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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.06.2019

Ruhiger und leiser Krimi

Nachts schweigt das Meer
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Detective Inspector Ben Kitto kehrt zurück in seine alte Heimat. Nach dem Tod seiner Partnerin braucht er Abstand zu seinem aufreibenden Job bei der Londoner Polizei. Klarheit und Ruhe sucht er deshalb ...

Detective Inspector Ben Kitto kehrt zurück in seine alte Heimat. Nach dem Tod seiner Partnerin braucht er Abstand zu seinem aufreibenden Job bei der Londoner Polizei. Klarheit und Ruhe sucht er deshalb auf Bryher, einer der Scilly-Inseln vor der Küste Cornwalls. Ruhe findet er jedoch nicht, da kurz vor seiner Ankunft die sechzehnjährige Laura Trescothick spurlos verschwunden ist. Als ihre Leiche gefunden wird, ist Ben schnell klar, dass Laura ermordet wurde. Er bietet seine Hilfe bei den Ermittlungen an, da ihm der Mord auf seiner Insel keine Ruhe lässt. Doch der vermeintliche Vorteil, dass er alle Einwohner auf der Insel persönlich kennt, entpuppt sich bald als Alptraum. Denn nun sind auch seine Freunde und Familie plötzlich auf der Verdächtigenliste.
„Nachts schweigt das Meer“ von Kate Penrose ist ein düsterer und eher ruhiger Krimi. Erzählt wird hauptsächlich aus der Perspektive von Inspector Ben Kitto. Dadurch kommt auch dieser ruhige und nüchterne Erzählstil zustande, der seinen Charakter widerspiegelt.
Die Grundstimmung wirkt düster und fast schon deprimierend, genau wie das neblige und stürmische Wetter auf der abgelegenen Insel. Kate Penrose fängt den Mix aus Verbundenheit, Isolation und unter der Oberfläche brodelnden Geheimnissen der Bewohner perfekt ein.
Die Charaktere, angefangen bei Ben Kitto, sind nicht leicht zu durchschauen. Das sorgt beim Lesen für die meiste Spannung.
Wer einen Pageturner sucht, der wird möglicherweise etwas enttäuscht sein. Das Buch ist ein solider englischer Krimi mit einer interessanten Ermittlerfigur, die durchaus noch Potential für die Zukunft hat.
Von mir gibt es für Krimiliebhaber gern eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 18.06.2019

Knallharter Thriller

River of Violence
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Die junge Harley McKenna wächst in einem Umfeld der Gewalt auf. Ihre Mutter wurde getötet, als Harley gerade einmal acht Jahre alt war. Seitdem wird sie von ihrem Vater Duke, dem brutalen Drogenbaron und ...

Die junge Harley McKenna wächst in einem Umfeld der Gewalt auf. Ihre Mutter wurde getötet, als Harley gerade einmal acht Jahre alt war. Seitdem wird sie von ihrem Vater Duke, dem brutalen Drogenbaron und Familienoberhaupt des Clans der McKenna, zu seiner Nachfolgerin ausgebildet. Schon als Kind lernt sie die knallharten Regeln des Überlebens und des Tötens. Als der Mörder ihre Mutter, Carl Springfield, den fragilen Waffenstillstand zwischen den verfeindeten Familien bricht, ist es für Harley Zeit, sich zu entscheiden. Will sie den tödlichen Weg ihres Vaters weiterführen und in der Spirale der Gewalt untergehen, oder ist vielleicht doch eine andere Zukunft für sie möglich?
„River of Violence“ ist sowohl in der Sprache als auch im Erzählstil knallhart und unerbittlich. Die Story wird komplett aus der Perspektive von Harley erzählt. Dadurch fühlt man intensiv mit der Figur mit und kann ihre Entscheidungen nachvollziehen. Die Handlung spielt in der Gegenwart und wird immer wieder von Rückblenden in Harleys Vergangenheit unterbrochen. Durch diese Rückblicke auf prägnante Ereignisse in ihrem Leben wird langsam aufgedeckt, warum Harley nun an diesem bestimmten Wendepunkt steht.
Man kann sich dem intensiven Erzählstil fast nicht entziehen. Es ist erschreckend, was Harley bisher durchmachen musste und wie es sie verändert hat. Ihr Charakter ist sicher kontrovers, aber hochspannend angelegt. Die Spannung ist das ganze Buch greifbar und schraubt sich bis zum Finale immer weiter hoch. Der fesselnde Schreibstil lässt den Leser kaum zum Luftholen kommen.
Mir hat der Thriller von Tess Sharpe sehr gut gefallen. Der brutale Inhalt wird vielleicht nicht für jeden Leser geeignet sein, aber für mich persönlich absolut lesenswert.

