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Veröffentlicht am 22.04.2021

Hab ein Lied auf den Lippen und verliere nie den Mut in der Düsternis der Welt!

Das Lied der Nacht
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Während die Bardin Caer, der Wanderer Weyd, die Seebärin Bahr, der Vagabund Jori und der weiße Fuchs Bellitas um ein warmes Feuer sitzend die Nacht in einer ehemaligen Poststation verbringen, ziehen die ...

Während die Bardin Caer, der Wanderer Weyd, die Seebärin Bahr, der Vagabund Jori und der weiße Fuchs Bellitas um ein warmes Feuer sitzend die Nacht in einer ehemaligen Poststation verbringen, ziehen die Schatten durch das Dorf Festra und ermorden jede lebende Seele, die ihnen begegnet. Nur zwei Geschwistern gelingt die Flucht, die sich aufteilen, um den Baron des Landes und die Gefährten in der ehemaligen Poststation vor dieser Gefahr zu warnen. Denn die Schatten ziehen unablässig weiter und schon bald befinden sie sich vor den Toren der Stadt Colmstat. Nur ein Lied scheint sie davon abzubringen, jede lebende Seele hinter den Mauern von Colmstat zu vernichten. Doch der Baron verbietet die Musik und bestraft jeden, der sich den sündigen Melodien hingibt. Welchen Preis sind die Gefährten bereit zu zahlen, um die Menschen von Colmstat zu retten?

Es gibt, glaube ich, nur ein Wort, das dieses Buch beschreibt: ungewöhnlich. Dieses Buch ist nicht wie andere Bücher. Ab der ersten Seite wird der Leser in eine Welt von Poesie und Musik entführt, auf die man sich ganz bewusst einlassen muss. Während des Lesens hat mich das Buch oftmals von der Art der Erzählung an ein Lied erinnert. Viele Beschreibungen wiederholen sich öfters hintereinander und die Handlung wird mal laut, mal leise, spitzt sich zu einem wirklich gelungenen Finale zu und flacht dann noch einmal ab. Aus diesem Grund erinnerte mich das Buch an ein klassisches Musikstück wie z.B. die 4 Jahreszeiten von Joseph Haydn. Die Stücke beginnen auch immer leise und unschuldig, aber auch mit einer gewissen Bedrohung im Hintergrund, die immer mehr in den Vordergrund tritt. Für mich waren die Schatten diese Bedrohung, die sich langsam in die Erzählung einschleichen und sich durch ihre kräftige Präsenz immer weiter in den Vordergrund drängen. Wenn das Buch ein klassisches Lied wäre, dann wären die Schatten wohl mit dem Instrument Fagott vergleichbar.

Aber auch andere Elemente haben mich immer wieder an ein Lied erinnert. So kann z.B. Jori mit vielen Tieren sprechen, weil er ihre Sprache gelernt hat. Dieses Element passt auch sehr gut zur klassischen Musik, weil es auch da gewisse Stücke gibt, die jedem Tier ein Musikinstrument zuordnen. Allerdings kann man nicht nur mit Tieren sprechen, sondern man kann auch die Sprache des Wassers, der Berge, der Töne etc. lernen, um sie zu einer Handlung aufzufordern. Stellt man sich diese Sprachen als Melodien vor, hat man ein wunderschönes Klangbild, dass dem Buch einen gewissen Zauber gibt.

Zwar hatte ich am Anfang auch meine Probleme, mich auf die Geschichte einzulassen, aber danach wurde ich locker und leicht durch die Handlung getragen. Jedoch ist es keine einfach zu verdauende Geschichte. Während des Buches passieren viele unschöne Dinge wie z.B. ein Pogrom, Fremdenhass, Vergewaltigungen und Verstümmelungen, sodass man sich unweigerlich fragen muss, wer die schlimmeren Wesen sind: die Menschen innerhalb der Mauer oder die Schatten. Das Buch spart nicht an Grausamkeit, aber zeigt auch gut die Hoffnungslosigkeit und Trostlosigkeit, wenn man Licht und Musik wegsperrt und verbietet.

Dabei empfand ich am schlimmsten den Eisernen Baron. Obwohl sein Volk Not leidet und die umliegenden Dörfer dringend eine Zuflucht vor den Schatten brauchen, sieht er sie nur als „Entwurzelte“, die nichts zu dem Erhalt seiner Stadt beigetragen haben und dadurch kein Anrecht auf diese Privilegien haben. Zudem behandelt er Frauen wie Gegenstände und benutzt sie aufs Widerwärtigste. Er hat mich auf so viele Arten wütend gemacht, dass ich mir öfters gewünscht habe, die Schatten hätten sich seiner angenommen.

