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Veröffentlicht am 29.04.2018

Die Grausamkeit des Kriegs

Roter Herbst in Chortitza
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Willi wächst in der Ukraine auf, in dem idyllischen Ort Osterwick. Vor langer Zeit fanden die mennonitischen Bewohner des Orts hier Zuflucht, und ihr tiefer Glaube prägt nun das Zusammenleben.

Der Ukrainer ...

Willi wächst in der Ukraine auf, in dem idyllischen Ort Osterwick. Vor langer Zeit fanden die mennonitischen Bewohner des Orts hier Zuflucht, und ihr tiefer Glaube prägt nun das Zusammenleben.

Der Ukrainer Maxim und sein Vater finden bei der mennonitischen Familie Berger Zuflucht. Ihre Familie wurde von Tschekisten, sowjetische Geheimpolizisten, auseinandergerissen und die anderen Familienmitglieder wurden verschleppt.

Die fast gleichaltrigen Jungen, Willi und Maxim, werden Freunde. Miteinander erleben sie wie die Idylle des Dorfs im Bürgerkrieg immer mehr zerbricht. Gewalt und Hunger sind an der Tagesordnung. Als Maxims Vater die Mutter von Willi verteidigt, kommt er ums Leben. Daraufhin verlässt der noch junge Maxim das Dorf.

Beide Jungen erleben die folgenden, bewegten Jahre der Sowjetunion ganz unterschiedlich. Willi bleibt zunächst im Dorf. Er heiratet und gründet eine Familie. Aber es gibt nur kurze Zeiten des Friedens. Nach dem Bürgerkrieg herrscht der Hunger. Die Bauern werden mit List und Tücke enteignet, die Kirche außer Betrieb gesetzt.

Dann bricht der zweite Weltkrieg herein, und die deutschstämmigen Mennoniten stehen zwischen den Fronten. Zu ihren Überzeugungen gehört Gewaltlosigkeit, aber angesichts ihrer misslichen Lage, fragen sie sich immer wieder ob sie sich zumindest wehren dürfen.

Zuletzt findet Willi mit seiner Familie in Thüringen Zuflucht, aber im Zuge der Repatriierung werden sie nach Sibirien verschleppt, wo sie viele Jahre trotz starker Entbehrungen und verzweifeltem Hunger arbeiten müssen.

Maxim macht im Sowjetregime Karriere. Bewegte ihn anfangs der Wunsch in seiner Position für Gerechtigkeit einzustehen, muss er mehr und mehr von seinen Träumen abrücken, denn ihm wird klar, entweder gehorcht er, oder er verliert sein Leben. Es dauert nicht lange, und er ist nicht mehr als ein Werkzeug des Staats.

Anhand von diesen beiden Lebensläufen erfährt der Leser in dieser spannenden Lektüre viel aus der grausamen Geschichte der Sowjetunion. Willi und seine Familie wachsen dem Leser ans Herz, aber beim Lesen kann man auch nachvollziehen warum Maxim seinen Lebensweg wählt. Die Grausamkeit der Staatspolizei und die schrecklichen Folgen des Hungers werden vor Augen gemalt. Bei Willi und den anderen Mennoniten taucht immer wieder die Frage auf, wo Gott in diesem schrecklichen Geschehen bleibt. Bis zum Schluss hält Willis Familie am Glauben fest, aber in der Geschichte überwiegt die Hoffnungslosigkeit.

Ein spannendes Buch, das auf eine wahre Lebensgeschichte beruht. Schade, dass die Hoffnungslosigkeit überwiegt. Aber es werden auch schreckliche Jahre in der Geschichte der Sowjetunion beschrieben.

Veröffentlicht am 25.04.2018

Weltweit: Liebe gesucht

Mein Date mit der Welt
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Die Beschreibung dieses Buchs klingt verheißungsvoll. Wer hat nicht schon mal davon geträumt einfach für eine längere Zeit wegzugehen? Wie spannend muss es sein, im Laufe eines Jahres alle Kontinente zu ...

Die Beschreibung dieses Buchs klingt verheißungsvoll. Wer hat nicht schon mal davon geträumt einfach für eine längere Zeit wegzugehen? Wie spannend muss es sein, im Laufe eines Jahres alle Kontinente zu bereisen, und fremde Menschen und Kulturen kennenzulernen?

Schon immer hat die Autorin von einer solchen Reise geträumt, und einige Zeit nachdem ihr Lebenspartner sie schwer enttäuscht, packt sie es an. Von der Vorbereitung bis zur Rückkehr, erzählt sie in diesem Buch, was sie erlebt hat. Sie plant etwa ein Monat für jede Station ihrer Reise ein. Zwischen den Erlebnissen, aus etwas mehr als zwölf Ländern, finden sich viele Tipps für Menschen, die eine solche Reise planen.

