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Veröffentlicht am 21.05.2023

Wunderbarer atmosphärischer Roman

Adas Fest
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Die 74jährige Ada ist auf dem Weg zum Sommerhaus ihrer Familie an der französischen Atlantikküste. Es wird der letzte Sommer in "Les Vagues" sein, denn durch den Klimawandel ist das Wasser an der Küste ...

Die 74jährige Ada ist auf dem Weg zum Sommerhaus ihrer Familie an der französischen Atlantikküste. Es wird der letzte Sommer in "Les Vagues" sein, denn durch den Klimawandel ist das Wasser an der Küste gestiegen und die Gefahr, dass das Haus beim nächsten Unwetter ins Meer abrutscht, wird immer größer. Wehmütig denkt Ada an die fünfzig Jahre zurück, die sie hier verbracht hat und lädt zu einem letzten Fest in Erinnerung an ihren Mann, dem berühmten Maler Leo Kwant. Damals waren die Feste ihres Mannes legendär. Ada möchte noch einmal diese Zeit auferstehen lassen, nachdem Leo vor einigen Jahren verstorben ist. Gleichzeitig soll es auch ein Abschied für immer sein. Zusammen mit ihren Kindern, Freunden von früher und Vincent, dem Restaurantbesitzer aus dem Ort, beginnt sie die Vorbereitungen. Doch dann brechen nach und nach alte Geheimnisse auf und rütteln an den Grundfesten der gesamten Familie.

In diversen Rückblicken erfahren wir mehr über Ada und ihre Familie und blicken in die Vergangenheit. Man bekommt Einblicke in die schwierige Ehe mit Leo und über die Beziehung zu ihren langjährigen Freund Vincent und dessen Frau Mathilde. Die drei Töchter Imme, Esther und Kiki, spielen ebenfalls eine große Rolle. Sie sind charakterlich sehr unterschiedlich und ihre Beziehung untereinander gestaltet sich nicht immer reibungslos. Jede von ihnen bringt ihre Probleme mit. Der Rückblick in die Ehe von Ada mit dem Künstler Leo Kwant zeigt eine typische Künstlerbeziehung. Der egozentrische Mann wird von der Frau unterstützt, die sich zurücknimmt und ihre eigenen Träume und Ziele aufgibt, sowie über etwaige Affären hinwegsieht. Doch auch Ada hat ihre Geheimnisse....
Während Stück für Stück die Fassade bröckelt, erhält der Leser immer tiefere Einblicke in die Vergangenheit und erhält einen schonungslosen Blick auf die jahrelangen Geheimnisse, die nach und nach an die Öffentlichkeit kommen. Besonders im letzten Drittel überschlagen sich dann die Geschehnisse und haben meine vorher bereits in Kopf gefertigte 5 Sterne Bewertung wieder revidieren lassen. Es waren mir zu viele Geheimnisse, die aufeinmal in sehr kurzer Zeit auf den Leser einprasseln und dadurch manches unglaubwürdig wirken lässt, auch wenn die Auflösung durchdacht und interessant verwebt wurde.

Die Geschichte ist leicht melancholisch erzählt und enthält viel Tiefe. Schon in ihrem Roman "Unter dem Schnee" hat mir der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen. Sie erzählt atmospärisch, feinfühlig und lebendig. Von Beginn an konnte ich die Atmosphäre im Sommerhaus spüren. Man riecht das Meer, spürt das Prickeln der Sonnenstrahlen auf der Haut und genießt die französischen Spezialitäten. Man lernt die Figuren näher kennen und findet manche sympathisch und manche weniger. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich gezeichnet und haben Ecken und Kanten. Ich konnte sie mir wunderbar vorstellen und hatte Bilder im Kopf. Die zwischenmenschlichen Gefühle werden sehr lebendig und bildhaft, sowie empfindsam erzählt.

Katrin Burseg hat auf jeden Fall einen neuen Fan gewonnen, denn auch mit ihren zweiten Roman, den ich gelesen habe, konnte sie mich überzeugen. Ich freue mich schon auf weitere Bücher der Autorin!

