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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2025

Fesselnd

Die Villa
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Aoife starb vor drei Jahren bei ihrem Junggesellinnenabschied. Ihre Freundinnen kehren nun in die Villa zurück, in der das Verhängnis seinen Lauf nahm. Die Freundinnen wünschen sich nichts sehnlicher als ...

Aoife starb vor drei Jahren bei ihrem Junggesellinnenabschied. Ihre Freundinnen kehren nun in die Villa zurück, in der das Verhängnis seinen Lauf nahm. Die Freundinnen wünschen sich nichts sehnlicher als einen Abschluß. Doch in der Villa brechen die Wunden wieder auf, jede von ihnen hat andere Erinnerungen an die verhängnisvolle Nacht und hütet ein Geheimnis.

"Die Villa" von Jess Ryder ist kein nervenaufreibender Thriller. Vielmehr besticht dieses Buch durch eine ruhigere, psychologische Spannung. Die Handlungsstränge wechseln zwischen der Vergangenheit vor drei Jahren, dem heutigen Treffen der vier Frauen, sowie den Perspektiven der Freundinnen. Etwas aufpassen muß man hier schon. Diese Wechsel erhöhen natürlich die Spannung und steigern den Drang, immer weiter zu lesen. Man kommt hier wie bei einem Puzzle Stück für Stück der Wahrheit näher und muß seine eigenen Vermutungen immer wieder korrigieren. Die Charaktere sind so gestaltet, daß man hier niemanden bevorzugt. Durch Sympathie hervorstechen tut hier keine der Freundinnen, so daß man allen irgendwie alles zutraut.

"Die Villa" ist ein Thriller, der auf eine ganz besondere Art und Weise fesselt und mich begeistert hat!

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Fängt harmlos an, aber dann wird es atemberaubend

Sweet Home
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Das Essener Ermittlerteam Kriminalhauptkommissar Deniz Müller und Staatsanwältin Camilla Lopez bekommen einen neuen Fall: Am Rand einer abgelegenen Straße wird die Leiche eines Mannes gefunden. Daß es ...

Das Essener Ermittlerteam Kriminalhauptkommissar Deniz Müller und Staatsanwältin Camilla Lopez bekommen einen neuen Fall: Am Rand einer abgelegenen Straße wird die Leiche eines Mannes gefunden. Daß es Mord war, ist sofort klar. Der Täter ist auch schnell gefaßt, über das Motiv schweigt er aber. Da entdecken die Ermittler auf seinem Handy ein Video, daß die Frau des Täters mit einem unbekannten Mann zeigt. Offenbar hat der Mann die Frau willenlos gemacht und vergewaltigt. Der Ehemann hat sich daraufhin selbst auf die Suche nach dem Vergewaltiger gemacht und ihn getötet. Doch er hat den Falschen umgebracht. Deniz Müller und Camilla Lopez finden heraus, daß diese Vergewaltigung kein Einzelfall ist. Sie bekommen es mit einem skrupellosen Täter zu tun, der vielleicht sogar aus ihren eigenen Reihen stammt.

Der Krimi "Sweet Home - Du bist nirgends sicher" ist der zweite Fall für das etwas ungewöhnliche Ermittlerteam Deniz Müller und Camilla Lopez aus Essen. Norbert Horst hat seinen Krimi sehr raffiniert aufgebaut. Alles fängt ganz normal an. Eine Leiche wird gefunden, der Mörder schnell ermittelt und man lehnt sich entspannt zurück. Doch dann geht es erst richtig los. Der eigentliche Krimi beginnt und der Fall ist an Spannung nicht zu überbieten. Norbert Horst beschreibt die Arbeit der Mordkommission so detailgetreu wie es eben nur ein Fachmann kann. Er weiß genau, wovon er spricht bzw. schreibt. Die Charaktere handeln sehr real, machen Fehler und sind verwundbar. Eben keine Action-Helden. Dieser Krimi ist atemberaubend. Man vergisst beim Lesen vollkommen seine Umwelt und wird Teil der Handlung. Ich hatte für mich so viele Verdächtige ermittelt, aber das Ende war eine totale Überraschung. Diese Krimiserie ist ein absolutes Highlight!

