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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2021

Authentische contemporary romance mit einer unkonventionellen Wendung

Only One Note
1

Zum Inhalt dieses Buches möchte ich nicht viel verraten, denn der Klappentext gibt schon einen tollen Einblick in die Handlung. Ich fand es sehr erfrischend, dass nicht das Kennenlernen eines Paares im ...

Zum Inhalt dieses Buches möchte ich nicht viel verraten, denn der Klappentext gibt schon einen tollen Einblick in die Handlung. Ich fand es sehr erfrischend, dass nicht das Kennenlernen eines Paares im Vordergrund stand, sondern dass wir hier ein langjähriges Paar begleiten, das gerade eine Beziehungskrise bewältigen muss. Hut ab vor Anne Goldberg, dass sie ein zutiefst sympathisches Pärchen erschaffen hat, mit zwei sehr authentischen und realistischen Protagonisten. Charles und Nell fühlten sich so echt und menschlich an, dass man meinen könnte, sie persönlich zu kennen.

Auch der Schreibstil lässt nicht zu wünschen übrig. Ich finde die Sprache, die die Autorin benutzt, sehr treffend gewählt. Das Buch liest sich sehr flüssig, sodass man es kaum aus der Hand legen möchte, und die (wirklich kurzen) Rückblicke in die Vergangenheit waren so toll mit der Handlung in der Gegenwart verwoben, dass kaum ein Bruch im Lesefluss entstanden ist. Außerdem ist es komplett aus der Sicht des männlichen Protagonisten geschrieben. Auch das gefällt mir sehr und ich finde es angenehm, nicht immer zwischen zwei POVs gedanklich switchen zu müssen.

Mit einer sehr unerwarteten und unkonventionellen Wendung schafft die Autorin es, dann auch noch dem kältesten Eisklotz Tränen hervorzulocken. Die besagte Wendung bewirkt doch tatsächlich, dass das Buch noch Tage später in mir nachhallt und ich es wohl nicht so bald hinter mir lassen werde.

Ich werde zwar definitiv noch ein Weilchen daran zu knabbern haben, so berührt hat es mich... aber alles in allem vergebe ich definitiv 5 Sterne. Schreibstil top, herrlich menschliche Charaktere, wunderbare Atmosphäre, und ein paar spannende Themen, mit denen unsere Protagonisten in diesem Buch konfrontiert werden... Das Buch hat mich vom ersten Kapitel an abgeholt und ist definitiv eines meiner Top Bücher 2021. Kauft und lest unbedingt alle dieses Buch!

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 30.04.2021

Ein Wohlfühl-Roman über zweite Chancen und die Liebe

Und dann war es Liebe
2

Dieser Roman handelt von Hannah, die mit ihrem Freund Simon im Nachtzug unterwegs ist nach Amsterdam. Als der Zug in der Nacht geteilt wird, werden sie voneinander getrennt und Hannah findet sich in Paris ...

Dieser Roman handelt von Hannah, die mit ihrem Freund Simon im Nachtzug unterwegs ist nach Amsterdam. Als der Zug in der Nacht geteilt wird, werden sie voneinander getrennt und Hannah findet sich in Paris wieder. Auch einem zweiten Fahrgast, Léo, ist es so ergangen, und über Umwege ergibt es sich, dass die beiden die Wartezeit zum nächsten Zug nach Amsterdam gemeinsam verbringen (und dabei den ein oder anderen sehenswürdigen Ort von Paris erkunden).

Gleich vorneweg muss ich sagen, dass sich der Roman anders entwickelt hat, als ich es auf Basis des Klappentextes erwartet hätte. Im Roman stand nicht die Erkundung von Paris selbst im Vordergrund, sondern Hannah. Wir lernen die junge Frau in zahlreichen Rückblicken besser kennen, erfahren, wie sie aufgewachsen ist, welcher Mensch sie heute ist (mit all den Unzufriedenheiten, die ein "normaler" junger Erwachsener so mit sich schleppt), und wir erfahren auch, welche schlechten Erinnerungen sie mit Paris verbindet.

