Liebe sieht nicht mit den Augen, sondern mit dem Herzen.
Die Chroniken von Usha - Der DrachenprinzDrachenprinz Jadoch ist außer sich. Er findet weder ein alkoholisches Getränk noch eine Frau, die stark genug ist, um seine verletzten Gefühle zu betäuben. Sehr zum Leidwesen der anderen Drachen, die seine ...
Drachenprinz Jadoch ist außer sich. Er findet weder ein alkoholisches Getränk noch eine Frau, die stark genug ist, um seine verletzten Gefühle zu betäuben. Sehr zum Leidwesen der anderen Drachen, die seine unangebrachten Gefühle gegenüber seiner Schwiegermutter Ellenie spüren können. Doch Jadoch kann es immer noch nicht fassen, dass Ellenie sich für seinen Vater Doron und nicht für ihn entschieden hat. So stürzt er sich kopflos in einen Harpyienangriff und wird dabei schwer verwundet. Evanya findet ihn und versucht, ihn gesund zu pflegen, aber das hat einen hohen Preis.
Manchmal liest man ein Buch und merkt, dass das Buch den persönlichen Geschmack einfach nicht trifft. Gleichzeitig kann ich aber verstehen, warum diese Geschichte für andere Leser*innen sehr gut funktionieren kann.
Die Geschichte spielt in einer klassischen Fantasywelt mit Magie, Drachen und einer jungen Protagonistin, die mehr vom Leben will als das, was ihr vorgegeben wird. Evanya ist eine Figur, mit der man mitfühlen kann: Sie ist mutig, neugierig und bereit, Risiken einzugehen. Besonders die Reise mit dem Drachenwandler Jadoch und die sich entwickelnde Beziehung zwischen den beiden dürften Fans von romantischer Fantasy ansprechen.
Für mich persönlich wirkte die Welt insgesamt doch recht traditionell angelegt. Evanya lebt z. B. in einem Dorf, das ich aufgrund der gesellschaftlichen Strukturen als sehr rückständig wahrgenommen habe. In diesem Dorf gibt es nur einen Mann, der mit allen Frauen im Dorf schlafen muss, um Nachwuchs zu zeugen. Auch das sehr harmonische, fast märchenhaft-rosige Ende konnte mich emotional nicht ganz abholen. Besonders Evanyas Entscheidung, ihre körperlichen Beeinträchtigungen am Ende vollständig abzulegen, hat sich für mich nicht stimmig angefühlt.
Das ist jedoch klar eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wer sich nach einer hoffnungsvollen Geschichte mit klaren Rollen, viel Gefühl, Romantik und einem positiven Abschluss sehnt, wird genau darin eine Stärke des Romans sehen.
Insgesamt hatte ich beim Lesen zwar andere Erwartungen, kann aber jedem das Buch empfehlen, der klassische Fantasy mit Romantik, Magie und Happy-End mag und sich gerne in eine gefühlvolle Geschichte fallen lassen will.