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Veröffentlicht am 28.09.2022

Der bisher beste Krimi der Reihe

Raue Havel
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Wow, bisher habe ich alle fünf Havel-Krimis von Tim Pieper großartig gefunden, doch mit "Raue Havel" steigert sich der Autor nochmals. Man kann diesen Band auch ohne Vorkenntnisse zu den Vorgängerbänden ...

Wow, bisher habe ich alle fünf Havel-Krimis von Tim Pieper großartig gefunden, doch mit "Raue Havel" steigert sich der Autor nochmals. Man kann diesen Band auch ohne Vorkenntnisse zu den Vorgängerbänden lesen, denn jeder Band ist abgeschlossen. Trotzdem finde ich es immer besser, wenn sie der Reihe nach gelesen werden, weil man die Entwicklung der Protagonisten besser nachvollziehen kann.

Schon der Prolog aus dem Jahre 1946 in der russischen Besetzungszone lässt mich sehr erschüttert zurück. Einige Schüler aus Potsdam schwänzen den Russischunterricht und gehen lieber Fußball spielen....absolut nachvollziehbar. Wer von uns hat nicht mindestens einmal eine Schulstunde geschwänzt? Doch für diese Jungs bedeutet dies den Tod! Sie werden verhaftet, vor ein russisches Militärgericht gestellt und zum Tode verurteilt. Einzig der Jüngste wird mit 20 Jahren Gulag bestraft.

In der Gegenwart werden in einem alten Bootshaus an der Havel drei menschliche Skelette gefunden. Vom neuen Besitzer des Hauses erfährt Toni, dass sich deswegen eine Journalistin bei ihm gemeldet hat. Kurze Zeit später wird diese ermordet aufgefunden. Sie recherchierte über einen Spionagefall aus dem Jahre 1949. Bald wird klar, dass die junge Frau gezielt getötet wurde. Was hat sie nach all den Jahren herausgefunden, dass noch heute jemanden dazu veranlasst sie deshalb zu töten?

In der Vergangenheit wird eine junge Frau von einem britischen Agenten angeworben. Sie soll einen russischen Dolmetscher aus dem "Militärstädtchen Nr. 7" herausschleusen. Im Gegenzug soll sie einen Platz an einer Uni in Großbritannien bekommen, wo sie ihren Traum erfüllen und Physik studieren kann.

Auf zwei Zeitebenen erzählt Tim Pieper einen spannenden und fesselnden Krimi. Es geht um Spionage, Geheimdienste und Vergangenheitsbewältigung. Während Toni und sein Team versuchen den Mord an der Journalistin aufzuklären, bekommen sie es mit mächtigen Gegnern zu tun. Schlussendlich werden sie vom Fall abgezogen. Doch Toni gibt nicht so schnell auf, denn er bemerkt fast zu spät, dass es bei diesem Fall eine persönliche Verbindung zu seiner Familie gibt. Ganz besonders hat mir diesmal Phong gefallen, der über sich hinauswächst. Mehr möchte ich nicht zum Inhalt sagen, denn ihr müsst diese fantastische Geschichte selbst lesen, die zum Ende hin überzeugend aufgelöst wird.

Tim Pieper hat mit "Raue Havel" seinen bisher besten Krimi geschrieben. Er hat sich diesmal an einem wahren Spionagefall angelehnt und im Nachwort erwähnt er, wo man mehr über das Militärstädtchen Nr. 7 und die geheimdienstlichen Aktivtäten zur Zeit des Kalten Krieges erfahren kann: An der Gedenkstätte in der Leistikowstraße.

Fazit:
Ein packender Krimi mit dem sich der Autor diesmal selbst übertroffen hat. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und volle 5 Sterne! Und wer die ganze reihe noch nicht kennt, sollte definitiv zugreifen!

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Veröffentlicht am 27.09.2022

Rabenschwarze Todesreihe

Salzburgrache
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Nun sind wir schon beim zehnten Band der Reihe rund um Kommissar Martin Merana angelangt.

