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Veröffentlicht am 20.10.2022

Authentischer Roman mit einer Prise Liebe, Abenteuer und einem Touch von Justizthriller

Das verborgene Paradies
1

Der Schreibstil von Luca di Fulvios neuestem Werk war wieder wie gewohnt einnehmend und berührend. Man hat das Gefühl, in der Zeit gereist zu sein und mit den Charakteren live mitzufiebern, mitzuleiden ...

Der Schreibstil von Luca di Fulvios neuestem Werk war wieder wie gewohnt einnehmend und berührend. Man hat das Gefühl, in der Zeit gereist zu sein und mit den Charakteren live mitzufiebern, mitzuleiden und mitzulieben.

Mit Susanna und Daniele hat der Autor auch zwei wunderbare Protagonisten geschaffen. Susanna ist unglaublich gebildet und fortschrittlich für ihre Zeit, ich habe sie unheimlich ins Herz geschlossen. Daniele ist auch ein unglaublich liebenswerter Charakter, allerdings hat er sich in der Jugend von Neidern schlecht beeinflussen lassen. Die charakterliche Entwicklung - weg von den Neidern, hin zu seinem wahren Wesen - hat mir bei ihm sehr gut gefallen.

Leider sind mir die Antagonisten bis zum Schluss unsympathisch geblieben, ihre Beweggründe fand ich bis zuletzt total gestört und ihre Foltermethoden - obwohl angemessen für die damalige Zeit - einfach nur barbarisch und grausam. Ich habe selten Buchcharaktere so gehasst wie die beiden Antagonisten in diesem Buch.

Die Grundidee zum Buch war nicht schlecht, in meinen Augen ist jedoch der Klappentext eine totale Verfehlung. Die Punkte des Klappentextes beziehen sich auf Randthemen, die im Buch angeschnitten werden. Auf den Hauptkonflikt, der sich schon nach den ersten 50 Seiten konkretisiert, wird im Klappentext nicht einmal angeschnitten. Sehr schade!

Dennoch hat es sich um einen spannenden historischen Roman gehandelt, der den Zeitgeist gut eingefangen hat. Die Elemente von Liebe, Abenteuer und (Kirchen-)Justizthriller haben mich an die Seiten gefesselt. Einzig mit dem Ende war ich absolut nicht einverstanden, aber Geschmäcker sind (zum Glück) verschieden. Ich vergebe 4 wohlverdiente Sterne.

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Veröffentlicht am 08.09.2022

Wundervolle Geschichte über das Erwachsenwerden und die Liebe

The Girl in the Love Song
2

Bei Emma Scotts Büchern gefällt mir am besten, dass die Geschichten, die sie erzählt, sich so real anfühlen. Wie mitten aus dem Leben gegriffen. Man baut eine Verbindung zu den Protagonisten auf und leidet ...

Bei Emma Scotts Büchern gefällt mir am besten, dass die Geschichten, die sie erzählt, sich so real anfühlen. Wie mitten aus dem Leben gegriffen. Man baut eine Verbindung zu den Protagonisten auf und leidet und liebt mit ihnen mit. So auch bei The Girl in the Love Song.

Wir begleiten Violet und Miller, die sich in der Schulzeit kennenlernen, und begleiten sie beim Erwachsenwerden. Violet stammt aus einem guten Elternhaus und möchte später Ärztin werden, doch aufgrund von plötzlich auftretenden finanziellen Problemen in ihrer Familie ist die Finanzierung ihrer Ausbildung gefährdet. Miller hingegen kommt aus armen Verhältnissen, kämpft buchstäblich tagtäglich ums Überleben (er ist chronisch krank, in einem Amerika ohne Sozialversicherung) und träumt von einer Karriere als Musiker. Aller Gegensätze zum Trotz sind die Beiden befreundet, Oder kann es doch Liebe sein? 

