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Veröffentlicht am 23.01.2026

Liebe sieht nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen.

Die Chroniken von Usha - Der Drachenprinz
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Drachenprinz Jadoch ist außer sich. Er findet weder ein alkoholisches Getränk noch eine Frau, die stark genug ist, um seine verletzten Gefühle zu betäuben. Sehr zum Leidwesen der anderen Drachen, die seine ...

Drachenprinz Jadoch ist außer sich. Er findet weder ein alkoholisches Getränk noch eine Frau, die stark genug ist, um seine verletzten Gefühle zu betäuben. Sehr zum Leidwesen der anderen Drachen, die seine unangebrachten Gefühle gegenüber seiner Schwiegermutter Ellenie spüren können. Doch Jadoch kann es immer noch nicht fassen, dass Ellenie sich für seinen Vater Doron und nicht für ihn entschieden hat. So stürzt er sich kopflos in einen Harpyienangriff und wird dabei schwer verwundet. Evanya findet ihn und versucht, ihn gesund zu pflegen, aber das hat einen hohen Preis.

Manchmal liest man ein Buch und merkt, dass das Buch den persönlichen Geschmack einfach nicht trifft. Gleichzeitig kann ich aber verstehen, warum diese Geschichte für andere Leser*innen sehr gut funktionieren kann.

Die Geschichte spielt in einer klassischen Fantasywelt mit Magie, Drachen und einer jungen Protagonistin, die mehr vom Leben will als das, was ihr vorgegeben wird. Evanya ist eine Figur, mit der man mitfühlen kann: Sie ist mutig, neugierig und bereit, Risiken einzugehen. Besonders die Reise mit dem Drachenwandler Jadoch und die sich entwickelnde Beziehung zwischen den beiden dürften Fans von romantischer Fantasy ansprechen.

Für mich persönlich wirkte die Welt insgesamt doch recht traditionell angelegt. Evanya lebt z. B. in einem Dorf, das ich aufgrund der gesellschaftlichen Strukturen als sehr rückständig wahrgenommen habe. In diesem Dorf gibt es nur einen Mann, der mit allen Frauen im Dorf schlafen muss, um Nachwuchs zu zeugen. Auch das sehr harmonische, fast märchenhaft-rosige Ende konnte mich emotional nicht ganz abholen. Besonders Evanyas Entscheidung, ihre körperlichen Beeinträchtigungen am Ende vollständig abzulegen, hat sich für mich nicht stimmig angefühlt.

Das ist jedoch klar eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer sich nach einer hoffnungsvollen Geschichte mit klaren Rollen, viel Gefühl, Romantik und einem positiven Abschluss sehnt, wird genau darin eine Stärke des Romans sehen.

Insgesamt hatte ich beim Lesen zwar andere Erwartungen, kann aber jedem das Buch empfehlen, der klassische Fantasy mit Romantik, Magie und Happy-End mag und sich gerne in eine gefühlvolle Geschichte fallen lassen will.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

Drachenfunke
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Niemals hätte Elara gedacht, dass der Diebstahl einer Brieftasche ihr komplettes Leben auf den Kopf stellen würde. Sie bestiehlt ausgerechnet den Eismagier Aiden, der sofort in ihr einen Magiefunken entdeckt ...

Niemals hätte Elara gedacht, dass der Diebstahl einer Brieftasche ihr komplettes Leben auf den Kopf stellen würde. Sie bestiehlt ausgerechnet den Eismagier Aiden, der sofort in ihr einen Magiefunken entdeckt und sie zur Registrierung in die Londoner Magiergilde verschleppt. Doch das passt Elara ganz und gar nicht, denn sie hasst es, wie diese Magier an ihre Magiefunken kommen. Statt eine friedliche Lösung zu finden, um in Koexistenz mit den Drachen zu leben, töten sie die Drachen und Elara soll es fortan auch tun.

Drachen und ein Academy-Setting sind seit „Fourth Wing“ mittlerweile beliebte Themen geworden, sodass ich schon Befürchtungen hatte, dass es sich auch hierbei nur um einen weiteren „Fourth Wing“-Klon handelt, aber das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet.