Am Fuße der Festung Hohensalzburg wird ein Toter gefunden. Zur Zeit findet in der Mozartstadt ein Wettbewerb statt, ...

Nun sind wir schon beim zehnten Band der Reihe rund um Kommissar Martin Merana angelangt.

Am Fuße der Festung Hohensalzburg wird ein Toter gefunden. Zur Zeit findet in der Mozartstadt ein Wettbewerb statt, bei dem ein neues Werbekonzept für die Salzburger Burgen- und Schlösserlandschaft entwickelt werden soll. Kris Keiler war einer dieser kreativen Köpfe und er hatte gute Chancen für seine Agentur den Sieg zu holen. Doch nun liegt er am Fuße der Festung. Wurde er von einem Konkurrenten getötet? Doch kurze Zeit später wird auf Burg Moosham ein weiterer Toter gefunden. Diesmal ist es der Schlossverwalter. Liegt das Mordmotiv doch wo anders?

Nach dem rasanten Start wird der Krimi eher gemächlich. Baumann greift zu seiner bekannten Mischung aus Krimi und Stadtführer. Man spaziert durch die Mozartstadt, die der Autor von seiner schönsten Seite zeigt. Weitere Schausplätze sind diesmal neben der Festung auch Burg Hohenwerfen und Schloss Moosham.

Die Ermittlungsarbeit kommt nur langsam voran. Was steckt hinter den beiden Morden? Spielt dabei eine Gruppe von Historiker eine Rolle, die sich gegen die Vermarktung der Burgen im Salzburger Land stellen? Als die Ermittler jedoch entdecken, dass der Tote auch für die FFB, die Freiheit-für-Bürger-Partei tätig ist, bekommt der Fall eine neue Dimension.

Kritik muss ich diesmal allerdings an dem Versuch des Autors üben, seine politische Meinung offensichtlich miteinzubringen. Baumann hat mit der FFB eine Art Bürgwehr eingebaut, bei der es sich wohl um eine Anspielung auf die Coronamaßnahmen-Gegner handelt. Ich habe zwar ähnliche Ansichten wie der Autor, finde aber politische Äußerungen unangebracht und vorallem sollte sie nicht einseitig und mit dem erhobenen Zeigefinger vorkommen. Als Leser erwarte ich mir eine neutrale Meinung.

Mittlerweile habe ich auch mit den vielen Überfällen auf Merana zu kämpfen. Unser Kommissar wird in fast jedem Fall von irgendjemand niedergeschlagen oder jemand aus seinem nahen Umkreis wird getötet. Das ist eindeutig zu viel des Guten!
Irgendwie hatte ich bei diesem Teil das Gefühl, dass sich die Reihe langsam totläuft.

Fazit:
Nicht der beste Krimi der Reihe, aber trotzdem ein MUSS für diejenigen, die diese Reihe gerne lesen.

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Veröffentlicht am 24.09.2022

Jung, blond, tot im historischen Berlin 1856

Ein Fremder hier zu Lande
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"Ein Fremder hier zu Lande" ist der zweite Teil der historischen Krimireihe von Ralph Knobelsdorf. Man kann ihn ohne Vorkenntnisse lesen, jedoch bauen die Lebensumstände und Entwicklungen der Protagonisten ...

"Ein Fremder hier zu Lande" ist der zweite Teil der historischen Krimireihe von Ralph Knobelsdorf. Man kann ihn ohne Vorkenntnisse lesen, jedoch bauen die Lebensumstände und Entwicklungen der Protagonisten aufeinander auf. Zusätzlich gibt es ein Geheimnis um einen schlimmen Vorfall ind Wilhelms Kindheit, der seine und die Nachbarsfamilie zu Feinden werden ließ.