Fazit:
Ein sehr atmosphärischer und wunderbar erzählter Roman, der in die Tiefe geht und so einige Familiengeheimnisse an die Oberfläche bringt, aber auch aktuelle Themen, wie den Klimawandel anspricht. Ich kann "Adas Fest" sehr empfehlen und freue mich schon auf weitere Romane der Autorin.

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Veröffentlicht am 19.05.2023

Großartiger Roman

Sehnsuchtsjahre (Band 1)
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Wow, das ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss sagen, dass mir "Was wir im Dunkeln sehen - Sehnsuchtsjahre" wirklich sehr gut gefallen hat.

Bonn 1938. Helene, Daniel und Ulrich sind zusammen aufgewachsen ...

Wow, das ist mein erstes Buch der Autorin und ich muss sagen, dass mir "Was wir im Dunkeln sehen - Sehnsuchtsjahre" wirklich sehr gut gefallen hat.

Bonn 1938. Helene, Daniel und Ulrich sind zusammen aufgewachsen und seit ihrer Kindheit beste Freunde. Doch nachdem Ulrich sich begeistert bei der HJ betätigt, hat er Daniel die Freundschaft gekündigt. Helene nimmt daraufhin von Ulrich Abstand, denn sie kann nicht verstehen, dass ihm die Überzeugung der Nazis wichtiger ist, als die enge Verbindung zwischen den drei Freunden. Ulrich wird ein stolzer Soldat, der endlich seinem Vater beweisen kann, was in ihm steckt. Dieser ist ein bekennender Nazi, bei dem sein Sohn keine liebevolle Kindheit erlebte. Bisher musste er immer hinter seinem Bruder Georg zurückstecken, mit dem er in den Augen seines Vaters nicht mithalten kann. Doch dann passiert etwas Schlimmes.....
Auch für Daniel werden die Zeiten immer schlechter. Als die Repressalien gegen die Juden immer schlimmer werden und Daniel und seine Familie eines Tages verschwunden sind, erhofft sich Helene trotzdem Hilfe von Ulrich. Doch dieser hat ganz andere Pläne und fordert von Helene Unmögliches...

Was für eine emotionale Geschichte! Ich habe diesen Roman verschlungen, der abwechselnd aus der Sicht der drei Protagonisten erzählt wird. Ich habe mitgezittert, gebangt und gehofft, aber auch voller Entsetzen über die Unmenschlichkeit vieler Menschen gelesen. Natürlich ist dies nicht mein erstes Buch über den Zweiten Weltkrieg und doch kann ich immer wieder Neues aus allen Geschichten zum Thema #gegendasvergessen ziehen.
Es ist erschreckend, wie schnell Menschen andere verurteilen, denunzieren oder sogar eigene Familienmitglieder an die Gestapo verraten. Plötzlich stehen sich Freunde als Feinde gegenüber. Man braucht nur aktuell einen Blick auf die Ukraine zu werfen....

Claudia Meimbergs Schreibstil hat mich mitgerissen und die Handlung völlig gefangen genommen. Alle drei Hauptcharaktere sind sehr lebendig und tiefgründig beschrieben. Ich konnte mich in die Figuren hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen.
Helene ist eine sehr starke und mutige junge Frau, die an das Gute glaubt. Doch immer wieder muss sie Tatsachen ins Auge blicken, die ihren Glauben an die Menschheit erschüttert.
Daniel muss nur aufgrund seiner Abstammung sehr viel Leid erleben und kämpft ums nackte Überleben. Manchmal hatte ich auch Mitgefühl mit Ulrich, der im Herzen kein schlechter Mensch ist - ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Georg, der das Abbild eines perfekten SS-Mannes ist.
Die weitere Entwicklung der ehemaligen Freunde hat mir sehr gefallen und hat mir spannende und emotionale Lesestunden gebracht.
Nun bin ich gespannt auf den nächsten Band. Für alle zukünftigen Leser: Dieser Band ist für sich abgeschlosen und endet nicht, wie so viele Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe, mit einem Cliffhanger. Ein weiteres sehr positives Detail!

