Thriller mit kleinen Schwächen
EisnebelTheodora, genannt Theo, ist mit ihrem Verlobten Connor auf den Weg zu seiner Familie. Die sehr einflussreichen Daltons wohnen auf Idlewood, einem großen Anwesen in den Bergen. Jedes Jahr während der Weihnachtszeit ...
Theodora, genannt Theo, ist mit ihrem Verlobten Connor auf den Weg zu seiner Familie. Die sehr einflussreichen Daltons wohnen auf Idlewood, einem großen Anwesen in den Bergen. Jedes Jahr während der Weihnachtszeit versammeln sich alle Familienmitglieder, um gemeinsam zu feiern. Theo bemerkt jedoch sehr schnell, dass sie nicht wirklich willkommen ist. Im Vorfeld hat sie bereits anonyme Drohungen erhalten, die sie jedoch wenig ernst nimmt. Schließlich liebt sie Connor. Bereits in der ersten Nacht quälen Theo Alpträume und immer wieder hat sie das Gefühl schon einmal hier gewesen zu sein. Warum kann sie sich an einige Einzelheiten erinnern, die ihr in einer der fünf Häuser auffallen?
Zunehmend erfahren wir als Leser auch, dass Theo ebenso etwas verheimlicht und sie teilweise keine Erinnerungen vor ihrer Adoption als Kleinkind hat. Woher stammt sie? Wer ist die Frau, die sie immer wieder in ihren Träumen sieht?
Der Thriller wird aus der Sicht von Theo erzählt. Man erfährt von Beginn an, dass Theo nicht ihr richtiger Name ist und dass sie keine Kindheitserinnerungen hat. Ebenso lässt uns die Autorin wissen, dass sie irgendeine Verbindung zu Idelwood haben muss. Es nimmt zwar nicht wirklich Spannung raus, denn wir erfahren erst zum Ende was wirklich dahinter steckt, aber man hätte dies auch gut nicht so klar darstellen müssen.
Die vielen Familienmitglieder haben mich zu Beginn etwas verwirrt. Vor allem die männlichen Figuren konnte ich oftmals schwer auseinanderhalten. Hier hätte ich mir ein Personenregister gewünscht.
Die Beziehung zwischen Theo und Connor war ebenfalls etwas eigenartig. Bei mir kam nicht wirklich viel Gefühl rüber, auch wenn ich nicht annahm, dass Theo Connor wegen seines Geldes heiraten will.
Der Schreibstil lässt sich gut lesen, ist fesselnd und es war nicht notwendig, alle Figuren sehr detailliert zu beschreiben. Man flog durch die Handlung und hat dabei immer wieder Fragen im Kopf, was hier wohl dahinterstecken mag. Perfekt für eine gemeinsame Leserunde!
Das tief winterliche Setting hat mich jedoch sofort gefangen genommen. Ich liebe Schnee und lese bei Thriller immer wieder gerne diese "Locked-In" Situationen.
Dass alle Familienmitglieder der Daltons Geheimnisse haben und man keinen von ihnen trauen kann, erhöht die Spannung. Zusätzlich endet jedes Kapitel mit einem Cliffhanger. Die bedrohliche Stimmung ist allgegenwärtig.
Am Ende überschlugen sich dann die Ereignisse. Mir war das zu viel, denn die Autorin hat immer wieder neue Wendungen eingebracht und ich konnte nur mehr staunen. Auch einige Zufälle zu viel und Fehler im Text sind weitere Kritikpunkte von meiner Seite. Trotzdem hat mich dieser Thriller gut unterhalten und er war spannend zu lesen. Das Potential für eine gemeinsame Leserunde war ebenfalls vorhanden, denn es gab genügend Fragen und Spekulationen, die uns beschäftigt haben.
Fazit:
Ein atmosphärischer "Locked-In" Thriller, der vor allem mit seinem Setting und der steigenden Spannung punkten kann. Das Ende war mir allerdings zu drüber. Trotzdem kann ich "Eisnebel" gerne weiterempfehlen.