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Schaulaufen der Eitelkeiten

Kalter Hund und Krustenbraten
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Krindelsdorf steht wieder einmal Kopf! Eine internationale Hunde-Show sorgt für Aufregung. Davon bleibt auch Kommissar Hirschberg nicht verschont. Zum einen nimmt auch Tante Isobel mit Mops Picasso daran ...

Krindelsdorf steht wieder einmal Kopf! Eine internationale Hunde-Show sorgt für Aufregung. Davon bleibt auch Kommissar Hirschberg nicht verschont. Zum einen nimmt auch Tante Isobel mit Mops Picasso daran Teil, damit Picasso als Zuchtrüde zum Einsatz kommen kann, zum anderen wird die international erfolgreiche Immobilienmaklerin, die mit ihrer Pudeldame teilnehmen wollte, mit einem Pfeil in der Brust tot aufgefunden. Und es folgen noch weitere Leichen. Hirschberg und Hansen ermitteln im Rahmen der Hundeshow - und treffen auf einen Jahrmarkt der Eitelkeiten und Missgunst!

"Kalter Hund und Krustenbraten" ist ein wahrer Volltreffer. Jessica Müller schickt Kommissar Hirschberg wahrlich vor die Hunde. Nicht genug, daß zu Hause noch immer Tante Isobel, Dornberg und Mops Picasso logieren, nein, er muß auch noch auf einer Hundeshow ermitteln, bei der jeder Teilnehmer verrückter ist, als der andere. Immer wenn man dachte, schlimmer geht's nicht mehr, lehrt Jessica Müller den Leser etwas anderes. Ich weiß gar nicht, mit wem ich mehr Mitleid hatte - mit Hirschberg oder mit Picasso, der spaßbefreit an der Show teilnehmen muß und dann auch noch "zwangsverheiratet" werden soll. Einer darf hier natürlich auch nicht fehlen, wenn es darum geht, humorvolle Szenen einzustreuen: Pfarrer Schmalzengruber, der auch hier wieder sehr lustige Auftritte hat. Bei all dem Humor kommt die Spannung aber nicht zu kurz. Man fragt sich die ganze Zeit, ob der Mörder die Konkurrenz ausschalten möchte oder ob hier jemand einfach planlos mordet. Und ganz ehrlich- ich hatte bis zum Schluß alles und jeden in Verdacht. Jessica Müller beschreibt ihre Charaktere wieder sehr bildhaft. Man bekommt von den Showteilnehmern ein klares Bild und kann so manches Mal über ihre Marotten nur mit dem Kopf schütteln. Auch die bekannten Charaktere sind alle wieder mit dabei und auch wenn es hier ebenfalls einige sehr spezielle Menschen gibt, mag ich sie alle sehr gern und könnte auf keinen von ihnen verzichten. Noch nicht einmal auf Schmalzengruber.

Mir hat dieser Krimi wieder echt tolle und fröhliche Lesestunden beschert. Ich hoffe auf viele weitere Fälle in Krindelsdorf!

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Mit Überraschungseffekt

Die Kolonie
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In der kleinen Stadt Deadhart in Alaska wird ein Junge mit zerfetzter Kehle aufgefunden. Der Fall erinnert an eine Tat vor 25 Jahren. Detektive Barbara Atkins wird zur Unterstützung von Sheriff Jensen ...

