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Veröffentlicht am 29.11.2021

Ein Verstand braucht Bücher, wie ein Schwert einen Schleifstein

Schwalbennacht
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Runa ist eine Scudari und hat damit die Fähigkeit während dem Leser in Bücher einzutauchen. Doch sie darf diese Fähigkeit nicht offen zeigen, denn die Wächter verbieten jede Form der Magie. Nur ihre Familie ...

Runa ist eine Scudari und hat damit die Fähigkeit während dem Leser in Bücher einzutauchen. Doch sie darf diese Fähigkeit nicht offen zeigen, denn die Wächter verbieten jede Form der Magie. Nur ihre Familie und Freunde wissen von ihrer Fähigkeit. Als Runa jedoch auf den gutaussehenden Kirian trifft, der einen Buchclub betreibt, ist sie unsicher, ob sie ihm vertrauen kann. Erst als die Wächter immer aggressiver vorgehen und sogar Familienmitglieder von Runa in ihr Fadenkreuz geraten, muss sie endlich handeln und erfährt dabei Erschreckendes über ihre Familie.

Ich war schon von Anfang ziemlich begeistert von der Idee, dass man als Scudari die Fähigkeit hat in Bücher einzutauchen. Der Traum eines jeden Bücherwurms! Doch die Welt von Runa scheint dem nicht so aufgeschlossen zu sein und die Menschen mit dieser Fähigkeit müssen sie vor anderen Menschen verbergen. Generell wirkt die Welt von Runa düster und trostlos, denn die magiebegabten Menschen können sich nicht so entfalten wie sie es eigentlich gerne würden und müssen in ständiger Angst leben entdeckt zu werden. Auch Runas Eltern reagieren nicht gerade positiv, wenn Runa wieder in eine ihrer Geschichten eingetaucht ist.

Dabei konnte ich den Zwiespalt von Runa sehr gut nachempfinden. Denn auf der einen Seite liebt sie Bücher über alles und auch ihre Begabung macht ihr Spaß, aber auf der anderen Seite traut sie sich auch nicht so diese Gabe auszuleben. Erst als sie mehr über sich und ihre Familie herausfindet, beginnt sie damit ihre Kräfte intensiver zu trainieren. Dies ist auch zwingend notwendig, denn die Wächter lauern überall und versuchen die Bevölkerung zu kontrollieren.

Ein wichtiger Bezugspunkt in ihrem Leben wird dabei der Buchclub-Besitzer Kirian. Zwar habe ich ihm zunächst nicht wirklich über den Weg getraut, da es anfangs so gewirkt hat, als ob er nur versuchen würde möglichst viel über Runa und ihre Familie herauszufinden, aber dieser Verdacht hat sich auch schnell wieder gelegt. Denn auch er hatte in der Vergangenheit Auseinandersetzungen mit den Wächtern und kämpft aktiv gegen diese Unterdrückung an.

Darüber hinaus fand ich auch die Welt von Runa ziemlich interessant. Zwar habe ich schon einige Bücher über Magie gelesen, aber die Einteilung in Scudari und Asoma war mal wieder etwas Neues. Auch wie die Gaben sich auswirken und was alles in diesen Klassen möglich ist war für mich neu und zudem bleibt die Fähigkeit in Bücher einzutauchen nicht die einzige coole Fähigkeit, die Runa beherrscht.

Leider bleibt es auch nicht aus, dass Runa einige schlimme Dinge überstehen muss, die mir sogar einen Schauer über den Rücken gejagt haben. Einige Szenen sind wirklich nichts für schwache Nerven und gerade zum Ende hin wird es sehr turbulent. Ich konnte währenddessen fast nicht mehr das Buch aus der Hand legen.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der eine spannende Geschichte über eine Scudari lesen möchte, die die Fähigkeit hat in Bücher einzutauchen. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird!

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Veröffentlicht am 29.11.2021

Ich seh dich mit all deinen Farben und Narben

Winter im kleinen Cafe in den Highlands
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Raelyn hat ihr Glück in den schottischen Highlands bereits gefunden, aber was ist mit der punkigen Marcy Shark? Während alle um sie herum sich scheinbar ihre Träume erfüllen, bleibt Marcy auf der Strecke ...

