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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2017

Toller Lokalkolorit

Alle Wege führen nach Morden
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Trixi ist eine echte Lebenskünstlerin. Nur widerwillig nimmt sie einen Job an, nach dem sich andere wahrscheinlich die Finger lecken würden. Sie soll für den Verlag Bellersen einen Reiseführer über Norderney ...

Trixi ist eine echte Lebenskünstlerin. Nur widerwillig nimmt sie einen Job an, nach dem sich andere wahrscheinlich die Finger lecken würden. Sie soll für den Verlag Bellersen einen Reiseführer über Norderney schreiben. Zu diesem Zweck soll sie viermal auf die Insel reisen, und zwar zu verschiedenen Kategorien. Wer Trixi schon kennt, dem ist schnell klar, daß das nicht reibungslos ablaufen kann. Kaum auf der Insel angekommen, findet Trixi die Leiche der Umweltschützerin Sina. Das weckt natürlich Trixis kriminalistisches Gespür. Mit Hilfe ihrer Freundin Florence und ihrer cleveren Nichte Rahel findet sie einige dunkle Stellen im Urlaubsparadies. Dabei weicht der smarte Hotelierssohn Piet nicht von ihrer Seite, das wiederum ihrem Dauerfreund Alan nicht wirklich gefällt. Bei der turbolenten Suche nach dem Mörder geht es munter über die Insel und für überraschende Wendungen wird gesorgt.

Wer Trixi Gellert aus dem 1. Buch "Cheffe versenken" kennt, dem ist schnell klar, daß die Reise nach Norderney nicht ohne Komplikationen abgeht. Selbst wenn man zig Bücher zwischendurch gelesen hat, ist man nach ein paar Sätzen wieder voll in der Handlung. Die Geschichte hat einen hohen Wiedererkennungswert. Ich finde, das zweite Buch ist noch eine Steigerung zum ersten Buch. Unter diesen Voraussetzungen kann man sich schon auf ein drittes Buch freuen? Ich würde es auf jeden Fall sofort kaufen. Auch hier ist es der Autorin wieder gelungen, eine schöne, kurzweilige Geschichte zu schreiben. Was mir besonders gefällt: Der hohe Erkennungswert der Insel Norderney. Wer die Insel kennt, kennt auch die im Buch beschriebenen Örtlichkeiten und wird sofort in Ferienstimmung versetzt!

Veröffentlicht am 11.02.2017

Alles drin

Die Dirne vom Niederrhein
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Elisabeth, durch deren Schuld ihre Schwester auf dem Scheiterhaufen ihr Leben verlor, und Maximilian, der seinen eigenen Bruder erstochen hat, leiden unter ihrer Schuld und suchen ein neues Leben. Elisabeth ...

Elisabeth, durch deren Schuld ihre Schwester auf dem Scheiterhaufen ihr Leben verlor, und Maximilian, der seinen eigenen Bruder erstochen hat, leiden unter ihrer Schuld und suchen ein neues Leben. Elisabeth wird auf ihrem Weg nach Neuss von der Hurenmutter Rosi aufgefunden. Diese nimmt sie mit in ihre Gruppe, als Gefolgin des Heeres. Auch Maximilian, der sích auf den Weg nach Viersen gemacht hat, bekommt Hilfe. Schwester Agathe nimmt ihn mit ins Kloster, damit er dort Arbeiten verrichten kann. Doch die vermeintlichen Unterstützungen, die zunächst als ein Segen für Elisabeth und Maximilian erscheinen, sind nichts weiter, als ein schöner Schein....

Der Autor hat es geschafft, eine Fortsetzung zu schreiben, die auch ohne Kenntnisse des vorherigen Bandes gut zu verstehen ist. Man findet sich im Laufe der Geschichte gut ins Buch ein. Die Charaktere sind sehr schön dargestellt. Das Buch liest sich sehr schön flüssig, der Schreibstil ist wunderbar, der Leser hat die Geschehnisse direkt vor Augen. Dieses Buch beinhaltet wirklich alles, was ein historischer Roman haben sollte: detaillierte Darstellung der Lebensumstände der damaligen Zeit, eine Menge Spannung, die bis zum Schluß hält, Verrat, Intrige, Schuld und eine Prise Liebe.

