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Veröffentlicht am 11.12.2025

Lebkuchenduft und Schneeflocken - cosy Weihnachtsroman

Schneezauber in Norwegen
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Langsam wird es Zeit für ein paar Weihnachtsromane! Und wohin würde ich zur Weihnachtszeit am liebsten entfliehen? In die Berge oder in den Norden....auf jeden Fall brauche ich Schnee, der bei uns ja leider ...

Langsam wird es Zeit für ein paar Weihnachtsromane! Und wohin würde ich zur Weihnachtszeit am liebsten entfliehen? In die Berge oder in den Norden....auf jeden Fall brauche ich Schnee, der bei uns ja leider immer weniger wird..

Anna Liebig aka Nicole Steyer oder Linda Winterberg hat dieses Jahr nach "Winterträume in New York" (habe ich nicht gelesen) ihren nächsten Weihnachtsroman in Norwegen spielen lassen. Da bin ich doch gleich dabei!

Als Uwe, der Großvater von Nina, eine Dokumentation über die größte Lebkuchenstadt in Bergen sieht, entdeckt er seine erste große Liebe Ingrid im TV. Sie ist die Leiterin dieser einmaligen kleinen Stadt aus Lebkuchen. Spontan beschließt er nach Norwegen zu reisen und Ingrid in Bergen zu besuchen. Doch alleine traut er sich nicht so richtig und er bittet seine Enkelin mitzufahren. Nina hat gerade ihren Job gekündigt und möchte die Bitte ihres noch einzig lebenden Familienmitgliedes nicht abschlagen. Auch ihr etwas exzentrischer Mitbewohner Alex ist sofort Feuer und Flamme und nimmt sich spontan Zeit für eine vorweihnachtliche Reise in den Norden.
Als die drei in Norwegen ankommen, werden sie nicht nur von Schneeflocken und dem winterlichen Ambiente empfangen, sondern auch von einem sympathischen Besitzer der Pension, in der sie sich eingemietet haben. Doch auch die Einwohner von Bergen, die jedes Jahr mithelfen diese einzigartige Stadt aufzubauen, sind schnell mit Uwe auf "Du und Du". Nur Ingrid gegenüber traut er sich nicht seine wahre Identität preiszugeben.

Anna Liebig hat einen zu Herzen gehenden Weihnachtsroman geschrieben, der in Bergen spielt und mir die noch völlig unbekannte größte Lebkuchenstadt der Welt näher gebracht hat. Natürlich musste ich zuallererst danach googeln und habe die tollen Kreationen und vor allem auch diese wunderschöne Idee bestaunt.

Der Schreibstil von Anna Liebig ist sehr bildhaft und lässt sich flüssig lesen. Mit den sympathischen Protagonisten Uwe, Nina und Alex bin ich durch die kleine und charmante Stadt gewandert und habe das weihnachtliche Ambiente gefühlt. Das winterliche Setting hat mich schnell verzaubert. Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und glaubwürdig. Die Verbindung zur Vergangenheit von Uwe und dem Kennenlernen seiner Ingrid hat mir sehr gut gefallen.

Die Figuren sind liebenswert und glaubwürdig dargestellt. Jeder hat seine Ecken und Kanten. Die Beziehung zwischen Nina und ihrem Großvater ist eine ganz besondere, denn sie hat ihre Eltern früh verloren und nur mehr ihren Opa Uwe. Auch das spürt man intensiv durch die Seiten. Alex versprüht hingegen Spontanität und Humor und gibt dem Roman Dynamik.
Ein bisschen Drama darf natürlich bei einer Geschichte wie dieser, nicht fehlen. Mir war es am Ende fast ein bisschen "too much", denn es passierte unglaublich viel. Trotzdem mochte ich diese vorweihnachtliche Geschichte sehr, die genau das richtige Wohlfühlgefühl vermittelt.

Fazit:
Eine warmherzige und leichte Geschichte im winterlichen Norwegen über zweite Chancen. Ein richtiger Wohlfühlroman, der perfekt in die Vorweihnachtszeit passt.

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Ich zähl ein, ich zähl zwei

Der Kuckucksjunge
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Wow, was war das für eine Geschichte! Schon seit Ewigkeiten hat mich kein Thriller mehr so gepackt, wie "Der Kuckucksjunge". Am liebsten hätte ich ohne Unterbrechung gelesen und jeden Abend wollte ich ...

