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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2021

Francis Ackerman jr. in Hochform

Die Stimme der Rache
1

Inhalt:
Der Black Rose Killer vergewaltigt und quält seine Opfer um sie dann frei zu lassen. Sie sollen ihre Sachen in Ordnung bringen, dann er würde sie wieder holen.
Bisher hat der Black Rose Killer ...

Inhalt:
Der Black Rose Killer vergewaltigt und quält seine Opfer um sie dann frei zu lassen. Sie sollen ihre Sachen in Ordnung bringen, dann er würde sie wieder holen.
Bisher hat der Black Rose Killer auch jedes Opfer ein zweites Mal geholt um es dann zu töten.
November McAllister, sein letztes Opfer, befindet sich im Gewahrsam der Polizei, sie wird vor dem Black Rose Killer geschützt und dem FBI übergeben werden.
Ackerman und Shirazi sollen die junge Frau übernehmen, doch sie kommen zu spät. Als sie bei dem Versteck eintreffen, hat Black Rose Killer November schon in seiner Gewalt.
Shirazi steht für einen Augenblick dem Killer gegenüber und erkennt ihn sofort wieder.
Nadia Shirazi ist sein erstes Opfer und die schwarze Rose, mit der der Killer alle Opfer kennzeichnet, ist eine Kopie eines Tattoos auf Nadias Oberschenkel
Für Ackerman und Shirazi ist damit offiziell die Jagd eröffnet und diese Jagd ist persönlicher als alles zuvor ...


Fazit:
Ethan Cross fährt hier mit allem auf, was die Serie um Francis Ackerman jr. so faszinierend macht:
Ein Killer, wie er fieser nicht sein könnte, Ackerman in Höchstform und eine Partnerin, die Ackerman als Menschen und nicht als Monster wahrnimmt.
In "Die Stimme der Rache" kommt Ackerman mehr als einmal an seine Grenzen und wird sogar komplett handlungsunfähig, das zeigt, dass Ackermann es hier mit einem ebenbürtigen Gegner zu tun hat.
Dies steigert die Spannung in diesem Thriller natürlich enorm und gibt Nadia Shirazi eine ganz neue Rolle.
Sie will nun nicht nur persönliche Rache, sondern muss auch Ackerman retten, damit er sie wiederum kurz darauf auch retten kann.
Die Beiden wechseln sich also in ihren aktiven Phasen ab und Nadia Shirazi füllt ihre Rolle perfekt aus.
Im ersten Band mit Shirazi an Ackermans Seite hielt ich sie für etwas "verkopft" und regelkonform, aber in diesem Buch zeigt sie, dass sie auch anders kann.
"Die Stimme der Rache" ist der 8. Band um Francis Ackerman jr. und die Reihe ist weder leer gelaufen noch langweilig geworden, ganz im Gegenteil, dieser Thriller hat mich genau so gefesselt, wie die ersten Bände.
Die Kombination aus Cross eingängiger Schreibe und der Hauptfigur funktionieren auch im 8. Band hervorragend und lassen mich auf das baldige Erscheinen von Band 9 hoffen

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 09.02.2020

Beste Unterhaltung mit einer tollen Ermittlerin

Blutige Gnade
4

Inhalt:
Bei einem Einbruch wird eine Frau ermordet, doch gestohlen wurde nichts. Noch bevor Mara Billinsky und Jan Rosen zu einer Meinung bezüglich des Einbruches mit Todesfolge kommen, wird schon der ...

Inhalt:
Bei einem Einbruch wird eine Frau ermordet, doch gestohlen wurde nichts. Noch bevor Mara Billinsky und Jan Rosen zu einer Meinung bezüglich des Einbruches mit Todesfolge kommen, wird schon der nächste Tote gemeldet.
Ein Journalist, der eine packende Enthüllung angekündigt hat, wurde brutal zu Tode gefoltert.
Doch auch hier stehen Billinsky und Rosen unter Zeitdruck, denn Frankfurt hat scheinbar gerade mit einer Mordserie zu kämpfen.
Weitere Morde folgen, ohne dass ein Zusammenhang oder Motiv erkennbar wäre.
Einzig der Journalist hatte Grund um sein Leben zu fürchten, aber seine Unterlagen und Dateien wurden gestohlen. So tappt Billinsky auch hier im Dunklen.
Nach und nach verdichten sich Spuren, die in eine Wurstfabrik führen, doch auch hier gestalten sich Mara Billinskys Ermittlungen schwierig und die Zeit drängt .....

