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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.12.2024

Alle Jahre wieder

Da ist ja noch das Preisschild dran
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Jedes Jahr versammelt Dietmar Bittrich die Kurzgeschichten mehrerer Autoren in einer Anthologie. So auch in diesem Jahr mit seinem Buch "Da ist ja noch das Preisschild dran". In diesen Geschichten dreht ...

Jedes Jahr versammelt Dietmar Bittrich die Kurzgeschichten mehrerer Autoren in einer Anthologie. So auch in diesem Jahr mit seinem Buch "Da ist ja noch das Preisschild dran". In diesen Geschichten dreht sich alles um Weihnachten - und den alljährlichen Wahnsinn drumherum. Es geht um so wichtige Dinge wie mit wem man feiert, wo man feiert, was wird gekocht, weihnachtliche Schulveranstaltungen und Erlebnisse in der Weihnachtszeit in fremden Ländern. Die Geschichten sind alle von angenehmer Länge, so daß man dieses Buch sowohl in Etappen zwischendurch, als auch am Stück lesen kann. So unterschiedlich die Autoren sind, so unterschiedlich sind auch die Geschichten. Mal kommen sie humorvoll um die Ecke, mal nachdenklich oder besinnlich. Natürlich kann in solch einer Sammlung nicht jedem jede Geschichte gleich gut gefallen, so daß hier jeder seine eigene Lieblingsgeschichte haben wird. Aber als Gesamtbild ist hier jede Geschichte lesenswert und bereitet Freude. Ich mag die alljährlichen Geschichtensammlungen von Dietmar Bittrich. Sie gehören für mich in meine Weihnachtszeit genauso fest wie Adventskranz und Kekse.

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Leider das Thema verfehlt

Der Rommé-Club ermittelt
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Die Freundinnen Evelyne, Rosa, Barbara und Ingrid treffen sich regelmäßig zum Romme spielen. Natürlich sind sie auch dem Klatsch und Tratsch in ihrem Heimatort Himmelrath sehr zugetan. Da ist die Aufregung ...

Die Freundinnen Evelyne, Rosa, Barbara und Ingrid treffen sich regelmäßig zum Romme spielen. Natürlich sind sie auch dem Klatsch und Tratsch in ihrem Heimatort Himmelrath sehr zugetan. Da ist die Aufregung groß, als der Verbandsbürgermeister Herbert Brandt ermordet wird. Ausgerechnet Barbaras Bruder Hannes Neffgen, Kommissar kurz vor der Pensionierung, soll den Fall aufklären. Da er aber nicht gerade als die Leuchte der Eifel bekannt ist, beschließen die vier Freundinnen, ihm bei den Ermittlungen hilfreich zur Seite zu stehen. Er darf nur nichts davon merken. Die Frauen decken dabei einige Spuren auf, von denen die Polizei keine Ahnung hat. Als dann aber die Wahrheit ans Licht kommt, sind alle total überrascht.

Der Roman von Birgit Zimmermann "Der Rommeclub ermittelt" kommt als Kriminalroman daher. Leider spielt der Mord aber nur eine untergeordnete Rolle. Es gibt so viele Nebenschauplätze, daß man vom eigentlichen Thema immer wieder abgelenkt wird. Es geht zu oft um Beziehungen, deren Krisen und - ganz wichtig - um die Suche nach einem Mann fürs Leben. Ab und zu wird dann behauptet, daß eine Frau auch ohne Mann glücklich sein kann. Die krampfhafte Suche nach dem Traummann stellt diese Behauptung aber sofort wieder in Frage. Daß die vier Damen nicht mehr ganz jung sind, die älteste ist zarte 84 Jahre alt, macht die Sache nicht gerade interessanter. Außerdem fand ich die Frauen nicht übermäßig sympathisch. Ich könnte mir nicht vorstellen, mit ihnen befreundet zu sein.

Es ist eigentlich schade, so eine Chance vertan zu haben, denn ein Eifelkrimi könnte bestimmt reizvoll und spannend sein.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Erfrischend anders

Wie Jesus das Lübecker Marzipan erfand
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Mit seinem Buch "Wie Jesus das Lübecker Marzipan erfand" beschreitet Lorenz Meyer einen ganz neuen Weg der Weihnachts-Kurzgeschichten. Denn hier geht es weder mörderisch noch humorvoll zu. Vielmehr werden ...