Raelyn hat ihr Glück in den schottischen Highlands bereits gefunden, aber was ist mit der punkigen Marcy Shark? Während alle um sie herum sich scheinbar ihre Träume erfüllen, bleibt Marcy auf der Strecke und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Jeder kann ihre Hilfe gebrauchen, sei es Raelyn als Bedienung in ihrem Café, Ian in seiner Bäckerei oder Jack in seinem Pub, aber was ist mit Marcys Träumen? Als es den sehr berühmte Serien-Star Henry Lucas zum Drehen nach Duncan verschlägt, ändert sich Marcys Leben endlich zu ihren Gunsten.

Schon der erste Band der Reihe „das kleine Café in den Highlands“ hat mir sehr gut gefallen, denn die Bücher versprühen direkt eine wohlige und angenehme Atmosphäre. Zwar kann man auch beide Bücher unabhängig voneinander lesen, allerdings nimmt man sich dann die Wiedersehensfreude mit altbekannten Charakteren. Zudem fand ich es interessant zu sehen, was aus Raelyn geworden ist und wie sie sich in Duncan eingelebt hat.

Allerdings steht diesmal im Fokus der Geschichte Marcy Shark, ein Charakter, der mir ebenfalls schon in Band 1 ans Herz gewachsen ist, denn sie ist ein Mensch, der sich nicht verbiegen lässt. Neben ihren unzähligen Tattoos hat sie auch pinke Dreadlocks, die sie direkt als schwarzes Schaf in Duncan brandmarken. Sie lässt sich aber davon nicht unterkriegen, sondern macht mutig weiter. Dieses Mal erleben wir Marcy aber auch mal von ihrer verletzlichen Seite, die sich ansonsten für keinen bissigen Kommentar zu Schade ist. Wir lernen mehr über ihre Träume und ihre Ängste und dies macht sie sehr nahbar, was ich schön fand.

Deswegen hat es mich auch gefreut, dass sich mit dem Auftauchen von Henry Lucas einiges im Leben von Marcy Shark verändert. Zwar muss sie zunächst einige Pleiten, Pech und Pannen meistern, aber geht danach gestärkt hervor. Ebenso hat mir auch der Charakter Henry Lucas sehr gut gefallen. Zunächst scheint es zwar so, dass er ein exzentrischer Hollywood-Schauspieler ist, aber schon bald merkt man, dass auch er mit den Dämonen seiner Vergangenheit zu kämpfen hat. Darüber hinaus hat mich die Serie von Henry Lucas ein bisschen an „Game of Thrones“ erinnert, aber das fand ich alles andere als schlecht, sondern irgendwie witzig.

Alles in allem hat mir auch dieses Buch wieder sehr gut gefallen und ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der noch eine Lektüre für die kalten Wintermonate sucht 😊

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Veröffentlicht am 29.11.2021

Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht

Der Zorn des Oktopus
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Thomas Pierpaoli ist ein Prüfungsbeauftragter der mittleren Beamtenebene des Hochkommissariats von Kapstadt, der nach Island mit dem Auftrag beordert wird einen Bericht über die Restrukturierung der Käseproduktion ...

Thomas Pierpaoli ist ein Prüfungsbeauftragter der mittleren Beamtenebene des Hochkommissariats von Kapstadt, der nach Island mit dem Auftrag beordert wird einen Bericht über die Restrukturierung der Käseproduktion zu schreiben. Zwar hört sich dies zunächst nach einem einfachen Auftrag an, aber dieser verwandelt sich immer mehr in eine Verschwörung weltweiten Ausmaßes, als Thomas Pierpaoli von der Existenz eines Quantencomputers erfährt, der die Zukunft voraussagen kann. Denn wenn diese Technologie in die falschen Hände gerät, dürften die momentanen Auswirkungen der Klima-Katastrophe noch die geringsten Probleme der Klima-Allianz sein.

Ich wusste wirklich nicht, was mich in diesem Buch erwarten wird, aber ich war im Vorfeld sehr neugierig auf diesen Klima-Katastrophen-Thriller. Auch habe ich den Vorgänger „der neunte Arm des Oktopus“ nicht gelesen, was sich aber nicht als schlimm herausgestellt hat, da die Geschichten unabhängig voneinander gelesen werden können. Nur Institutionen wie z.B. die Klima-Allianz spielen in beiden Büchern eine wichtige Rolle.