Positiv empfand ich dagegen den Zusammenhalt der Gruppe rund um den Wanderer Weyd. Obwohl alle Mitglieder dieser Gruppe grundverschieden sind und jeder seine eigenen Probleme hat, sind sie füreinander da und unterstützen sich gegenseitig. Von daher haben sie mich schon ein wenig an die Gruppe rund um den Hexer Geralt aus den Witcher-Büchern erinnert.

Aus diesem Grund kann ich jedem Fantasy-Liebhaber dieses Buch empfehlen, der einfach auf der Suche nach einer etwas anderen Geschichte mit einem ungewöhnlichen Schreibstil ist.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2021

Vertraue deinem Instinkt bis zuletzt, auch wenn du dafür keinen Grund nennen kannst

Saphirseele
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Siri Tervo hat wirklich keinen Grund, sich über ihr Leben zu beklagen: Sie hat einen Freund, der sie über alles liebt, wohnt mit ihm zusammen in einem schönen Haus und hat Freunde, die sich um sie sorgen. ...

Siri Tervo hat wirklich keinen Grund, sich über ihr Leben zu beklagen: Sie hat einen Freund, der sie über alles liebt, wohnt mit ihm zusammen in einem schönen Haus und hat Freunde, die sich um sie sorgen. Zudem hat sie auch die Möglichkeit, aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen an der Saphirseelen-Akademie ein Amt bei der Polizei zu begleiten und kann ihre Fähigkeiten tagtäglich für das Gute einsetzen. Allerdings bekommt sie seit geraumer Zeit immer wieder des Nachts Albträume, die ihre perfekte Welt infrage stellen. Am Anfang tut sie diese Träume noch als Unsinn ab und straft sie Lügen, doch schon bald fallen ihr immer wieder Dinge auf, die nicht so ganz ins Bild passen wollen. Wer ist sie wirklich?

Ich habe mich sehr darauf gefreut, dieses Buch zu lesen, da ich den Klappentext unfassbar spannend fand. Eine Frau, die sich in einen Tiger verwandeln kann und gegen das Böse kämpft? Das Buch musste ich einfach lesen. Nun, nach dem Beenden des Buches muss ich sogar sagen, dass das Buch meine Erwartungen übertroffen hat, da noch viel mehr in dem Buch steckt, als ich zunächst vermutet habe.

Denn Siri ist nicht die einzige Saphirseele. Schon ziemlich früh in diesem Buch wird klar, dass etwas mit der perfekten Welt von Siri Tervo nicht stimmt. Neben den Abschnitten von Siri und ihrem Freund Samuel bekommt man immer wieder kurze Abschnitte aus einem Labor zu lesen, das scheinbar neben Saphirseelen auch Klone und Hybride von Saphirseelen und Menschen heranzüchtet. Diese Kapitel fand ich am Anfang auf der einen Seite nicht leicht zu verstehen, da ich absolut nicht damit gerechnet habe, dass die Geschichte so komplex wird, allerdings fand ich sie auf der anderen Seite auch unfassbar spannend. Ich wollte unbedingt wissen, wie dieses Labor zum Rest der Geschichte passt.

Darüber hinaus hat mir auch sehr der Charakter von Siri gefallen. Auch als ihr gesamtes Leben auf einem Scherbenhaufen liegt, gibt sie nicht auf, sondern versucht Mittel und Wege zu finden, die Situation zu retten. Generell ist sie auch alles andere als konfliktscheu und kämpft für ihre Überzeugungen. Zudem fand ich ihren Umgang mit Anna Riley etwas später im Buch sehr schön zu lesen. An manchen Stellen wirkt sie wie eine Mutter für Anna und bringt ihr z.B. das Lesen bei.

Allerdings ist das Buch auch wahrlich nichts für zartbesaitete Naturen. Siris Weg ist gepflastert von Schmerz, Trauer und Brutalität, die immer wieder auf ihre eigene Vergangenheit zurückzuführen sind. Ebenso trifft Siri später einen Mann namens Ryan, der quasi als Sinnbild für das steht, was Brutalität hervorrufen kann: Gewalt führt immer zu noch mehr Gewalt.

Aus diesem Grund bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich jedem dieses Buch empfehlen kann, der eine spannende, wendungsreiche Geschichte lesen möchte über eine Frau, die sich in einen Tiger verwandeln kann.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2021

Von Siegel und Flüchen und anderen Tintenkleckser..

Tinte & Siegel
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Aloysius MacBharrais betreibt zwar eine kleine Druckerei an der High Street in Glasgow, aber seine wahre Profession ist es, ein Siegelagent zu sein. Damit diese Stelle in der Zukunft nicht unbesetzt bleibt, ...

