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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2018

spannnender Thriller um neue Rohstoffquellen

Offshore
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Paul Margis, der für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie arbeitet, ist in Chile an den Verhandlungen zur Ausschöpfung von neuen Rohstoffquellen im Pazifik beteiligt. Die Verhandlungen sind ...

Paul Margis, der für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie arbeitet, ist in Chile an den Verhandlungen zur Ausschöpfung von neuen Rohstoffquellen im Pazifik beteiligt. Die Verhandlungen sind erfolgreich, Paul feiert und verbringt die Nacht mit seiner neuen Eroberung, wird jedoch jäh unterbrochen. Ein Sondereinsatzkommando stürmt sein Hotelzimmer und verhaftet ihn. Ihm wird vorgeworfen, einen Wissenschaftler ermordet zu haben, einen Mann den er nur flüchtig kannte. Als Paul mit Hilfe der Deutschen Botschaft frei kommt ermittelt er auf eigene Faust und bringt sich damit in höchste Gefahr.

Till Berger hat mich mit seinem spannenden Wirtschaftsthriller komplett überzeugt. Er schreibt lebendig und bildhaft, ich war von Anfang gefesselt und habe die Handlung atemlos verfolgt. Denn das Tempo ist enorm hoch, die verschiedenen Schauplätze und Sichtweisen sorgen für zusätzliche Dynamik. Hauptprotagonisten sind Paul Margis und Anna Kolping, eine Agentin des BND. Mit ihrer Unterstützung kommt er einer auf die Spur von dunklen Geschäften, an denen Industrielle sowie Regierungsmitglieder beteiligt sind. Beides interessante Persönlichkeiten, die mir sympathisch waren.

Nebenbei gibt es Wissenswertes zu Börsengeschäften, die der Autor gut verständlich beschreibt. Unglaublich, wie an der Börse mit Wetten viel Geld verdient wird und Sekundenbruchteile einem Spekulanten den entscheidenden Vorteil verschaffen. Fand ich sehr interessant.

Fazit: Super spannnender Thriller, bei dem ich mit den Protagonisten so richtig mitfiebern konnte. Fesselnd bis zum Ende!

Veröffentlicht am 23.03.2018

mentale Muskeln

Die Gottesformel
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"Die Gottesformel" ist der zweite Teil der Story um den Neurologen Dr. Charles Benton, den Erfinder der mentalen Kinetik, und seine Zetas. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, hatte aber überhaupt keine ...

"Die Gottesformel" ist der zweite Teil der Story um den Neurologen Dr. Charles Benton, den Erfinder der mentalen Kinetik, und seine Zetas. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, hatte aber überhaupt keine Probleme, in die Story einzusteigen, da der Autor die wesentlichen Fakten und wichtigen Ereignisse aus dem ersten Teil gut in die Handlung einarbeitet.

Dr. Charles Benton und der Rest seines Teams befindet sich momentan unter der Obhut der Wohltäter, die ihnen die Flucht aus den Fängen der paramilitärischen Geheimorganisation Deep Shield ermöglicht haben. Deep Shield und ihr Anführer, General Howard, hatte die Absicht, die Fähigkeiten der Zetas für militärische Zwecke zu nutzen.

Nicht allen ist die Flucht gelungen, Tim, Sara und Mike haben sich nach einem Gefecht im Olymp verschanzt und verlangen nichts weniger, als den Weltfrieden. Mit Hilfe ihrer besonderen Fähigkeiten verleihen sie ihren Forderungen Nachdruck, verlangen mit der amerikanischen Präsidentin zu verhandeln. Die Präsidentin steht unter großem Druck, denn der Kongress ist sich nicht einig wie mit den Zetas verfahren werden soll. Zudem stehen bald die Präsidentschaftswahlen an.....

Ich war überrascht, wie leicht der Einstieg ohne Vorwissen gelang, aber die Thematik ist einfach zu fesselnd, vor allem wenn die Zetas ihre ganz unterschiedlichen mentalen Stärken präsentieren. Ein wenig erinnern die Fähigkeiten an die der X-Men, wobei die wissenschaftlichen Erklärungen durchaus plausibel dargestellt sind.

