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Veröffentlicht am 08.03.2026

Hexe trifft auf Werwolf

Witch of the Wolves - Halbmond Erbe
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Eine große Überraschung für mich war das Setting. Die Handlung spielt nicht einfach in der heutigen Zeit oder in einer komplett erfundenen Fantasywelt, sondern wirkt wie eine Version unserer Welt vor etwa ...

Eine große Überraschung für mich war das Setting. Die Handlung spielt nicht einfach in der heutigen Zeit oder in einer komplett erfundenen Fantasywelt, sondern wirkt wie eine Version unserer Welt vor etwa hundert Jahren. Dieses historische Setting verleiht der Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre und greift gleichzeitig das damalige gesellschaftliche Verhältnis zwischen Männern und Frauen auf. Frauen waren oft abhängig von ihren Männern und mussten sich vielen Erwartungen unterordnen, ein Umstand, gegen den die Cordelia immer wieder ankämpft.

Generell hat sie mir als Hauptfigur richtig gut gefallen. Sie ist taff, hat ihren eigenen Kopf und lässt sich nicht so leicht einschüchtern. Gleichzeitig ist sie aber auch nicht perfekt, was sie sehr nahbar wirken lässt. Besonders mochte ich, dass sie sich auch entschuldigen kann, wenn sie merkt, dass sie sich falsch verhalten hat und damit Bishop immer wieder ein bisschen aus dem Konzept bringt. Diese Mischung aus Stärke, Ehrlichkeit und einer guten Portion Humor macht sie zu einer Figur, deren Entwicklung man wirklich gerne verfolgt.

Auch die Dynamik zwischen ihr und Bishop fand ich spannend. Er bleibt lange ziemlich undurchschaubar, wirkt ernst und verschlossen, und man merkt schnell, dass hinter ihm mehr steckt, als man zunächst denkt. Nach und nach werden seine Beweggründe klarer, während gleichzeitig immer mehr über die Strukturen und Konflikte innerhalb des Werwolfrudels ans Licht kommt.

Der Einstieg ist zunächst etwas ruhiger, weil die Welt und ihre Regeln erst einmal aufgebaut werden. Sobald man aber richtig in der Geschichte angekommen ist, nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Intrigen, Geheimnisse, Konflikte innerhalb des Rudels und einige unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass es bis zum Ende spannend bleibt. Auch die romantischen Elemente kommen nicht zu kurz und bringen eine gute Portion Spannung und Gefühl in die Geschichte.
Der Schreibstil hat mir ebenfalls gut gefallen. Er ist angenehm zu lesen, teilweise sehr bildhaft und wird immer wieder durch witzige oder leicht sarkastische Dialoge aufgelockert.
Insgesamt ist Witch of the Wolves für mich ein gelungener Auftakt mit einer spannenden Welt, interessanten Figuren und vielen offenen Fragen. Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie es mit Cordelia und den Wölfen weitergeht und würde eine Fortsetzung sofort lesen.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.02.2026

Leider nicht, was ich gehofft habe

Selling Dreams
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Ich bin ehrlich: Dieses Buch und ich sind leider nicht so richtig warm miteinander geworden.
Der Einstieg ist mir noch leichtgefallen. Der Schreibstil von April Dawson ist grundsätzlich angenehm und ich ...

Ich bin ehrlich: Dieses Buch und ich sind leider nicht so richtig warm miteinander geworden.
Der Einstieg ist mir noch leichtgefallen. Der Schreibstil von April Dawson ist grundsätzlich angenehm und ich bin gut in die Geschichte hineingekommen. Auch Marissa mochte ich von Anfang an gern. Sie ist eine starke, ehrgeizige Frau, und ihre Power wirkt nicht aufgesetzt, sondern war wirklich spürbar. Das fand ich sehr erfrischend. Ich war neugierig darauf, wie sie sich im Laufe der Geschichte behaupten wird.

Mit Calder hatte ich dagegen von Beginn an ein bisschen meine Schwierigkeiten. Ich fand den Ansatz spannend, dass er in dieser Geschichte das emotionale „Päckchen“ trägt und nicht die Frau, das sieht man ja nicht allzu oft. Trotzdem konnte ich zu ihm nie so richtig eine Verbindung aufbauen, auch wenn ich ihn grundsätzlich mochte.