In der kleinen Stadt Deadhart in Alaska wird ein Junge mit zerfetzter Kehle aufgefunden. Der Fall erinnert an eine Tat vor 25 Jahren. Detektive Barbara Atkins wird zur Unterstützung von Sheriff Jensen Tucker hinzugezogen. Für die Einwohner Deadharts ist der Schuldige schnell gefunden - sie glauben, ein Mitglied der Vampirkolonie, die in einer Bergbausiedlung tief in den Bergen lebt, ist der Täter. Barbara gerät unter Druck, die gesamte Kolonie töten zu lassen, doch die Beweise sind für sie nicht stichhaltig und sie findet heraus, daß die Einwohner lügen. Barbara und Tucker müssen sich beeilen und die Frage klären, ob sie es mit einem Mörder oder Monster zu tun haben.

C. J. Tudor überrascht mit ihrem neuesten Buch "Die Kolonie" auf der ganzen Linie. Was wie ein üblicher Thriller beginnt, wird zu einem wahren Gruselroman in bester Stephen-King-Manier. Plötzlich trifft man auf Vampire, die fernab des bisherigen Bildes als ausgegrenzte Kolonie in einer abgelegenen Bergbausiedlung leben. Hier werden Vampire zu Opfern der Gesellschaft, müssen um ihre Existenz und ihr Leben fürchten und benötigen staatlichen Schutz. Dafür ist hier Barbara Atkins da, die absolut sympathisch beschrieben wird. Keine Superheldin, sondern eine normale Frau, die über sich selbst lachen kann und weiß, was sie will. Aber nicht nur sie wird hier sehr gut beschrieben, auch die restlichen Charaktere erwachen hier zu leben. Jeder einzelne mit Ecken und Kanten, keiner ist austauschbar. Die Handlung ist durchweg spannend und das Ende deutet darauf hin, daß es mit Barbara Atkins eine neue Serienheldin gibt. Ich fände das richtig gut!

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Veröffentlicht am 26.01.2025

Spannend

Freier Fall
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Flug 79 soll eine Sensation werden - der erste Nonstop-Flug von London nach Sydney! Das Flugzeug ist voll besetzt, unter den Passagieren viel Prominenz. Flugbegleiterin Mina ist für das Wohl der Passagiere ...

Flug 79 soll eine Sensation werden - der erste Nonstop-Flug von London nach Sydney! Das Flugzeug ist voll besetzt, unter den Passagieren viel Prominenz. Flugbegleiterin Mina ist für das Wohl der Passagiere der Businessclass zuständig, versucht nicht an ihre kaputte Ehe und die Schwierigkeiten mit Adoptivtochter Sophia zu denken. Als ihr jemand einen Zettel in die Hand drückt, bricht ihre Welt zusammen. Flug 79 soll mit ihrer Hilfe Sydney nie erreichen - dann wird sie überleben, andernfalls stirbt sie. Sie hat noch 20 Stunden Zeit, um sich zu entscheiden...

Mit "Freier Fall" reiht sich Clare Mackintosh ein in die Reihe der Thriller rund um Flugzeugkatastrophen. Ich war zunächst skeptisch, ob es sich hier nicht einfach um das Aufwärmen eines immer wiederkehrenden Themas handelt. Ich wurde positiv überrascht. Auch wenn die Handlung sehr surreal und an den Haaren herbeigezogen wirkt, ist das Buch extrem spannend. Die Autorin vermittelt mit ihrem sehr guten Schreibstil die Ängste und Verzweiflung der Passagiere so, daß es zum greifen nah ist. Durch häufige Perspektivwechsel erlebt man die Gedanken von Mina und einigen Passagieren hautnah und bekommt eine Verbindung zu ihnen. Man versteht sie gut und sie bleiben nicht fremd. Man entwickelt Sympathien zu einigen Charakteren und merkt schnell, auf wen man gut verzichten könnte. Jedoch darf man sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen, denn man erlebt hierbei die ein oder andere Überraschung. Clare Macintosh arbeitet hier mit vielen Handlungssträngen, die sie jedoch nie aus dem Blick verliert und zu einem schlüssigen, zusammenhängenden Ende führt. Ich empfehle "Freier Fall" allen, die nicht gerade unter Flugangst leiden - denn diejenigen könnten mit dem Buch Probleme haben!

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