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Veröffentlicht am 05.03.2023

Ein bemerkenswertes Romandebüt mit einer wundervollen Coming of Age Geschichte

Roxy
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Mit Roxy ist Johann von Bülow ein wundervolles Romandebüt gelungen. Die Coming of Age Geschichte beschreibt den Werdegang Marcs, eine Art Alter Ego des Autors, vom unsicheren Schuljungen zum erfolgreichen ...

Mit Roxy ist Johann von Bülow ein wundervolles Romandebüt gelungen. Die Coming of Age Geschichte beschreibt den Werdegang Marcs, eine Art Alter Ego des Autors, vom unsicheren Schuljungen zum erfolgreichen Schauspieler. Im Mittelpunkt steht dabei Marcs Beziehung zu seinem Jugendfreund Roy, der gerade gestorben ist. In Rückblenden wird die Freundschaft zwischen Marc und Roy geschildert, die von ihrer Art her eigentlich grundverschieden sind und sich trotzdem oder vielleicht auch deshalb sehr gut verstehen. Während Roy unverkrampft durchs Leben geht und scheinbar alles mühelos bekommt, was er möchte, ist Marc eher schüchtern und von Selbstzweifeln geplagt, weshalb er sich entsprechend schwer damit tut seinen Weg zu finden. Die Handlung spielt weitgehend in den 1980ern und frühen 1990ern und entwickelt durchaus Tiefgang. Die instabile Gefühlslage des Protagonisten während des Erwachsenwerdens konnte ich jederzeit gut nachvollziehen und habe nicht wenige Parallelen zu meinem eigenen Leben dabei entdeckt - nicht nur weil ich fast gleichalt wie Johann von Bülow bzw. Marc bin. Auch Bülows einfühlsamer Erzählstil hat mich dabei sehr angesprochen. Etwas verwirrend ist einzig der Titel, da der namensgebende Schwabinger Club "Roxy" nur eine sehr kleine Rolle spielt und für die Handlung eigentlich komplett unerheblich ist. Insgesamt hat mich "Roxy" absolut überzeugt und ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Sehr ergreifend – ein wundervoller Roman, der im Gedächtnis bleibt

Lichte Tage
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Nachdem ich gerade die letzten Zeilen dieses tollen Buches gelesen habe, fällt es mir schwer die passenden Worte für dieses literarische Meisterwerk von Sarah Winman zu finden. Aus einer Jungenfreundschaft ...

Nachdem ich gerade die letzten Zeilen dieses tollen Buches gelesen habe, fällt es mir schwer die passenden Worte für dieses literarische Meisterwerk von Sarah Winman zu finden. Aus einer Jungenfreundschaft zweier einsamer Seelen, mit denen es das Leben bereits in jungen Jahren nicht so gut gemeint hat, entspinnt sich eine herzergreifende Liebesgeschichte, zu der später Annie hinzukommt und das ohnehin schon komplizierte Gefühlsleben von Ellis und Michael komplett durcheinanderwirbelt. Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Männer über verschiedene Zeitebenen hinweg erzählt. Hierfür findet Sarah Winman bzw. die deutsche Übersetzerin Elina Baumbach eine unheimlich tolle Sprache, die dem Leser das Geschehen sehr bildhaft vor Augen führt. Dadurch brennt sich diese wundervolle Geschichte über Liebe, Verzicht und Verlust sehr tief ins Herz ein. Mir wird dieser Roman sehr lange im Gedächtnis bleiben und ich kann ihn allen, die sich von einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte jenseits von jeglichem Kitsch und Pathos berühren lassen möchten, allerwärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 08.02.2023

Leider nur Mittelmaß

Stigma (Milosevic und Frey ermitteln 1)
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Aufgrund der Leseprobe und des daraus hervorgehenden Plots hatte ich einen sehr spannenden Krimi erwartet, wurde aber unter dem Strich leider etwas enttäuscht. Im Mittelpunkt stehen Frauen, denen sexueller ...

Aufgrund der Leseprobe und des daraus hervorgehenden Plots hatte ich einen sehr spannenden Krimi erwartet, wurde aber unter dem Strich leider etwas enttäuscht. Im Mittelpunkt stehen Frauen, denen sexueller Missbrauch in verschiedenen Facetten angetan wurde ohne dass die Täter angemessen bestraft wurden, weil sie entweder eine besondere Machtposition ausgenutzt haben oder sie mangels Beweisen nicht verurteilt werden konnten. Deren Schicksal wird zum Teil detailliert beschrieben und der Leser damit für ein durchaus wichtiges gesellschaftliches Thema sensibilisiert. Dies fand ich soweit anschaulich und nachvollzierbar geschildert.

