellen und einige Verluste ertragen. Aber auch Noah hat mir gut gefallen, auch wenn er eigentlich zu gut für diese Welt ist.

Alles in allem kann ich diese Dystopie nur empfehlen. Die Geschichte ist spannend und in sich schlüssig. Ich bin hier sehr gut unterhalten worden.

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