Die Autorin hat zwei wundervolle und so liebenswerte Charaktere geschaffen, dass man am liebsten im wahren Leben ebenfalls mit ihnen befreundet wäre. Beide haben ein gutes Herz, und wir alle wissen, wie schwierig die Teenagerzeit ist, und begleiten die Beiden dabei durch sämtliche Höhen und Tiefen. Die chronische Krankheit, die die Autorin Miller als zusätzliche Last aufgebrummt hat, ist hervorragend recherchiert und sorgt für zusätzliche Spannung im Buch. 

Emma Scott hat es wieder einmal geschafft, mich mit ihren Worten an die Seiten zu fesseln. Sie hat mich tief im Herzen berührt und ich habe mit Violet und ganz besonders mit Miller mitgelacht, mitgeweint, mitgeliebt, bin ganz in seinen Kompositionen aufgegangen und habe um ihn gebangt und gezittert. Ich bin dankbar für dieses Buch, werde es nun etwas sacken lassen und zu gegebener Zeit ganz langsam und mit Genuss noch einmal lesen. 

Danke für dieses Herzensbuch.

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Veröffentlicht am 07.06.2022

Die perfekte Urlaubslektüre!

Villa Amalfi
0

Das Hotel Villa Amalfi ist ein familiengeführtes, kleines Hotel an der Amalfiküste. Wir begleiten in diesem Buch die junge Ida aus dem Hinterland, die im Hotel eine Anstellung findet, und beobachten ihren ...

Das Hotel Villa Amalfi ist ein familiengeführtes, kleines Hotel an der Amalfiküste. Wir begleiten in diesem Buch die junge Ida aus dem Hinterland, die im Hotel eine Anstellung findet, und beobachten ihren Werdegang im Hotel und auch ihre persönliche Entwicklung. 

Ida selbst habe ich durch ihre mutige und optimistische Art gleich ins Herz geschlossen, genauso wie die Köchin Sandra, die sie unter ihre Fittiche nimmt, und das Besitzerehepaar des Hotels. Deren Tochter jedoch tritt als eifersüchtiges, verzogenes Mädchen auf, deren Lieblingsbeschäftigung es zu sein scheint, Ida das Leben schwer zu machen. Und dann tritt auch noch ein Mann in das Leben der beiden jungen Frauen...

Der Schreibstil der Autorin hat mich sofort überzeugt. Die Autorin schafft es, ein hervorragendes Bild der Amalfiküste der 50er Jahre zu zeichnen und die Atmosphäre des Ortes und der damaligen Zeit wunderbar einzufangen. Auch die Personen werden sehr lebhaft und lebensecht dargestellt, was das Lesevergnügen nochmal zusätzlich angehoben hat.

Insgesamt kann ich sagen, dass dieser atmosphärische Roman zwar ruhig begonnen hat, aber die Ereignisse später Schlag auf Schlag kamen und mich dermaßen an das Buch gefesselt haben, dass ich es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Somit die perfekte Urlaubslektüre für Strand und Meer!

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Veröffentlicht am 09.04.2022

Märchenhafte, frische Romantasy

Die sechs Kraniche (Die sechs Kraniche 1)
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Bei den sechs Kranichen handelt es sich um ein Mesh-up bzw. um eine Neuinterpretation verschiedener Märchen, welche in einer asiatisch anmutenden Welt spielt.

Unsere Protagonistin Shiori, die magische ...

Bei den sechs Kranichen handelt es sich um ein Mesh-up bzw. um eine Neuinterpretation verschiedener Märchen, welche in einer asiatisch anmutenden Welt spielt.

Unsere Protagonistin Shiori, die magische Fähigkeiten entwickelt und sich mit einem Drachenprinzen anfreundet, wird von der bösen Stiefmutter verhext. Ihre sechs Brüder werden in Kraniche verzaubert, und Shiori selbst darf nicht mehr sprechen, denn mit jedem Wort, das über ihre Lippen kommt, wird einer ihrer Brüder sterben.