Als Krimi allerdings ist das Buch insgesamt nur Mittelmaß. Das Geschehen plätschert häufig vor sich hin, die Sprache ist nicht sonderlich mitreißend und die Darstellung der Protagonisten teilweise ziemlich hölzern. Erst auf den letzten 50 Seiten, als die Handlung nochmal Fahrt aufgenommen hat, wurde ich ein wenig von "Stigma" gefesselt. Da gibt es in diesem Genre jede Menge bessere Bücher.

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Veröffentlicht am 25.11.2022

Gewohnt starker Thriller von Jo Nesbo

Blutmond (Ein Harry-Hole-Krimi 13)
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Auch mit dem 13. Fall um den eigenwilligen Ermittler Harry Hole hat Jo Nesbo wieder ein fesselndes Meisterwerk abgeliefert, das mich bereits von den ersten Seiten an in seinen Bann gezogen hat. Die Handlung ...

Auch mit dem 13. Fall um den eigenwilligen Ermittler Harry Hole hat Jo Nesbo wieder ein fesselndes Meisterwerk abgeliefert, das mich bereits von den ersten Seiten an in seinen Bann gezogen hat. Die Handlung wird mit vielen Facetten und Details klug aufgebaut und es fällt schwer das Buch aus der Hand zu lesen, wenn man einmal mit dem Lesen angefangen hat. Immer wieder wird der Leser auf neue Fährten geführt und teilweise in die Irre gelockt, um erst sehr spät die durchaus überraschende Auflösung zu erfahren. Ein exzellenter Thriller so wie man es von Jo Nesbo kennt und erwartet. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung für alle Fans düsterer Krimis mit einer geschickt verwobenen, auch etwas tiefergehenden Handlung. Ich hoffe, dass Jo Nesbo noch viele Nachfolgebände in ähnlicher Qualität gelingen werden und freue mich sehr darauf.

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Veröffentlicht am 02.11.2022

Wieder ein Riesenspaß - Wallner und Kreuthner stehen Eberhofer um nichts nach

Herzschuss
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Auch der neueste oberbayerische Regionalkrimi von Andreas Föhr um das kauzige Ermittlerduo Wallner und Kreuthner bietet wieder einen Riesenlesespaß. Wobei Kreuthner dieses Mal nicht viel ermitteln kann, ...

Auch der neueste oberbayerische Regionalkrimi von Andreas Föhr um das kauzige Ermittlerduo Wallner und Kreuthner bietet wieder einen Riesenlesespaß. Wobei Kreuthner dieses Mal nicht viel ermitteln kann, da er zum Hauptverdächtigen wird, nachdem der Ehemann seiner Jugendliebe, der Politiker Gansel, tot aufgefunden wird und immer Spuren auf Kreuthner zeigen, der es seit eh und je nicht immer so ganz genau mit der Gesetzestreue nimmt. Natürlich sind auch Wallners hochbetagter, aber gerissener Großvater Manfred und die gewohnten zwielichtigen Personen aus der Mangfallmühle wieder mit von der Partie und tragen ihren Teil zum Geschehen bei. Neu im Team ist Karla Tiedemann als Wallners Vorgesetzte, die nicht nur ihren eigenen Kopf sondern auch Familiengeheimnisse zu haben scheint. Wie in diesem Genre üblich, steht natürlich der reine Kriminalfall nicht ganz im Vordergrund und obwohl dieser insgesamt durchaus spannend konstruiert ist, darf man nicht alles logisch hinterfragen und die Auflösung gerät am Ende eher kurz. Dafür bietet das Geschehen insgesamt jede Menge erheiternde Momente und Anspielungen zwischen den Zeilen, wie ich es als Leser solcher Regionalkrimis erwarte. Meines Erachtens brauchen sich Wallner und Kreuthner vor dem inzwischen berühmtesten bayerischen Regionalermittler Eberhofer und seinen Spezeln in keinster Weise verstecken. Andreas Föhr spielt mit seinen Romanen durchaus in der gleichen Liga wie die Eberhofer-Erfinderin Rita Falk.

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