Aloysius MacBharrais betreibt zwar eine kleine Druckerei an der High Street in Glasgow, aber seine wahre Profession ist es, ein Siegelagent zu sein. Damit diese Stelle in der Zukunft nicht unbesetzt bleibt, ist es wichtig, frühzeitig einen Nachfolger zu finden und auszubilden. Einen Nachfolger zu finden fällt Al nicht schwer, allerdings hat er Probleme, seine Auszubildenden auch zu behalten. Nachdem sein siebter Schüler Gordie das Zeitliche gesegnet hat, weil er unglücklich an einem Scone mit Rosinen erstickt ist, obwohl die Sieben Als Glückzahl ist, bekommt er allmählich wirklich Zweifel, ob er überhaupt in der Lage ist, jemanden auszubilden. Als er dann auch noch herausfindet, dass Gordie in eine Art illegalen Feenhandel verstrickt war und einen Hobgoblin namens Buck Foi in seinem Zimmer als Gefangenen gehalten hat, versucht Al endlich Licht ins Dunkel zu bringen.

Ich hatte am Anfang des Buches zunächst meine Probleme in die Geschichte rund um den Siegelagenten Aloysius MacBharrais zu finden. Nachdem ich schon Bücher wie „der letzte Held von Sunder City“ oder „Ork City“ gelesen habe, dachte ich, dass auch „Tinte&Siegel“ in eine ähnliche Richtung gehen würde. Zu weiten Teilen geht der Humor auch in eine ähnliche Richtung, wenn man bedenkt, dass Al mit einem pinkfarbenen Hobgoblin redet, der sich freiwillig Buck Foi nennt, weil er das Wortspiel mit vertauschten Anfangsbuchstaben so lustig findet, aber z.B. in Bezug auf den Hauptcharakter unterscheiden sich die Bücher vollkommen voneinander. Aloysius mit seinen über 70 Jahren ist mehr wie ein Großväterchen, der es zwar noch krachen lassen kann, aber doch eher geruhsamer geworden ist. An manchen Punkten erscheint er auch manchmal zu nett und unterscheidet sich davon sehr von dem „einsamen, sarkastischen Helden“, den ich eigentlich erwartet hattet. Zudem hatte ich auch am Anfang meine Probleme zu verstehen, was Aloysius jetzt eigentlich genau macht und warum er als Schotte Probleme mit irischen Göttern hat. Erst im letzten Viertel des Buches werden diese Fragen beantwortet, was für meinen Geschmack etwas zu spät war.

Allerdings hatte ich auch meinen Spaß mit dem Buch. Sieht man von den Anfangsproblemen ab, habe ich die Gespräche zwischen Al und dem Hobgoblin Buck Foi sehr genossen. Die beide schenken sich am Anfang ihrer zwanghaften Gemeinschaft nicht viel und ein Wortgefecht löst das Nächste aus. Dies schweißt sie aber mit der Zeit eng zusammen und irgendwann kann man sogar von so etwas wie einer Freundschaft sprechen. Zudem fand ich es auch interessant, mehr über Hobgoblins zu erfahren, da von dieser Art bis zu diesem Buch noch nichts gehört habe. Generell fand ich es auch interessant, mehr von der irischen Feen- und Götterwelt zu erfahren. So macht man im Laufe der Geschichte Bekanntschaft mit der irischen Göttin Glíodhna und den „Tuatha dé Danann“, den neun Druiden. Zwar hat es mich am Anfang etwas herausgebracht, wenn ein Schotte Geschäftsbeziehungen mit irischen Göttern unterhält, aber dies hat einen logischen Grund und danach war ich auch in dieser Hinsicht besänftigt.

Ein Charakter, den ich auch sehr unterhaltsam fand, war Aloysius Managerin Nadia. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und lässt munter ihre Launen an ihrer Umgebung aus. Darüber hinaus trägt sie gerne eine Sinfonie aus Schwarz mit einem Lippenstift der Marke „Vaters Asche“ oder „Satans schwärzestes Loch“. Mir war Nadia direkt sympathisch und ich fand es wirklich interessant, mehr von ihrer Vergangenheit zu erfahren. Mit ihrer dominanten und schroffen Art passt sie einfach perfekt zum eher ruhigen Aloysius und dem hinterlistigen und unbeherrschten Buck Foi. Das Trio ist einfach köstlich!

Zudem fand ich es auch irgendwie lustig, dass Al immer nur über ein Handy mit einer Sprach-App, die einen englischen Akzent hat, mit den anderen kommuniziert. Dies führt auch zu allerhand absurden Situationen, auch weil man am Anfang noch nicht wirklich versteht, warum Al das Ganze macht.