Leider waren die Berichte eine große Enttäuschung. In den meisten Kapiteln ging es weniger um das Eintauchen in eine fremde Kultur; im Vordergrund stand meistens die Suche der Autorin nach Liebe. Mithilfe einer App sucht sie an fast jedem Ort ein Date, oder gleich mehrere. Sie erlebt einige beglückende kurze Beziehungen, aber auch einige Enttäuschungen. Es geht um eine Reisebegleitung, aber immer wieder auch um ein Zusammenleben auf Zeit. Dabei ist von vorneherein klar, dass die Beziehungen nicht von Dauer sein können, denn die Autorin wird ja bald weiterreisen. Schade, dass eine intime Beziehung hier nichts mit der Bindung an eine andere Person zu tun hat, das kann nur zu Enttäuschungen führen.

Wer gerne Reiseberichte und Geschichten über Menschen anderer Kulturen liest, wird von diesem Buch vermutlich enttäuscht sein. Wem es aber um Dating-Erfahrungen geht, findet sicher mehr Gefallen an den Erfahrungen der Autorin.

Veröffentlicht am 25.04.2018

Wie kann man heute Jesus nachfolgen?

Die Wahrheit in Person
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Am Anfang dieses Buchs geht es um die Wahrheit. Der Autor untersucht die Frage, ob es eine allgemeine Wahrheit gibt, und wo diese zu finden ist. Dabei geht er auf die Denkweise unserer heutigen Zeit ein.

Im ...

Am Anfang dieses Buchs geht es um die Wahrheit. Der Autor untersucht die Frage, ob es eine allgemeine Wahrheit gibt, und wo diese zu finden ist. Dabei geht er auf die Denkweise unserer heutigen Zeit ein.

Im zweiten Teil des Buchs geht es um die Nachfolge. Nachdem der Autor im ersten Teil festgestellt hat, dass die Wahrheit in der Person Jesus zu finden ist, lädt er nun zur Nachfolge ein. Dabei geht er auf die verschiedenen Teile unserer Persönlichkeit ein, unser Denken, unsere Gefühle, unseren Willen, unser Körper und unsere Beziehungen.

Im dritten Teil geht es um die gemeinsame Nachfolge. Wie können wir als christliche Gemeinden Menschen zum Glauben einladen und zur Nachfolge ermutigen? Der vierte Teil ruft den Leser dazu auf, sich in der Gesellschaft für christliche Werte einzusetzen.

Der Autor versteht es den Leser auf eine gedankliche Reise mitzunehmen. Mit passenden Geschichten und Beispielen, gewürzt mit einer Prise Humor, lässt sich das Buch schnell lesen, und man kann die Überlegungen des Autors gut nachvollziehen. Wie er selbst schreibt, haben zwei amerikanische Autoren seine Gedanken geprägt, Dallas Willard und John Ortberg.

Jörg Ahlbrecht ist manchen vielleicht als Mitarbeiter bei Willowcreek Deutschland bekannt. Einige Erfahrungen aus dieser Arbeit ließen auch in das Buch ein. Wie bei der ursprünglichen Willowcreek Gemeinde in Chicago, spürt man Ahlbrechts Liebe zur Ortsgemeinde. Einzelne Menschen, die Jesus nachfolgen, so erklärt er, können als Teil der Ortsgemeinde wichtige Veränderungen in unserer Gesellschaft bewirken.

Entgegen der Beliebigkeit unserer Zeit, zeigt Jörg Ahlbrecht wie wichtig es ist, dass wir ein festes Fundament für unser Leben und unsere Gesellschaft haben. Die Wahrheit ist letztlich eine Person, Jesus, und wenn wir ihm wirklich nachzufolgen, trägt das entscheidend zum Gelingen unseres Lebens bei.

Veröffentlicht am 25.04.2018

Südafrika in den 70ern

Summ, wenn du das Lied nicht kennst
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Robin wächst in einem schönen Vorort von Johannesburg auf. Obwohl sie sich nach mehr Zuneigung von ihren Eltern sehnt, führt sie ein behütetes Leben; bis sie innerhalb von wenigen Stunden die drei Menschen ...

Robin wächst in einem schönen Vorort von Johannesburg auf. Obwohl sie sich nach mehr Zuneigung von ihren Eltern sehnt, führt sie ein behütetes Leben; bis sie innerhalb von wenigen Stunden die drei Menschen verliert, die ihr am nächsten stehen. Ihre Eltern kommen von einer Feier nicht mehr zurück, und die schwarze Angestellte der Familie, die für Robin eine wichtige Bezugsperson ist, wird brutal verhört, sodass sie sich entschließt zu gehen.

Robin hat nur noch eine Verwandte, die Schwester ihrer Mutter, die als Stewardess arbeitet. Diese Tante versucht ihren Beruf aufzugeben, um bei Robin zu bleiben, aber sie findet keine andere Arbeitsstelle und muss nach einigen Wochen wieder zur Arbeit gehen.

Zur gleichen Zeit ist eine gebildete, schwarze Frau in Johannesburg, die verzweifelt nach Spuren ihrer 17jährigen Tochter sucht. Die Tochter wurde zuletzt bei Unruhen gesehen, und ist nun spurlos verschwunden. Damit ihre Mutter, Beauty, legal in der Stadt bleiben kann, passt sie nun auf Robin auf, wenn Robins Tante auf Reisen ist. Dabei geht sie weiterhin jeden Hinweis nach, in der Hoffnung ihre Tochter zu finden.