Stattdessen erleben wir eine junge Frau, die mit ihrem Hausdrachen Amarion zusammenlebt und einfach nur versucht, auf der Straße über die Runden zu kommen. Sie hasst die Magier, die Drachen töten, und will niemals eine von ihnen werden. Doch nach dem missglückten Diebstahl muss sie sich mit diesen Magiern auseinandersetzen, da sie scheinbar auch einen Magiefunken in sich trägt. Ich fand diese Ausgangssituation spannend, da es ja schon seltsam ist, dass sie einen Magiefunken hat, obwohl sie nie einen Drachen getötet hat. So scheint es einen weiteren Weg zu geben, um an die Magie der Drachen zu kommen.

Doch davon will der Leiter der Londoner Magiergilde nichts wissen. Er will weiter seine Macht festigen und zwingt Elara sogar, einen Eisdrachen zu töten. Auch Aiden ist anfangs nichts auf Elaras Seite, denn er vertraut eher seinem Ziehvater als einer Diebin von der Straße. Dadurch muss Elara einiges an Überzeugungsarbeit leisten, damit sie Gehör findet und auch zeigen kann, dass es einen anderen Weg gibt. Ich fand es sehr gut, dass Elara zu ihren Überzeugungen steht und selbst vor dem Leiter der Magiergilde kein Blatt vor den Mund nimmt. Wenn sie dadurch auch manchmal etwas anstrengend wirkt, wenn sie unbedingt Recht haben will.

Darüber hinaus fand ich Elaras Umgang mit den Drachen auch schön. Man merkt, dass sie eine Bindung zu ihnen aufbaut und sie auch wirklich verstehen will. Vor allem Amarion ist ein süßer Zeitgenosse, der ein bisschen das Verhalten einer Katze an den Tag legt, aber wer weiß schon, wie sich Drachenbabys verhalten?

Alles in allem hatte ich ein paar schöne Lesestunden mit dem Buch und ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der eine Geschichte mit einer starken jungen Frau sucht, die sich für das Leben der Drachen einsetzt, inklusive niedlichem Sidekick.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Wer auf Allah vertraut, dem wird Er genügen.

Das Erbe des Totenwäschers
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Als Elias Zitouni die Nachricht erreicht, dass der Mann, der immer wie ein Vater für ihn war, gestorben ist, befindet er sich gerade in einem Meeting mit einem schwierigen Kunden. Ausgerechnet er soll ...

Als Elias Zitouni die Nachricht erreicht, dass der Mann, der immer wie ein Vater für ihn war, gestorben ist, befindet er sich gerade in einem Meeting mit einem schwierigen Kunden. Ausgerechnet er soll die letzte Waschung für Moaz Hilal vornehmen, obwohl es nur den engsten Verwandten vorbehalten ist. Mit einem schlechten Gewissen begibt er sich unverzüglich in das Dorf seiner Kindheit und begegnet dort seiner ehemals besten Freundin Mona. Die Stimmung ist mehr als unterkühlt, aber wenn sie den letzten Wunsch ihres gemeinsamen Freundes erfüllen wollen, müssen sie zusammenarbeiten.

Ich fand Moaz' Idee, sein Erbe mit der Bedingung zu verknüpfen, dass die beiden für 6 Wochen ihre Leben tauschen müssen, sehr genial. Zwar weiß man am Anfang noch nicht wirklich, was es damit auf sich hat, aber es hilft den beiden sehr, um sich wieder anzunähern. So wurde aus Elias ein erfolgreicher Jungunternehmer in England und Mona wurde Leiterin einer Frühstückspension und stolze Mutter einer Tochter. Allerdings weiß man nicht so genau, warum die Wege der beiden sich getrennt haben, denn so wie es scheint, müssen sie sich sehr nahegestanden haben.

In Rückblenden findet man nach und nach heraus, warum Elias plötzlich nach England gegangen ist und was Mona dazu bewogen hat, ihre Träume aufzugeben. Dabei fand ich gerade Monas Geschichte sehr berührend. Man merkt so deutlich, dass sie eigentlich gerne studiert und Karriere gemacht hätte, aber wegen ihres Ex-Ehemanns darauf verzichtet hat. Zwar leitet sie nun eine Frühstückspension, was ihr Spaß macht, aber es ist auch nicht das, was sie immer machen wollte. Deswegen hat es mich sehr gefreut, dass sie durch die Testamentsbedingung nun die Möglichkeit erhält, sich in einer Firma zu beweisen.