Umso faszinierender fand ich dafür Léo und seine ganz besondere Art, wie er Hannah mehr und mehr aus ihrem Schneckenhaus hervorholt und ihr beibringt, einmal eine andere Sichtweise auf viele Dinge des Lebens auszuprobieren.

Der Schreibstil war sehr angenehm, das Einzige, was mich am Aufbau des Buchs nur ein wenig gestört hat, war, dass doch das erste Drittel des Romans verstreichen musste, bevor die wirkliche Erkundung von Paris begann. Die Pariser Atmosphäre war wunderschön gezeichnet, dennoch hätte ich mir weniger Einleitung und noch mehr Paris gewünscht.

Insgesamt hat mir dieses Buch sehr gut gefallen und ich bin froh, es gelesen zu haben. Nicht nur die Protagonistin selbst hat ausprobiert, die Dinge einmal anders zu sehen, auch für das eigene Leben kann man die eine oder andere Idee mitnehmen. Ein angenehmer Roman für ein paar entspannte Lesestunden.

  • Cover
  • Handlung
  • Gefühl
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 12.03.2021

Anne Goldberg hat mein Herz in tausend Teile zerbrochen und es danach wieder zusammengesetzt

Only One Letter
3

Only One Letter war eine riesengroße Überraschung für mich. Ich bin ohne irgendwelche Erwartungen in dieses Buch gestartet und habe so viel dafür bekommen... Dieses Buch hat mich in so vielen Aspekten ...

Only One Letter war eine riesengroße Überraschung für mich. Ich bin ohne irgendwelche Erwartungen in dieses Buch gestartet und habe so viel dafür bekommen... Dieses Buch hat mich in so vielen Aspekten berührt, ich glaube, es wird noch ganz lange in meinen Gedanken bleiben. 

Aber erst einmal kurz zu den Charakteren und zum Inhalt: Ich mochte die Protagonisten sehr! Da wäre zum Einen die junge Londonerin Liz, die schon mit beiden Beinen fest im Leben steht, die aber die Folgen eines traumatischen Ereignisses in Form einer Angststörung mit sich herumschleppt. Sie beginnt eine Beziehung mit einem amerikanischen Studenten namens Nate, der im ersten Augenblick wie der Ritter in der glänzenden Rüstung wirkt. Die beiden wirken herrlich harmonisch, doch dann steht eine gemeinsame Reise in Nates Heimat an und die reißt wiederum Nates seelische Wunden auf, die noch nicht einmal annähernd verheilt sind... 

Das Buch behandelt zweierlei psychische Probleme und ich muss betonen, dass es Anne Goldberg mit viel Feingefühl gelungen ist, die perfekte Balance zwischen schonungsloser Ehrlichkeit, sensiblen Themen und junger Liebe zu finden. Die Charaktere wirken dermaßen echt, dass ich sie am liebsten direkt in die Arme genommen hätte. Auch ihr Weg zu einander und in Richtung Heilung war sehr plausibel beschrieben. Mit einem solchen Tiefgang hätte ich nicht gerechnet.

Außerdem hat mir der Schreibstil sehr zugesagt. Die Worte und Formulierungen waren auf jeder Seite hervorragend gewählt und passte perfekt zum Inhalt. Und auch die stilistische Finesse in Form des Logbuchs, das an Nate gerichtet war, rundet dieses Buch hervorragend ab. Die Logbuch-Einträge waren niemals unpassend, im Gegenteil, sie halfen, das Buch perfekt abzurunden.

Dieses Buch ist unerwartet, aber völlig verdient gleich zu einem meiner Jahreshighlights geworden (und das im März ^^). Ich kann es nur jedem wärmstens empfehlen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Chaaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 09.01.2021

Berührende Geschichte über die zweite Chance

Hate You, Love You
0

In diesem Buch geht es um Amelia und Justin, die in der Jugend beste Freunde und kurz davor waren, auch ein Liebespaar zu werden. Durch ein schockierendes Ereignis, das Amelia als Vertrauensbruch empfand, ...