Nun nachdem ich das Buch beendet habe, muss ich sagen, dass ich positiv überrascht bin, wie sich das Buch entwickelt hat. Zwar wird man am Anfang mit Fakten und politischen Debatten über die Klima-Katastrophe überhäuft, aber diese dienen nur dazu, um die Tragweite der momentan in diesem Buch herrschenden Katastrophe zu begreifen. Da dieses Szenario sehr an der aktuellen Lage ausgerichtet ist und auch bekannte Politiker wie Angela Merkel oder Staatschefs wie Vladimir Putin oder Xi Jinping eine Rolle spielen, bekommt man manchmal über dem Lesen schon ein mulmiges Gefühl, denn diese Situation, wie sie in diesem Buch beschrieben wird, könnte im schlimmsten Fall mit der Zeit auch Wirklichkeit werden.

Hat man erst den eher politischen Anfang überstanden, liegt der Fokus mehr auf dem Leben von Thomas Pierpaoli und wie er aus Versehen in eine weltweite Verschwörung geraten ist. Im Nachhinein muss ich sagen, dass Thomas dadurch schon, wie ein tragischer Buchcharakter wirkt, da er einfach zur falschen Zeit am falschen Ort ist, aber dies macht die Sache auch ziemlich amüsant. Sowieso sind manche Abschnitte des Buches sehr zynisch geschrieben, was mir ziemlich gut gefallen hat. Auch der Detailreichtum der Erzählung hat mir zugesagt, wobei dies Geschmackssache ist, denn ich kann mir vorstellen, dass manchen Menschen die vielen „nutzlosen Details“ auch einfach zu viel sind.

Darüber hinaus fand ich auch die generelle Erzählstruktur spannend, denn selbst wenn die Handlung hier und da etwas abgefallen ist, gab es nach einiger Zeit immer mal wieder neue Hinweise, denen Thomas Pierpaoli nachgehen konnte, sodass es stets spannend blieb. Dies hätte ich auf keinen Fall von diesem Buch erwartet, dass es mich doch so packen würde, dass ich es kaum aus der Hand legen wollte.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der einen spannenden Thriller sucht über ein aktuelles Thema, das vielleicht im schlimmsten Fall Wirklichkeit werden kann. Ich werde mir auf jeden Fall jetzt auch mal den Vorgängerband anschauen.

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Veröffentlicht am 14.11.2021

Mad Max trifft Magie - ein wilder Roadtrip

Das schwarze Mal
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Funkelauge erhält von seiner Gilde den Auftrag, mehr über einen jungen Puzzler namens Rafik herauszufinden und muss dafür an den ungemütlichsten Ort, den man sich vorstellen kann: das Loch. Dort angekommen ...

Funkelauge erhält von seiner Gilde den Auftrag, mehr über einen jungen Puzzler namens Rafik herauszufinden und muss dafür an den ungemütlichsten Ort, den man sich vorstellen kann: das Loch. Dort angekommen beansprucht er die Dienste eines Trolls, der ihn vor den Gefahren an diesem Ort schützen soll. Dies ist auch dringend notwendig, denn ohne ihn hätte er niemals die Person treffen können, die als Einzige miterlebt hat, was mit Rafik passiert ist. Doch kaum erfährt er die Wahrheit über Rafik, beginnt das Abenteuer erst..

Schon nach den ersten Minuten war ich regelrecht begeistert von diesem Hörbuch. Josef Vossenkuhl hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, mich mit seiner Stimme in die Welt von Funkelauge und Rafik zu ziehen. Ich fand es einfach spannend herauszufinden, was es mit dem Jungen Rafik auf sich hat und wie er zu einem Puzzler geworden ist.

Dabei fand ich am aufregendsten die Welt dieses Hörbuchs zu entdecken, denn sie bietet einiges und wird immer verrückter, auch wenn man schon längst geglaubt hat, alles gelesen oder gehört zu haben. Zum einen sind da die Trolle, die eigentlich Menschen sind, aber so technisch modifiziert worden sind, dass sie nicht mehr viel mit Menschen gemein haben und zum anderen die Tätowierten, die im Laufe ihres Lebens besondere Fähigkeiten entwickeln und sich damit vom Rest der Bevölkerung abheben. Generell eine gute Sache, allerdings wird es dann zum Problem, ein Tätowierter zu sein, wenn die Bevölkerung eher gläubig aufgewachsen ist und die Tätowierungen als Teufelsmale ansieht. In einer solchen Situation ist Rafik zu Anfang des Buches und muss erst mal einen Weg für sich selbst finden, wie er mit dieser Situation umgehen soll, denn von einem auf den anderen Tag wird er von seiner Familie wegen dieser Tätowierungen verstoßen.