Fazit:
Das war mein erstes Buch von Leo Born.
Interessiert hat mich der Krimi, weil er in Frankfurt spielt und ich sehr gespannt darauf war wie viel "Bembel", "Handkäs mit Musik" und allerlei anderer Lokalkolorit in dem Buch zu finden ist.
Alle Lokalkolorithasser können aufatmen: es hält sich in Grenzen!
Alle die Frankfurter Lokalkolorit suchen können auch aufatmen: wer Frankfurt kennt, wird es auch im Roman erkennen!
"Blutige Gnade" ist der vierte Band um die Ermittlerin um Mara Billinsky und es war nicht schwierig in die Reihe einzusteigen. Vorkenntnisse aus den anderen Bänden sind grundsätzlich nicht nötig.
Allerdings hatte ich nicht wirklich den Zugang zur Verbindung zwischen Mara und der Krähe. Dies ist anscheinend eine (in den Vorgängerbänden) gewachsene Verbindung und mir somit etwas fremd.
Trotzdem konnte ich die Person der Mara Billinsky gut nachvollziehen und ich fand sie sehr sympathisch.
Sie ist klug, taff und passte sehr gut in den Fall.
Den Fall selbst konnte ich auch gut nachvollziehen, denn aus der Presse und diversen Berichten habe ich in der Realität Vorgänge kennen lernen müssen, die Leo Born in seinem Buch beschreibt.
"Blutige Gnade" ist ein guter Krimi der mich bestens unterhalten hat.

  • Spannung
  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2019

Ein spannender Krimi, der tief in die Abgründe fiktiver Serienkiller führt

Die Stimme des Zorns
0

Inhalt:
Francis Ackerman tritt seinen Dienst als FBI Sonderermittler an. Da die Shepherd Gruppe nun nicht mehr über ihn wacht, bekommt er eine junge FBI Agentin an die Seite gestellt. Nadia Shirazi ist ...

Inhalt:
Francis Ackerman tritt seinen Dienst als FBI Sonderermittler an. Da die Shepherd Gruppe nun nicht mehr über ihn wacht, bekommt er eine junge FBI Agentin an die Seite gestellt. Nadia Shirazi ist recht frisch im Dienst und hat ihre Bachelor-Arbeit über Ackerman geschrieben.
Sie verabscheut den Serienkiller und ist entsetzt, als sie feststellt die Partnerin des abgrundtief bösen Francis Ackerman Junior zu sein.
Doch Nadia hat nicht viel Zeit sich mit ihrer neuen Situation anzufreunden, denn sie brechen Richtung Roswell auf. Dort wütet ein Serienmörder, der seine Opfer seziert und deswegen den Namen "Alien" bekommen hat.
Kurz nach ihrer Ankunft geraten die Beiden auch schon in die direkte Schusslinie des Alien und Nadia sowie Francis müssen ihre persönlichen Konflikte hintenanstellen um zu überleben ....