Robin musste in ihrem kurzen Leben so viele Verluste hinnehmen. Zuerst hat sie Angst sich an Beauty zu binden, dann möchte sie sicherstellen, dass Beauty immer bei ihr bleibt; bis sie entdeckt, dass Liebe nicht erzwungen werden kann, sondern nur in Freiheit aufblüht. Kann die kleine Robin helfen, dass Beauty ihre Tochter findet?

Die Autorin ist selbst Südafrikanerin, die von einer schwarzen Angestellten aufgezogen wurde. Beim Lesen spürt man ihre Liebe zu diesem vielschichtigen Land und den Menschen dort, unabhängig von der Rasse. Robin ist einerseits traumatisiert, weil ihre Eltern von Schwarzen umgebracht wurden, andererseits gewinnt sie Beauty und andere schwarze und farbige Menschen lieb. Sie ringt zuerst mit der Frage, warum schwarze Menschen Weiße töten, muss aber feststellen, dass es umgekehrt genauso geschieht. Nicht die Hautfarbe entscheidet darüber, ob jemand gut oder böse ist.

Robin und Beauty, und auch die anderen Charaktere in diesem Buch, wachsen dem Leser schnell ans Herz. Teilweise ist die Erzählung herzergreifend, wenn z.B. Robin auf der Beerdigung am liebsten die Särge ihrer Eltern aufmachen möchte, falls ihre Eltern nicht wirklich tot sind; oder, wenn sie endlich erkennt, dass sie ihre Trauer zeigen kann und sie weinen darf.

Das Ende des Buchs ist sehr spannend, denn Robin will einen schwerwiegenden Fehler wiedergutmachen, aber dazu muss sie sich in große Gefahr begeben.

Liebevoll erzählt, gibt diese spannende Geschichte viel Stoff zum Nachdenken; über Rassismus, den Wert und die Würde von jedem Menschen, und über das Geschenk der Liebe. Sehr zu empfehlen!

Veröffentlicht am 25.04.2018

Unglücksroman?

Sylt oder solo
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Nachdem Nina unerwartet zur Alleinerbin einer wohlhabenden Dame erklärt wurde, konnte sie sich ihre Träume erfüllen. Sie lebt nun auf der Insel Sylt in einem mondänen Wohnwagen, zusammen mit ihrem jungen, ...

Nachdem Nina unerwartet zur Alleinerbin einer wohlhabenden Dame erklärt wurde, konnte sie sich ihre Träume erfüllen. Sie lebt nun auf der Insel Sylt in einem mondänen Wohnwagen, zusammen mit ihrem jungen, gutaussehenden Freund, Jan. Seit zwei Jahren sind die beiden ein Paar, und nun kehrt allmählich auf Ninas Seite Frust in die Beziehung ein.

Sie findet, dass ihr sieben Jahre jüngerer Freund nicht mehr so aufmerksam ist, wie am Anfang der Beziehung. Sie stört sich an seiner Unordnung und seiner mangelhaften Leistung im Bett. Als Jan überhört wie sie über seine Fähigkeiten als Liebhaber herzieht, verlässt er sie. Erst da merkt sie, wie sehr sie ihn liebt. Selbst ein romantisches Wiedersehen mit einem alten Schulfreund kann sie nicht darüber hinwegtrösten.

Obwohl die Frische am Anfang dieses Buchs unterhaltsam ist, wird das Lesen schnell mühsam. Spätestens als Nina sich immer wieder seitenlang über ihr enttäuschendes Liebesleben auslässt, ist die Lesefreude ganz weg. Abgesehen davon, dass Nina von Anfang bis Ende unsympathisch ist, ist die Handlung langweilig, ausgedehnt und vorhersehbar. Als, wie sie selbst sagt, „sugar mommy“, erwartet sie Jans Aufmerksamkeit und Treue, denn schließlich lebt er von ihrem Geld. Beide verhalten sich eher wie selbstsüchtige Teenager, nicht wie Erwachsene.

Neben den vielen, teils unpassenden, Zitaten in dem Buch, findet sich ein Bibelvers über die Liebe. „Und wenn ich weissagen könnte und alle Geheimnisse wüsste; wenn ich jede Erkenntnis besäße und einen Glauben, der Berge versetzt, aber keine Liebe hätte, wäre ich nichts.“ Ein sehr schöner Vers, aber er steht in 1. Korinther 13, 2, nicht wie im Buch angegeben in Matthäus 7,22. Wenn die Autorin schon bei einer solchen Kleinigkeit nicht gewissenhaft ihre Quelle geprüft hat, was mit einer Internetsuche in Sekundenschnelle möglich wäre, kann der Leser wohl kaum erwarten, dass andere Details und Beschreibungen im Buch den Tatsachen entsprechen.

Zwei Sterne, da die Dialoge manchmal etwas witzig sind, aber wer dieses Buch nicht liest, hat mit Sicherheit nichts verpasst.