Darüber hinaus fand ich auch die Supertrucks interessant, die regelrechte Supercomputer auf Reifen sind. Gerade dieser Abschnitt durch die Wüste hat mir am besten gefallen, denn das daran anschließende Wettrennen konkurrierender Supertrucks hat mich sehr an Mad Max erinnert und den Film fand ich schon klasse.

Allerdings hat dieses Hörbuch noch so viel mehr zu bieten wie z.B. die unterschiedlichen Gilden, die alle ein Interesse daran haben Rafik so schnell wie möglich zu finden oder auch die Stadt der Türme, in der Rafik Rätsel lösen muss, um herauszufinden, was sich eigentlich hinter dieser Stadt verbirgt.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Hörbuch empfehlen, der einen verrückten Road-Trip eines Jungen lesen möchte, der mit seiner Aufgabe in der Geschichte zunächst überfordert scheint.

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Veröffentlicht am 28.10.2021

Unterschätze niemals jemanden..es könnte nich gut ausgehen

Das Koboltikum
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Es gibt unzählige Geschichten von Zwergen, Elfen, Drachen und Hexen, aber was ist mit den unscheinbareren Völkern? Den Gnomen, Bolden und Kobolden? Von der Welt quasi ungesehen, leben sie ihr Leben seit ...

Es gibt unzählige Geschichten von Zwergen, Elfen, Drachen und Hexen, aber was ist mit den unscheinbareren Völkern? Den Gnomen, Bolden und Kobolden? Von der Welt quasi ungesehen, leben sie ihr Leben seit ewigen Zeiten in den Wäldern und Bergen. Doch sie dürfen nicht unterschätzt werden. Zwar sind sie klein, aber besitzen ungeahnte magische Fähigkeiten, die bewerkstelligen können, dass sich z.B. ein Mensch in eine Schabe verwandelt. Deswegen gebt acht, um keinen Kobold zu erzürnen!

Neben dem toll gestalteten Buch, das viele Illustrationen passend zum Thema beinhaltet, liegt dem Buch auch eine CD bei, auf der das gesamte Koboltikum von Christian von Aster eingesprochen wurde. Dies macht das Lesen des Buches sehr kurzweilig, denn Christian von Aster hat einfach die perfekte Stimme für dieses Hörbuch und man lässt sich gerne von dieser in die Welt der Kobolde entführen.

Das Koboltikum enthält 8 verschiedene Kurzgeschichten, die entweder in Gedichtform mit Versmaß geschrieben wurden oder als Prosa ihren Weg in das Buch gefunden haben. Dabei haben mir vor allem die Kurzgeschichten in Gedichtform gut gefallen wie z.B. der Koboldfürst oder der Koboldberg. Diese Geschichten haben mich oftmals zum Schmunzeln gebracht, denn die Verse wurden einfach fantastisch gewählt. Daneben hat mir auch sehr gut die Geschichte „Sturmtänzer“ gefallen, da ich die Vorstellung schön fand, dass es kleine Hüter des Sandes gibt.

Allen Geschichten gemein ist die Moral am Ende, denn man sollte nicht versuchen, die Kobolde auszutricksen. So zeigt die Geschichte „der Schatz von Zwergenland“ sehr deutlich, was passiert, wenn man versucht, schlauer als die Gnome zu sein. Meist obsiegen die Gnome und die Menschen bleiben geschlagen zurück. Gerade dieser Sieg der vermeintlich Schwächeren, die im Verborgenen leben, fand ich sehr schön, wo es doch meist so ist, dass die Geschichte von den Starken geschrieben wird.

Aus diesem Grund kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der mehr über ein Volk erfahren möchte, dass von der Welt ungesehen lebt und doch eine Stärke besitzt, um es mit allen aufzunehmen.

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