Fazit:
Eine großartig erzählte Geschichte, die von einer dunklen Zeit berichtet, in der man sich die Frage stellt, was Freundschaft wirklich ausmacht und in der sich Hass und Liebe die Hand geben. Ein Roman voller spannenden und emotionalen Momenten. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.05.2023

Gelobtes Land?

Polnischer Abgang
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Jarek Sobota und seine Eltern leben im oberschlesischen Dorf Salesche. Nach dem Mauerfall will die Familie auf ins "gelobte Land" Deutschland. Vor acht Jahren ist Jareks Großmutter Agnieszka still und ...

Jarek Sobota und seine Eltern leben im oberschlesischen Dorf Salesche. Nach dem Mauerfall will die Familie auf ins "gelobte Land" Deutschland. Vor acht Jahren ist Jareks Großmutter Agnieszka still und leise in die damalige Bundesrepublik geflohen. Ohne es ihrem Mann oder ihren Söhnen mitzuteilen, war sie eines Tages verschwunden. Getarnt mit einem Touristenvisa und der Einladung der Großmutter fahren die Sobotas mit dem Schlepper Hübner Richtung Grenze. Zuhause wurde alles verschenkt und verkauft.
Im Zwischenlager Unna-Massen leben sie auf engstem Raum mit anderen Flüchtlingen. Dort lernt Jarek Monika kennen, mir der er sich anfreundet.
Vom Aussiedlerlager geht es weiter in Notquartiere und Jarek fragt sich, wann er endlich seine Großmutter Agnieszka treffen wird. Doch das Geheimnis um ihre Flucht halten die Eltern selbst am Weihnachtstag aufrecht...

Die Geschichte spielt 1990 nach dem Fallen des eisernen Vorhangs. In vierzig kurzen Kapiteln erzählt der Autor von der Flucht und der ersten Zeit in Deutschland. Dazu gibt es immer wieder Rückblicke in die nahe Vergangenheit, in die damals sehr unruhige Zeit in Polen. Mariusz Hoffmann wechselt dabei zwischen verschiedenen zeitlichen Ebenen, die nicht wirklich gekenntzeichnet sind. Das hat mich manchmal in meinem Lesefluss gebremst.

Die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist humorvoll. Besonders geschmunzelt habe ich über die Episode mit dem Gartenzwerg. Es gibt jedoch auch einige kritische Töne.
Die Zeit in Polen und die Flucht wurde sehr bildhaft und emotional dargestellt. Ich habe mit Jarek und seinen Eltern an der Grenze mitgezittert und die Anspannung gespürt, war entsetzt von den Auffanglagern, in die sie untergebracht wurden und neugierig auf die verschiedenen Menschen, die sie getroffen haben. Die pfiffige Monika nimmt dabei einen größeren Teil ein. Jarek und seine Familie erkennen bald, dass die Bürokratie in Deutschland eine größere Hürde ist, als sie dachten. Die Behördenwege sind lange und aufreibend, die Aufnahme durch die Bewohner nicht immer herzlich. Ihnen schlagen viele Vorurteile und typische Klischees entgegen. Wir begleiten Jarek und seine Familie in eine ungewisse Zukunft, die nicht ganz so rosig aussieht, wie sie dachten.

Die zweite Hälfte konnte mich hingegen nicht mehr so mitreißen. Die Figuren werden nicht greifbarer und bleiben eher blass. Von den Gefühlen und Ängsten der Eltern hat man kaum etwas erfahren. Einzig Jarek konnte ich durch die Ich-Perspektive besser kennen lernen. Der Aufenthalt in Deutschland war zeitweise auch etwas langatmig. Das Ende bleibt leider auch etwas offen.