Deswegen bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich jedem dieses Buch empfehlen kann, der sich von einem zähen Einstieg nicht abschrecken lässt und eine Geschichte mit einem urkomischen Trio sucht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.03.2021

Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann

Die 12 Häuser der Magie
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Nach dem Ende des zweiten Bandes steht das zweite Regnum kurz bevor. Der Dämon hat sich aus seinem Gefängnis befreit, das während des ersten Regnums von den Sieben Magiern erschaffen worden ist und ist ...

Nach dem Ende des zweiten Bandes steht das zweite Regnum kurz bevor. Der Dämon hat sich aus seinem Gefängnis befreit, das während des ersten Regnums von den Sieben Magiern erschaffen worden ist und ist bereit, die Welt der Magier zu zerstören. Nic und seine Freunde sind unterdessen vernichtend geschlagen. Matt wird von den Überresten des Dämonen-Gefängnisses verschluckt und geht mit ihm in ewiger Dunkelheit unter. Jane ist mit Matt dort gefangen und versucht fieberhaft einen Ausweg durch die Schatten zu finden. Liz entkommt nur knapp diesem Gefängnis, da Nic seine letzte Lebenskraft nutzt, ein Portal für ihre Flucht aufrecht zu erhalten und Nox wird durch Nics letztem Magiewirken von seinen Sklavenfesseln befreit. Werden die Freunde noch einen Ausweg finden, das zweite Regnum aufzuhalten?

Ich habe dem letzten Band der „12 Häuser der Magier“-Reihe regelrecht entgegengefiebert. Nach dem packenden Ende des zweiten Bandes wollte ich unbedingt wissen, wie es mit Nic und seinen Freunden weitergeht. Trotz ihrer Bemühungen hat der Dämon es geschafft, sich aus seinem Gefängnis zu befreien und dies konnte ich als Fan der Reihe einfach nicht ertragen. Allerdings habe ich dem Buch nicht nur entgegengefiebert, sondern war gleichzeitig auch etwas melancholisch, da es der letzte Band der Reihe ist und es danach eben einfach vorbei ist. Zudem hatte ich auch etwas Angst, dass mich das Ende enttäuscht. Mit diesen vielen Emotionen habe ich dann das Buch gelesen und muss nun im Rückblick sagen, ich fand das Ende einfach großartig. Ohne dem Ende eine Wertung zu geben, denn dann würde ich ja vielleicht jemanden spoilern, möchte ich dazu nur sagen, dass ich es wunderbar fand, wie alle Fäden zusammengelaufen sind. Ich hatte wirklich am Ende ein paar Tränchen in den Augen. So müssen Bücher enden und nicht anders!

Der Humor ist auch weiterhin die große Stärke dieser Buch-Reihe. Die Wortgefechte zwischen Nox, Liz und Nic sind immer wieder witzig und lockern die Handlung auf. Eigentlich sollte den Freunden schon lange die gute Laune und der Humor vergangen sein, immerhin ist der Dämon zurückgekehrt, um die Welt der Magier zu zerstören, aber sie lassen sich davon nicht beirren. Ich fand gerade diese Einstellung große klasse und sie passt auch wirklich gut zum Ende.

Darüber hinaus werden auch viele Geheimnisse gelöst, die sich im Laufe der 3 Bücher angesammelt haben. So erfährt man weitere Details aus der Vergangenheit von Nics Vater, lernt das wahre Wesen von Inés kennen und man erfährt auch, was damals beim ersten Regnum passiert ist. Zudem bekommt man einen tiefen Einblick in die Familienverhältnisse von Jane, Matt und Liz und erfährt, was sie dazu bewegt hat, sich zur Magier-Prüfung anzumelden. Aber auch neue Charaktere finden Einzug in die Geschichte wie der Tiermagier Ian oder der Wahrer des Wissens Volerian. Trotzdem, dass sie erst so spät in die Handlung eingeführt werden, integrieren sie sich gut und wirken so, als ob, sie schon die ganze Zeit mit von der Partie waren.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich das Finale der „12 Häuser der Magie“-Reihe großartig fand und ich nur jedem, der nur ein kleines bisschen etwas für Fantasy Bücher übrig hat, diese Reihe empfehlen kann. Ich bin auf der einen Seite traurig, dass die Reise von Nic und seinen Freunden nun zu Ende ist, aber ich bin wirklich glücklich, dass die Reihe so gut abgeschlossen worden ist!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2021

Engel fallen nicht vom Himmel, sie werden geboren..

