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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2017

Unbedingt lesen

Höllenqualen
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Im Rotbachtal wird die Leiche der Studentin Sara Ehrmann aufgefunden. Sie verdiente sich etwas zu ihrem Lebensunterhalt dazu, indem sie als Stripperin arbeitete. An ihrem letzten Abend hatte sie ein Engagement ...

Im Rotbachtal wird die Leiche der Studentin Sara Ehrmann aufgefunden. Sie verdiente sich etwas zu ihrem Lebensunterhalt dazu, indem sie als Stripperin arbeitete. An ihrem letzten Abend hatte sie ein Engagement beim Junggesellenabschied von Oliver.
Eva Engel, Ermittlerin beim KK Duisburg, beginnt mit den Ermittlungen. Verdächte findet sie genug. Da ist zuerst die Dorfjugend, die an dem Abend gar nicht genug von Sara bekommen konnte, ein eifersüchtiger Exfreund sowie Satanisten, in deren Umfels sich Sara früher aufgehalten hat.
Auch in Evas privatem Umfeld gibt es Probleme. Ihre Tochter schließt sich der Gothic-Szene an, Anne, Evas Lebensgefährtin wendet sich von ihr ab und ihre Schulfreundin Sabine wird überfallen, ihr Hund dabei getötet, sie selber zusammengeschlagen und verliert ihr Gedächtnis. Wie hängt das alles zusammen?
"Höllenqualen" von Juliane Göttinger ist ein sehr spannender Krimi, der den Leser sofort in seinen Bann zieht. Man kann ihn einfach nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil ist sehr schön flüssig und leicht zu lesen. Der Spannungsbogen hält von der ersten bis zur letzten Seite, man hat nie das Gefühl, den Täter zu kennen. Auch die detailgetreuen Beschreibungen der Gegenden sind sehr gut gelungen. Die einzelnen Handlungsstränge sind nicht verwirrend, sondern fördern in diesem Buch die Spannung bin ins Unendliche. Ein sehr zu empfehlendes Buch, ich selbst habe es fast "verschlungen".

Veröffentlicht am 05.02.2017

Lustig

Wenn Sie jetzt anrufen, bekommen Sie den Moderator gratis dazu!
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Mit "Wenn Sie jetzt anrufen, bekommen Sie den Moderator gratis dazu" läßt Andrea Volk den Leser einen wunderbar ironischen und kritischen Blick hinter die Kulissen des Teleshoppings werfen. Sie läßt nichts ...

Mit "Wenn Sie jetzt anrufen, bekommen Sie den Moderator gratis dazu" läßt Andrea Volk den Leser einen wunderbar ironischen und kritischen Blick hinter die Kulissen des Teleshoppings werfen. Sie läßt nichts aus: Weihnachten im Sommer, Gußeiserne Kochtöpfe, die sich nicht reinigen lassen und so schwer sind, daß man sich den Zeh brechen kann, Putzexperten, die Toilettenreiniger trinken, um zu beweisen, wie unschädlich dieser ist und nicht zu vergessen: rosa Plüschbademäntel. Angereichert wird das Buch mit lustigen Kundenreaktionen per Telefon, die live in die Sendungen geschaltet werden.
Andrea Volk hat einen wunderbar frischen und unverbrauchten Schreibstil. Sie schreibt sehr flüssig, mit einer ganz gehörigen Prise Humor und nimmt den Leser von der ersten Seite an mit auf eine Reise in die Abgründe des Teleshoppings. Sie nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, schreibt sowohl über die lustigen Geschehnisse vor und hinter der Kamera, dem Zickenkrieg zwischen den Expertinnen, als auch über die fast menschenverachtenden Machenschaften der großen Chefs, die selbst ihre Experten wie Ware behandeln und nach belieben austauschen.
Rundum ein gelungenes Buch, welches eigentlich Lust darauf macht mal Teleshopping anzusehen, bloß um auf lustige Pannen zu lauern!

Veröffentlicht am 05.02.2017

Macht Spaß

Das Glücksbüro
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Albert Glück, Beamter und seit über 30 Jahren im Amt für Verwaltungsangelegenheiten eingesetzt, ist ein Bilderbuchbeamter! Seine Anträge werden stets korrekt bearbeitet, sein Tagesablauf ist minutiös geplant. ...

Albert Glück, Beamter und seit über 30 Jahren im Amt für Verwaltungsangelegenheiten eingesetzt, ist ein Bilderbuchbeamter! Seine Anträge werden stets korrekt bearbeitet, sein Tagesablauf ist minutiös geplant. Seine Kollegen nehmen seine Anwesenheit wahr, aber wirklichen Kontakt pflegen sie nicht. Und Albert arbeitet nicht nur im Amt - nein, er wohnt dort sogar, kocht sich in der Kantine abends sein Essen und treibt Schabernack in den Büros seiner nichtsahnenden Kollegen. Der Welt außerhalb des Amtes hat er sich mittlerweile entfremdet. Sie macht ihm Angst. Da sind ihm seine geordneten Formulare viel sympathischer. Doch eines Tages hat er einen Antrag auf dem Tisch, dessen Nummer E 45 gar nicht real existiert. Er ist nirgends verzeichnet, keiner kennt diesen Vordruck. Und er stellt einen Antrag für nichts. Der diensteifrige Albert kann aber nicht einfach ablehnen, dies ist gegen sein Prinzip. Also wird er von seinem Chef damit beauftragt, die Antragstellerin Anna Sugus aufzusuchen, um herauszufinden, was sie möchte. Und Alberts Schicksal nimmt seinen Lauf.
Ein wunderbar romantisches, ans Herz gehendes Buch, das trotzdem eine starke Prise Humor aufweist. Man stelle es sich vor: ein Beamter hat 30 Jahre sein Büro nicht verlassen und wird dann unvorbereitet auf die Menschheit losgelassen!
Dazu kommt die gute satirische Beschreibung eines Beamtenarbeitsalltages. Super! Man denke nur an den Hungerlauf, allgemein als Mittagspause bekannt.
Ein tolles Buch über Menschlichkeit, das Finden des persönlichen Glückes und viel Augenzwinkern in Richtung Büro.

