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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2025

Fesselnd

Liebste Tochter – Du lügst so gut wie ich
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Saffys Verhältnis zu ihrer Mutter Lorna ist schon lange schwierig. Als bei Renovierungsarbeiten im Garten des Familienanwesens zwei Leichen entdeckt werden, finden sie jedoch wieder zusammen. Alles deutet ...

Saffys Verhältnis zu ihrer Mutter Lorna ist schon lange schwierig. Als bei Renovierungsarbeiten im Garten des Familienanwesens zwei Leichen entdeckt werden, finden sie jedoch wieder zusammen. Alles deutet auf einen jahrelang zurückliegenden Doppelmord hin. Journalisten belagern das Haus und Saffy sieht nur ein Chance - sie muß die Ermittlungen selbst in die Hand nehmen! Doch ist sie wirklich bereit, das dunkelste Geheimnis ihrer Familie ans Tageslicht zu holen?

"Liebste Tochter – Du lügst so gut wie ich" von Claire Douglas hat mich total begeistert. Die Autorin schafft es von Beginn an, den Leser tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Sie erzählt die Geschichte in verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven, ein Handlungsstrang ist spannender als der andere. Zum guten Schluß ergeben sie alle zusammen Sinn und bilden ein Ganzes. Bis dahin kommt man der Wahrheit Stück für Stück auf die Spur und rätselt gebannt mit. Der Spannungsbogen wird kontinuierlich hoch gehalten. Claire Douglas spielt hier förmlich mit unvorhersehbaren Wendungen und einer Atmosphäre, die so düster ist, wie das Geschehen. Dabei kommt Claire Douglas ohne Action aus - sie arbeitet viel mehr mit psychologischer Spannung. Beeindruckt hat mich die gefühlvolle Art und Weise, wie hier mit dem Thema Alzheimer umgegangen wird. Ein wirklich schweres Thema und trotzdem drückt die Autorin nicht auf die Tränendrüse.

Dieser Thriller bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Der andere Winkelmann

Mord im Himmelreich
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Der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus hat es sich gerade auf dem Campingplatz Himmelreich gemütlich gemacht, als er einen kleinen Hund retten muß, der auf einem Board auf dem See treibt. Bei der ...

Der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus hat es sich gerade auf dem Campingplatz Himmelreich gemütlich gemacht, als er einen kleinen Hund retten muß, der auf einem Board auf dem See treibt. Bei der Hunderettung birgt er noch eine Leiche, die unter das Board geschnallt wurde. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Kupernikus glaubt nicht daran. Er ermittelt selbst - schließlich hat er sich sein Leben lang auf die Rolle des Tatort-Kommissares vorbereitet!

Andreas Winkelmann beschreitet mit "Mord im Himmelreich" einmal neue Wege jenseits seiner bisherigen Thriller. Und dieser Ausflug in den seichten Krimi ist ihm voll gelungen! Er beschreibt das Camperleben sehr authentisch, hier merkt man, daß dieses Leben für ihn nicht fremd ist. Man fühlt sich fast selbst als Camper und auch die Charaktere bilden eine sympathische Truppe, die alle ihre speziellen Eigenarten aufweisen und so tatsächlich auf dem Campingplatz leben könnten. Unter ihnen finden sich jede Menge Verdächtige, so daß man einige Spuren verfolgen kann. Andreas Winkelmann läßt hier auch einigen Humor einfließen, so kann man über die Polizei eigentlich nur lachen, so unbedarft, wie sie an den Fall heran geht und auch die Camper bieten so manche humorvolle Situation. Dieser Krimi ist nicht actionreich und bluttriefend. Wer das sucht, sollte sich an die anderen Bücher des Autors halten. Aber ich fand es auf seine ganz spezielle Art spannend und sehr unterhaltsam, wozu auch der angenehme Schreibstil von Andreas Winkelmann beigetragen hat. Für mich kann er ruhig noch mehr Krimis mit Björn Kupernikus in der Hauptrolle schreiben!

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Fesselnd

Die Villa
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Aoife starb vor drei Jahren bei ihrem Junggesellinnenabschied. Ihre Freundinnen kehren nun in die Villa zurück, in der das Verhängnis seinen Lauf nahm. Die Freundinnen wünschen sich nichts sehnlicher als ...

Aoife starb vor drei Jahren bei ihrem Junggesellinnenabschied. Ihre Freundinnen kehren nun in die Villa zurück, in der das Verhängnis seinen Lauf nahm. Die Freundinnen wünschen sich nichts sehnlicher als einen Abschluß. Doch in der Villa brechen die Wunden wieder auf, jede von ihnen hat andere Erinnerungen an die verhängnisvolle Nacht und hütet ein Geheimnis.

"Die Villa" von Jess Ryder ist kein nervenaufreibender Thriller. Vielmehr besticht dieses Buch durch eine ruhigere, psychologische Spannung. Die Handlungsstränge wechseln zwischen der Vergangenheit vor drei Jahren, dem heutigen Treffen der vier Frauen, sowie den Perspektiven der Freundinnen. Etwas aufpassen muß man hier schon. Diese Wechsel erhöhen natürlich die Spannung und steigern den Drang, immer weiter zu lesen. Man kommt hier wie bei einem Puzzle Stück für Stück der Wahrheit näher und muß seine eigenen Vermutungen immer wieder korrigieren. Die Charaktere sind so gestaltet, daß man hier niemanden bevorzugt. Durch Sympathie hervorstechen tut hier keine der Freundinnen, so daß man allen irgendwie alles zutraut.