Wow, was war das für eine Geschichte! Schon seit Ewigkeiten hat mich kein Thriller mehr so gepackt, wie "Der Kuckucksjunge". Am liebsten hätte ich ohne Unterbrechung gelesen und jeden Abend wollte ich sofort das Buch wieder zur Hand nehmen, was leider nicht immer möglich war.

Schon die ersten Seiten, die ich bei vorablesen gelesen habe, habe mich sofort gepackt. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich das Buch gewonnen habe und lesen durfte. Es erscheint nämlich erst am 24. Dezember. Macht euch schon mal ein Kreuzerl in den Kalender!

Der Thriller beginnt mit einem Schulausflug Anfang der Neunziger Jahre. Dabei wird beim Verstecken spielen von einem der Schüler die Leiche eines vermissten Jungen im Schilf gefunden.
Danach sind wir in der Gegenwart. "Hab dich" ist die letzte Nachricht auf Silje Thomsens Handy, bevor die in Scheidung lebende Mutter einer Tochter spurlos verschwindet.
Naja Thulin arbeitet seit kurzem bei der NC3, dem nationalen Zentrum für Cyberkriminalität. Als Naja und ihr Kollege Raheem sich Siljes Handyverlauf näher ansehen, entdecken sie einen Abzählreim "Ich zähl eins, ich zähl zwei...", der sofort Erinnerungen an einen noch ungelösten Fall vor zwei Jahren weckt. Die damals 19jährige Gymnasiastin Caroline Holst wurde gestalkt und hatte ähnliche Nachrichten auf ihrem Handy.
Nachdem eine Frauenleiche gefunden wird und weitere Stalkingfälle mit ähnlichen Nachrichten bei der Polizei angezeigt werden, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Thulins ehemaliger Partner Mark Hess, den sie nach ihrem letzten gemeinsamen Fall nie mehr wiedersehen wollte, wird hinzugezogen. Doch der Stalker ist intelligent und versteht seine Spuren zu verwischen. Fotos der zukünftigen Opfer, die er stalkt, können selbst von der Cyberkriminalität nicht zurückverfolgt werden. Das Ermittlerteam muss an einigen Fronten gleichzeitig arbeiten, denn die Fälle beginnen sich zu häufen und weitere Personen verschwinden spurlos. Hess und Thulin geraten unter Druck...
Kurze Zeit später kommt es zu einem weiteren Zwischenfall und der Täter scheint gefunden. Doch einige lose Enden und Ungereimtheiten lassen Naja und Hess keine Ruhe. Obwohl Hess an einer privaten Tragödie knabbert und sich nur schwer auf den Fall konzentrieren kann, irritiert ihn einiges an der Beweislage des mutmaßlichen Täters und er ermittelt weiter, was ihn in tödliche Gefahr bringt....

Der Schreibstil ist absolut fesselnd und der Spannungsbogen bleibt die fast 700 Seiten konstant hoch. Die Charaktere sind sehr authentisch gezeichnet. Die Angst und die Panik der Stalkingopfer ist permanent spürbar. Ein richtiger Alptraum!
Überraschende Wendungen und emotionale Konflikte geben dem Thriller zusätzlich Dramatik.

Die Gefahr, die immer näher kommt, ließ mich Nägel kauend in meinem Lesesessel versinken und mit fiebern. Trotz der 672 Seiten kann man das Buch kaum aus der Hand legen und man möchte alles um sich herum ausblenden. Der Showdown war purer Nervenkitzel. Große Leseempfehlung!

Søren Sveistrups Vorgänger "Der Kastanienmann" ist damals bald nach Erscheinen bei mir eingezogen und liegt seitdem auf meinem SuB. Das Buch wird jetzt definitiv sehr bald gelesen werden!

Fazit:
Ein psychologisch ausgefeilter und komplexer Thriller der Hochspannung vermittelt. Für mich ein absolutes Highlight und endlich wieder großartige Thriller-Literatur. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Blutiges Wichtelgeschenk

Der Kurator
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Nachdem mir "Der Gourmet" nach "Der Zögling" wirklich sehr gut gefallen hat, ist "Der Kurator" nun für meinen Geschmack wieder etwas schwächer.