Wir haben verschiedene Handlungsstränge, die sich abwechseln, der Strang um Chuck und sein Team bei den Wohltätern nimmt am meisten Raum ein. Der Autor schreibt bildhaft, die Story ist spannend und temporeich. Vor allem die Actionszenen, von denen es einige gibt, haben mir sehr gefallen. Ein Großteil der Handlung lief bei mir wie ein Actionfilm ab, Kopfkino vom feinsten. Wie in jeder guten Story gibt es die Guten und die Bösewichte, wobei die Grenzen bei einigen verschwimmen. Chuck und sein Team sind jedenfalls sehr sympathische Charaktere, man darf gespannt sein wie es im nächsten Teil weiter geht.

Fazit: Actionreicher Thriller, der einfach nur Spaß macht. Ich bin begeistert und freue mich auf die Fortsetzung.


Veröffentlicht am 19.03.2018

milde Urteile - Täter- vor Opferschutz?

Küstentod
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Im vierten Fall für Lisa Sanders und Thomas von Fehrbach geht es um ein brisantes Thema. Ein Richter, der für seine milden Urteile bekannt war, wird ermordet. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord an ...

Im vierten Fall für Lisa Sanders und Thomas von Fehrbach geht es um ein brisantes Thema. Ein Richter, der für seine milden Urteile bekannt war, wird ermordet. Kurz darauf geschieht ein weiterer Mord an einem "Richter-Gnädig". Lisa Sanders ermittelt mit ihrem Team in den Fällen, Thomas von Fehrbach ist der zuständige Staatsanwalt. Als ein weiterer Richter ermordet wird, wird der Druck auf die ermittelnden Kommissare immer größer. Doch wo ist der Zusammenhang zwischen den Ermordeten, außer ihrem Beruf? Lisa Sanders geht bei den Ermittlungen ungewöhnliche Wege, ein Undercovereinsatz soll den Fall schließlich weiter bringen.

Ich bin ein großer Fan der Reihe, habe "Kiellinie", "Kielgang" und "Wassersarg" gelesen. Ich kann nur empfehlen die Reihe von Anfang an zu lesen, man kann aber auch ohne Vorkenntnisse einsteigen, da die Autorin ihre Figuren und den Background detailliert beschreibt. Die Menschen wirken authentisch, lebensecht und sind überwiegend sympathisch.

Auch in diesem Fall spielt das Privatleben der beiden Hauptprotagonisten Lisa Sanders und Thomas von Fehrbach eine nicht unbedeutende Rolle. Lisa Sanders Beziehungsstatus hat sich verändert, trotzdem ist sie nicht besonders erfreut, als sie erfährt dass Fehrbach als Staatsanwalt für die Ermittlungen zuständig ist. Ganz anders Fehrbach, der sich immer noch zu Lisa hingezogen fühlt. Ich habe mich gefreut, das Stammpersonal wiederzutreffen, zu sehen wie sich die Beziehungen zwischen den Personen verändert bzw. wie sich die Protagonisten entwickelt haben. Wer die Reihe kennt darf sich auf eine große Überraschung gefasst machen

Der Fall ist so komplex aufgebaut, dass ich tatsächlich sehr lange keine Ahnung hatte, wo das Motiv zu suchen ist. Anhaltspuntke gibt es wenig, weder die Spurenlage noch die Zeugenaussagen bringen etwas zutage. Augenscheinlich scheint der Täter auf Rache aus zu sein. Wobei die milden Urteile durchaus eine Parallele zum real life aufweisen. Die Autorin geht nicht nur auf die Taten, sondern auch auf die Opfer ein. Opfer, deren Leben für immer zerstört sind, sei es durch körperliche oder seelische Verletzungen. Nicht nur ein Leben wird zerstört, sondern auch das der Angehörigen, der Familien. Und die Täter? Kommen mit einer milden Strafe davon, leben ihr Leben weiter wie bisher. Diesen Aspekt hat die Autorin sehr gut herausgearbeitet, Stoff der zum nachdenken anregt.