Im Gegenzug erhält Elias die Möglichkeit, mehr über seine Wurzeln herauszufinden und eine Verbindung zu den Menschen seiner noch übrig gebliebenen Familie aufzubauen. Zwar merkt man schon, dass es Elias sehr schwerfällt, weil er dadurch tief versteckte Wunden wieder aufreißt, aber nach einer Weile sieht man auch, wie gut es ihm tut.

Zudem lernt man durch die Sicht von Elias auch die islamische Kultur kennen. So wird das Ritual des Totenwaschens näher erläutert, das verschiedene Schritte beinhaltet und nach einem bestimmten Ablauf erfolgen muss. Man bekommt auch einen Einblick darin, wie man die verschiedenen Gebetszeiten in den Alltag integrieren kann und wie die verschiedenen Gebete heißen und dass es z. B. auch optionale Gebete gibt, die man nicht machen muss, aber kann, wenn man möchte. Ich fand es interessant, mehr über diese Kultur zu erfahren, da ich gemerkt habe, dass ich über diese Kultur fast nichts weiß.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der herausfinden möchte, warum sich Moaz diese Art von Testament ausgedacht hat und dabei etwas mehr über die islamische Kultur lernen möchte.

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Veröffentlicht am 06.01.2026

Daniel Becker - Der Anwalt, dem die Monster vertrauen.

Anwälte und andere Monster
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Daniel Becker ist Rechtsanwalt und Seniorpartner bei Monster Lawyer LLC. Zusammen mit seinem extrem pelzigen Rechtsanwaltsgehilfen Dennis, seiner gelegentlich ebenfalls pelzigen Ermittlerin Martina und ...

Daniel Becker ist Rechtsanwalt und Seniorpartner bei Monster Lawyer LLC. Zusammen mit seinem extrem pelzigen Rechtsanwaltsgehilfen Dennis, seiner gelegentlich ebenfalls pelzigen Ermittlerin Martina und seinem nicht pelzigen, aber enthusiastischen Praktikanten versucht er, angeklagten Monstern vor Gericht zu helfen. Doch als er selbst als Angeklagter vor Gericht steht, gehen ihm die Optionen aus, wie er heil wieder aus dieser Situation herauskommen soll. Aber Daniel Becker wäre nicht der Anwalt, dem die Monster vertrauen, wenn ihm keine Lösung dafür einfallen würde.

Ich denke, es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie man zu den Büchern von Royce Buckingham stehen kann: Entweder liebt man den Humor in den Büchern oder man versteht ihn nicht. Da ich schon seit dem ersten Band die Reihe verfolge, zähle ich mich zu der ersten Gruppe, da ich es toll finde, wenn es auch humorvolle Fantasy-Geschichten auf den Buchmarkt schaffen.

Zwar handelt es sich hierbei um den dritten Band einer Reihe, da es aber in jedem Band um andere Monster geht, kann man durchaus die Bände auch unabhängig voneinander lesen. Das Einzige, was vielleicht auf der Strecke bleibt, ist, dass man die Charaktere noch nicht so ins Herz geschlossen hat, dass man gewisse Entwicklungen als emotional empfindet. Den generellen Verlauf der Geschichte bekommt man aber ansonsten auch so mit, weil in den betreffenden Situationen, die Vorwissen voraussetzen, die Situation kurz mit ein paar Worten rekapituliert wird.

In diesem Band spielen ein kiffender Jungdrache und ein pummeliger Liebesgott eine tragende Rolle und ich muss sagen, dass ich die beiden „Monster“ bis jetzt als die witzigsten der Reihe empfand. Denn sie haben viel damit zu tun, wer Daniel eigentlich sein will. Als geschiedener Mann mit einer Teenagertochter ist es nicht leicht, herauszufinden, was man wirklich will, sodass eben nun die Monster ihm etwas helfen müssen. Vor allem Cupido gibt sich alle Mühe, Daniel zu seinem Liebesglück zu verhelfen. Wenn er auch einige sonderbare Methoden hat. Ich musste an vielen Stellen herzlich lachen, da es einfach so verrückt war.