März 1856. Nachdem Polizeipräsident Hinkeldey bei einem Duell getötet wurde, bangen Kriminalkommissar Wilhelm von der Heyden und sein Kollege Ernst Vorweg um ihre besondere Stellung im Brliner Polizeiapparat. Die polizeilichen Umstrukturierungen, die danach folgen, machen es den beiden Kollegen nicht einfach. Sie haben eben einen neuen brisanten Mordfall zu lösen. Der Täter ermordet junge, blonde Frauen und markiert sie mit Schnitten am Oberschenkel. Der aktuelle Mord an einer jungen Frau aus gutem Hause weist neben derselben Tötungsart durch Strangulation, dieselben Einkerbungen auf. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die vorherigen Opfer alle Prostituierte waren. Warum wich der Mörder plötzlich von seinem Schema ab?

War mir Band Eins noch zu spannungsarm und erinnerte mich eher an einen historischen Roman mit Krimianteil, ist dieser zweite Band wesentlich fesselnder und ereignisreicher. Obwohl der Autor wieder viel über die Gesellschaftsformen der damaligen Zeit und über die starren preußischen Strukturen im Polizeiapparat erzählt, hat der Krimi mehr Dynamik.
Der unbekannte Täter kommt immer wieder zu Wort, ohne seine Identität aufzudecken. Er spielt mit der Polizei ein perfides Katz- und Maus-Spiel. Ich mag es, wenn man als Leser in den Kopf des Mörders blicken darf.
Neben den Ermittlungen rund um den Serienmörder sind die privaten Umstände von Wilhelm und Marie ebenfalls Thema. Dadurch wird der Fall oftmals etwas ausgebremst. Jedoch nimmt dieser nach einigen unerwarteten Wendungen zum Ende hin deutlich an Fahrt auf und ich habe den letzten Abschnitt in einem Zug durchgelesen.

Der Autor erzählt sehr bildhaft und detailreich. Die Sprache ist der Zeit angepasst. Ralph Knobelsdorf fängt die Atmosphäre und das Lebensgefühl der damaligen Zeit perfekt ein. Man fühlt sich mitten im Geschehen und erhält interessante Einblicke in die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Die damaligen politischen Verhältnisse sind geschickt in die Geschichte eingeflossen und ergeben ein rundum gelungenes Bild dieser Zeit. Auch die Figuren sind, bis hin zu den Nebenfiguren, facettenreich dargestellt und sorgen für Abwechslung Wilhelms Schwester Anna, wie auch seine Pensionswirtin Frau Brencke mit Kater Kuno, sind mir dabei besonders ans Herz gewachsen.

In einem ausführlichen Nachwort klärt der Autor über historische und fiktive Figuren, sowie Begebenheiten, auf. Auf der Coverinnenseite (vorne und hinten) befindet sich eine sogenannte Standes Liste.

Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung der historischen Krimireihe. Mir hat dieser zweite Band um einiges besser als der Vorgänger gefallen. Der Autor erzählt sehr detailliert und bringt dem Leser die besondere Atmosphäre des preußischen Berlins zur Anfangszeit der Kriminalpolizei näher. Nun freue ich mich schon auf einen (hoffentlich) weiteren Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 22.09.2022

Erschütternd

Der Hunger nach Leben
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Ella Zeiss hat mich mit ihrer "Tage des Sturms" Dilogie vor Jahren extrem begeistert. Band eins "Wie Gräser im Wind" ist ein absolutes Lieblingsbuch von mir.
Nun hat die Autorin eine weitere Dilogie um ...

Ella Zeiss hat mich mit ihrer "Tage des Sturms" Dilogie vor Jahren extrem begeistert. Band eins "Wie Gräser im Wind" ist ein absolutes Lieblingsbuch von mir.
Nun hat die Autorin eine weitere Dilogie um das Schicksal Russlanddeutscher veröffentlicht. Diese ist ähnlich angelegt, erzählt jedoch über das Schicksal von Menschen in einer deutschen Siedlung in der damaligen Gegend rund um Chortitza, der heutigen Ukraine.