"Die Villa" ist ein Thriller, der auf eine ganz besondere Art und Weise fesselt und mich begeistert hat!

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Fängt harmlos an, aber dann wird es atemberaubend

Sweet Home
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Das Essener Ermittlerteam Kriminalhauptkommissar Deniz Müller und Staatsanwältin Camilla Lopez bekommen einen neuen Fall: Am Rand einer abgelegenen Straße wird die Leiche eines Mannes gefunden. Daß es ...

Das Essener Ermittlerteam Kriminalhauptkommissar Deniz Müller und Staatsanwältin Camilla Lopez bekommen einen neuen Fall: Am Rand einer abgelegenen Straße wird die Leiche eines Mannes gefunden. Daß es Mord war, ist sofort klar. Der Täter ist auch schnell gefaßt, über das Motiv schweigt er aber. Da entdecken die Ermittler auf seinem Handy ein Video, daß die Frau des Täters mit einem unbekannten Mann zeigt. Offenbar hat der Mann die Frau willenlos gemacht und vergewaltigt. Der Ehemann hat sich daraufhin selbst auf die Suche nach dem Vergewaltiger gemacht und ihn getötet. Doch er hat den Falschen umgebracht. Deniz Müller und Camilla Lopez finden heraus, daß diese Vergewaltigung kein Einzelfall ist. Sie bekommen es mit einem skrupellosen Täter zu tun, der vielleicht sogar aus ihren eigenen Reihen stammt.

Der Krimi "Sweet Home - Du bist nirgends sicher" ist der zweite Fall für das etwas ungewöhnliche Ermittlerteam Deniz Müller und Camilla Lopez aus Essen. Norbert Horst hat seinen Krimi sehr raffiniert aufgebaut. Alles fängt ganz normal an. Eine Leiche wird gefunden, der Mörder schnell ermittelt und man lehnt sich entspannt zurück. Doch dann geht es erst richtig los. Der eigentliche Krimi beginnt und der Fall ist an Spannung nicht zu überbieten. Norbert Horst beschreibt die Arbeit der Mordkommission so detailgetreu wie es eben nur ein Fachmann kann. Er weiß genau, wovon er spricht bzw. schreibt. Die Charaktere handeln sehr real, machen Fehler und sind verwundbar. Eben keine Action-Helden. Dieser Krimi ist atemberaubend. Man vergisst beim Lesen vollkommen seine Umwelt und wird Teil der Handlung. Ich hatte für mich so viele Verdächtige ermittelt, aber das Ende war eine totale Überraschung. Diese Krimiserie ist ein absolutes Highlight!

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Schaulaufen der Eitelkeiten

Kalter Hund und Krustenbraten
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Krindelsdorf steht wieder einmal Kopf! Eine internationale Hunde-Show sorgt für Aufregung. Davon bleibt auch Kommissar Hirschberg nicht verschont. Zum einen nimmt auch Tante Isobel mit Mops Picasso daran ...

Krindelsdorf steht wieder einmal Kopf! Eine internationale Hunde-Show sorgt für Aufregung. Davon bleibt auch Kommissar Hirschberg nicht verschont. Zum einen nimmt auch Tante Isobel mit Mops Picasso daran Teil, damit Picasso als Zuchtrüde zum Einsatz kommen kann, zum anderen wird die international erfolgreiche Immobilienmaklerin, die mit ihrer Pudeldame teilnehmen wollte, mit einem Pfeil in der Brust tot aufgefunden. Und es folgen noch weitere Leichen. Hirschberg und Hansen ermitteln im Rahmen der Hundeshow - und treffen auf einen Jahrmarkt der Eitelkeiten und Missgunst!

"Kalter Hund und Krustenbraten" ist ein wahrer Volltreffer. Jessica Müller schickt Kommissar Hirschberg wahrlich vor die Hunde. Nicht genug, daß zu Hause noch immer Tante Isobel, Dornberg und Mops Picasso logieren, nein, er muß auch noch auf einer Hundeshow ermitteln, bei der jeder Teilnehmer verrückter ist, als der andere. Immer wenn man dachte, schlimmer geht's nicht mehr, lehrt Jessica Müller den Leser etwas anderes. Ich weiß gar nicht, mit wem ich mehr Mitleid hatte - mit Hirschberg oder mit Picasso, der spaßbefreit an der Show teilnehmen muß und dann auch noch "zwangsverheiratet" werden soll. Einer darf hier natürlich auch nicht fehlen, wenn es darum geht, humorvolle Szenen einzustreuen: Pfarrer Schmalzengruber, der auch hier wieder sehr lustige Auftritte hat. Bei all dem Humor kommt die Spannung aber nicht zu kurz. Man fragt sich die ganze Zeit, ob der Mörder die Konkurrenz ausschalten möchte oder ob hier jemand einfach planlos mordet. Und ganz ehrlich- ich hatte bis zum Schluß alles und jeden in Verdacht. Jessica Müller beschreibt ihre Charaktere wieder sehr bildhaft. Man bekommt von den Showteilnehmern ein klares Bild und kann so manches Mal über ihre Marotten nur mit dem Kopf schütteln. Auch die bekannten Charaktere sind alle wieder mit dabei und auch wenn es hier ebenfalls einige sehr spezielle Menschen gibt, mag ich sie alle sehr gern und könnte auf keinen von ihnen verzichten. Noch nicht einmal auf Schmalzengruber.

Mir hat dieser Krimi wieder echt tolle und fröhliche Lesestunden beschert. Ich hoffe auf viele weitere Fälle in Krindelsdorf!

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