Dadurch bin ich schon etwas traurig, dass die Reihe nun mit diesem dritten Band endet, aber vielleicht wird man ja in der Zukunft noch etwas von Daniel Becker und seinen Monstern hören. Ich würde mich auf jeden Fall darüber freuen.

Ich kann jedem dieses Buch empfehlen, der auf der Suche nach einem humorvollen Fantasy-Buch ist und findet, dass Monster definitiv einen Anwalt brauchen.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Jeder Stein in einem Haus erzählt eine Geschichte.

HEN NA IE - Das seltsame Haus
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Ein freier Journalist mit dem Schwerpunkt auf okkulte Phänomene wird von seinem Bekannten Yanaoka gebeten, sich den Grundriss eines Hauses anzusehen. Er würde dieses Haus gerne erwerben, aber irgendwas ...

Ein freier Journalist mit dem Schwerpunkt auf okkulte Phänomene wird von seinem Bekannten Yanaoka gebeten, sich den Grundriss eines Hauses anzusehen. Er würde dieses Haus gerne erwerben, aber irgendwas an diesem Grundriss macht ihn stutzig. Zwischen der Küche und dem Wohnzimmer im Erdgeschoss existiert ein mysteriöser Raum. Als dann in der näheren Umgebung eine Leiche gefunden wird, deutet alles darauf hin, dass das Haus gebaut worden ist, um Menschen zu ermorden.

Nachdem das Buch „Hen na E“ ein Überraschungshit für mich war, musste ich natürlich auch einen Blick in das neuste Werk von Uketsu werfen. Beide Bücher sind unabhängig voneinander lesbar, aber ähnlich schaurig aufgebaut. Während in „Hen na E“ noch ein mysteriöses Bild im Mittelpunkt der Geschichte stand, ist es nun der Grundrissplan eines Hauses. Das klingt zwar zunächst sehr unspektakulär, aber Uketsu versteht es, mit kleinen Details eine unangenehme Atmosphäre zu erschaffen.

So wendet sich der Journalist an seinen Freund und Architekten Kurihara, um eine erste Einschätzung zu dem Grundrissplan zu erhalten. Doch da dieser auch ein Liebhaber von Horror und Mystery ist, tendiert er oftmals zu sehr hanebüchenen Interpretationen, sodass ich öfters das Gefühl hatte, dass Kurihara eine Freude daran hat, diese Horrorlösungen zu präsentieren, aber es wenig mit der Realität zu tun hat. Allerdings ist das auch nicht ganz richtig, denn ohne zu viel zu spoilern haben seine Schlussfolgerungen oftmals einen wahren Kern. Dadurch bleibt es bis zum Schluss spannend, was es mit diesem Grundrissplan auf sich hat.

Wie auch schon im vorherigen Buch gleichen die Seiten einer Ermittlungsakte, d. h., immer wenn Kurihara auf einen neuen Aspekt innerhalb des Grundrissplans aufmerksam macht, wird der Plan auch abgebildet und man kann direkt nachvollziehen, was er damit meint. Das empfand ich als sehr angenehm, weil man dadurch aus der Geschichte nicht herausgerissen wird und man direkt ein räumliches Verständnis hat.

Allerdings muss ich zugeben, dass mir die Auflösung dieser Geschichte nicht so zugesagt hat. Während ich im vorherigen Band die Ermittlung als auch die Auflösung sehr spannend fand, habe ich innerlich etwas abgeschaltet, als alles darauf hindeutete, dass übernatürliche Phänomene im Spiel sind. Zwar ist es dann am Ende auch nicht so, aber trotzdem bleibt die Auflösung für mich unbefriedigend. Das wurde in „Hen na E“ einfach besser gelöst.

Nichtsdestotrotz kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der einen spannenden und gruseligen Kriminalroman lesen möchte, der leichte True-Crime-Vibes hat.

P.S. für Freunde der grafischen Literatur: Es gibt das Buch auch als 4-bändige Manga-Reihe unter dem Namen „The Strange House“.

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