Die Türme von Eden
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Dante ist Mitglied einer Organisation, die sich die Suchenden nennt. Schon seit längeren versuchen sie hinter das Geheimnis des Planeten Eden zu kommen, der Menschen in Engel verwandelt und schleusen aus ...

Dante ist Mitglied einer Organisation, die sich die Suchenden nennt. Schon seit längeren versuchen sie hinter das Geheimnis des Planeten Eden zu kommen, der Menschen in Engel verwandelt und schleusen aus diesem Grund Dante als Spion bei den Liminalen ein, da sie scheinbar Kontakt zu Eden haben. Bei den Liminalen angekommen, muss Dante sich zuerst einmal der Prüfung des Altruismus stellen, die ihm doch mehr zusetzt, als er am Anfang für möglich hält, befindet er sich doch wieder auf seinem Heimatplaneten, der vor einiger Zeit einem Giftgasangriff zum Opfer gefallen ist. Allerdings ist dies erst der Anfang und schon bald fällt es Dante immer schwerer, zwischen Traum und Realität zu unterscheiden.

Ich war im Vorfeld schon sehr gespannt auf das Buch, da ich noch nie ein Buch aus dem Genre „Space Fantasy“ zuvor gelesen habe. Und ich muss jetzt schon sagen, dass ich den Ausflug sehr interessant und spannend fand. Am Anfang erlebt man die Geschichte aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Zum einen lernt man Keri kennen, die in ihrem Haus auf Demeter von zwei Liminalen abgeholt wird, da sie sich freiwillig als Novizin gemeldet hat. Auf der anderen Seite lernen wir Renovas kennen, der sich später als der Spion Dante herausstellt. Beide haben unterschiedliche Gründe, warum sie Novize bei den Liminalen werden wollen und gerade diesen Ausgangspunkt fand ich sehr spannend. Zudem war mit Keri von Anfang an sympathisch und ich wollte unbedingt wissen, warum dieses Mädchen so traurig und aussichtslos wirkt.

Später lernt man natürlich auch noch andere Perspektiven kennen wie z.B. die Perspektive der Suchenden auf Cyberia. Diesen Mix fand ich sehr unterhaltsam, da er bis zum Ende hin konsequent ist und sich die Perspektiven gegenseitig ergänzen und so die Handlung vorantreiben. So hört man in einer Sicht z.B. nur von einem Schusswechsel und in der anderen Perspektive ist man live vor Ort und erlebt das ganze Ausmaß dieser Auseinandersetzung. Es wirkt wie ein schönes Muster, denn am Ende laufen alle Stränge in eine Richtung hin zu einem großen Finale. Allerdings muss man das Buch mit voller Aufmerksamkeit lesen, denn manche Kapitel sind nicht so einfach zu verstehen. Gerade zum Ende hin verschiebt sich Traum und Wirklichkeit immer mehr und man muss schon genau lesen, um kein Detail aus den Augen zu verlieren.

Zudem geht es viel um Cybermystik, die Suche nach der einen Wahrheit und sicherlich auch um die Frage, wer wirklich die Guten sind. Wenn man generell kein Fan von mystischen Themen ist, wird man wahrscheinlich wenig Freude an diesem Buch haben, aber ich fand es ziemlich interessant. Gerade am Ende gibt es ein Gespräch zwischen Ghazalel und Misaki, dass ich mehrmals gelesen habe, weil ich einfach jedes Detail verstehen wollte und selbst darüber nachgedacht habe, was eigentlich wirklich die eine Wahrheit ist. Auf jeden Fall ist es ein Buch, über das man wunderbar diskutieren kann!

Eine Sache, die ich ebenso interessant fand, war, die unterschiedlichen Planeten kennenzulernen. Neben dem Mond Cyberia lernt man auch die Planeten Demeter, Legba und Cuchulain kennen. Jeder hat seine Besonderheiten. So ist der Mond Cyberia eine Mega-Metropole, der fast nur die ewige Nacht kennt und eine Art Überwachungsstaat als Regierungsform hat. Daneben ist Demeter eher ein Planet, der den Fokus auf der Landwirtschaft hat und nur von Frauen regiert wird. Cuchulain dagegen ist eher ein kriegerischer Planet, auf dem es viel um die Ehre und das Schicksal eines Kriegers geht. Am meisten hat es mir dabei der Mond Cyberia angetan. Trotz Überwachungsstaat finde ich die Idee faszinierend in der ewigen Nacht zu leben.

Abschließend kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der eine Geschichte lesen möchte, die fernab unseres Sonnensystems handelt und dabei auf die Suche nach Antworten auf mystische Fragen gehen möchte.

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