Fazit:
Das Buch hat mir in der ersten Hälfte sehr gut gefallen, jedoch fand ich die zweite Hälfte leider nicht mehr so stark. Mir fehlte etwas die Tiefe der Figuren und die emotionale Erzählweise, die bis zur Ausreise vorhanden war. Dennoch finde ich die Thematik - besonders für Jugendliche - sehr interessant und aufschlussreich und empfehle den Roman für diese Altersgruppe gerne weiter.

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Veröffentlicht am 14.05.2023

Die ersten Kriminalbeamtinnen

Die Kriminalistinnen. Der Tod des Blumenmädchens
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Ich muss zugeben, dass mich bereits das tolle Cover richtig gecatcht hat. Man erkennt sofort, dass der Kriminalroman in den späten sechziger und siebziger Jahren spielt. Die sehr untypische Farbgebung ...

Ich muss zugeben, dass mich bereits das tolle Cover richtig gecatcht hat. Man erkennt sofort, dass der Kriminalroman in den späten sechziger und siebziger Jahren spielt. Die sehr untypische Farbgebung hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt, genauso wie der Klappentext. Die Düsseldorfer Polizei wagt im Jahre 1969 ein "Experiment". Erstmals werden Frauen als Kriminalbeamtinnen ausgebildet.
Lucia Specht ist eine der sechs Anwärterinnen. Sie landet im Morddezernat bei Potthoff, dem erfolgreichsten, aber auch gefürchtesten Chef. Dieser zeigt Lucia auch sofort, dass er mit der neuen Konstellation nicht zufrieden ist. Frauen hätten im Polizeidienst nichts verloren. Kaum angekommen, wird Lucia gemeinsam mit ihrem Kollegen Otto zu ihrem ersten Einsatz gerufen. Die junge Studentin Lena Malberg ist bei einem Wohnungsbrand ums Leben gekommen. Der Fall erregt wenig Aufmerksamkeit, doch Lucia glaubt nicht an Selbstmord oder einen Raubüberfall. Sie ist entschlossen den Tod des Blumenmädchens aufzuklären.

Matthias Berg hat die historische Tatsache, dass erstmals Frauen für den Kriminaldienst zugelassen werden, zum Anlass für seinen Kriminalroman genommen. Der Schreibstil ist sehr bildhaft. Man spürt die Zeit, die er beschreibt, in allen Bereichen. Die bunte Kleidung (die im Moment teilweise wieder in Mode ist), Kommunen, Studentenstreiks, Musik, die Pille, Demonstrationen auf der einen Seite und die Stellung der Frau als unmündige Person, die nur mit der Genehmigung ihres Ehemannes einen Beruf ausüben darf und für die im Kopf der Männer noch immer Kinder, Küche und Kirche an erster Stelle stehen.
Umso spannender ist es auch, wie sich Lucia und ihre Kolleginnen in ihrem neuen Job als Kriminalbeamtinnen fühlen. Die meisten sind engagiert und man spürt auch den Zusammenhalt untereinander. Befremdlich fand ich, dass die Damen alle noch in ihrer eigenen Kleidung ermitteln mussten und deshalb oftmals von den Menschen noch weniger respektiert wurden. Wie anders dies heute ist - Gott sei Dank!

Der Autor baut einige falsche Fährten ein, in die ich getappt bin. Die Figuren sind bis hin zum kleinsten Nebencharakter sehr authentisch dargestellt. Wir erfahren einiges über Lucias Familiengeschichte, ihr Liebesleben und Freundschaften, die sie am Arbeitsplatz schließt. Dadurch rückt der Kriminalfall allerdings etwas in den Hintergrund. Ich denke, Matthias Berg hat mit dem Tod des Blumenmädchen den Beginn seiner Buchreihe angelegt und lässt uns Lucia deshalb auch besser kennenlernen, als oftmals bei Krimis üblich ist. Allerdings hat mir Lucia zuviel eigenmächtig ermittelt, was leider sehr oft in Thriller und Krimis vorkommt und mich immer wieder stört.
Trotzdem war dieser Krimi aus den späten Sechziger Jahren richtig interessant und vorallem zum Schluss hin wird es sehr spannend. Das Ende schreit nach einer Fortsetzung, die ich auf jeden Fall wieder lesen möchte!