Mit seinem Buch "Wie Jesus das Lübecker Marzipan erfand" beschreitet Lorenz Meyer einen ganz neuen Weg der Weihnachts-Kurzgeschichten. Denn hier geht es weder mörderisch noch humorvoll zu. Vielmehr werden hier Geschichten bekannter Autoren wie Thomas Mann, Mark Twain, Paulo Coelho, Kurt Tucholsky, Julis Verne, Agatha Christi, Wilhelm Busch, Sophie Kinsella, Astrid Lindgren und vielen mehr so umgeschrieben, daß es jeweils eine neue Fassung der Weihnachtsgeschichte ergibt. Und dies genau 24mal. Wer jetzt denkt, dies wäre langweilig - falsch gedacht. Jede Geschichte ist einzigartig und verliert, trotz der Änderung, nicht den Bezug zum Ursprung. Lorenz Meyer hat auch gut darauf geachtet, den Schreibstil der jeweiligen Urgeschichte beizubehalten. Dies stelle ich mir gar nicht so einfach vor! Dieses Buch ist eine gelungene Abwechslung. Der Autor hat für seinen Mut, dieses gelungene Experiment zu wagen, ein großes Lob verdient!

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Für alle Fans ein Muß

Das Mädchen aus Yorkshire
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Schon als Leah Thompson noch ein kleines Mädchen war, zeichnete sich ab, daß aus ihr einmal eine außergewöhnlich schöne Frau würde. Doch eine unheimliche Prophezeiung einer alten Frau warnt sie vor den ...

Schon als Leah Thompson noch ein kleines Mädchen war, zeichnete sich ab, daß aus ihr einmal eine außergewöhnlich schöne Frau würde. Doch eine unheimliche Prophezeiung einer alten Frau warnt sie vor den negativen Folgen ihrer Schönheit. Viele Jahre später ist aus dem einfachen Mädchen tatsächlich ein umjubeltes Supermodel geworden. Die Männer liegen ihr zu Füßen, aber Leah kann ihre Jugendliebe Brett nicht vergessen. Mit ihm verbindet sie auch die Beziehung zu der Familie Delancey, die in Leahs Kindheit in Yorkshire eine große Rolle gespielt hat. Die Geheimnisse dieser Familie reichen weit in die Vergangenheit zurück und führen Leah in die Zeit des Zweiten Weltkrieges nach Polen. Plötzlich erinnert sie sich wieder an die Weissagung der alten Frau und sie geht ein großes Risiko ein, um ihr Glück zu finden.

"Das Mädchen aus Yorkshire" ist ein früher Roman der verstorbenen Autorin Lucinda Riley. Man erkennt aber schon den Stil der späteren Bestsellerautorin und wird von der Geschichte sofort eingefangen. Das vermeintlich traumhafte Leben der Supermodels wird in diesem Roman entzaubert. Lucinda Riley beschreibt das harte Geschäft in der Modelbranche knallhart. Man kann sich die Existenzängste der Models gut vorstellen und spürt genau den Druck, mit dem sie täglich fertig werden müssen. Im zweiten Erzählstrang geht es um das Schicksal der polnischen Juden im Zweiten Weltkrieg. Bei dieser Geschichte bekommt man unwillkürlich eine dicke Gänsehaut. Das Leben in den Lagern beschreibt die Autorin sehr intensiv und ungeschönt. Dieser Roman hat noch nicht ganz die Klasse der späteren Werke von Lucinda Riley. Trotzdem ist er viel zu schade, um unveröffentlicht zu bleiben. Für alle Fans der Autorin ein unbedingtes Muß!

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Veröffentlicht am 06.12.2024

Gelungene Sammlung

Du stirbst nicht nur zur Sommerzeit
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"Du stirbst nicht nur zur Sommerzeit" ist eine Sammlung krimineller Kurzgeschichten, die beweisen, wie mörderisch gut die Weihnachtszeit ist. 24 Autoren haben sich hier zusammengeschlossen und überzeugen ...

"Du stirbst nicht nur zur Sommerzeit" ist eine Sammlung krimineller Kurzgeschichten, die beweisen, wie mörderisch gut die Weihnachtszeit ist. 24 Autoren haben sich hier zusammengeschlossen und überzeugen durch Kurzgeschichten, die Abwechslung bieten. Jede Geschichte für sich spielt in der Weihnachtszeit, variiert jedoch in Handlungsort und -jahr. Spannend und unterhaltsam sind sie alle, lassen den Leser miträtseln und nehmen ihn sofort für sich ein. Die Autoren verstehen ihr Handwerk - was man an den plötzlichen Wendungen und falschen Spuren deutlich merkt. Einige Geschichten kommen dabei noch humorvoll herüber oder jagen dem Leser einen Schauer über den Rücken. Alle sind sie sehr locker und leicht geschrieben und bereiten Lesespaß. Die Geschichten haben durchweg eine angenehme Länge, die es ermöglicht, immer wieder eine Geschichte zwischendurch zu lesen. Da es 24 Geschichten sind, könnte man dies Buch als Adventkalender nutzen. Da die Geschichten jedoch alle richtig gut sind, gehört dazu eine ordentliche Portion Selbstbeherrschung - mir würde dies nicht gelingen!

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