Eine wirkliche Empfehlung für alle Freunde der in Deutschland angesiedelten historischen Romane!

Veröffentlicht am 09.02.2017

Toller Lokalkolorit

Ebers Ende
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Jakob Sandow wird für ein Jahr als Praktikant auf dem Spargelhof von Klemens Schmölling im münsterländischen Osterup angeheuert. Schmölling ist ein Mann, mit dem nicht "gut Kirschen essen" ist. Mißtrauisch, ...

Jakob Sandow wird für ein Jahr als Praktikant auf dem Spargelhof von Klemens Schmölling im münsterländischen Osterup angeheuert. Schmölling ist ein Mann, mit dem nicht "gut Kirschen essen" ist. Mißtrauisch, eigenbrödlerisch und rechthaberisch. Das einzigste Wesen, daß ihm etwas bedeutet, ist sein preisgekrönter Zuchteber Thilo. Seine Frau ist die gute Seele des Hofes, will jedoch die Scheidung. Kurz nach Jakobs Ankunft heuern auch die Erntehelfer auf dem Hof an. Unter ihnen Adam, der mit seiner Freundin Dana aus Polen anreist. Als Adam bis spät in den Abend arbeiten muß und Dana allein aufs Schützenfest geht, kommt es zum Unglück: Schmölling vergewaltigt Dana. Adam und Jakob sinnen auf Rache....

"Ebers Ende" ist ein gelungenes Regionalkrimi-Debüt! Sprachlich wunderbar und leicht zu lesen. Man fliegt förmlich durch die Seiten. Von Anfang an nimmt die Spannung den Leser in seinen Bann, denn sie wird von Seite 1 bis zum Schluß durchgehend gehalten und ist zum Ende des Buches sogar noch eindrucksvoll gesteigert. Auch das Regionale kommt nicht zu kurz. Die Landschaft ist wunderbar detailliert beschrieben, auch die Bevölkerung mit ihren typischen Eigenheiten ist sehr gut wiedergegeben. Es wirkt nicht übertrieben, aber man erkennt die Schrullen der einzelnen Charaktere sehr gut. Es ist wirklich alles enthalten - von Landschaft, Land und Leute über Brauchtum des Münsterlandes. Man erkennt es.

Rundum ein Regionalkrimi, dem es an nichts fehlt!

Veröffentlicht am 09.02.2017

Toller Lokalkolorit

Butter bei die Fische
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Kommissar Elias Schröder wird von Hannover nach Leer in Ostfriesland strafversetzt. Ausgerechnet ins tiefste Ostfriesland! Er braucht fast einen Dolmetscher, verständigt sich mit seinen Kollegen per Klebezettel ...

Kommissar Elias Schröder wird von Hannover nach Leer in Ostfriesland strafversetzt. Ausgerechnet ins tiefste Ostfriesland! Er braucht fast einen Dolmetscher, verständigt sich mit seinen Kollegen per Klebezettel anstatt persönlichem Kontakt und schlimmer noch - er mag keinen Tee. Beste Voraussetzungen für ein harmonisches Leben mit seinen neuen Kollegen. Direkt am ersten Tag wird er Zeuge, wie die verwirrte Fr. Coordes das Verschwinden ihrer Tochter Steffi zur Anzeige bringt. Entführt von einem unheimlichen buckligen Männchen. Keiner außer Elias nimmt sie ernst. Als sich die Ereignisse zuspitzen, kann Elias sich endlich in seiner neuen Dienststelle einbringen.