Der Schreibstil ist wie gehabt schön bildhaft, atmosphärisch und enthält lebendige Dialoge. Interessante Charaktere und ein spannender Fall haben mich von Anfang bis Ende gefesselt. Die Spannungskurve steigt kontinuierlich an und gipfelt in einem hochspannenden Showdown. Allerdings gibt es am Schluss einen wirklich fiesen Cliffhanger. Die Wartezeit bis zum nächsten Teil wird sehr, sehr lang werden.

Fazit: Perfekte Krimiunterhatlung vor der tollen Kulisse der Ostseeküste, ich bin begeistert und freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 12.03.2018

wahre Fälle

Im Blutrausch
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In "Im Blutrausch" hat Autor Hans Girod, der Professor für Kriminalistik ist und sowohl als Berater und Gutachter für die Kriminalpolizei der DDR tätig war, zwölf seiner spektakulärsten Fälle zusammengetragen.


Nach ...

In "Im Blutrausch" hat Autor Hans Girod, der Professor für Kriminalistik ist und sowohl als Berater und Gutachter für die Kriminalpolizei der DDR tätig war, zwölf seiner spektakulärsten Fälle zusammengetragen.


Nach einer kurzen Einführung zur Kriminalitätsrate und -statistik in der DDR präsentiert er die einzelnen Fälle, die sich in den 60er und 70er Jahren ereignet haben.


Hans Girod beschreibt die Fälle detailliert, besonders interessant sind die Ermittlungsmethoden in der damaligen DDR. Man fühlt sich beim lesen in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt und begleitet die Ermittler bei ihrer Arbeit. Gleichzeitig erhält man einen guten Einblick in das politische Gefüge und die Propagandamaschinerie. Zu einzelnen Fällen gibt es Originalfotos von Schauplätzen und Polizeifotos, was die Fälle noch realistischer erscheinen lässt.


Ich fand diesen Einblick in die Polizeiarbeit der DDR sehr interessant, Hans Girod versteht es, seine Leser zu fesseln. Was auch daran liegen mag, dass der Autor vom Fach ist. Für mich war das Buch eine spannende Abwechslung zu den fiktiven Krimis, die ich sonst lese.

Veröffentlicht am 07.03.2018

Serienmorde in München

Gründerjahr
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München 1918: Eine grausame Mordserie erschüttert München. Junge blonde Frauen fallen einem Serienmörder zum Opfer, sie werden brutal ausgeweidet, in ihren Bauchraum legt der Mörder einen geschnitzten ...

München 1918: Eine grausame Mordserie erschüttert München. Junge blonde Frauen fallen einem Serienmörder zum Opfer, sie werden brutal ausgeweidet, in ihren Bauchraum legt der Mörder einen geschnitzten Engel. Oberinspektor Weinberger und seine Kollegen ermitteln und sind dem Täter auch dicht auf den Fersen, als die Mordserie plötzlich endet. 30 Jahre später, im Jahr 1948, werden in München wieder junge blonde Frauen ermordet, der Modus operandi lässt an den damaligen Täter denken. Der Enkel von Oberinspektor Weinberger ermittelt in dem Fall. Der dritte Handlungsstrang spielt 2017, wieder geht in München ein Serienkiller um, der mit unglaublicher Brutalität junge blonde Frauen ermordet. Wie hängen all diese Fälle zusammen?


Michael Gerwien schreibt anschaulich, wir verfolgen die Handlung sowohl aus Sicht des Täters als auch aus der der Ermittler. Ich fand die Handlungsstränge in 1918 und 1948 besonders spannend, das historische Umfeld kommt authentisch rüber, was dem Krimi seinen ganz eigenen Reiz gibt. Spannend ist auch die Sicht des Täters, der Unfassbares mit seinen Opfern anstellt. Bei diesen Szenen hatte ich Gänsehaut, so detailliert sind seine Taten beschrieben.


Fazit: Mir hat der Krimi gut gefallen, vor allem die unterschiedlichen Zeitebenen, die Schauplätze im München längst vergangener Zeiten fand ich sehr interessant.