Veröffentlicht am 05.02.2017

Toller Lokalkolorit

Luderplatz
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Viktoria Latell, Polizeireporterin beim Berliner Express, erhält per SMS einen Notruf ihres Freundes und Kollegen Mario. Dessen Badezimmer ist nach einer Nacht mit Nana Oppenkamp voller Blut, doch von ...

Viktoria Latell, Polizeireporterin beim Berliner Express, erhält per SMS einen Notruf ihres Freundes und Kollegen Mario. Dessen Badezimmer ist nach einer Nacht mit Nana Oppenkamp voller Blut, doch von Nana fehlt jede Spur. Sie forschen nach, wo Nana geblieben ist und stellen fest, daß sie aus Münster stammt. Unter dem Vorwand, eine Reportage über den zukünftigen neuen Mediziner der Charité, dem münsteraner Rechtsmediziner Dr. Metzger, zu schreiben, fahren beide nach Münster. Während der Reportage werden sie Zeuge einer Obduktion, doch auf dem Tisch liegt nicht irgendeine Leiche, sondern die gesuchte Nana! Während ihrer weiteren Recherchen finden Viktoria und Mario auch noch Hinweise auf den vor 5 Jahren in Berlin verschwundenen Florian. Haben beide Fälle etwas miteinander zu tun?

Katrin Jäger hat mit "Luderplatz" einen sehr schönen und spannenden Regionalkrimi geschrieben. Der Leser hat bis zum Schluß keine Ahnung, wer der Täter ist, wie und ob der Fall mit dem Fall "Florian" zusammenhängt. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, das Buch leicht lesbar, man legt es nur ungern mal zur Seite und möchte am liebsten alles "am Stück" lesen. Die Story ist sehr clever durchdacht, der Schluß sehr überraschend! Katrin Jäger hat sich zu dem Vorgängerbuch "Schützenkönig" deutlich gesteigert, und dies, obwohl auch "Schützenkönig" schon ein sehr spannendes Buch war.
"Luderplatz" ist ein sehr empfehlenswertes Buch und kann auch ohne Wissen über "Schützenkönig" gut gelesen werden!

Veröffentlicht am 05.02.2017

Toller Lokalkolorit

Schürzenjäger
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Annalena Brandt, Tochter des ehemaligen Dorfschullehrers, kommt nach ihrem Studium zur Diplomverwaltungswirtin zurück in ihr Heimatdorf Kalverode, um dort als Kriminalhauptkommissarin zu arbeiten. Doch ...

Annalena Brandt, Tochter des ehemaligen Dorfschullehrers, kommt nach ihrem Studium zur Diplomverwaltungswirtin zurück in ihr Heimatdorf Kalverode, um dort als Kriminalhauptkommissarin zu arbeiten. Doch ihr Einstieg ist nicht leicht, ihre Kollegen begegnen ihr voller Vorurteile, so daß der Empfang nicht wirklich herzlich ist. Als allererstes wird ihr ein Fall zugetragen, der zunächst als Witz erscheint: eine alte Frau gibt auf der Polizeistation ein Kästchen mit einer alten Schildkrötpuppe ab. Kurios: der Puppe wurden die Augen ausgestochen und die Buchstaben O und S in den Körper geritzt. Gefunden wurde die Puppe auf dem Marktplatz, neben dem Stand der Spargelverkäuferin Stefanie Overbeck. Was zunächt als Witz angesehen wird, endet als blutiger ernst. Denn Steffi wird kurze Zeit später tot aufgefunden - mit ausgestochenen Augen. Kurz darauf wird erneut eine Puppe aufgefunden, diesmal mit Stichen in der Nierengegend. Und die passende Leiche läßt auch nicht lange auf sich warten...

"Schürzenjäger" ist ein genialer Regionalkrimi! Er beinhaltet einfach alles: Humor, eine faszinierende Landschaft, Bewohner mit Ecken, Kanten und Schrullen und einen Dialekt, der nicht störend und übertrieben wirkt und wohl für jeden verständlich ist. Das Buch liest sich wunderbar flüssig, der Leser fliegt nur so durch die Seiten, was natürlich durch die stets vorhandene Spannung noch gesteigert wird. Man möchte das Buch am liebsten gar nicht mehr zur Seite legen, sondern ist wirklich versucht, es in einem Rutsch zu lesen. Auch die Charaktere sind sehr glaubhaft und realistisch beschrieben. Die Ängste von Markus Wissing, daß bloß keiner merkt, daß er mit dem Opfer ein Verhältnis hatte, die Ablehnung und Vorurteile gegenüber der "Neuen", denn sie ist ja nur durch ihr Studium so hoch gestiegen, also meint sie wohl, was besseres zu sein und dann die Angst Annalenas, schief anzulaufen und in jedes sich bietende Fettnäpfchen zu treten.
Ich würde dies Buch uneingeschränkt jedem empfehlen, der ein Herz für Regionalkrimis hat!
Mit Annalena Brandt hat Katharina Gerwens einen neuen Star am Ermittlerhimmel geschaffen! Ich hoffe, es werden noch viele Annalena-Fälle folgen!