Auch der erst elfjährige Noah Haffner wohnt mit seiner deutschstämmigen Familie in der damaligen russlandmennonitischen Siedlung Großweiden. Wir erleben, wie sich das Leben durch die Zwangskollektivierung und die Herrschaft der Sowjets nach und nach verändert. Viel zu schnell müssen Noah und seine kleinen Geschwister erwachsen werden, als der Vater eines Tages unschuldig als Volksverräter verhaftet wird. Die Familie wird enteignet und muss im Stall unterkommen. Die hochschwangere Mutter und Noahs kleine Geschwister hungern und er muss als Ältester irgendwie für Essen sorgen. Als Betteljunge versucht er jeden Tag verzweifelt Nahrung für die Familie zu finden. Doch die Ausgrenzung innerhalb der Siedlung und auch durch das Regime wird immer schlimmer...
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verschlechtert sich die Situation der deutschstämmigen Russen noch mehr.

Auch in diesem Roman erzählt die Autorin wieder über das Schicksal der Russlanddeutschen. Im Nachwort erzählt Ella Zeiss, dass ihre Geschichte auf Aufzeichnungen eines Zeitzeugen basiert. Dies lässt die wirklich grausamen Schilderungen noch furchtbarer erscheinen. Wir erfahren von Denunzierungen und Enteignungen. "Politische" Säuberungen und Massenexekutionen sind Gang und Gäbe. Ganze Familien werden inhaftiert oder nach Sibirien ins Straflager geschickt. Es ist schier unglaublich was Menschen einander antun können und was man alles aushält. Ich fragte mich immer wieder, wie viele Schicksalsschläge ein einzelner Mensch ertragen kann.

In diesem ersten Teil bleibt die meist hoffnungslose Grundstimmung das ganze Buch über erhalten. Das war für mich nicht immer einfach, denn diese Hoffnungslosigkeit zieht einem beim Lesen ziemlich runter.
Für Noah ist seine Liebe zu Jakobine ein großer Hoffnungsträger und etwas, was ihn immer wieder an eine positive Wandlung des Schicksals glauben lässt. Für mich war diese Liebe aber leider nicht richtig greifbar. Obwohl es auch kleine positive Entwicklungen gibt, endet der erste Teil mit einem weiteren schlimmen Schicksalsschlag und einem Cliffhanger.
Natürlich werde ich weiterlesen und hoffe, dass der zweite Teil etwas positiver in seiner Grundstimmung sein wird, was ich aber nach diesem Ende und dem Zeitraum in dem er spielt, bezweifle.

Ich habe neben der oben erwähnten Dilogie bereits ein weiteres Buch zu diesem Thema gelesen, welches sich auf ein Tagebuch der Schwiegermutter des Buchautors bezieht. "Roter Herbst in Choritza" von Tim Tichatzki kann ich euch sehr ans Herz legen. Es beginnt bereits 1919 mit dem Sturz des Zaren und endet 1945. Wer sich für das Schicksal der Russlanddeutschen und deren Vertreibung interessiert, dem kann ich dieses Buch ebenfalls sehr ans Herz legen.

Schreibstil:
Ella Zeiss schreibt mitreißend und bildhaft. Die sehr intensive Geschichte hat mich tief bewegt und erschüttert, kommt für mich aber nicht ganz an die "Tage des Sturm" Dilogie heran. Trotzdem möchte ich diesen Roman empfehlen, denn er erzählt über ein wichtiges zeitgeschichtliches Thema der Russlanddeutschen.

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Veröffentlicht am 20.09.2022

Welche Richtung wählst du?

Sonnenblumentage
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Was war ich überrascht, als ich "Sonnenblumentage" in den Händen hielt: über 600 Seiten! Wow! Aber bald war mir auch klar, warum die Geschichte ein kleiner Wälzer ist: Frieda Bergmann erzählt uns hier ...