Doch der Beginn ist absolut gelungen und man ist dadurch ...

Nachdem mir "Der Gourmet" nach "Der Zögling" wirklich sehr gut gefallen hat, ist "Der Kurator" nun für meinen Geschmack wieder etwas schwächer.

Doch der Beginn ist absolut gelungen und man ist dadurch sofort mitten im Geschehen. Es ist kurz vor Weihnachten. Bei einer Firmenweihnachtsfeier werden die Pakete des firmeninternen Wichtelspiels geöffnet. Dabei kommt es zu einer bösen Überraschung, denn in einem der Pakete ist nicht der erwartete Ring, sondern zwei abgeschnittene Finger und die kryptische Nachricht #BSC6.
Kurze Zeit später werden weitere abgetrennte Finger gefunden, doch nur eine dazugehörige Leiche. Washington Poe und Analytikerin Tilly Bradshaw werden vom SCAS Team unter Stephanie Flynn hinzugezogen. Doch auch die beiden sehen kein Muster in den Fällen und keine Übereinstimmungen bei den Opfern. Bis Washington Poe endlich eine kleine Spur findet, die zum mutmaßlichen Täter führen könnte....

Poe und Tilly sind mittlerweile ein sich perfekt ergänzendes Team. Sie vertrauen aufeinander und die Dynamik zwischen den beiden ist allgegenwärtig. Poe und Bradshaw sind sehr eigenwillige Charaktere. Sie sind das große Plus an dieser Reihe. Zwei Einzelgänger, die mit hohen analytischen Verstand arbeiten.

Die Sprache ist etwas rau. Die Dialoge sind aber auch oft witzig und der schwarze englische Humor liegt mir sehr. Tillys kaum soziale Kompetenz schmerzt manchmal beim Lesen, doch ihre Ehrlichkeit wirkt auch oftmals sehr erfrischend.
Die Handlung des Krimis ist sehr komplex und teilweise verstörend. M.W. Craven schreibt sehr detailgetreu und manchmal ausschweifend. Die Handlung wird hauptsächlich aus der Sicht von Washington Poe erzählt, lässt aber auch Einblicke aus der Perspektive der Opfer zu.

Die Landschaftsbeschreibungen von Cumbria, ein sehr karger und rauer Landstrich in Großbritannien, wird sehr bildhaft beschrieben. Die düstere Atmosphäre ist allgegenwärtig. Besonders bei der Überfahrt auf eine fast unbewohnte Insel war mir durchgehend kalt. Die raue See und der Wind...ich hatte alles klar vor meinen Augen.
Der Autor ist aber auch ein Meister im legen falscher Fährten. Am Ende überrascht er noch zusätzlich mit einem Twist, der mich sehr verblüfft zurückgelassen hat. Noch bin ich immer noch am Überlegen, ob er nicht etwas weit her geholt wirkt....

M.W. Craven spricht in diesem Band der Reihe ein sehr aktuelles Thema an, welches bisher an mir vorbei gegangen ist. Im Nachwort geht der Autor noch etwas mehr darauf ein und hat ein etwas flaues Gefühl bei mir hinterlassen.
"Der Kurator" kann auch unabhängig zu den anderen Bänden der Reihe gelesen werden. Ich habe mir aber trotzdem den fünften Band "Der Botaniker", der als erstes Buch der Reihe auf Deutsch veröffentlicht wurde (warum Droemer Knaur ?) aufgehoben und werde ihn definitiv erst nach Band vier lesen, der bereits im Februar erscheinen wird.


Fazit:
Ein spannender dritter Teil mit einem völlig verrückten Fall, der mich sehr gut unterhalten hat und etwas Gänsehautfeeling verbreitet. Ich werde die Reihe sicherlich weiter fortsetzen und freue mich schon auf den kommenden vierten Teil.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Kommt nicht an Happy Place heran

Safe Space
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Was war ich gespannt auf den neuen Thriller von Sarah Bestgen, nachdem mich ihr Debüt "Happy Place" absolut umgehauen hat!
Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass ich wieder bei der Lesejury bei der ...