Was mir das Lesen zunehmend schwer gemacht hat, waren die Dialoge. Viele davon wirkten auf mich sehr gestelzt und unnatürlich, und genau das hat mich immer wieder aus der Geschichte rausgeholt. Auch die Rivalität zwischen Marissa und Calder, die anfangs noch interessant war, verlor für mich schnell an Reiz und fühlte sich irgendwann eher erzwungen als spannend an.

Natürlich gab es auch schöne Momente, wie z.B. kleine Gesten, die zeigen sollten, dass zwischen den beiden mehr ist. Aber ganz ehrlich: Diese Szenen konnten für mich nicht ausgleichen, dass mich die Geschichte insgesamt einfach nicht richtig gepackt hat.
Ich habe mich beim Weiterlesen zunehmend schwergetan und musste mich stellenweise sogar dazu zwingen.

Schweren Herzens habe ich mich deshalb entschieden, das Buch abzubrechen. Ohne die Leserunde hätte ich vermutlich schon früher aufgehört, und ich habe auch gemerkt, dass mir dadurch ein bisschen die Lesefreude verloren gegangen ist, fast schon Richtung Leseflaute.

Ich kann aber auch total nachvollziehen, wenn andere die Geschichte toll fanden, denn die Grundidee und Marissa als Figur haben definitiv Potenzial. Für mich persönlich hat es diesmal leider einfach nicht gepasst.

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 09.01.2026

Guter Ansatz

The Ordeals
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Zuerst muss ich einfach sagen, wie wunderschön dieses Buch gestaltet ist. Ich habe selten ein so schönes Buch in der Hand gehabt. Vom Schutzumschlag über das Hardcover bis hin zum Farbschnitt passt wirklich ...

Zuerst muss ich einfach sagen, wie wunderschön dieses Buch gestaltet ist. Ich habe selten ein so schönes Buch in der Hand gehabt. Vom Schutzumschlag über das Hardcover bis hin zum Farbschnitt passt wirklich alles und man merkt, wie viel Liebe ins Design geflossen ist.

Auch die Grundidee der Geschichte fand ich richtig spannend. Die Idee der Ordeals, hat mir sehr gut gefallen und war ein interessantes Element der Handlung. Besonders mochte zudem ich den Ansatz, dass die Akademie ein Zufluchtsort für Sophia sein soll, sich dann aber nach und nach als gefährlich und teilweise sogar tödlich entpuppt. Also eigentlich genau eine Geschichte nach meinem Geschmack.

Leider konnte mich die Geschichte insgesamt trotzdem nicht so richtig mitreißen. Ein großer Punkt waren für mich die Charaktere. Sophia ist grundsätzlich eine starke Hauptprotagonistin und ich konnte ihre Beweggründe gut nachvollziehen. Trotzdem fehlte mir die emotionale Tiefe, um wirklich eine Verbindung zu ihr und auch zu den anderen Charakteren, aufzubauen. Dadurch blieb für mich eine gewisse Distanz zur Geschichte bestehen.

Auch mit dem Worldbuilding hatte ich meine Schwierigkeiten. Einerseits wirkt die Welt klar wie eine klassische Fantasywelt, andererseits tauchen am Rande moderne Elemente wie Telefone etc auf. Das hat für mich nicht so richtig zusammengepasst und mich auch etwas aus der Geschichte geholt. Solche modernen Aspekte in Fantasywelten sind einfach nicht ganz mein Geschmack, das ist allerdings eine sehr persönliche Einschätzung.

Schade fand ich außerdem, dass das Ende für mich recht vorhersehbar war. Ein unerwarteter Twist hätte es sonst vielleicht nochmal rausreißen können.

Insgesamt hatte The Ordeals für mich spannende Ansätze, konnte mich inhaltlich aber leider nicht vollständig überzeugen.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Schlangennest

Beautiful Venom (Vipers, Band 1)
0

„Beautiful Venom“ hat mich von Anfang an gepackt. Die düstere Grundstimmung, die angespannte Dynamik zwischen den Figuren und der subtile Eishockey-Hintergrund greifen perfekt ineinander und schaffen eine ...