Fazit:
Ein spannender Thriller der neue Facetten der Persönlichkeit von Francis Ackerman zeigt.
Francis steht nun alleine im Dienst des FBI, Marcus, sein Bruder, hat sich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen und Francis schwesterliche Freundin Maggie ist tot.
Der vergangene Fall hat tiefe Spuren in Francis hinterlassen und er muss nun seinen Weg ohne die Menschen gehen, die bisher seine Anker in der Welt außerhalb des Verlieses seiner Kindheit darstellten.
Doch Francis hat an sich gearbeitet und nähert sich dem Leben normaler Menschen immer mehr an.
In diesem Band bekommt Francis Gefühle.
Gefühle wie Angst, Scham und Liebe. Keine großen Gefühle, nein, es sind Ahnungen dieser Emotionen, erste Keime, mit Chancen auf Wachstum.
Er hat nun sogar eine Liebesbeziehung, die mehr Liebe enthält, als ich es für möglich hielt.
War Francis zu Beginn der Serie noch ein absolut gestörtes und bösartiges Wesen, dass weder Schmerz noch Gefühle wahrnehmen konnte, so entwickelt er jetzt immer mehr "menschliche" Züge.
Je mehr Gefühlsleben Francis entwickelte, desto mehr vergaß ich seine grausamen Verbrechen.
Habe ich sie wirklich vergessen, oder sogar verziehen? Vor fünf Bänden hätte ich mir niemals vorstellen können, einen Serienmörder sympathisch zu finden und ihm alle Taten zu verzeihen.
Ethan Cross spielt mit seinem Leser und führt ihn von Band zu Band weiter weg von eingefahrenen Vorstellungen und festzementierten Vorurteilen.
Nicht die Taten alleine bestimmen meine Haltung dem Täter gegenüber, sondern auch wie seine Taten und seine Persönlichkeit präsentiert werden.
Francis Verwandlung nimmt von Buch zu Buch mehr Formen an und von Buch zu Buch verändert sich auch meine Einstellung zu Francis Ackerman Junior.
Deswegen sind die Romane für mich nicht nur spannende Krimis, sondern irgendwie auch eine spannende Studie darüber wie Interaktion zwischen Protagonisten und Leser funktionieren kann.
Aber nun genug der schweren Gedanken und wieder hin zur Unterhaltung:
"Die Stimme des Zorns" war ein spannender Krimi, der wieder tief in die Welt der fiktiven Serienkiller geführt hat.
Gibt es Abgründe, die in einem Thriller noch nicht ausgelotet wurden? Ethan Cross wird sie bestimmt finden und in seinen nächsten Roman packen.
Dieser hier hat mich auf jeden Fall wieder sehr begeistert.

  • Spannung
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2019

Mehr Familiendrama als Krimi

Die einzige Zeugin
0

Kurze Zusammenfassung:
Eva kann ihre Ehe nicht loslassen und sie kann auch Svante, ihren Ex-Mann nicht vergessen.
Nachts, wenn es dunkel ist, schleicht sie um Svantes Haus herum und beobachtet ihn und ...

Kurze Zusammenfassung:
Eva kann ihre Ehe nicht loslassen und sie kann auch Svante, ihren Ex-Mann nicht vergessen.
Nachts, wenn es dunkel ist, schleicht sie um Svantes Haus herum und beobachtet ihn und seine neue Familie.
Eines abends verlässt er überraschend das Haus und trifft auf Eva.
Bevor sie sich richtig erklären kann, wird sie niedergeschlagen und wacht wenig später neben Svante auf, doch Svante ist tot.
Die einzige, die das Geschehen beobachtet haben könnte ist eine Bettlerin, doch diese verschwindet spurlos.
Eva ist die Hauptverdächtige und sucht verzweifelt nach der einzigen Zeugin....