Was war ich gespannt auf den neuen Thriller von Sarah Bestgen, nachdem mich ihr Debüt "Happy Place" absolut umgehauen hat!
Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass ich wieder bei der Lesejury bei der Leserunde mitlesen durfte. Das macht es umso interessanter, denn alle von uns haben wieder mitgerätselt und Ideen eingebracht.

Anna ist forensische Psychologin und tritt nach einem ausgezeichneten Studium ihre erste Stelle im Hochsicherheitsgefängnis Weyer an. Hier werden die ganz schweren Fälle behandelt, doch Anna hat sich mit Absicht für die Stelle in der JVA Weyer beworben. Sie möchte wissen, was mit ihrer Schwester Sina passiert ist, die vor sechs Jahren spurlos verschwand. In ihrer Wohnung wurde damals nur eine Menge Blut gefunden, welches auf ein Gewaltverbrechen zurückzuführen scheint. Gemeinsam mit Sina ist auch deren Freund Samu unauffindbar und dessen Freund Sonny, der jedoch zur Tatzeit angeblich in Haft ist. Die Polizei konnte trotz intensiver Ermittlungen den Fall nicht abschließen. Anna vermutet indessen den Täter oder einen Mitwisser in Weyer.

Die Einblicke in die psychologische Arbeit innerhalb eines Hochsicherheitsgefängnissen, in dem Serienmörder und Psychopaten einsitzen, ist spannend. Allerdings beginnt Anna Fehler zu machen und gerät zunehmend unter Druck. Sie kann immer öfter ihre professionelle Maske nicht mehr aufrecht erhalten. Mit ihrer Figur bin ich nicht ganz warm geworden und als forensische Psychologin handelte
sie oftmals zu unreflektiert. Anna gerät zunehmend unter Druck und macht Fehler. Das spielt jedoch jemand perfekt in den Plan, denn Anna ist längst selbst das Opfer in diesem Katz und Maus Spiel...

Neben dem Handlungsstrang in der Gegenwart, die wir aus Annas Sicht erleben, lesen wir noch aus Sinas Tagebuch und über Leon, dessen gewaltreiche und lieblose Kindheit wir begleiten. Dies ist oftmals harter Tobak!
Sarah Bestgen ist die charakterliche Darstellung ihrer Figuren wieder großartig gelungen. Jedoch habe ich mich bei einigen gefragt, welche genaue Rolle sie im Endeffekt eigentlich gespielt haben und wie manche Stränge zusammenpassen. Da gab es für mich einige Irritationen.

Wie schon in ihrem Thrillerdebüt versteht die Autorin es hervorragend falsche Fährten zu legen, mit Erwartungen zu spielen und die Leser zu verwirren. Auch in "Safe Space" gelingt ihr das ausgezeichnet.
Sarah Bestgen lässt in menschliche Abgründe blicken. Während des Lesens spürt man die unheilvolle Stimmung und die bedrückende Atmosphäre.

Trotzdem konnte mich "Safe Space" nicht so abholen, wie "Happy End". Ich empfand manche Handlungen überzogen oder unglaubwürdig. Es gab Wiederholungen und es fehlte mir in der Mitte etwas die Spannung. Nichts zu bemängeln gibt es bei den Kapitellängen und den Schreibstil der Autorin, den ich bereits kannte und sehr mag.
Was Sarah Bestgen wieder absolut beherrscht sind die überraschenden Wendungen und Plot Twists! Das Ende ist ein Knaller.

Fazit:
Für mich leider um einiges schwächer als "Happy End", aber vor allem die Charakterisierungen der Figuren und die intensive beklemmende Atmosphäre ist der Autorin wieder hervorragend gelungen. Wegen einiger Wiederholungen, kleinen Längen und überzogenen Handlungen gebe ich 3 1/2 Sterne und runde auf anderen Plattformen auf.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Cozy Hexenvibes

A Dark and Secret Magic
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Ich denke diesen Herbst ist dieses wunderschön gestaltete Buch an nur wenigen vorbei gegangen. Da ich Hexengeschichten liebe, ist es auch sehr schnell auf meinen Wunschzettel gelandet. Eine Geschichte ...