Was war ich überrascht, als ich "Sonnenblumentage" in den Händen hielt: über 600 Seiten! Wow! Aber bald war mir auch klar, warum die Geschichte ein kleiner Wälzer ist: Frieda Bergmann erzählt uns hier eine Geschichte mit zwei Wegen. Die Ausgangsgeschichte ist gleich, doch das Schicksal der Protagonistin zweigt ab einem bestimmten Punkt in verschiedene Richtungen ab und wir erhalten zwei parallel laufende Handlungsalternativen. Beide Plots hätten Potential für eine eigene Geschichte.

Ich liebe solche "Was wäre wenn" Erzählungen, wie "Sliding Doors - Sie liebt ihn, sie liebt ihn nicht". Kennt jemand den Film aus dem Jahre 1998 mit Gwyneth Paltrow? Aber zurück zu "Sonnenblumentage".

Wir lernen Marie kennen, die nach dem Tod ihrer Mutter in einem kleinen Dorf in der Nähe von Bamberg lebt. Sie arbeitet als Floristin in einer Gärtnerei, die der Mutter ihres Freundes gehört, wo sie auch eine kleine Mansarde bewohnt. Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Spa-Wochenende mit ihren Tanten erhält Marie einen Anruf. Diesen nimmt sie einmal an und im parallel laufenden Handlungsstrang nicht. Ab diesen Zeitpunkt teilt sich die Geschichte und diese kleine Entscheidung führt Marie in zwei unterschiedliche Leben. Je nachdem, welchen Weg Marie einschlägt, entwickelt sich daraus ein weiteres Ereignis, welches ihr Leben beeinflusst.

Von Beginn an hatte ich einen Handlungsstrang lieber, weil er aufzeigt, dass sich Marie weiterentwickelt und sich ihren Problemen stellt. Dies passiert im anderen Strang erst im letzten Drittel. Trotzdem waren beide Wege sehr interessant zu lesen. Die Autorin schafft es ausgezeichnet, dass man sich mit der jeweiligen Situation auseinandersetzt und selbst Überlegungen anstellt, wie man selbst gehandelt hätte.

Durch Marie und ihre Mutter, die eine begnadete Künstlerin war, erfahren wir auch viel über Kunst, Restauration und Floristik. Spannende Themen, über die ich gerne gelesen habe. Dabei kommt auch das Bild "Sonnenblumentage", Maries Lieblingsbild, gemalt von ihrer Mutter, öfters vor. Der Titel des Bildes findet man auch als Buchtitel am Cover wieder und ist auch für den Inhalt wichtig.

Ich erwartete mir eigentlich, dass beide Geschichten ein gleiches Ende haben werden, was jedoch nicht eintraf. Und genau hier setzt auch mein Kritikpunkt an. Ein Ende hatte ich so nicht erwartet und war nicht ganz nach meinem Geschmack. Das andere Ende war mir etwas zu schnell herbeigeführt und wirkte bei einigen Punkten unglaubwürdig. Der Weg zum Ziel hat mir gut gefallen, aber beide Enden waren mir etwas zu dramatisch.

Der Schreibstil von Frieda Bergmann hat mir sehr gefallen. Er ist fesselnd und bildhaft. Die Charaktere sind facettenreich und wirken glaubwürdig.

Jedem Kapitel wird ein Sprichwort beigefügt, welches sich auf dem nachfolgenden Abschnitt bezieht. Durch die Überschriften "Was wäre, wenn sie geht.." und "Was wäre, wenn sie bleibt..." erkennt man sofort, in welchem Handlungsstrang man sich befindet. Ein weiterer Hinweis sind die Schriftarten, die zwischen den zwei Erzählsträngen wechseln.

Fazit:
Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und uns überlegen lässt, welche Kleinigkeiten oftmals unser Leben beeinflussen und ihm eine neue Richtung geben können. Die Idee dahinter finde ich toll. Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter, auch wenn ich mit den beiden Enden etwas hadere...

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