Veröffentlicht am 16.06.2019

Toller Auftaktband

Hurentochter - Die Distel von Glasgow
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„Hurentochter – Die Distel von Glasgow“ ist der Auftakt einer Trilogie von Tabea Koenig, die im viktorianischen Schottland angesiedelt ist.
Hauptfigur im ersten Band ist die junge Emily. Als Tochter einer ...

„Hurentochter – Die Distel von Glasgow“ ist der Auftakt einer Trilogie von Tabea Koenig, die im viktorianischen Schottland angesiedelt ist.
Hauptfigur im ersten Band ist die junge Emily. Als Tochter einer Hure versucht sie alles, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein ehrbares Leben zu führen. Trotz ihres von der Gesellschaft verachteten Umfelds, wächst Emily dank ihrer Mutter Ines im Bordell relativ behütet auf. Ihre Welt bricht zusammen, als ihre Mutter ermordet wird und das Geheimnis ihrer Abstammung mit ins Grab nimmt. Mithilfe ihres Liebsten Liam und ihrer Freundin Christine sucht sie nach dem Schuldigen und schwebt dadurch selbst weiter in Gefahr.
Ich bin ein großer Fan historischer Liebesromane und daher ist mir dieses Buch sofort ins Auge gefallen. Tabea Koenig versetzt den Leser erfolgreich zurück ins Jahr 1876. Die detailreichen und anschaulichen Beschreibungen lassen die zwielichtigen Glasgower Gassen lebendig werden.
Emily war mir gleich sympathisch. Zielstrebig sucht sie nach einem achtbaren Leben und lässt sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen. Ihr unerschütterlicher Glaube an eine bessere Zukunft ist herzerwärmend.
Die Autorin legt natürlich den Fokus auf Emily, aber auch die Nebencharaktere sind äußerst interessant und vielversprechend gestaltet.
Emilys Suche nach dem Mörder ihrer Mutter und nach ihrer Herkunft bleibt bis zum Ende der Geschichte spannend, so dass ich das Buch gar nicht zur Seite legen wollte.
Hochinteressant waren für mich die in die Handlung eingebetteten Ausführungen zur schottischen Historie. Das gab es einiges, was mir bisher so nicht bekannt war. Das Buch ist eine lesenswerte Abwechslung zu den üblichen Schottlandromanen, die sich inhaltlich meist nur den Highlandern widmen. Für ihre historische Recherche kann man die Autorin nur loben.
Auch wenn es sich um eine Trilogie handelt, ist der erste Teil in sich logisch abgeschlossen. Das ändert natürlich nichts daran, dass ich mich gern von den nächsten beiden Bänden wieder in die Vergangenheit entführen lassen möchte.
Von mir gibt es für diesen gelungenen Auftakt volle Punktzahl.

Veröffentlicht am 14.06.2019

Abenteuerliche Schatzsuche

Das Apfelkuchen-Geheimnis
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Zippa ist genervt. Seitdem ihre beiden kleinen Brüder auf der Welt sind, haben Mama und Papa überhaupt keine Zeit mehr für sie. Jetzt sollen die kleinen Sabberlinge auch noch ihr Zimmer bekommen! Ausgerechnet ...