Fazit:
Matthias Berg hat mit "Der Tod des Blumenmädchens" eine tolle Mischung aus Zeitreise und Kriminalfall geschrieben, die mir sehr gut gefallen hat. Ich hoffe der Autor plant wirklich eine Reihe, denn diese möchte ich sehr gerne weiter verfolgen.

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Veröffentlicht am 12.05.2023

Mir fehlte die Spannung

Das Meer von Mississippi
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Der Roman ist eine Mischung aus Historiendrama und Kriminalfall und einem Schuss Liebesgeschichte. Das Grundthema ist sehr interessant und wird leider auch hierzulande immer aktueller. Angelehnt an die ...

Der Roman ist eine Mischung aus Historiendrama und Kriminalfall und einem Schuss Liebesgeschichte. Das Grundthema ist sehr interessant und wird leider auch hierzulande immer aktueller. Angelehnt an die furchtbare Jahrhundertflut von 1927 erzählen Tom Franklin und Beth Ann Fennelly die fiktive Geschichte von Jesse und Dixie Clay, sowie den beiden Prohibitionsagenten Ham Johnson und Ted Ingersoll.

Jesse und Dixie leben im kleinen fiktiven Ort Hobnob, welches auch Ziel von Ham und Ted ist. Sie suchen nach zwei verschwundenen Kollegen, die sich zuletzt in der Gegend aufgehalten haben. Als Deich-Ingenieure getarnt, kommen sie in Hobnob an und stoßen unterwegs auf eine Farm, die scheinbar erst vor kurzem überfallen wurde. Neben den Toten finden sie ein Baby, welches unversehrt ist. Ingersoll, der selbst im Waisenhaus aufgewachsen ist, nimmt das Kind mit und möchte ein gutes Zuhause für den kleinen Jungen finden. Bei Dixie Clay Holliver, einer jungen Frau aus dem Ort, die ihren Sohn verloren hat, findet er ein Zuhause für das Kind. Die beiden mögen sich auf Anhieb, doch Ingersoll weiß nicht, dass Dixie Clay die beste Schwarzbrennerin des Landes und er bereits auf der richtigen Spur ist.....

Wir verfolgen die Geschichte rund um Dixie Clay, ihren Mann Jesse und den beiden Prohibitionsagenten auf verschiedenen Handlungsebenen. Dabei erhält der Leser immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit der vier Protagonisten. Diese Einblicke haben mir sehr gut gefallen und die Figuren näher gebracht.

Trotzdem hatte ich mir eine doch etwas andere Geschichte erwartet, vorallem weil das Buch im Heyne Hardcore Verlag erschienen ist. Die erhoffte durchgehene Spannung hat mir dabei am meisten gefehlt, obwohl ich durch den flüssigen Schreibstil gut durch die Geschichte gekommen bin. Die Handlung ist an manchen Stellen jedoch etwas vorhersehbar.
Das Historiendrama ist eher ruhig und fängt die Zeit vor und während der Jahrhundertflut sehr atmosphärisch ein. Das eigene Wetter vor der Haustür brachte hingegen leider keine Abwechslung, denn während des Lesens hat es auch bei uns ohne Unterlass geregnet. Das drückte die Stimmung noch zusätzlich. Bis es dann jedoch soweit war und man zum eigentlichen Hauptthema, der Jahrhundertflut, kommt, zieht sich die Handlung allerdings doch sehr. Erst zum Ende hin wird es dramatischer, aber auch etwas zu "perfekt"


Fazit:
Obwohl ich mir von dieser Geschichte etwas anderes erwartet hatte und mir vorallem die Spannung gefehlt hat, wird die Atmosphäre der 1920er Jahre in Mississippi sehr gut umgesetzt. Ich war zu jeder Zeit mitten im Geschehen. Trotzdem konnte mich "Das Meer von Mississippi" nur mäßig unterhalten. Mein Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

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