Ich denke diesen Herbst ist dieses wunderschön gestaltete Buch an nur wenigen vorbei gegangen. Da ich Hexengeschichten liebe, ist es auch sehr schnell auf meinen Wunschzettel gelandet. Eine Geschichte perfekt für Halloween und zu diesem Zeitpunkt habe ich es auch gelesen. Die Rezension folgt leider erst heute.

Eines kann ich auf jeden Fall sagen: Das Buch ist DIE perfekte Herbstlektüre und vermittelt cosy und herbstliche Vibes mit magischen Elementen. Ein kleines Hexenhäuschen am Rande eines Waldes und Merlin, ein schwarzer Kater...alles, was man sich wünschen kann.🐈‍⬛

Dort wohnt Hecate, genannt Kate, die für ihre Schwestern und den Hexenzirkel das anstehende Halloweenfest veranstalten soll. Sie ist eine Heckenhexe seit Geburt, was sie zur Ausnahme im Hexenzirkel macht. Heckenhexen sind Heilerinnen und Beschützerinnen.
Normaler Weise müssen sich die jungen Frauen an ihrem 31. Geburtstag für eine Hexenkategorie entscheiden. Dies hat jedoch bereits Kates Mutter bei ihrer Geburt übernommen.
Nun steht zu Samhain Kates 31. Geburtstag an und sie wird von großen Zweifeln eingeholt. Warum hat ihre Mutter diese Entscheidung schon vorab bei ihrer Geburt getroffen?
Als sie unerwarteten Besuch von Matthew, einem Magier aus dem Zirkel "Tor des Pazifiks" bekommt, wird ihr Leben durcheinandergewirbelt. Als Heckenhexe muss sie ihn aufnehmen, sonst verstößt sie gegen die Regeln. Matthew wirkt verschlossen und geheimnisvoll, lehrt Kate jedoch, dass sie einiges Hinterfragen sollte, bevor das Ritual an ihrem Geburtstag vollzogen wird. Als sie ein geheimnisvolles Grimoire ihrer Mutter findet, dessen Inhalt mit blutiger, verbotener Magie versiegelt ist, beginnt das Chaos. Was wollte ihre Mutter verbergen und warum verwehrt die oberste Hexe des Zirkels ihr die Antworten?

Wir lesen ausschließlich aus der Sicht von Kate. Sie ist eine sympathische Figur, wirkt jedoch manchmal etwas unreif für ihre dreißig Jahre. Ihre Zweifel und ihre Unsicherheit, wem sie trauen kann, macht sie verletzlich. Das macht sie zu einer nahbaren Protagonistin. Auch der Verlust ihrer Mutter und dessen verstörendes Geheimnis nagen an Kate.
Spannend fand ich auch ihre magischen Kochkünste. Ein paar Rezepte findet man am Ende des Buches.

Matthew als männlichen Gegenpart mochte ich ebenfalls. Ihn umgibt eine kühle Distanz und etwas Geheimnisvolles. Die wachsende Romanze zwischen den beiden ist fein gezeichnet, trat für mich aber mit der Zeit zu sehr und zu schnell in den Vordergrund. Außerdem konnte ich das gewisse Prickeln zwischen den beiden nicht komplett fühlen.
Insgesamt waren die Charaktere auch etwas flach. Obwohl ich mit Kate mitgefiebert habe, konnte ich mir alle Figuren nur schwer vorstellen.

Der Countdown bis zur Halloweennacht, der auch Kates Geburtstag ist, bilden einen tollen Rahmen. Das Magiesystem und die kreative Hexenarten, sowie die Bräuche des Zirkels fand ich spannend beschrieben. Gerne hätte ich noch mehr davon erfahren. An manchen Stellen wird die Geschichte emotional und mitreißend.
Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und es wird magisch und fantastisch. Wallis Kinney überrascht mit unerwarteten Wendungen und schockierenden Offenbarungen.


Fazit:
Ein perfektes Buch für die Herbstzeit, stimmungsvoll und mit liebevoller Alltagsmagie. Kein Highlight, aber die Atmosphäre ist perfekt eingefangen und verleiht der Geschichte etwas Heimeliges. Hexenkunst und das Böse, in Form des dunklen Königs, welcher im Hintergrund lauert, ergeben den Kontrast dazu.

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