Bei Shiori hat mir hervorragend gefallen, dass man eine tolle Weiterentwicklung ihres Charakters beobachten konnte. Anfangs war sie doch die verwöhnte Prinzessin, aber durch den Zauber und den Szenenwechsel muss sie sich plötzlich als Mittellose und Normalsterbliche zurechtfinden. Shiori lässt sich natürlich nicht unterkriegen und hat dennoch immer ein Ziel vor Augen, das es zu erreichen gilt.

Die Autorin hat für dieses Buch auf mehrere (asiatische) Märchen als Inspiration zurückgegriffen. In meinen Augen ist es ihr wunderbar gelungen, die unterschiedlichen Themen zusammenzufügen und ihr eigenes Werk daraus zu machen. Der Schreibstil war dabei angenehm flott, sodass keine langweiligen Passagen aufgekommen sind. Die Autorin hat es geschafft, das asiatische Setting mit einem Hauch von Magie zu unterlegen, wodurch eine zauberhafte Atmosphäre entstanden ist, in die man gerne eintaucht. Auch die zarten Anbahnungen von romantischen Gefühlen sind der Autorin hervorragend gelungen.

Kurzum, das Buch hat mich vom ersten Kapitel an verzaubert und abgeholt, sodass ich Shiori mit Begeisterung bei ihrer Reise begleitet habe. Einen Wermutstropfen gibt es, mir war nicht klar, dass es sich dabei um einen Zweiteiler handelt, und nun muss ich bis zum Erscheinen des Folgebandes warten. Nichtsdestotrotz eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Wundervolle Housesitting-Liebesgeschichte

Hold me forever
1

Durch den lockeren Schreibstil der Autorin kommt man schnell in der Geschichte an. Dabei schafft sie es nicht nur, ein Gefühl für das Setting zu vermitteln, sondern bringt auch die Emotionen der Protagonisten ...

Durch den lockeren Schreibstil der Autorin kommt man schnell in der Geschichte an. Dabei schafft sie es nicht nur, ein Gefühl für das Setting zu vermitteln, sondern bringt auch die Emotionen der Protagonisten toll zur Geltung.

Die beiden Protagonisten harmonieren nicht nur in ihren Charaktereigenschaften, denn sie sind eigentlich beide geradlinige und bodenständige Personen. Auch das Knistern zwischen ihnen war von Anfang an greifbar, was mir sehr gut gefallen hat.

Grundsätzlich bin ich ja ein riesen Fan von schicksalhaften ersten Begegnungen, so wie es auch bei Aria und Tristan der Fall ist. Dass das Schicksal die Wege der Beiden beim Housesitting wieder zusammenführt, hat mich sehr erfreut. Die Idee mit dem Housesitting an sich ist auch etwas, das ich in dieser Form noch nie gelesen habe, aber das Konzept ist interessant und mal etwas ganz Neues.

Wie es kommen muss, schleppt nicht nur Tristan ein Geheimnis mit sich herum, das es zu bewältigen gilt, sondern auch Aria wird von ihrer Vergangenheit verfolgt, woran sie nur mit Tristans emotionalem Support wachsen kann. Dabei geht die Autorin sehr feinfühlig auf Themen wie Lügenkonstrukte, Krankheit und was es heißt, in der Öffentlichkeit zu stehen, ein. Auch die Dosis, mit der sie die jeweiligen Themen einfließen lässt, finde ich für einen Liebesroman sehr gut gewählt.

Ein halbes Sternchen Abzug jedoch gibt es, da ein kleiner Nebenstrang der Handlung mich am Ende stärker berührt und zu Tränen gerührt hat als das Zusammenfinden der beiden Protagonisten selbst.

Insgesamt ein solider und überraschend vielschichtiger Liebesroman, dem ich 4,5 wohlverdiente Sterne vergebe.

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