„Beautiful Venom“ hat mich von Anfang an gepackt. Die düstere Grundstimmung, die angespannte Dynamik zwischen den Figuren und der subtile Eishockey-Hintergrund greifen perfekt ineinander und schaffen eine Atmosphäre, die einen sofort in die Geschichte hineinzieht. Obwohl es mein erstes Buch von Rina Kent war, hat es mich so sehr gefesselt, dass für mich klar ist: Die Folgebände werde ich auf jeden Fall weiterlesen.

Besonders spannend fand ich die Beziehung zwischen Dahlia und Kane. Ihre Anziehung ist intensiv, gefährlich und immer emotional aufgeladen. Dahlia wirkt mutig, verletzlich und erstaunlich greifbar, und ich konnte ihre Entscheidungen durch den guten Einblick in ihre Gedankenwelt wirklich nachvollziehen. Kane startet sehr dunkel und verschlossen, doch im Verlauf verliert diese dunkle Seite etwas an Schärfe. Das hat für mich ein wenig von der Spannung genommen, aber seine Entwicklung war trotzdem interessant zu verfolgen.

Was mir richtig gut gefallen hat, waren die Chat-Auszüge und die kleinen Einblicke in die Köpfe der Figuren. Sie lockern die Geschichte auf und lassen einen die emotionalen Konflikte noch direkter spüren. Auch die Triggerwarnungen sind berechtigt, denn das Buch behandelt toxische Muster und Abhängigkeiten klar und ohne sie schönzureden. Gerade das macht die Story aber so packend und emotional.

Trotz meiner Begeisterung hatte ich das Gefühl, dass sich die Handlung ab der Mitte etwas in die Länge zieht. Es war weiterhin spannend, aber ein paar Seiten weniger hätten der Dynamik guttun können. Trotzdem blieb ich bis zum Ende komplett drin und wollte unbedingt wissen, wie alles ausgeht. Und das Finale macht definitiv Lust auf mehr.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Guter Auftakt mit Luft nach oben

Terror at the Gates
3

Terror at the Gates hat mich zu Beginn sofort abgeholt. Die Welt ist düster, bedrückend und gleichzeitig so spannend, dass ich direkt neugierig war, was hinter all den Regeln, Traditionen und Machtspielen ...

Terror at the Gates hat mich zu Beginn sofort abgeholt. Die Welt ist düster, bedrückend und gleichzeitig so spannend, dass ich direkt neugierig war, was hinter all den Regeln, Traditionen und Machtspielen steckt. Besonders gut hat mir gefallen, wie klar die gesellschaftskritischen Themen eingebaut sind. Frauen, die Magie besitzen, aber trotzdem klein gehalten werden? Das hat richtig Potenzial und funktioniert gerade am Anfang richtig gut.

Lilith fand ich als Figur interessant und vielschichtig. Sie ist mutig, verletzt, dickköpfig und will einfach ihr eigenes Leben führen. Gleichzeitig ist sie aber auch extrem impulsiv und handelt oft ohne nachzudenken. Genau das hat mich zwischendurch etwas gestört. Sie wirkt dabei manchmal eher wie ein trotziges Mädchen als wie die starke Frau, die sie eigentlich sein könnte. Trotzdem wächst sie einem irgendwie ans Herz, gerade weil sie Fehler macht und wieder aufsteht.

Zahariev war für mich ein kleines Highlight. Diese kurzen Einblicke am Ende der Kapitel fand ich richtig gelungen und sie haben ihm sofort Tiefe gegeben. Das Knistern zwischen ihm und Lilith ist von Anfang an da und steigert sich schön langsam, manchmal aber auch ein bisschen zu viel Hin und Her für meinen Geschmack.

Das Worldbuilding beginnt richtig stark, verliert dann aber mit der Zeit an Fahrt. Gerade das Magiesystem, das am Anfang total spannend wirkt, spielt später kaum noch eine Rolle. Das fand ich schade, weil da es wir viel Potenzial hat. Stattdessen rückt die Beziehung zwischen Lilith und Zahariev in den Mittelpunkt, was zwar unterhaltsam ist, aber die anderen interessanten Aspekte ein wenig verdrängt.

Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten. Die Nebenfiguren sind lebendig, die Welt hat richtig viel Potenzial und ein paar unerwartete Wendungen haben mich wirklich überrascht. Das Ende kam unerwartet und lässt viele Fragen offen und obwohl ich nicht komplett überzeugt bin, bin ich neugierig, wie es weitergeht.

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