In diesem Buch geht es um Amelia und Justin, die in der Jugend beste Freunde und kurz davor waren, auch ein Liebespaar zu werden. Durch ein schockierendes Ereignis, das Amelia als Vertrauensbruch empfand, brach sie den Kontakt ab. Im heute begegnen sich die beiden wieder, da sie beide gemeinsam ein Haus am Strand erben. Kompliziert wird es aber erst, als sie merkt, dass er ihr das Weglaufen immer noch übel nimmt. Und natürlich bringt Justin auch noch seine Freundin mit in das Strandhaus - da sind Schwierigkeiten vorprogrammiert!

Das Buch hat mir hervorragend gefallen und war genau das Richtige, um kurz dem stressigen Alltag zu entfliehen. Amelia fand ich sehr sympathisch, und überraschenderweise ist mir auch Justins Freundin sehr ans Herz gewachsen. Durch eine Wendung, die ich so nicht habe kommen sehen, hat Justin Amelia seine Hilfe angeboten, wobei sich die beiden langsam wieder annähern konnten. Es war schön zu lesen, wie die Beiden wieder Vertrauen ineinander fassen und die alten Gefühle wieder aufleben konnten.

Auch der Schreibstil war angenehm locker und flüssig zu lesen. Mir hat gefallen, dass das ganze Buch aus Amelias Sicht erzählt wurde (nur der Epilog war aus Justins Sicht geschrieben), so fühlt man sich Amelia noch verbundener als bei ständigen Perspektivwechseln. Auch das Thema mit der zweiten Chance im Leben hat mich sehr angesprochen und mir gezeigt, dass man niemals verzagen soll, denn auch wenn hinter einem die Tür ins Schloss fällt, muss diese Tür ja nicht für immer verschlossen bleiben - vielleicht muss man sich nur erst auf die Suche nach dem passenden Schlüssel begeben.

Ich kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 15.11.2020

Ein wundervoller historischer Roman

Es war einmal in Italien
0

Dieses Buch war mein erster di Fulvio und ich muss sagen, dass ich äußerst positiv überrascht wurde.

Der Schreibstil war sehr flüssig und man konnte sich sofort ins Geschehen hineinversetzen. Gleichzeitig ...

Dieses Buch war mein erster di Fulvio und ich muss sagen, dass ich äußerst positiv überrascht wurde.

Der Schreibstil war sehr flüssig und man konnte sich sofort ins Geschehen hineinversetzen. Gleichzeitig war der Stil an manchen Stellen regelrecht nüchtern und trocken - doch das fand ich hervorragend! Ich finde, man muss nicht alles blumig umschreiben, schon gar nicht, wenn im Jahr 1870 eine Revolution vor der Tür steht und man in einem Viertel wohnt, in dem Gewalt an der Tagesordnung steht.

Die Charaktere waren wundervoll gezeichnet und ich habe sie allesamt ins Herz geschlossen. Einerseits gibt es da die Jungen, Marta und Pietro, die noch auf der Suche nach ihrem Platz auf der Welt sind. Andererseits gibt es Pietros neue Adoptivmutter, deren Welt in Scherben liegt und die sie wieder zusammensetzen muss. Dann hätten wir noch den alten Melo, der einst von seiner Vergangenheit davongelaufen war. Es klingt unwahrscheinlich, aber die Wege all dieser unterschiedlichen Personen kreuzen sich und ergeben ein harmonisches Ganzes. Der Autor schaffte es sogar, dass man Personen, die man zuerst zu hassen gelernt hat, am Ende doch ins Herz schließen kann.

Ich habe mich wunderbar in diesen Roman hineinversetzen können und fühlte mich hautnah dabei im Rom des Jahres 1870. Ich kann diesen Roman nur jedem weiterempfehlen, der ebenfalls gern Historisches liest, gewürzt mit etwas Revolution und Liebe. Ein hervorragendes Rezept, das di Fulvio meisterhaft umgesetzt hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Atmosphäre