"Butter bei die Fische" ist einfach wunderbar! Sehr schön fließend geschrieben mit ein wenig Dialekt, der jedoch leicht zu verstehen ist. Die Spannung wird von Anfang bis Ende sehr gut gehalten, man fiebert richtiggehend mit. Die Charaktere sind toll beschrieben, richtige Sympathieträger. Man freundet sich richtiggehend mit ihnen an. Auch die Beschreibungen der Örtlichkeiten und Lebensgewohnheiten der ostfriesischen Bevölkerung sind sehr detailgetreu beschrieben. Man merkt, die Autorin liebt Ostfriesland und kennt sich aus! Einfach wunderbar humorvoll geschrieben sind die Situationen, in denen Elias voll ins Fettnäpfchen tritt und sich mit den ostfriesischen Gepflogenheiten schwer tut. Der Kampf gegen den typischen Tee - einfach herrlich.

Kurz gesagt: Ein phantastischer Ostfriesen-Krimi mit Spannung, Humor und jede Menge Lokalkolorit! Als Urlaubslektüre für den Strandkorb an der ostfriesischen Küste oder als Fernwehbuch für zu Hause unbedingt zu empfehlen!

Veröffentlicht am 09.02.2017

Wunderschön

Die Schwestern von Sherwood
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Im zerstörten Berlin der Nachkriegszeit versucht die angehende Journalistin Melinda wieder Fuß zu fassen. Eines Tages erhält sie ein Päckchen. Darin sind Liebesbriefe und Zeichnungen. Besonders fällt aber ...

Im zerstörten Berlin der Nachkriegszeit versucht die angehende Journalistin Melinda wieder Fuß zu fassen. Eines Tages erhält sie ein Päckchen. Darin sind Liebesbriefe und Zeichnungen. Besonders fällt aber eine Schachfigur ins Auge. Melinda beschließt, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Die Zeichnungen führen sie nach Südengland. Durch Zufall kann sie eine Reise nach London antreten. Von da ist es nicht mehr weit zum Ursprungsort der Zeichnungen. Durch ihre Nachforschungen sticht sie in ein Wespennest. Lügen und Intrigen spielen eine große Rolle und Melinda enthüllt eine dramatische Familiengeschichte, in der auch sie einen Platz hat.

England im Jahre 1881: Die kleine Amalia erkrankt schwer. Dadurch verliert sie ihr Gehör. Ihre Eltern sind sehr reich, aber nicht adelig. Zum Ärger ihrer Mutter werden sie in der Gesellschaft nicht anerkannt. Da stört eine behinderte Tochter doch sehr. Elisabeth Sherwood setzt deshalb ihren ganzen Ehrgeiz in ihre zweite Tochter Cathleen. Diese hält jedoch eisern zu ihrer tauben Schwester. Als die Schwestern erwachsen sind, arrangiert ihre ehrgeizige Mutter eine Heirat Cathleens mit dem verarmten Lord Hampton. Keiner ahnt, daß Edward Hampton und Amalia ein Liebespaar sind. Plötzlich verschwindet Amalia. Es heißt, sie wäre im Moor verunglückt. Edward ist verzweifelt, gibt schließlich aber dem Drängen seiner Mutter nach und heiratet Cathleen. Die Ehe wird nicht glücklich. Das Leben der Familie ist durch Schuld und Verrat aus den Fugen geraten und das Unrecht zieht seine Kreise bis zu den Nachkommen.

Das Buch zieht den Leser von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann. Man leidet mit den Personen und spürt auch das kurze Glück des Paares Amalia und Edward. Das Leben im zerstörten Berlin hat man genau vor Augen. Man ist echt verblüfft, daß das erst 65 Jahre her ist. Wie hat sich unser Leben in dieser relativ kurzen Zeit doch verändert. Wie sich beide Geschichten schließlich verbinden ist so spannend, daß man das Buch am liebsten in einem durch lesen möchte. Aufgrund der Seitenzahl ist das wohl unmöglich, deshalb empfehle ich jedem Leser einen starken Willen. Den braucht man, um es zwischendurch auch mal an die Seite legen zu können.