Zippa ist genervt. Seitdem ihre beiden kleinen Brüder auf der Welt sind, haben Mama und Papa überhaupt keine Zeit mehr für sie. Jetzt sollen die kleinen Sabberlinge auch noch ihr Zimmer bekommen! Ausgerechnet da erbt ihre Familie völlig unerwartet eine alte Villa, die einst Urgroßmutter Milas Halbschwester Anna gehörte. In ihrem letzten Brief an Zippa erzählt Mila außerdem von einem Schatz, der in der Villa versteckt ist. Doch Zippa ist nicht die einzige, die auf der Suche nach dem Geheimversteck ist.
Juliane Breinl erzählt in „Das Apfelkuchen-Geheimnis“ aus der Perspektive der elfjährigen Zippa. Dadurch können sich die Kinder sehr gut in die Hauptfigur hineinversetzen. Wohl jedes Kind mit kleineren Geschwistern war wohl schon einmal genervt von ihnen oder eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit, die die Kleineren von den Eltern erhalten. Gleichzeitig liebt Zippa die süßen Zwillinge über alles.
Zippas abenteuerliche Suche nach dem Schatz wird von der Autorin richtig spannend erzählt. Die kleinen Leser werden zum Mitfiebern eingeladen. Ganz nebenbei gibt es eine wundervolle Lektion in Sachen Freundschaft, die kindgerecht und realitätsnah in die Handlung eingebettet ist.
Das Rezept für den Apfeltaler am Ende des Buches ist der krönende Abschluss.
Die zauberhafte Geschichte um Zippa, ihre Freunde und Familie finde ich ganz wunderbar gelungen und empfehle sie gern weiter. Ich würde mich freuen, wenn es bald weitere Abenteuer von Zippa gäbe.

Veröffentlicht am 12.06.2019

Sommerleicht und tiefgründig

Glück ist meine Lieblingsfarbe
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Juli hat vor drei Monaten ihren verhassten, aber gut bezahlten Job bei einer Versicherung in Hamburg gekündigt und ist Hals über Kopf nach La Palma gezogen. Dort leben bereits ihr bester Freund Malte und ...

Juli hat vor drei Monaten ihren verhassten, aber gut bezahlten Job bei einer Versicherung in Hamburg gekündigt und ist Hals über Kopf nach La Palma gezogen. Dort leben bereits ihr bester Freund Malte und sein Mann. Auch wenn sie ihren Lebensstandard deutlich herunterschrauben muss, versucht Juli, in ihren Jobs als Dogwalkerin und Verkäuferin in einem Foodtruck, nur noch zu tun, was sie glücklich macht. So richtig angekommen fühlt sie sich aber noch nicht. Auf ihrer Sinnsuche begegnet sie dem pflichtbewussten Quinn, der inmitten seiner Verantwortung für alle möglichen anderen Leute sein inneres Glück auch noch nicht gefunden hat.
Das Setting des Buches ist einfach traumhaft. Kristina Günak beschreibt die Insellandschaft und ihre liebenswerten Bewohner so detailreich und warmherzig, dass man sofort Fernweh bekommt. Man entwickelt beim Lesen bereits nach wenigen Seiten eine Beziehung zu Juli und kann ihre persönlichen Beweggründe absolut nachvollziehen. Ihre Suche nach innerer Zufriedenheit ist stellenweise so unterhaltsam und voller witziger Szenen, dass man auch mit den ernsten Untertönen jede Menge Spaß beim Lesen hat.
Ein zusätzliches Highlight sind die vielen vierbeinigen Akteure, die ich gleich ins Herz geschlossen habe und die ebenso eine wichtige und emotionale Rolle spielen.
Das Buch ist als Urlaubslektüre perfekt geeignet. Gemeinsam mit der Protagonistin kann man im Laufe der Geschichte auf die Suche danach gehen, was im Leben wirklich wichtig ist, und vielleicht auch seine eigenen individuellen Antworten darauf finden. Die Autorin findet die richtige Balance zwischen Leichtigkeit und ernsten Themen und bettet alles in eine schöne Liebesgeschichte.
Von mir gibt es daher gern eine Empfehlung.