Fazit:
An skandinavischen Krimis liebe ich am meisten, dass es verschiedene Handlungsstränge gibt und sich die Geschichte damit langsam, aber stetig ihrer Quintessenz nähert.
In "Die einzige Zeugin" werden die Handlungsstränge von Eva und deren Sohn Filip, Niklas, der Nachbarsjunge mit seiner Familie und eine Krankenschwester gebildet.
Zwischendrin gibt es aber noch Einschübe einer sichtlich verwirrten Person, die sich erst einmal kaum in die Geschichte einfügen lassen.
Anders als sonst in skandinavischen Krimis üblich, ist dies aber kein Ermittlerkrimi, die Polizei spielt keine vorantreibende Rolle, Eva trägt die Geschichte mehr oder weniger alleine.
Alleine gelassen, verdächtigt und in einer schlechten psychischen Verfassung muss sich Eva alleine durch die Story kämpfen, was sie aber ganz gut hin bekommt.
Dabei ist Evas Aufgabe alles andere als einfach, denn von meinem Gefühl her, könnten so gut wie alle Figuren eine therapeutische Behandlung gut gebrauchen ;)
Nach und nach verdichten sich die Handlungsstränge und und Eva nähert sich der Auflösung, dafür hat sie eine weite Reise hinter sich gebracht, und den Leser mit in menschliche Abgründe geführt.
Dieser Krimi war etwas anders als gewohnt und ich empfand ihn als wenig temporeich.
Tove Alsterdal hat hier mit den verschiedenen Charakteren gespielt und bisweilen eine beklemmende Stimmung geschaffen die mich auch nicht losließ als ich die Lösung des Mordfalles in der Hand hielt.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Figuren
Veröffentlicht am 10.03.2019

Hochspannend und absolut packend

Lazarus
0

Kurze Zusammenfassung:
Eine Mordserie überzieht Europa. Alle Mordopfer wurden grausam ausgepeitscht und alle Morde haben eine Verbindung zu Joona Linna.
Für Joona ist sofort klar: Jurek Walter lebt noch!
Joona ...

Kurze Zusammenfassung:
Eine Mordserie überzieht Europa. Alle Mordopfer wurden grausam ausgepeitscht und alle Morde haben eine Verbindung zu Joona Linna.
Für Joona ist sofort klar: Jurek Walter lebt noch!
Joona zieht die Konsequenzen, holt seine Tochter Lumi aus Paris und taucht mit ihr zusammen unter.
Saga Bauer, seine Kollegin, glaubt nicht, dass Jurek noch lebt, schließlich hat sie ihn doch selbst erschossen.
So schlägt Saga alle Ratschläge Joonas in den Wind. Kurz darauf wird Sagas Vater entführt und auch Sagas Schwester gerät in Gefahr.
Als dann klar wird, das Valeria, Joonas Freundin, auch seit Tagen verschwunden ist, erkennen Joonas Kollegen, dass Jurek vielleicht doch überlebt hat.
Sie erkennen es zu spät, denn nun steckt jeder Einzelne von ihnen schon in einer Spirale aus Gewalt und Mord.
Joona ahnt, dass er Lumi nicht schützen kann, wenn er nicht wieder beginnt Jurek Walter zu jagen, doch Lumi ist längst im Visier von Jurek ....


Fazit:
Lars Kepler hat mit Jurek Walter einen wahren Teufel erschaffen.
Hier stehen sich eine verletzte Seele, die nun auch das Letzte verlieren kann und eine wahrhaft böse Seele, die nichts mehr zu verlieren hat, gegenüber.
Dazwischen liegt eine Schneise der Verwüstung.
Jeder, der mit Jurek zu tun hatte, musste ein Opfer geben und auch in diesem Buch wird niemand davon verschont.
"Lazarus" hat mich förmlich vom Schlafen abgehalten, denn ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen .... nur noch eine Seite, nur noch das eine Kapitel und schon wieder war eine Lesestunde um.
Der flüssige Schreibstil und die mittlerweile sehr vertrauten Protagonisten haben mich tief in das Buch eingesogen und kaum mehr losgelassen.
Wie immer hat Lars Kepler es geschafft, dass man das Buch zuschlägt und in der gleichen Sekunde beginnt auf den nächsten Band zu warten.
Dies ist mittlerweile der siebte Band mit Joona Linna als Hauptfigur.
Der erste Band hat mich schon unendlich begeistert, doch damals habe ich mir nicht vorgestellt, dass sich die Geschichte um Joona so entwickeln wird, dass sie auch nach sieben Büchern noch kein Stück langweilig ist und dass das Feuer aus dem ersten Buch im siebten Band noch genauso brennt.

  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Figuren
  • Atmosphäre